Zwei Herren aus Verona

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Zwei Herren aus Verona (engl. The Two Gentlemen of Verona) ist ein Theaterstück von William Shakespeare. Die Komödie handelt von den beiden Freunden Valentin und Proteus und ihren Liebesbeziehungen zu Julia und Silvia. Das Stück spielt im 16. Jahrhundert in den norditalienischen Städten Verona, Mailand und in der Nähe von Mantua.[1] Es gilt als Frühwerk und entstand vermutlich um 1590/91.[2] Als Hauptquelle gilt die Prosaromanze Los siete libros de la Diana des portugiesischen Dichters Jorge de Montemayor aus dem Jahre 1559.[3] Die einzige autoritative Textfassung findet sich in der First Folio von 1623. Die erste Erwähnung des Werkes findet sich in Meres' Palladis Tamia von 1598 und die erste belegte Aufführung datiert aus dem Jahre 1762.[4] Es wird bis heute selten gespielt und findet unter Gelehrten wenig Beachtung.[5]

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Silvia von Charles Edward Perugini (1888)

Die beiden Jugendfreunde Valentin und Proteus sind die beiden Herren aus Verona. Valentin verlässt die Stadt und reist nach Mailand, um am Hofe des Herzogs von Mailand sein Glück zu finden. Proteus bleibt zunächst in Verona, da er Julia liebt und sie nicht verlassen möchte. Doch sein Vater trägt ihm auf, am nächsten Tag zum Hof nach Mailand abzureisen. Beim Abschied tauschen er und Julia Ringe aus.

Am Hof von Mailand verliebt sich Valentin in Silvia, die Tochter des Herzogs; aber auch der angekommene Proteus verliebt sich in sie. Er vergisst Julia und wirbt um Silvia, die aber den reichen Höfling Thurio heiraten soll. Um sich die Gunst des Herzogs zu sichern, verrät Proteus dem Herzog, dass Valentin Silvia entführen will. Der Herzog verbannt daraufhin Valentin aus Mailand. Unterdessen hat sich Julia, verkleidet als Bursche, nach Mailand aufgemacht, um Proteus zu treffen. Dort verschmäht Silvia die Liebesschwüre des Proteus. Dieser trägt nun Sebastian, der verkleideten Julia, auf, seinen (von Julia erhaltenen) Ring Silvia zu überbringen.

Der verbannte Valentin wird in einem Wald zwischen Mailand und Mantua von Räubern überfallen, die ebenso wie er verbannt sind. Als sie seine Geschichte erfahren, sind sie so beeindruckt, dass sie ihn zu ihrem Anführer machen wollen, wozu Valentin sich grundsätzlich bereit erklärt. Silvia macht sich auf, um Valentin zu finden. Proteus, Sebastian, der Herzog und Thurio brechen ihrerseits auf, um Silvia zu finden. Im Wald wird Silvia von den Gesetzlosen ergriffen und zu ihrem Anführer gebracht. Als auch Proteus und Sebastian dort eintreffen, erklärt Valentin, dass er Silvia Proteus gebe, worauf Sebastian in Ohnmacht fällt. Anschließend zeigt Sebastian zwei Ringe: denjenigen, den er Silvia überbringen sollte, und denjenigen, den Proteus Julia gab, und gibt sich als Julia zu erkennen. Daraufhin entscheidet sich Proteus für Julia; Valentin gewinnt die Gunst des Herzogs und die Hand seiner Tochter. - Für die nötige Komik im Stück sorgen Speed und Lanz, die Lakaien der beiden Edelmänner, sowie der alberne Höfling Thurio.

Adaptionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Textausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gesamtausgaben
  • Charlton Hinman (Hrsg.): The Norton Faksimile. The First Folio of Shakespeare. Based on the Folios in the Folger Library Collection. New York 1996, ISBN 0-393-03985-4
  • John Jowett, William Montgomery, Gary Taylor und Stanley Wells (Hrsg.): The Oxford Shakespeare. The Complete Works. Oxford University Press, Oxford 2005, ISBN 978-0-199-267-187
  • William Shakespeare. Sämtliche Werke. Englisch-Deutsch. Zweitausendeins Frankfurt 2010, ISBN 978-3-861-508-380
Englisch
  • Clifford Leech (Hrsg.): William Shakespeare: The two Gentlemen of Verona. The Arden Shakespeare. Second Series. 1969, ISBN 0-17-443581-9
  • William C. Carroll (Hrsg.): William Shakespeare: The two Gentlemen of Verona. Arden Third Series. London 2004/2007, ISBN 978-1903436950
  • Kurt Schlüter (Hrsg.): William Shakespeare: The two Gentlemen of Verona. New Cambridge Shakespeare. Cambridge University Press, Cambridge 1990/2012, ISBN 978-0521181693
  • Roger Warren (Hrsg.): William Shakespeare: The two Gentlemen of Verona. Oxford Shakespeare. Oxford University Press, Oxford 2008, ISBN 978-0192831422
Deutsch
  • Sylvia Zysset (Hrsg.): William Shakespeare: Two Gentlemen of Verona. Englisch-Deutsche Studienausgabe. Stauffenburg, Tübingen 2008, ISBN 978-3-86057-569-7.
  • Frank Günther (Hrsg.): William Shakespeare: Zwei Herren aus Verona / The Two Gentlemen of Verona. Ars vivendi, 2001. ISBN 978-3897161641

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. A. D. Cousins: Shakespeare. The Essential Guide to the Plays. Buffalo 2011. S. 72.
  2. Stanley Wells und Gary Taylor: William Shakespeare: A Textual Companion. Oxford 1987. S. 109.
  3. Hans-Dieter Gelfert: William Shakespeare in seiner Zeit. C. H. Beck Verlag. München 2014. S. 265.
  4. Ina Schabert: Shakespeare Handbuch. S. 391 und 395.
  5. Ulrich Suerbaum: Der Shakespeare-Führer. Reclam, Stuttgart 2006. S. 99.