Troilus und Cressida

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Eine Szene vom Troilus und Cressida von Angelika Kauffmann

Troilus und Cressida (engl. Troilus and Cressida) ist ein Drama von William Shakespeare, das Liebe und Krieg behandelt und ebenso tragische wie komische Züge aufweist. Es ist kurz nach Hamlet verfasst worden und stellt zusammen mit Timon von Athen eine neue dramatische Gattung in Shakespeares Werk dar.

Handlung[Bearbeiten]

Die Geschichte um Troilus und Cressida spielt im Trojanischen Krieg. Troilus ist der jüngste Sohn des Königs Priamos von Troja, Cressida die Tochter des trojanischen Priesters Kalchas, der auf die gegnerische Seite gewechselt ist, weil er den Untergang Trojas vorhergesehen hat. Die Trojaner liegen seit sieben Jahren im Kampf gegen die von Agamemnon angeführten Griechen, da Paris, der Bruder Troilus’, die schöne Helena entführt hat. Troilus gesteht Cressidas Onkel Pandarus seine Liebe zu Cressida; als bei nächster Gelegenheit die trojanischen Helden vom Kampf zurückkehren, erklärt Pandarus seiner Nichte, niemand von ihnen könne es mit Troilus aufnehmen. So versucht er, Troilus in ein besseres Licht zu rücken, da er, wie man später noch besser merkt, Troilus mit Cressida verkuppeln will. Im griechischen Lager berät Agamemnon unter anderem mit Nestor und Odysseus die Krise des griechisches Heeres, die ihre Ursache darin hat, dass Achilles nicht am Kampf teilnimmt, sondern mit seinem Freund Patroklus im Zelt bleibt. Der trojanische Held Hektor hat angeboten, im Einzelkampf gegen einen Griechen anzutreten, und die Griechen wählen Ajax für diesen Kampf.

In Troja bringt Pandarus Cressida zu Troilus; die beiden umarmen sich und schwören sich ewige Liebe und Treue. Doch alles kommt anders als geplant. Antenor, ein trojanischer Heerführer, wird von den Griechen gefangen genommen. Kalchas bringt Agamemnon dazu, Antenor gegen Cressida auszutauschen. Agamemnon und auch die Trojaner gehen darauf ein und Cressida verlässt des Priamos Stadt im Versprechen, Troilus treu zu bleiben.

Im griechischen Lager wird Cressida auf Odysseus’ Vorschlag von allen griechischen Führern geküsst, nicht jedoch von Odysseus selbst, der hinterher erklärt, sie sei eine tugendlose Frau. Ajax und Hektor kämpfen eine Zeitlang miteinander; da sie aber Verwandte sind, beenden sie den Kampf einvernehmlich mit einem Unentschieden. Im Anschluss an das im griechischen Lager stattfindende Fest macht sich der griechische Heerführer Diomedes zu Cressida auf, Odysseus und Troilus folgen ihm heimlich, nachdem Troilus ihn bestochen hatte. Cressida verspricht Diomedes, im Zelt auf ihn zu warten, bis er wiederkomme. Troilus, der die Untreue der Geliebten von außerhalb des Zeltes erlebt, ist zutiefst verletzt. Nur weil er durch Odysseus zurückgehalten wird, zeigt er sich nicht. Als Hektor sich am nächsten Tag zum Kampf rüstet, warnen ihn seine Frau Andromache und seine Schwester Kassandra vergeblich; beide haben Träume gehabt, in denen Hektors Tod prophezeit wurde. Im Kampfgeschehen fällt Patroklus auf Seiten der Griechen; daraufhin tritt Achilles in den Kampf ein. Als Hektor gegen Ende der Auseinandersetzungen bereits seinen Helm abgenommen hat, wird er von Achilles’ Myrmidonen umstellt und niedergemetzelt.

Das Drama endet mit einem immer noch tief im Herzen verletzten Troilus, der den Kuppler Pandarus für all die Schmach, die er mit der untreuen Cressida ertragen musste, verantwortlich macht.

Literatur[Bearbeiten]

  • William Shakespeare: Troilus and Cressida. Englisch-Deutsche Studienausgabe. Deutsche Prosafassung, Anmerkungen, Einleitung und Kommentar von Werner Brönnimann-Egger. Stauffenburg, Tübingen 1986, ISBN 978-3-86057-552-9.

Weblinks[Bearbeiten]