Rifferswil

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Rifferswil
Wappen von Rifferswil
Staat: Schweiz
Kanton: Zürich (ZH)
Bezirk: Affoltern
BFS-Nr.: 0012i1f3f4
Postleitzahl: 8911
Koordinaten: 680032 / 232958Koordinaten: 47° 14′ 34″ N, 8° 29′ 45″ O; CH1903: 680032 / 232958
Höhe: 579 m ü. M.
Fläche: 6,50 km²
Einwohner: 1103 (31. Dezember 2017)[1]
Einwohnerdichte: 130 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Bürgerrecht)
8,7 % (31. Dezember 2016)[2]
Gemeindepräsident: Christoph Lüthi (parteilos)
Website: www.rifferswil.ch
Unter-Rifferswil, Juni 2007

Unter-Rifferswil, Juni 2007

Karte
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Rifferswil ist eine politische Gemeinde im Bezirk Affoltern des Kantons Zürich in der Schweiz.

Geographie[edit | edit source]

Die Gemeinde Rifferswil liegt in der sanfthügligen Drumlinlandschaft des oberen Jonentals im Knonauer Amt. Von der Gemeindefläche sind 66,5 % landwirtschaftliche Nutzflächen, 22,5 % Wald, 4,9 % Siedlungsfläche und 4,2 % dienen dem Verkehr, weitere 0,3 % sind Gewässer.

Geschichte[edit | edit source]

Rifferswil, in einer Urkunde vom Jahre 1019 Renifriedeswile genannt, muss eine Gründung des alemannischen Sippenältesten Reinfried gewesen sein. Im Oberdorf wurden 1929 Gräber aufgedeckt, welche – ins 8. Jahrhundert datiert – die ältesten Zeugen menschlichen Daseins im Gemeindebann sein dürften. Ein den Freiherren von Eschenbach-Schnabelburg verpflichtetes Dienstadelsgeschlecht verwaltete die Ortschaft im Mittelalter. Das ritterliche Geschlecht starb Ende des 14. Jahrhunderts aus und vererbte der Gemeinde Rifferswil sein Wappen. Das "Galgenfeld" an der alten Strasse nach Mettmenstetten erinnert daran, dass Rifferswil in früherer Zeit die Richtstätte des habsburgischen Amtes Meienberg war. Die Kirche in Rifferswil wird 1179 erstmals urkundlich erwähnt, war dem Hl. Martin geweiht und unterstand ab 1357 dem Kloster Kappel. Seit 1529 ist sie reformiert. Das heutige Schiff stammt aus dem 14. Jh. Die Kirche wurde 1720 erweitert und 1972–74 einer Gesamtrestauration unterzogen.

1415 geriet die Rifferswiler Gemeinde unter die Herrschaft von Zürich. Regenten waren jetzt die Landvögte von Knonau. Nach dem Untergang der Alten Eidgenossenschaft im Jahre 1798 wurden an Stelle der Landvögte Amtsmänner und später Statthalter eingesetzt. Ab 1831 hatte der Rifferswiler Arzt Dr. Johann Jakob Hegetschweiler das Statthalteramt des Bezirks Knonau inne. Sein Bruder Johannes, Staatsrat und Kantonsarzt, erlag 1839 im "Züriputsch" einer Schussverletzung. Um 1800 waren in Rifferswil rund 200 Personen in der Baumwollverarbeitung in Heimarbeit beschäftigt. 1857 bauten Jakob und Theodor Bär in Oberrifferswil eine durch die Wasserkraft des Jonenbachs angetriebene Fabrik, eine Seidenzwirnerei. Sie stellte den Betrieb 1879 wieder ein.

Die landwirtschaftlich nutzbare Fläche von rund 650 Hektaren, wurde anno 1950 von 55 Betrieben gepflegt; heute sind es noch 17 an der Zahl. Die durch Aufgabe oder Aussiedlung frei gewordenen Scheunen und Ställe werden und wurden zu Werkstätten und Wohnhäusern umgebaut. Dabei sind strenge Vorschriften zu beachten, denn Rifferswil ist Trägerin der Auszeichnung "Ortsbild von nationaler Bedeutung". Die Einwohnerzahl stieg nach dem Zweiten Weltkrieg von 450 auf 900 Personen an. Die meisten Zuzüger arbeiten auswärts.[3]

Wappen[edit | edit source]

Blasonierung

In Gold ein roter Balken, begleitet von drei schwarzen Sternen (2, 1).

Bevölkerung[edit | edit source]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1634 263
1708 421
1850 464
1860 540
1900 480
1960 444
1980 543
1990 663
2000 714
2010 900
  • Bevölkerungsdichte: 147,5 Einw./km2
  • Konfessionszugehörigkeit: 52,3 % evangelisch-reformiert, 20,0 % römisch-katholisch, 4,7 % haben eine andere Konfession und 23,0 keine konfessionelle Zugehörigkeit (Stand: 31. Dezember 2013)

Politik[edit | edit source]

Gemeinderat[edit | edit source]

Wahlsonntag vom 15. April 2018: Bei hoher Stimmbeteiligung von 60 % und bei einem absoluten Mehr von 187 Stimmen mit Glanzresultaten gewählt wurden Katja Lüchinger (384 Stimmen), Walter Jäggi (363), Christoph Lüthi (356), der einzige Bisherige Hugo Walter (322), Marlies Salzmann (284) und Claudia Strasky (250). Das absolute Mehr ebenfalls erreicht hat Vittorio Laubscher (218), der jedoch als Überzähliger ausschied. Laubscher, der sich zudem fürs Präsidium hatte aufstellen lassen, kam damit nicht mehr in Frage für den Vorsitz im Gemeinderat. Diese Wahl gewann der "nachgemeldete" Christoph Lüthi. Wie vorgeschlagen wurde Charlotte Wüst als neue Primarschulpräsidentin gewählt.[4] Die Präsidentin der Primarschulpflege nimmt von Amtes wegen Einsitz im Gemeinderat.

  • Christoph Lüthi, Gemeindepräsident
  • Hugo Walter, Tiefbau und Werke, Forst- und Landwirtschaft
  • Walter Jäggi, Finanzen und Liegenschaften
  • Katja Lüchinger, Hochbau
  • Marlies Salzmann, Sicherheit und Soziales
  • Claudia Strasky, Gesundheit und Umweltschutz, Kultur und Sport
  • Charlotte Wüst, Präsidentin der Primarschulpflege
Altes Bauernhaus in Unterrifferswil
Riegelhäuser aus dem 18. Jh. in Unterrifferswil

Parteien nach Wählerstärke[edit | edit source]

Bei den Nationalratswahlen 2007, 2011 und 2015 wurde in Rifferswil nach Parteistärke wie folgt gewählt:

Partei 2015 2011 2007
SVP 30,52 % 28,47 % 32,75 %
SP 21,14 % 19,12 % 22,84 %
GP 10,47 % 13,74 % 14,32 %
FDP 9,22 % 6,60 % 6,58 %
glp 9,03 % 12,25 % 8,80 %
EVP 7,40 % 6,06 % 5,16 %
BDP 3,57 % 3,86 % 0,00 %
EDU 2,78 % 4,01 % 2,27 %
CVP 1,72 % 2,55 % 5,33 %
SD 0,20 % 0,26 % 1,20 %
AL 0,90 % 1,13 % 0,57 %
übrige 3,05 % 1,95 % 0,18 %

Sehenswürdigkeiten[edit | edit source]

Seleger Moor, Mai 2007
  • Das Seleger Moor liegt an der östlichen Gemeindegrenze gegen Hausen am Albis hin, ist öffentlich zugänglich und wird in der Blütezeit der Pflanzen rege besucht. Der Park bietet mit seiner Vielfalt an Pflanzen, Tieren, Bächen und Teichen wunderschöne Motive für Fotografen. In der gepflegten Anlage können Rhododendren, Azaleen, Farne, Strauchpfingstrosen und Seerosen bestaunt werden.
  • In Rifferswil befindet sich eine der schönsten Windhundrennbahnen der Schweiz. Die Anlage wird vom Schweizer Windhund-Rennverein SWRV betrieben.

Landhaus Nüscheler[edit | edit source]

Landhaus Nüscheler von Ferdinand Stadler

1846–1847 baute der Architekt Ferdinand Stadler für den Kirchenhistoriker Arnold Nüscheler ein Landhaus am Homberg mit Blick auf den Zugersee. Das Haus ist in seiner ursprünglichen Nutzung erhalten geblieben.

Persönlichkeiten[edit | edit source]

Literatur[edit | edit source]

  • Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich, Band I: Die Bezirke Affoltern und Andelfingen. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 7). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1938. DNB 365803030.

Weblinks[edit | edit source]

 Commons: Rifferswil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[edit | edit source]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2018, abgerufen am 30. September 2018.
  2. Daten zur Wohnbevölkerung nach Heimat, Geschlecht und Alter (Gemeindeporträt). Statistisches Amt des Kantons Zürich, abgerufen am 20. September 2017.
  3. siehe Website von Rifferswil und Eintrag im Historischen Lexikon der Schweiz, beides bei den Weblinks
  4. Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern. Abgerufen am 10. November 2018.