Toys “R” Us

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Toys “R” Us
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Rechtsform LLC
Gründung 1948
Sitz Wayne, Vereinigte Staaten
Branche Einzelhandel
Website www.toysrusinc.com
Toys “R” Us-Geschäft in Deutschland
Einkaufswagen mit Spielzeug in einem Toys-“R”-Us-Geschäft in Alaska

Toys “R” Us ist ein US-amerikanisches Unternehmen mit Sitz in Wayne, New Jersey. Das Unternehmen ist eine Einzelhandelskette von Spielwarengeschäften.

Globaler Konzern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Toys “R” Us wurde 1948 von Charles Lazarus gegründet. Der Konzern befindet sich heute jedoch zu gleichen Teilen im Besitz von Bain Capital, Vornado Realty Trust und Kohlberg Kravis Roberts & Co. Toys “R” Us hatte im Oktober 2007 weltweit über 1500 Filialen, darunter 66 in Deutschland, 15 in Österreich und 9 in der Schweiz.

1986 kam Toys “R” Us nach Deutschland, das erste Geschäft öffnete jedoch erst 1987 in Koblenz. Der Hauptsitz der Toys “R” Us GmbH Zentraleuropa befindet sich in Köln.

2005 wurde der Konzern von Investoren um Bain und KKR für 7,5 Milliarden Dollar gekauft. Die Schulden aus dem Kauf wurden auf den Konzern übertragen. Auch der Druck aus dem wachsenden Onlinehandel brachten ihn in eine finanzielle Schieflage. Seit 2013 konnte in keinem Jahr mehr ein Gewinn erwirtschaftet werden. Im zweiten Quartal 2017 fuhr der Konzern einen Verlust von 164 Millionen Dollar bei einem Umsatz von 2,2 Milliarden Dollar ein.[1] Er hat langfristige Schulden von fünf Milliarden Dollar. Im Jahr 2018 wären 400 Millionen Dollar an Schulden fällig geworden.[2]

Am 18. September 2017 meldete der Konzern Insolvenz an. Die Filialen sollen weiterhin geöffnet bleiben. Ein Konsortium unter Führung der US-Bank JP Morgan habe Kredite über 3 Milliarden US-Dollar zur Verfügung gestellt. Die Konzernführung hofft, durch Umstrukturierungen einen Neubeginn mit überwindbaren finanziellen Belastungen zu erreichen.[2]

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Toys “R” Us ist eine umgangssprachliche Kurzform für den englischen Ausspruch „Toys are us“, was frei übersetzt „Bei uns gibt's Spielzeug“ bedeutet.

Seit der Annahme der heutigen Firma 1958 ist im Firmenlogo als auffälliges Merkmal ein spiegelverkehrtes “R” zu sehen. Dies soll eine kindliche Falschschreibung darstellen.[3] Diese Logo-Besonderheit wurde zu einem Markenzeichen des Unternehmens mit starkem Wiedererkennungswert.

Rückrufaktionen wegen giftiger Spielwaren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Toys “R” Us wurde in der zweiten Jahreshälfte 2007 weltweit mehrfach zu Rückrufaktionen gezwungen, weil hohe Schadstoffkonzentrationen von in China gefertigten Babylätzchen, Malkästen und anderen Spielwaren publik wurden.[4]

Vorwurf der mangelnden sozialen Verantwortung bei der Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Rückrufaktionen sind ein Indiz für vermutlich mangelnde Kontrolle der Zulieferbetriebe in China. Bei einem Test der Stiftung Warentest im Jahre 2005 zu Unternehmensverantwortung in der Spielwarenproduktion zeigte sich Toys “R” Us (im Gegensatz zu diesbezüglich bereits damals umfangreich engagierten Konkurrenten wie Karstadt, Neckermann und Quelle) wenig kooperativ und gab keine Auskünfte. Verbraucher fanden zu sozialer Verantwortung auch im Oktober 2007 keine Hinweise auf der Website von Toys “R” Us.[5] Das Urteil der Schweizer Spielzeug Koalition aus dem Jahr 2006 zu sozialer Verantwortung lautete: „Hoffnungslose Fälle sind bisher einzig Sombo und Toys R Us: Sie ignorierten bisher die Probleme und reagieren nicht auf Anfragen. Sie erwecken den Eindruck, dass sie vor den Missständen in den Fabriken bereits kapituliert haben.“[6]

Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Markenlogo Babies “R” Us

Die größte Toys-“R”-Us-Filiale befand sich am Times Square in Manhattan, New York, die nach eigenen Aussagen das größte Spielzeuggeschäft der Welt war. Es hatte eine Fläche von ca. 10.200 Quadratmetern auf 4 Stockwerken. Im Eingangsbereich befand sich ein 18 Meter hohes Riesenrad. [7] Die Filiale wurde Ende 2015 geschlossen, jedoch am 26. August 2017 für die Weihnachtssaison 2017 temporär wiedereröffnet.[8][9]

Die größte Filiale außerhalb der USA befindet sich im englischen Birmingham. Eine weitere besondere Filiale ist die im Erdgeschoss des Eindhovener Philips-Stadions, der Heimstätte des niederländischen Fußballerstligisten PSV Eindhoven. Zur Toys-“R”-Us-Kette gehören außerdem Kids “R” Us und Babies “R” Us, die sich auf Waren für Kinder bzw. Babys spezialisiert haben. In Deutschland sind die Babies-“R”-Us-Filialen meist in den Toys-“R”-Us-Filialen zu finden. Sie sind jedoch für sich als durchaus eigenständiger Markt mit eigenem Eingang und eigenem Kassenbereich wie auch Personal zu verstehen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Toys „R“ Us – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. manager magazin, Toys 'R' Us bricht unter Schuldenlast zusammen, 19. September 2017
  2. a b Spiegel Online, Toys R Us meldet Insolvenz an, 19. September 2017
  3. Betriebsgeschichte auf der Unternehmenswebsite auf toysrusinc.com
  4. Blei in Babylätzchen. Bericht im Stern
  5. Testübersicht zu Unternehmensverantwortung von Stiftung Warentest
  6. Zitat aus: Bericht der Schweizer Spielzeug-Koalition zur Umfrage 2006 (PDF; 95 kB), S. 1
  7. RetailWire: The Real Reasons Toys 'R' Us Quit Times Square. Abgerufen am 3. Juli 2016.
  8. Elizabeth A. Harris: Several Days After Christmas, Toys ‘R’ Us Closes in Times Square. In: The New York Times. 30. Dezember 2015, abgerufen am 3. Juli 2016.
  9. Toys 'R' Us Returns To Times Square With Temporary Store. Abgerufen am 30. August 2017.