Afghanistanstämmige in Deutschland

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Als Afghanistanstämmige oder Afghanischstämmige in Deutschland werden Menschen bezeichnet, die in Deutschland leben und ursprünglich aus Afghanistan kommen.

Migrationssituation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zahl der in Deutschland lebenden Personen mit afghanischem Migrationshintergrund betrug im Jahr 2018 267.000.[1] Zum 31. Dezember 2018 lebten nach Statista 257.110 afghanische Staatsbürger in Deutschland.[2] Das entspricht gegenüber 2015 einer Zunahme von rund 125.000. In Hamburg lebten am 31. Dezember 2017 35.805 Personen mit afghanischem Migrationshintergrund[3], die größte Anzahl in einer deutschen Großstadt. Außerdem bilden sie die größte Gemeinschaft von Afghanistanstämmigen in ganz Europa. Hinsichtlich des Bevölkerungsanteils von Afghanistanstämmigen lagen unter den Landkreisen und Kreisfreien Städten in der Bundesrepublik beim Zensus 2011 die Städte Offenbach am Main und Hamburg vorn, gefolgt von Darmstadt und Frankfurt.[4]

Ende Dezember 2015 lebten in Deutschland 131.454 afghanische Staatsangehörige.[5] Von den im Laufe des Jahres 2015 zugezogenen Afghanen stellten rund 31.000 erstmals einen Antrag auf Asyl.[6] Von den afghanischen Antragstellern, über deren Asylantrag im Laufe des Jahres 2015 entschieden wurde, erhielten 47 % einen Schutzstatus, überwiegend aufgrund ihrer Flüchtlingseigenschaft. Die Anerkennungsquote als Asylberechtigte lag bei unter 1 Prozent.

Afghanen stellten nach Einschätzung des Journalisten David Schah in einem Bericht von 2004 in Deutschland eine der am besten integrierten Minderheiten dar und hätten oft geringe Bindungen an ihr Heimatland.[7] Nach Aussage des Entwicklungshelfers Reinhard Erös vom Oktober 2015 hätten sie von allen Einwanderergruppen den geringsten Anteil an der Ausländerkriminalität.[8] Nach der Kriminalitätsstatistik des Bundeskriminalamtes für das Jahr 2016 stellten jedoch Afghanen nach Syrern mit knapp 80.000 Verdächtigen die zweitgrößte Gruppe an nichtdeutschen Tatverdächtigen bei Straftaten in Deutschland.[9]

Zum Jahreswechsel 2016/2017 befanden sich laut Innenministerium etwa 12.000 ausreisepflichtige Afghanen in Deutschland.[10]

Im September 2017 waren 37.700 Afghanen in Deutschland sozialversicherungspflichtig beschäftigt; 94.400 bezogen Regelleistungen der Grundsicherung (ALG II). Die Beschäftigungsquote der Afghanen beträgt damit 20,5 Prozent (zum Vergleich: Ausländer insgesamt 41 Prozent, Asylbewerber aus nichteuropäischen Herkunftsstaaten 17,8 Prozent), unter Einschluss der nur geringfügig Beschäftigten 25,1 Prozent.[11]

Bekannte Afghanen in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Seite 66 Statistisches Bundesamt: Bevölkerung in Privathaushalten nach Migrationshintergrund im weiteren Sinn nach ausgewählten Geburtsstaaten, abgerufen am 15. Mai 2020.
  2. Statista-Umfrage zu Afghanen in Deutschland 2018, abgerufen am 15. Mai 2020
  3. [1] Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holtein: Bevölkerung mit Migrationshintergrund in den Hamburger Stadtteilen Ende 2017, Seite 3 (abgerufen am 15. Mai 2020).
  4. Kartenseite: Afghanen in Deutschland – Landkreise Abgerufen am 9. September 2017
  5. Ausländische Bevölkerung – Ergebnisse des Ausländerzentralregisters (Stand: 31. Dezember 2015), S. 155.
  6. Bundesamt für Migration und Flüchtlinge: Asylgeschäftsstatistik für den Monat Dezember 2015 und das Berichtsjahr 2015. (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bamf.de In: Asylgeschäftsstatistik für den Monat Dezember 2015, Seite 2. (pds-Datei, 640 kB)
  7. David Schah: "Integrationswunder aus Mittelasien" Deutsche Welle, vom 15. September 2004
  8. http://www.deutschlandradiokultur.de/fluechtlingskrise-warum-ausgerechnet-die-afghanen-nach.1008.de.html?dram:article_id=335126
  9. Bericht zur Polizeilichen Kriminalstatistik 2016 Bundeskriminalamt 2017, Seite 59
  10. Issio Ehrich:"Mustafa ist ein schwerer Fall für de Maizière" ntv.de vom 13. Dezember 2016
  11. Auswirkungen der Migration auf den Arbeitsmarkt. Arbeitsmarkt kompakt, November 2017, Hrsg. Bundesagentur für Arbeit.