Hannover Hauptbahnhof

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Hannover Hauptbahnhof
Hannoverscher Hauptbahnhof am Ernst-August-Platz
Hannoverscher Hauptbahnhof am Ernst-August-Platz
Daten
Kategorie 1
Betriebsart Kreuzungsbahnhof
Bahnsteiggleise 12
Reisende/Tag 250.000[1]
Abkürzung HH
IBNR 8000152
Eröffnung 1843 erster Bahnhof
1879 heutiges Bahnhofsgebäude
Architektonische Daten
Architekt Hubert Stier
Lage
Stadt Hannover
Land Niedersachsen
Staat Deutschland
Koordinaten 52° 22′ 38″ N, 9° 44′ 30″ O52.3772222222229.7416666666667Koordinaten: 52° 22′ 38″ N, 9° 44′ 30″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Niedersachsen

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Hannover Hauptbahnhof ist der größte Personenbahnhof der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover und steht mit täglich etwa 250.000 Reisenden hinter Hamburg, München, Frankfurt (Main), Berlin und Köln zusammen mit Düsseldorf auf Platz sechs der meistfrequentierten Fernbahnhöfe der Deutschen Bahn. Er ist zudem wichtigster Knoten im Nahverkehr der S-Bahn Hannover.

Der Kreuzungsbahnhof gehört zu den 21 Bahnhöfen der höchsten Bahnhofskategorie 1 der DB Station & Service. Der Bahnhof verfügt über sechs Bahnsteige mit zwölf Gleisen und zwei Durchfahrtsgleise. Täglich passieren ihn über 620 Züge (Stand Nov. 2008)[1]; etwa 2.000 Menschen arbeiten hier.

Geschichte[Bearbeiten]

Erster Bahnhof von 1847[Bearbeiten]

Um 1850: „Central-Bahnhof zu Hannover“, Stahlstich
Einweihung des Ernst-August-Denkmals 1861
Um 1870: Bahnhofsvorplatz mit Reiterstatue

Bei der Eröffnung der ersten Eisenbahnstrecke nach Lehrte 1843 wurde ein erstes Provisorium errichtet. Bei der Anlage der Gleisanlage verzichtete man auf einen repräsentativen Kopfbahnhof und legt ihn als Durchgangsbahnhof an, damit den ersten dieser Art in einer größeren deutschen Stadt.

1845 bis 1847 wurde das Gebäude des ersten „Central-Bahnhofs“ errichtet. Der Architekt steht nicht fest, sicher ist, dass der weitsichtige Stadtbaumeister August Heinrich Andrae den Standort bestimmte[2] und dass der hannoversche Hofbaumeister Georg Ludwig Friedrich Laves und Ferdinand Schwarz daran mitgewirkt haben. Es wurde im romantisch-klassizistischen Stil als streng symmetrisches Gebäude errichtet. Das massive Mauerwerk war gelblich verputzt. Laves plante für den Bereich zwischen Georgstraße und Eisenbahn ein neues Stadtviertel, die Ernst-August-Stadt. Aus mehreren Richtungen auf den Bahnhof zulaufende Straßen mündeten in dessen repräsentativen Vorplatz, dem Ernst-August-Platz.

An das Empfangsgebäude schloss sich eine hölzerne Bahnsteighalle an, die zwei Gleise überspannte. Das reichte für den ersten Verkehr aus, da die noch kurzen Züge in östlicher und westlicher Richtung am gleichen Bahnsteig aufgestellt wurden. Durchgehende Züge gab es zunächst noch nicht. Der erste durchgehende Zug verkehrte ab 1. Mai 1851 zwischen Berlin und Köln (damals noch „Cöln“). Auf der dem Empfangsgebäude gegenüberliegenden Seite wurde die erste Eisenbahnwerkstatt errichtet. 1853 wurde nach Eröffnung des ersten Abschnittes der Südbahn nach Alfeld, Göttingen und Kassel aus dem Durchgangsbahnhof ein Bahnknoten. Zur Entlastung des Bahnhofes wurde 1868 in Hainholz ein Rangierbahnhof eingerichtet.

Städtebaulich war die Bahn mit dem immer dichter werdenden Verkehr ein Problem, da die Bahnstrecke die Stadt zerschnitt. So wurde 1873 beschlossen, die Bahnstrecke im Stadtgebiet auf eine Höhe von 4,50 Meter anzuheben. Das alte Bahnhofsgebäude wurde 1875 abgebrochen. Die von 1875 bis 1879 errichtete Strecke wurde zum Vorbild für die Berliner Stadtbahn und ähnliche Projekte in anderen Städten. 1876 wurde ein Stückgutbahnhof am Weidendamm errichtet.

Zweiter Bahnhof von 1879[Bearbeiten]

Der Hauptbahnhof um 1900
Die durch Höherlegung der Bahngleise entstandene Unterführung der Alten Celler Heerstraße (Blickrichtung Nordost zum Raschplatz)

Während der erste Bahnhof auf Straßenniveau angelegt war und so die Stadtentwicklung behinderte, wurden für die Nachfolgeanlage 8 km Gleisanlage höher gelegt, zum Straßenniveau niveaufrei gestaltet. Außerdem wies der neue Bahnhof längere Gleisnutzlängen auf. Nach vorbereitenden Arbeiten ab 1873 zur Auslagerung der Werkstätten nach Leinhausen, der Rangieranlagen nach Hainholz, Bau von Güterumgehungsstrecken, begann 1875 der Bau der im Kern heute noch bestehenden Anlage.[3] Das neue Empfangsgebäude wurde durch Hubert Stier im Stil der Neorenaissance entworfen. Es war wieder ein symmetrisches Gebäude mit einer Haupthalle und zwei Seitenflügeln, die jeweils durch ein Eckgebäude abgeschlossen waren. Das östliche Eckgebäude mit dem „Kaiserzimmer“ erhielt eine separate Auffahrt. Das Bauwerk wurde in gelben Ziegeln mit roten Ziegelstreifen und einem Sandsteinsockel ausgeführt. Die vier Bahnsteige mit sieben Bahnsteiggleisen und zwei Durchfahrtsgleisen waren von zwei Hallen mit jeweils 37 Meter Spannweite überspannt. Nach dem Abriss des knapp 30 Jahre alten Gebäudes begann der Bau des neuen Bahnhofs im April 1877. Dieser konnte nach 26 Monaten Bauzeit am 22. Juni 1879 in Betrieb genommen werden. Der Zugang zu den Bahnsteigen erfolgte über drei Tunnel, für den Gepäcktransport und den Postverkehr gab es zwei weitere Tunnel. Die 1883 fertiggestellte Anlage umfasste sieben Bahnsteiggleise und mittig zwei Durchfahrgleise für die Güterzüge. Die erstellte Perron-Ueberdachung bestand aus zwei getrennten Hallen mit je 37 m Weite und 167,5 m Länge mit einem offenen Zwischenraum für die beiden Durchfahrgleise von 9,25 m Breite. An Baukosten werden 12,7 Millionen Mark für Gebäude und 22,5 Millionen Mark für die Gesamtanlage angegeben.[4]

1910 wurde eine dritte Bahnhofshalle mit den Gleisen 10 und 11 errichtet. Die neue Halle in Stahlbauweise besaß eine Stützweite von 27,5 Metern und eine Höhe von 15,3 Metern, der Entwurf stammte von Baurat Möller. Von besonderer betrieblicher Bedeutung für die Bahnstrecke Hannover–Hamburg war die Fertigstellung der „Hasenbahn“ – eine bereits 1913 geplante Zweigstrecke der Heidebahn ab Langenhagen über Großburgwedel nach Celle: Ab Mai 1938 war das Führen direkter Züge Hamburg–Süddeutschland ohne den Umweg über Lehrte möglich; ein Fahrtrichtungswechsel in Hannover durch das „Kopfmachen“ war nicht mehr nötig.

Im Sommerfahrplan 1939 wies der hannoversche Hauptbahnhof zusammen 144 Ankünfte und Abfahrten von regelmäßig verkehrenden Fernzügen auf. Er war damit nach den Knoten Berlin, Köln, Frankfurt am Main sowie den Hauptbahnhöfen Leipzig und Duisburg der bedeutendste Knoten im Fernzugnetz der Deutschen Reichsbahn.[5]

Kriegszerstörungen und Wiederaufbau[Bearbeiten]

Zerstörter Hauptbahnhof 1945

Bei den Luftangriffen auf Hannover im Juli und Oktober 1943 wurde der Bahnhof weitgehend zerstört. Von den Hallen blieben nur noch die Gerippe erhalten, vom Empfangsgebäude die Außenmauern. Erst nach vier Tagen war wieder ein Gleis passierbar.

Am 13. Juni 1945 fuhren erstmals nach Kriegsende wieder Personenzüge nach Minden, Nienburg und Göttingen. Am 14. August wurde der Personenzugverkehr deutlich ausgeweitet. Ab Hannover verkehrten wieder Personenzüge nach Bremerhaven, Duisburg, Hameln, Göttingen, Braunschweig und Uelzen. Am 15. August 1946 wurde Hannover durch den erstmals nach Kriegsende wieder verkehrenden Nord-Express von Paris nach Berlin wieder an das internationale Fernverkehrsnetz angeschlossen.

Nach den starken Bombenschäden begann der Wiederaufbau des Empfangsgebäudes im Sommer 1948 in der erhaltenen Außenfassade mit neu zugeschnittenen Innenräumen; die restlichen Stahlkonstruktionen der alten Hallendächer wurden abgetragen und die Bahnsteige erhielten hölzerne Notdächer. Von 1959 bis 1961 wurden die Bahnsteige umgebaut, die Gepäckbahnsteige verschwanden, dafür wurden Wagenaufzüge auf den Personenbahnsteigen angelegt. Der mittlere Zugang wurde verbreitert, die seitlichen Personentunnel stillgelegt und die Bahnsteige erhielten neue Dächer. Seit 1957 wird die Signal- und Weichenstellung mit Gleisbildstellwerken durchgeführt. 1963 wurde der fünfte Bahnsteig um das Gleis 12 erweitert (die Gleise 5 und 6 waren Durchfahrtsgleise ohne Bahnsteig). Von Süden kommend erreichte die Elektrifizierung der Gleisanlagen am 26. Mai 1963 den Bahnhof Hannover, ab 20. Dezember 1963 konnte elektrisch weiter nach Lehrte und ab 14. Dezember 1964 nach Bremen gefahren werden. Die Verbindung nach Hamburg über die Ende 1964 zweigleisig ausgebaute Hasenbahn ist seit dem 6. April 1965 elektrifiziert. Der Oberleitungsbau ab Lehrte über Braunschweig bis Helmstedt war erst 1976 fertiggestellt.

U-Bahn-Bau[Bearbeiten]

Blick vom Raschplatz auf die Bahnhofsrückseite

Der Bau der Stadtbahn Hannover zog weitreichende Umbaumaßnahmen des Bahnhofes nach sich. Da der gesamte Bahnhof in offener Bauweise unterfahren werden musste, waren die Baumaßnahmen nur mit Sperrung von Gleisen möglich. Zwischen Juli 1969 und Frühjahr 1973 wurde ein sechster Bahnsteig mit den Gleisen 13 und 14 angelegt[6]. Nach dessen Fertigstellung wurden zwischen 1970 und 1975 jeweils zwei Gleise gesperrt, unter denen dann der Stadtbahntunnel und eine darüberliegende Fußgängerebene (Passerelle) gebaut wurden. Dafür war der Mitteltunnel gesperrt, der Zugang zu den Bahnsteigen erfolgte über die wieder geöffneten Seitentunnel. Im Zuge dieses Umbaus wurde auch das Durchfahrtsgleis 6 (nun 80) zwischen die Bahnsteiggleise 8 und 9 verschoben, während das Durchfahrtsgleis 5 (nun 40) an der alten Stelle verblieb. Anschließend wurde der Bahnhof neu gestaltet. Die Bahnsteige wurden einschließlich der Bahnsteigdächer ebenfalls erneuert. Der westlich der Unterführung der Lister Meile gelegene Posttunnel zwischen dem Hauptpostamt und dem am Raschplatz gelegene Paketpostamt wurde durch lange Rampen für den Gepäck- und Posttransport an die Bahnsteige angeschlossen.

Im 1971 eingeführten Intercity-Netz wurde Hannover einer der Umsteigeknoten, an denen ein Wechsel zwischen den IC-Zügen am selben Bahnsteig möglich war. Im Frühjahr 1988 ging ein Reisendeninformationssystem mit Datenmonitoren an den Aufgängen und Bahnsteigen in Betrieb.[7] Mit zusammen 323 Ankünften und Abfahrten von regelmäßig verkehrenden Fernverkehrszügen war der Hauptbahnhof im Sommerfahrplan 1989 der viertbedeutendste Knoten im Netz der Deutschen Bundesbahn.[5]

1993 begannen die Bauarbeiten für das bis dahin größte Elektronische Stellwerk der Deutschen Bahn. Die etwa 100 Millionen D-Mark teure Anlage wurde für die Steuerung von etwa 5000 Zug- und Rangierstraßen pro Tag, durch 279 Weichen und 535 Signale über zehn Fahrdienstleiter-Arbeitsplätze, ausgelegt.[8] Das nach Angaben des Herstellers größte und modernste elektronische Knotenstellwerk der Welt ging im August 1998 in Betrieb.[9]

Mit 398 Ankünften und Abfahrten von regelmäßig verkehrenden Fernzügen pro Tag war der Hauptbahnhof im Sommerfahrplan 1996 der bedeutendste Knoten im Netz der Deutschen Bahn.[5]

Umbau zur Expo 2000[Bearbeiten]

Niki-de-Saint-Phalle-Promenade in der −1 Ebene unter dem Bahnhof

Der Hauptbahnhof wurde anlässlich der Expo 2000 wiederum vollständig umgebaut. Hierzu wurde das Empfangsgebäude innen bis auf die Außenmauern entkernt und wieder neu aufgebaut. Der Mitteltunnel wurde vergrößert und durch Öffnung der Bahnsteige mit Tageslicht versehen. Die Bahnsteige erhielten Personenaufzüge.

Durch den Umbau entstand die Promenade im Hauptbahnhof. Unter anderem durch die Verlegung des Fahrscheinverkaufs in das Empfangsgebäude und durch Aufgabe der Reisegepäckbeförderung entstand eine Verkaufsfläche von 7.000 m².

Zwischen Sommer 2004 und Frühjahr 2006 wurde die Passerelle im Untergeschoss aufwendig modernisiert und an die Promenade angepasst. Sie wurde damit Teil der Niki-de-Saint-Phalle-Promenade vom Kröpcke zum Raschplatz. Mit 20.000 m² Verkaufsfläche auf zwei Ebenen steht ein vielseitiges Angebot zur Verfügung. Die meisten Geschäfte haben werktags bis 22 Uhr geöffnet.

Am 28. Mai 2000 wurde die S-Bahn Hannover in Betrieb genommen. Der Bahnsteig mit Gleis 1 und 2 wurde zum S-Bahnsteig für die S-Bahnen in Richtung H-Bismarckstraße und Wunstorf, die S-Bahnen Richtung Lehrte und Celle fahren vom Bahnsteig mit Gleis 13 und 14 ab. Zugleich wurden die Einfahrten in den Bahnhof geändert: Im Westen wurde südlich der bestehenden Gleise ein zusätzliches Gleispaar für die S-Bahn angelegt, im Osten nördlich der Strecke nach Lehrte ein zusätzliches Gleis.

Verbindungen[Bearbeiten]

Fernverkehr[Bearbeiten]

Hannover Hauptbahnhof ist durch mehrere Intercity-Express- und Intercitylinien an das Fernverkehrsnetz der DB angebunden. Die beiden ICE-Linien 20 und 22 verdichten sich zwischen Hamburg und Frankfurt gemeinsam zu einem Stundentakt sowie die IC-Linien 55 und 56 zwischen Hannover und Leipzig.[10][11] Hannover ist Flügelpunkt der ICE-Züge München–Hannover–Hamburg/Bremen. Neben den Taktverbindungen verbinden einzelne Züge der angeführten Linien Hannover mit weiteren Städten.

Linie Linienverlauf Takt
ICE 10 Berlin – (Wolfsburg) – HannoverBielefeldHamm =
DortmundBochumDuisburgDüsseldorf (– Köln Messe/DeutzFlughafen Köln/Bonn)
HagenWuppertalKöln (– BonnKoblenz)
(zwei-)stündlich

Flügelung in Hamm

ICE 20 HamburgHannoverGöttingenFrankfurtMannheimKarlsruheFreiburgBasel BadBasel SBB zweistündlich
ICE 22 Hamburg – Hannover – Göttingen – Frankfurt – Frankfurt(M) Flughafen Fernbf – Mannheim (– Heidelberg) – Stuttgart zweistündlich
ICE 25 Hamburg – Hannover – Göttingen – FuldaWürzburgNürnbergIngolstadtMünchen stündlich
ICE 43 Hannover – Bielefeld – Dortmund – Hagen – Wuppertal – Köln – Frankfurt Flughafen – Mannheim – Karlsruhe – Freiburg – Basel Bad – Basel SBB einzelne Züge
IC 26 StralsundRostock – Hamburg – Hannover – Göttingen – Frankfurt – Heidelberg – Karlsruhe zweistündlich
IC 32 Berlin – Wolfsburg – Hannover – Bielefeld – Dortmund – Bochum – Duisburg – Düsseldorf – Köln – Bonn – Koblenz – Mainz – Mannheim – Heidelberg – Stuttgart – Ulm einzelne Züge
IC 55 DresdenRiesaLeipzigHalleMagdeburgHannover – Bielefeld – Hamm – Dortmund – Wuppertal – Köln zweistündlich
IC 56 Leipzig – Halle – Magdeburg – HannoverBremenOldenburgLeerEmdenNorddeich Mole zweistündlich
IC 77 Berlin – Wolfsburg – HannoverOsnabrückHengeloAmersfoortAmsterdam zweistündlich

Regionalverkehr[Bearbeiten]

Über den Hauptbahnhof verkehren sechs Regionalverkehrslinien (Regionalexpress, Regionalbahn, erixx und Metronom), die im Bereich des Großraum-Verkehrs Hannover (GVH) als Linien R 1 bis R 11 bezeichnet werden. Diese Linienbezeichnungen sind nur in den Fahrplänen und Netzplänen des GVH enthalten, an den Zügen und auf den Bahnsteigen werden sie nicht verwendet.

GVH-Linie Linienverlauf Takt Strecke
R 1

R 10

BraunschweigPeineLehrteHannoverWunstorfBückeburgMindenBad OeynhausenLöhne
(– BündeOsnabrückRheine)
(– HerfordBielefeld)
stündlich

(zweistündlich
im Wechsel)

Hannover–Minden

Hannover–Braunschweig

R 2 HannoverWunstorfNienburgVerdenAchimBremen
(– DelmenhorstOldenburgBad ZwischenahnLeerEmdenNorddeich Mole)
(– Osterholz-ScharmbeckBremerhavenBremerhaven-Lehe)
stündlich

(zweistündlich
im Wechsel)

Hannover–Bremen
R 4 HannoverSchwarmstedtHodenhagenWalsrodeBad FallingbostelSoltauSchneverdingenBuchholz stündlich Heidebahn
R 8

R 12

GöttingenNortheimKreiensenAlfeldElzeNordstemmenHannoverLangenhagenCelleUelzen stündlich Hannöversche Südbahn

Hannover–Hamburg

R 9 HannoverLehrteGifhornFallerslebenWolfsburg stündlich Hannover–Berlin
R 11 HannoverHildesheimSalzgitterGoslarBad Harzburg
(– WernigerodeHalberstadtHalle)
stündlich

(zweistündlich)

Hannöversche Südbahn

S-Bahn[Bearbeiten]

Das S-Bahn-Netz besteht seit dem 14. Dezember 2008 aus sieben regelmäßig fahrenden Linien, die die Region Hannover und umliegende Landkreise erschließen und meistens an jedem Haltepunkt halten. Die Linien verkehren im Stundentakt, auf Teilstrecken zweier Linien im Halbstundentakt. Durch Überlagerung mehrerer Linien auf bestimmten Streckenabschnitten entsteht auf diesen Abschnitten ebenfalls ein Halbstundentakt. Mit dem Fahrplanwechsel am 15. Dezember 2013 wurden zwei zusätzliche Sprinterlinien eingeführt, die Montag bis Freitag zur Hauptverkehrszeit auf zwei Strecken die stark belasteten Linien S 1, S 2 und S 5 ergänzen.

Linie Linienverlauf Bemerkungen
S 1 MindenBückeburgStadthagenHasteWunstorfHannoverWeetzenBarsinghausen – Haste Zugnummernwechsel in Hannover Hbf
Mit S 2 30′-Takt Wunstorf–Haste
S 2 NienburgNeustadt – Wunstorf – Hannover – Weetzen – Barsinghausen – Haste Mit S 1 30′-Takt Wunstorf–Haste
Sonntags nur Nienburg–Hannover
S 21 Hannover – Weetzen – Barsinghausen HVZ-Sprinterlinie (hält nur an wenigen Stationen)
S 3 HannoverLehrteSehndeHildesheim Mit S 7 30′-Takt Hannover–Lehrte
S 4 Hildesheim – SarstedtHannover Messe/LaatzenHannoverLangenhagenBennemühlen 30′-Takt Hannover–Bennemühlen
S 5 PaderbornBad PyrmontHameln – Weetzen – Hannover – Langenhagen – Hannover Flughafen Hält nicht Ronnenberg, Empelde, H-Bornum
30′-Takt Hameln–H-Flughafen
S 51 SeelzeHannover – Springe – Hameln HVZ-Sprinterlinie (hält nur an wenigen Stationen)
S 6 HannoverBurgdorfCelle Hält nicht H-Kleefeld, H-Anderten/Misburg, Ahlten
S 7 Hannover – Lehrte – Burgdorf – Celle Mit S 3 30′-Takt Hannover–Lehrte
Mit S 6 30′-Takt Aligse–Celle
S 8 Hannover Flughafen – Langenhagen – Hannover – Hannover Messe/Laatzen Bedarfslinie

Neben dem Hauptbahnhof verfügt Hannover über weitere zehn S-Bahn-Stationen, an denen ausschließlich S-Bahnen halten.

U-Bahn-Station[Bearbeiten]

U-Bahn-Station Hauptbahnhof

Nordöstlich des Bahnhofs befindet sich seit 1976 die U-Bahn-Station Hauptbahnhof der Stadtbahn mit zwei Richtungsbahnsteigen und vier Gleisen für die A- und B-Strecke. Sie wird im Richtungsbetrieb befahren. Hier verkehren die Linien 1, 2, 3, 7, 8 und 9. Nördlich der Station liegt eine zweigleisige Kehranlage in der fahrplanmäßig die hier endende Linie 8 und die Veranstaltungslinie 18 wenden. Es bestehen darüber hinaus Gleisverbindungen zum Wechseln zwischen den beiden Strecken, was im Regelbetrieb seit 1995 jedoch nicht mehr praktiziert wird.

Beim Bau des Stadtbahntunnels für die A- und B-Strecke bestand die Planung, eine weitere Tunnelstrecke zu bauen. Daher wurde beim Bau der U-Bahn-Station Hauptbahnhof unter der in Betrieb befindlichen Station für die A- und B-Strecke als Bauvorleistung im Rohbau eine Station für die geplante D-Strecke errichtet.

Innerstädtische Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Nördlich des Hauptbahnhofs am Raschplatz enden am Zentralen Omnibusbahnhof neben Fern- und Reisebussen die RegioSprinter der Linien 300, 500, 700. Letztere halten noch einmal am Ernst-August-Platz. Auf dem Ernst-August-Platz halten die Stadtbahnlinien 10 und 17. Gleichfalls halten hier die Üstra-Buslinien 121, 128 und 134.

In der Unterführung der Fernroder Straße befindet sich eine Fahrradstation. Hier kann man Fahrräder unterstellen, ausleihen und reparieren lassen. Eine weitere Fahrradstation wurde am Parkhaus am Raschplatz errichtet.

Am Raschplatz grenzt an den Hauptbahnhof ein Parkhaus mit 1.000 Plätzen. Weitere vier Parkhäuser und eine Tiefgarage befinden sich in unmittelbarer Umgebung. In der Tiefgarage befindet sich eine Carsharing-Station.

Auf dem Ernst-August-Platz bestehen zwei Taxi-Halteplätze, ein weiterer befindet sich am Nordausgang am Raschplatz.

Sonstiges[Bearbeiten]

Reiterstandbild von Ernst August I.
Lichtshow zum 10-jährigen Jubiläum des Umbaus 2010

Es besteht die Möglichkeit, den Hauptbahnhof an der Nordseite (Raschplatz) um einen Bahnsteig mit zwei Gleisen zu vergrößern. Die Option wird offengehalten, konkrete Planungen für eine Realisierung gibt es nicht.

Während der Messen CeBIT und Hannover Messe ist der Bahnhof Hannover Messe/Laatzen ein weiterer Fernverkehrshalt in Hannover.

Die Allianz pro Schiene vergab 2004 erstmals die Auszeichnung „Bahnhof des Jahres“. Preisträger in der Kategorie bester Großstadtbahnhof war der hannoversche Hauptbahnhof, der in einer der Auszeichnung zugrunde liegenden, bundesweit durchgeführten Befragung von 25.000 Menschen die Note „sehr gut“ erhielt.

Über dem Reisezentrum gibt es eine DB Lounge für Reisende erster Klasse und bahn.comfort-Kunden.

Ein beliebter Treffpunkt in Hannover ist „Unterm Schwanz“. Gemeint ist der Schweif des Pferdes des Ernst-August-Denkmales auf dem Ernst-August-Platz vor dem Bahnhof.

1967 malte Gerhard Richter den Bahnhof nach einer Postkarte. Er schuf außerdem eine Jahresgabe in Form einer Offset-Lithografie für den Kunstverein Hannover. Das Bild ist in Grau gehalten und zeichnet sich durch die für Richter in den 1960er Jahren typische verwischte realistische Pinselführung aus.[12]

Literatur (Auswahl)[Bearbeiten]

  • H. Albert Oppermann: Zur Geschichte des Königreichs Hannover von 1832-1860, Bd. 1.: 1832-1848, Leipzig: Wigand, 1860
  • Georg Hoeltje: Pläne zur Erweiterung der Stadt Hannover von der Zeit der Befreiungskriege bis zur Einführung der Eisenbahn, in: Hannoversche Geschichtsblätter, Neue Folge 2 (1932/33), S. 187–243, hier: S. 192
  • Detlev Lüder: Forschungen zum Eisenbahnwesen des Königreichs Hannover nach den Beständen des niedersächsischen Staatsarchivs Hannover, Dissertation 1971 an der Philosophischen Fakultät der Universität Hamburg, 1971
  • Horst-Werner Dumjahn (Vorr.): Handbuch der deutschen Eisenbahnstrecken. Eröffnungsdaten 1835 - 1935, Streckenlängen, Konzessionen, Eigentumsverhältnisse (vollständiger, unveränderter Nachdruck der unter dem Titel Die deutschen Eisenbahnen in ihrer Entwicklung 1835 - 1935 von der Deutschen Reichsbahn herausgegebenen Druckschrift, Berlin, Reichsdruckerei, 1935)
  • Laves und Hannover. Niedersächsische Architektur im neunzehnten Jahrhundert, hrsg. von Harold Hammer-Schenk und Günther Kokkelink (revidierte Neuauflage der Publikation Vom Schloss zum Bahnhof...), Ed. Libri Artis Schäfer, 1989, ISBN 3-88746-236-X; darin:
    • Klaus Siegner: Hannover - Hildesheim - Kreiensen. Bahnhofsarchitektur zwischen 1845 und 1889, S. 327–343, hier: S. 328, 330
    • N.N.: Schwarz, Ferdinand (1808–1866) [Kurzbiographie], S. 570
  • Bundesbahndirektion Hannover: 1843–1983. 140 Jahre Eisenbahndirektion Hannover. Hannover o. J. (1983?). S. 49–58.
  • Alfred Gottwaldt: Hannover und seine Eisenbahnen, Alba, Düsseldorf 1992, ISBN 3-87094-345-9.
  • W. Lucke, Wolfgang Neß: Der Hauptbahnhof in Hannover, in: Berichte zur Denkmalpflege in Niedersachsen, Heft 2/1997, S. 90–97
  • Sabine Meschkat-Peters: Eisenbahnen und Eisenbahnindustrie in Hannover 1835 - 1914 ( = Quellen und Darstellungen zur Geschichte Niedersachsens, Bd. 119), Hannover: Hahn, 2001, ISBN 3-7752-5818-3
  • Helmut Knocke, Hugo Thielen: Ernst-August-Platz 1, in: Hannover Kunst- und Kultur-Lexikon, S. 105f.
  • Gerhard Greß: Verkehrsknoten Hannover. EK-Verlag, Freiburg 2005, ISBN 3-88255-250-6.
  • Waldemar R. Röhrbein: Eisenbahn, in: Stadtlexikon Hannover, S. 153–156

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hannover Hauptbahnhof – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Gleise in Serviceeinrichtungen (HH) (PDF)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Mehrfache Auszeichnung für Service und gute Ausstattung. Information auf bahnhof.de, abgerufen am 13. Dezember 2008.
  2. Alfred Gottwaldt: Hannover und seine Eisenbahnen. alba Düsseldorf 1962, ISBN 3-87094-345-9.
  3. Theodor Unger: Hannover, Führer durch die Stadt und ihre Bauten. Hannover 1882 im Klindworth’s Verlag, Reprint 1978 Curt A. Vincenz Verlag, ISBN 3-87870-154-3, S. 207ff.
  4. Theodor Unger: Hannover, Führer durch die Stadt und ihre Bauten. Hannover 1882 im Klindworth’s Verlag, Reprint 1978 Curt A. Vincenz Verlag, ISBN 3-87870-154-3, S. 228.
  5. a b c  Ralph Seidel: Der Einfluss veränderter Rahmenbedingungen auf Netzgestalt und Frequenzen im Schienenpersonenfernverkehr Deutschlands. Dissertation an der Universität Leipzig. Leipzig 2005, S. 27, 46, 62.
  6. Hauptbahnhof Hannover hat zwölf Bahnsteiggleise. In: Die Bundesbahn, 8/1973, S. 548 f.
  7. Meldung Zuginformation durch Computer. In: Die Bundesbahn. 1988, Nr. 9, S. 475.
  8. Meldung Neues Stellwerk für 100 Millionen Mark. In: Die Deutsche Bahn. Nr. 1, 1993, S. 87.
  9. Meldung Siemens übergab das größte elektronische Knotenstellwerk der Welt. In: Eisenbahntechnische Rundschau. 45, Nr. 11, 1998, S. 673 f.
  10. ICE Netzplan 2014 abgerufen am 15. Dezember 2013.
  11. IC/EC Netzplan 2014 abgerufen am 15. Dezember 2013.
  12. Katalog anlässlich der Ausstellung Deutsche Graphik im XX. Jahrhundert im Kestner-Museum 1976, S. 102/103.