Šešupė

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Šešupė
Scheschuppe, Szeszuppe, Scheschupe, Szeszupa, Шешупе
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Badestelle an der Szeszuppe bei Timofejewo (Wedereitischken/Sandkirchen)

Badestelle an der Szeszuppe bei Timofejewo (Wedereitischken/Sandkirchen)

Daten
Gewässerkennzahl RU01010000112104300007771
Lage Polen, Litauen,
Oblast Kaliningrad (Russland)
Flusssystem Memel
Abfluss über Memel → Ostsee
Quelle nahe SuwałkiVorlage:Infobox Fluss/QUELLKOORDINATE_fehlt
Mündung östlich Neman (Ragnit) in die Memel55.05457918600822.197275161743Koordinaten: 55° 3′ 16″ N, 22° 11′ 50″ O
55° 3′ 16″ N, 22° 11′ 50″ O55.05457918600822.197275161743
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Länge 297,6 km[1][2]
Einzugsgebiet 6104,8 km²[1][2]
AbflussVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen MQ
34,2 m³/s
Linke Nebenflüsse Širvinta
Mittelstädte Marijampolė
Kleinstädte Kalvarija, Kudirkos Naumiestis, Krasnosnamensk
Die Szeszuppe bei Krasnosnamensk (Lasdehnen/Haselberg)

Die Szeszuppe bei Krasnosnamensk (Lasdehnen/Haselberg)

Sheshupe.jpg

Verlauf[Bearbeiten]

Der Fluss Šešupė (deutsch Scheschuppe oder Szeszuppe / „Ostfluss“, vereinzelt auch Scheschupe; polnisch Szeszupa, russisch Шешупе) entspringt auf ehemals prußisch - sudauischem Gebiet in Polen, fließt nach Litauen, dann entlang der Grenze zu Russland (Oblast Kaliningrad), wo sie östlich der Stadt Ragnit in die Memel mündet.

Bei Schirwindt betritt sie Ostpreußen, fließt durch den Kreis Pillkallen (1939 bis 1946: Schlossberg), verläuft eine Strecke auf der Grenze der Kreise Pilkallen und Ragnit und bleibt ab dem Kirchdorf Wedereitischken (1938 bis 1946: Sandkirchen) ganz im Kreis Ragnit. Ihre Windungen verleihen ihr ein malerisches Gepräge. Die Szeszuppe streift die Ortschaften Galbrasten (Dreifurt), Alt Krauleidszen (Hohenflur), Aszen (Aschen), Giewerlauken (1938 bis 1946: Hirschflur), Weedern Kr. Ragnit, Mikehnen (Micheln), Juckstein, Ackmenischken und Groß Lenkeningken (1938 bis 1946: Großlenkenau). Der Fluss geht an Lenken vorbei, fließt durch Raudszen (1936 bis 1938: Raudschen, 1938 bis 1946: Rautengrund) hindurch und mündet in die Memel.

„Die Szeszuppe. Sie entspringt bei Philippowo in der Nähe der Romintenquelle und tritt bei Schirwindt in Ostpreußen ein. Von hier bis zum Dorfe Schillenöhlen bildet sie die Grenze zwischen Russland und dem Deutschen Reiche. Bei Schirwindt empfängt sie den Schirwindtfluss, der ebenfalls ein Grenzfluss ist und die westlich von Stallupönen herkommende Rauschwe aufnimmt. Dieses Flüsschen wird vom Packledimmer Moor gespeist. Nachdem die Szeszuppe die Grenzlinie verlassen hat, wendet sie sich in einem großen, nach Norden geöffneten Boden nach Westen und erhält den Zufluss der Alexnuppe, die durch den landschaftlich schönen Willuhner See geht. Am Südufer der Szeszuppe zieht sich auf eine weite Strecke der Schoreller Forst hin. Stellenweise hat sie steile und malerische Ufer. Ein schönes Landschaftsbild bietet sie beispielsweise dem Beschauer bei dem Kirchdorfe Lasdehnen. Eine kurze Strecke oberhalb der Juramündung ergießt sich die Szeszuppe in den Memelstrom.“ [3]

Name[Bearbeiten]

Der Name bedeutet sinngemäß "dunkler Fluss". Die Ableitung von "šeši": sechs (Sechs-Fluss) ist eine Fehlinterpretation.

vgl. litauisch

  • „šeže“ = Schwarzdrossel, Amsel
  • „šešuolė“ = Schatten

Geschichte[Bearbeiten]

Die Szeszuppe war zu Ordenszeiten ein strategisch wichtiger Wasserweg, der oft in Ordensberichten erwähnt wurde.

Seit dem 15. Jahrhundert ist die Šešupė zusammen mit den Nebenflüssen Širvinta und Liepona Teil einer der stabilsten Staatsgrenzen Europas – anfangs zwischen Preußen unter dem Deutschen Orden im Westen und Litauen im Osten, später zwischen Preußen bzw. dem Deutschen Reich im Westen und Russland im Osten, heute zwischen Russland im Westen und Litauen im Osten.

Im Zuge des nationalsozialistischen Bildersturms gegen geografische Bezeichnungen, die in den Augen der Machthaber nicht deutsch genug klangen, wurden vor allem in den östlichen Distrikten der damaligen Provinz Ostpreußen 1938 zahlreiche Ortsnamen mit altpreußischen, litauischen oder polnisch-masurischen Wurzeln durch in den meisten Fällen willkürlich gewählte oder übersetzte deutsche Bezeichnungen ersetzt. Die Šešupė erhielt dabei den Namen Ostfluss. Auch die meisten Orte entlang des Flusses, darunter der Flecken Lasdehnen, welchen die Nationalsozialisten nach Haselberg (nach litauisch: lazdynas „Haselstrauch“) übersetzten, erhielten seinerzeit andere Namen, so russisch Krasnosnamensk (Bedeutung in etwa „Rotbannerstadt“) nach 1945.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Šešupė – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Artikel Šešupė in der Großen Sowjetischen Enzyklopädie (BSE), 3. Auflage 1969–1978 (russisch)
  2. a b Šešupė im Staatlichen Gewässerverzeichnis der Russischen Föderation (russisch)
  3. Ambrassat, August: Die Provinz Ostpreußen, ein Handbuch der Heimatkunde, 1912, Nachdruck Weidlich, Frankfurt a.M. 1978, S.144