42 (Antwort)

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Die Antwort 42 ist das kürzeste und bekannteste Zitat aus der verfilmten[1] Roman- und Hörspielreihe Per Anhalter durch die Galaxis von Douglas Adams.

Es ist die Antwort auf die vom Autor unklar gestellte Frage „nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest“ (life, the universe and everything), die in der Geschichte der zweitgrößte existierende Computer des Universums zu errechnen hat und sie als mit absoluter Sicherheit korrekt darstellt. Letztlich aber können die Protagonisten mit der Antwort nichts anfangen, weil niemand weiß, wie die eigentliche Frage lautete.

Herkunft[Bearbeiten]

42

Der Roman Per Anhalter durch die Galaxis von Douglas Adams avancierte innerhalb kurzer Zeit zu einem Klassiker der Science-Fiction-Literatur. Er zeichnet sich wie viele Werke Adams’ dadurch aus, dass er verschiedene Aspekte des Lebens parodiert, ins Groteske und Absurde verzerrt oder aus einem ungewöhnlichen Blickwinkel betrachtet. Zumeist hält er mit den vordergründig fantastischen und kunterbunt wirkenden Geschichten der Menschheit mit ihren vermeintlich sinnvollen Motiven und vermeintlich gesicherten Ansichten einen Spiegel vor. Das wird besonders in einem Motiv zugespitzt, das ganz direkt die beständige Suche der Menschen nach dem Sinn des Seins karikiert.

Im Roman wird ein Computer namens Deep Thought[2] von einer außerirdischen Kultur speziell dafür gebaut, die Antwort auf die Frage aller Fragen, nämlich die „nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest“ zu errechnen. Nach einer Rechenzeit von 7,5 Millionen Jahren erbringt er dann die Antwort, nämlich „Zweiundvierzig“. Diese Antwort ist natürlich unbefriedigend – im Text zusätzlich dadurch pointiert, dass Deep Thought gegenüber den gespannt wartenden, eigens für diesen Moment auserwählten Bedienern die Antwort verzögert und vorausschickt, ihnen werde die Antwort nicht gefallen.

Der Computer weist darauf hin, dass die Frage niemals präzise gestellt wurde (I think the problem, to be quite honest with you, is that you've never actually known what the question is.). Er schlägt ihnen deshalb vor, einen noch größeren, von ihm erdachten Computer zu bauen, der fähig ist, die Frage zur Antwort zu finden. Dieser Computer wird dann auch gebaut und dessen Programm zur Suche der Frage auf die Antwort gestartet. Wie sich im Romanverlauf herausstellt, ist es der Planet Erde, der seine Aufgabe aber nie vollenden kann, weil er fünf Minuten vor Ablauf des Programms im Rahmen des Verkehrsprojekts einer Hyperraumumgehungsstraße von den Vogonen gesprengt wird.

Die Zahl 42 hatte schon für Lewis Carroll, einen der populärsten Schriftsteller der englischen Literatur, „irgendeine Art von spezieller Bedeutung“, meint Martin Gardner, der Autor der sehr ausführlich kommentierten Ausgaben von Alice in Wonderland (1865) und The Hunting of the Snark (1876): Carroll verwendete die Zahl 42 als scheinbar zufällig ausgesucht in Alice, in Phantasmagoria[3] und im Snark, dort gleich in zwei verschiedenen Kontexten.[4] Wie Carroll im Snark, so unterteilte auch Douglas Adams die Rundfunk-Version seines Per Anhalter durch die Galaxis in „Fits“.[5]

Deutung[Bearbeiten]

Im Buch finden sich viele Hinweise auf vermeintliche Deutungen der Zahl. Im zweiten Teil (Das Restaurant am Ende des Universums) gelingt es dem Protagonisten Arthur Dent, als er auf der prähistorischen Erde gestrandet ist, mit Hilfe eines selbstgeschnitzten Scrabblespiels, aus dem er zufällig Buchstaben zieht, in Gemeinschaft einiger Frühmenschen die Frage zu legen – eine Anspielung auf ein plakatives Bild der Evolutionstheorie, bei dem das Resultat der Evolution mit dem Ergebnis verglichen wird, das herauskommt, wenn unendlich viele Affen unendlich lange auf einer Schreibmaschine schreiben (Infinite-Monkey-Theorem). Paradoxerweise kommt beim Scrabble ein sinnvoller Satz heraus, welcher lautet: „Wie viel ist neun multipliziert mit sechs“. Die offensichtliche Diskrepanz zwischen der Antwort und dieser Frage wird damit erklärt, dass auf der prähistorischen Erde die gerade aufkeimende Menschheit, die die richtige Frage noch kannte, von einer anderen Zivilisation verdrängt wurde. So nehmen Arthur und Ford resignierend die Sinnlosigkeit der Frage hin.

Im dritten Buch wird angedeutet, dass Kenntnis der Antwort und der dazugehörigen Frage einander ausschließen und niemals beide im selben Universum zur gleichen Zeit bekannt sein können.

Das vermeintliche Geheimnis um die Zahl zieht sich wie ein roter Faden auch durch die nachfolgenden Bände der Romanreihe „Per Anhalter durch die Galaxis“ und gab Anlass zu vielfältigen Spekulationen um ihre Herkunft. Insbesondere in der Usenet- und Internetkultur wurde „42“ schnell zum geflügelten Wort, und ihre Erwähnung und Verwendung wurde sehr populär. Ebenso wie im Buch wurden auch hier der Zahl immer wieder neue Bedeutungen und Mythen zugeschrieben, da im Buch keine vordergründige Auflösung geboten wird.

So entstanden in Usenet-Diskussionen u. a. mathematische Spekulationen wie: Die Formel „neun multipliziert mit sechs“ würde in einem 13er-Stellenwertsystem 42 ergeben (Zahlen ohne Index sind im Dezimalsystem notiert): 9_{13} \cdot 6_{13} = 9 \cdot 6 = 54 = 52 + 2 = 4 \cdot 13^1 + 2 \cdot 13^0 = 42_{13} .
Oder die Wahl der „42“ wurde mit dem regelmäßigen Muster der binären Schreibweise erklärt (Zahlen ohne Index sind im Dezimalsystem notiert):
101010_{2} = 1 \cdot 2^5 + 0 \cdot 2^4 + 1 \cdot 2^3 + 0 \cdot 2^2 + 1 \cdot 2^1 + 0 \cdot 2^0 = 32 + 0 + 8 + 0 + 2 + 0 = 42.

Die Entstehung der Zahl klärte der Autor Douglas Adams in einem Usenet-Beitrag 1993 auf. Auf die Frage, warum die Antwort „42“ sei, schrieb er:[6]

“The answer to this is very simple. It was a joke. It had to be a number, an ordinary, smallish number, and I chose that one. Binary representations, base thirteen, Tibetan monks are all complete nonsense. I sat at my desk, stared into the garden and thought '42 will do'. I typed it out. End of story.”

„Die Antwort darauf ist ganz einfach. Es war ein Scherz. Es musste eine Zahl sein, eine gewöhnliche, relativ kleine Zahl, und ich entschied mich für diese. Binäre Darstellungen, Basis 13, tibetische Mönche: das ist alles kompletter Unsinn. Ich saß am Schreibtisch, blickte in den Garten hinaus und dachte ‚42 geht‘. Ich schrieb es hin. Das ist alles.“

Anwendung[Bearbeiten]

Wahlplakat der Piratenpartei
  • In der Softwareentwicklung wird die Zahl 42 – ähnlich wie 0815 und 4711 – häufig von Programmierern als magische Zahl verwendet, also als fester Zahlenwert, dem jeder ansehen kann, dass er keinen tieferen Sinn hat, sondern nur ein Beispiel für einen beliebigen Wert ist.
  • Auch Google beantwortet diese fiktive Frage ihrem Ursprung nach korrekt. Gibt man in das Suchfeld the answer to life, the universe and everything ein, so erhält man als Ergebnis des Google-Taschenrechners the answer to life, the universe and everything = 42.[7] Gleiches gilt für den Internetdienst WolframAlpha.[8]
  • Die britische Musikgruppe Level 42 bezog sich bei der Namensgebung ebenfalls auf die im Roman genannte Zahl.
  • Die Computerspiele Gothic 1 und Gothic 2 nutzen die 42, um einen „Test Mode“ zu deaktivieren: Gibt man im Charaktermenü „42“ ein, so erscheint der Text „What was the question?“ am oberen linken Bildschirmrand.
  • Die erste eigenständige, auf Basis von Jurix entwickelte Version der Linux-Distribution der SUSE Linux GmbH wurde im Mai 1996 unter dem Namen S.u.S.E. Linux mit der Versionsnummer 4.2 veröffentlicht. Die Versionsnummer ergab sich nach langer Diskussion: da man die Versionsnummer 1.1 ablehnte, lehnte man die Nummer lieber an die Zahl 42, die Antwort auf die „Frage aller Fragen“ aus Douglas Adams’ Roman Per Anhalter durch die Galaxis, an.
  • Im Wahlkampf zu den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen 2014 plakatierten die Piraten „42“ ohne weiteren Inhalt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Adams, Douglas: Per Anhalter durch die Galaxis. München: Heyne, 2009. (ISBN 978-3-453-14697-6)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. The Hitch Hikers Guide to the Galaxy (1981) TV Series und Per Anhalter durch die Galaxis (2005) Film
  2. Douglas Adams zitiert in: Neil Gaiman, David K. Dickson, MJ Simpson: Don’t Panic: Douglas Adams & The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy (Third Edition ed.). Titan Books, 2003, ISBN 1-84023-742-2, pp. 218–219.
  3. Nicht zu verwechseln mit dem Computerspiel Phantasmagoria, das den Namen des Gedichts von Lewis Carroll verwendet
  4. Martin Gardner: The Annotated Hunting of the Snark. 2006, ISBN 0-393-06242-2, S. 37, Anmerkung 34
  5. bbc.co.uk
  6. Usenet-Beitrag in alt.fan.douglas-adams bei Google Groups
  7. Google-Suchergebnis (→ Fingierter Lexikonartikel)
  8. Wolfram|Alpha-Suchergebnis mit D. Adams als Quelle
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