Aconcagua

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Aconcagua (Begriffsklärung) aufgeführt.
Cerro Aconcagua
Der Cerro Aconcagua im November 2004

Der Cerro Aconcagua im November 2004

Höhe 6962 m
Lage Mendoza, Argentinien, Südamerika
Gebirge Anden
Dominanz 16.517 km → Tirich Mir
Schartenhöhe 6962 mfd2
Koordinaten 32° 39′ 12″ S, 70° 0′ 42″ W-32.653333333333-70.0116666666676962Koordinaten: 32° 39′ 12″ S, 70° 0′ 42″ W
Aconcagua (Argentinien)
Aconcagua
Erstbesteigung 1897 M. Zurbriggen
Besonderheiten Höchster Berg Südamerikas & höchster Berg außerhalb von Asien

pd3pd5

Der Aconcagua (mit komplettem Namen: Cerro Aconcagua) ist mit 6962 m der höchste Berg Südamerikas und des amerikanischen Doppelkontinents sowie der höchste Berg außerhalb Asiens und auf der Südhalbkugel. Da es in Asien 187 höhere Berge gibt (siehe Liste der Berge in Asien), ist der Aconcagua der 188-höchste Berg der Welt.

Topographie[Bearbeiten]

Der Aconcagua befindet sich in den argentinischen Anden in der Provinz Mendoza nahe der chilenischen Grenze. Er besitzt fünf Hanggletscher und bis zu zehn Kilometer lange Gletscher. Ein Nebengipfel (6928 m) liegt südlich des Hauptgipfels. Der Berg ist kein Vulkan, obwohl er ebenso wie der Mount Everest aufgrund der häufigen Wolkenfahnen an seinem Gipfel lange für einen solchen gehalten wurde.

Name[Bearbeiten]

Die Bedeutung des Namens Aconcagua ist unklar. Es wird vermutet, dass er sich von Mapudungun Aconca-Hue oder Ackon Cahuak aus Quechua ableitet, was in etwa „steinerner Wächter“ bedeutet. Eine andere Deutung geht von der Sprache Aymara aus, in der der Name „Schneeberg“ bedeuten würde. In Chile war er lange Zeit als El volcano („der Vulkan“) bekannt.

Besteigungsgeschichte[Bearbeiten]

Südgipfel des Aconcagua

Erste Erkundungen des Gebietes wurden 1817 von dem Unabhängigkeitskämpfer José de San Martín durchgeführt, als er über die Pässe am Aconcagua von Argentinien nach Chile eindrang. Robert FitzRoy vermaß den Berg 1834 vom Meer aus und errechnete eine Höhe von 23.200 Fuß, womit der Aconcagua als höchster Berg der Anden feststand. Bis dahin hatte der Chimborazo als höchster Berg des Kontinents gegolten.

Die erste erwähnte Expedition wurde von November 1882 bis März 1883 von dem Deutschen Paul Güßfeldt durchgeführt. Er konnte nachweisen, dass der Aconcagua kein Vulkan ist, und die Höhe relativ genau bestimmen. Seine Besteigungsversuche von Norden aus musste er jedoch mehrmals wegen Schlechtwetters abbrechen. Seine größte erreichte Höhe betrug 6560 m. Die nach einem erfolglosen Versuch des deutschen Turnvereins von Santiago de Chile dritte Expedition wurde im Dezember 1896 von dem Briten Edward FitzGerald angeführt, wobei der Weg von Süden gewählt wurde. Der Expeditionsleiter, der Bergführer Matthias Zurbriggen aus Saas Fee, erreichte am 14. Januar 1897 als erster den Gipfel. Wegen Übelkeit von FitzGerald mussten unterhalb des Gipfels die Bergführer Nicola Lanti aus Macugnaga, Josef Lochmatter, Josef Pollinger und Alois Pollinger junior aus St. Niklaus die Expeditionsteilnehmer wieder ins Basislager zurückführen. Am 13. Februar führten Nicola Lanti und Stuart Vines die Zweitbesteigung durch. [1] Der erste Argentinier auf dem Gipfel war am 8. März 1934 der Soldat Nicolás Plantamura, die erste Frau die Französin Adriana Banca am 7. März 1940. 1946 wurden entlang des Normalwegs über den Nordwestgrat mehrere Biwakschachteln bis in eine Höhe von 6400 m errichtet; sie sind heute jedoch großteils verfallen. Der südliche Nebengipfel des Berges wurde erst 1947 durch eine deutsche Gruppe (Thomas Kopp, Lothar Herold) bestiegen.

Anstiege[Bearbeiten]

Blick von Süden nahe dem Grenzpass Cristo Redentor auf den Aconcagua
Überflug des Aconcagua beim Landeanflug auf Santiago de Chile
Verfallene Biwakschachtel Independencia auf 6400 m Höhe.

Der Berg gilt unter Bergsteigern als von der Nordseite „leicht“ zu ersteigender Berg. Die normale Route vom Basislager „Plaza de Mulas“ aus ist ohne Verwendung von Klettertechniken zu bewältigen. Durch die extreme Höhe birgt die Besteigung dennoch erhebliche Gefahren. Da der atmosphärische Druck am Gipfel nur etwa 40 % des Drucks auf Meereshöhe beträgt, ist eine lange Akklimatisation unabdingbar. Meist werden drei Hochlager eingerichtet. Die Verwendung von Sauerstoffflaschen ist in diesen Höhen nicht üblich.

Die am zweithäufigsten benutzte und nächstschwerere „falsche Polenroute“ führt vom Basislager „Plaza Argentina“ zum Beginn des nordöstlichen Glaciar de los Polacos („polnischer Gletscher“). Der Gletscher wird in seinem unteren flachen und spaltenfreien Teil überschritten, und nach Querung eines ca. 25 bis 30 Grad steilen Hangs bei ca. 6400 m wird der vom Basislager „Plaza de Mulas“ kommende „Normalweg“ erreicht. Die sonnenabgewandte Südseite des Aconcagua ist deutlich schwerer, die Südwand Pared Sur gilt als die schwierigste Aufstiegsroute.

Die beste Zeit zum Ersteigen des Gipfels ist von November bis März. Am Fuß des Berges befinden sich zwei gut ausgerüstete Basislager, in denen während der Saison permanent Nationalpark-Führer stationiert sind. Vor der Besteigung muss in der Verwaltung des Aconcagua-Parks in Mendoza persönlich eine Erlaubnis gekauft werden.

Mythologische Bedeutung[Bearbeiten]

Für die Inka war der Aconcagua ein heiliger Berg. So wie auch an anderen Bergen (z. B. Ampato) wurden hier Kultstätten errichtet und Opfer, auch Menschenopfer dargebracht. Die 1985 in einer Höhe von 5167 m entdeckten Anlagen gehören zu den höchsten der Erde und sind die am schwierigsten erreichbaren aller Inka-Opferstätten. Hier wurden innerhalb von Steinmauern die auf Gras, Stoff und Federn gebetteten Überreste eines Kindes gefunden. Die Kleidung spricht dafür, dass es sich um ein Mitglied der obersten Gesellschaftsschicht handelte. Figuren und Kokablätter waren weitere aufgefundene Opfergaben.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Jim Ryan: Aconcagua and the southern Andes – Trekking in Argentina and Chile. Cicerone, Milnthorpe 2008, ISBN 1-85284-455-8
  •  Karl Gratzl: Mythos Berg. Lexikon der bedeutenden Berge aus Mythologie, Kulturgeschichte und Religion. Hollinek, Purkersdorf 2000, ISBN 3-85119-280-X, S. 3-5.
  • R.J. Secor, Ralph Lee Hopkins: Aconcagua – A climbing guide. 2. Auflage, The Mountaineers Books, Seattle 1999, ISBN 0-89886-669-3
  • Hartmut Franke: Abenteuer Aconcagua – Ein Thüringer auf dem höchsten Berg Amerikas und der Osterinsel. Rockstuhl, Bad Langensalza, 1996, ISBN 3-929000-73-3
  • Dirk Piasecki: "Tödliche Einsamkeit-die Besteigung des Aconcagua" 2009. Erschienen beim Sich-verlag. ISBN 978-3-9812628-6-5

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Aconcagua – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Aconcagua – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Christian Imboden Berge: Beruf, Berufung, Schicksal, Rotten Verlag, Visp, 2013, ISBN=3-907624-48-3, S. 25, 72, 98 f., 126 f. und 157