Macugnaga

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Macugnaga
Kein Wappen vorhanden.
Macugnaga (Italien)
Macugnaga
Staat: Italien
Region: Piemont
Provinz: Verbano-Cusio-Ossola (VB)
Koordinaten: 45° 58′ N, 7° 58′ O45.9666666666677.96666666666671327Koordinaten: 45° 58′ 0″ N, 7° 58′ 0″ O
Höhe: 1327 m s.l.m.
Fläche: 98 km²
Einwohner: 586 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 6 Einw./km²
Postleitzahl: 28876
Vorwahl: 0324
ISTAT-Nummer: 103039
Volksbezeichnung: Macugnaghesi
Schutzpatron: Assunta
Website: Macugnaga

Macugnaga (walserdeutsch Magganaa) ist eine Gemeinde mit 586 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2012) in der italienischen Provinz Verbano-Cusio-Ossola (VB), Region Piemont. Die Nachbargemeinden sind Alagna Valsesia, Carcoforo, Ceppo Morelli und Rima San Giuseppe.

Geographie[Bearbeiten]

Der höchstgelegene Ortsteil, Pecetto, liegt auf 1'327 m ü. M., der tiefstgelegene, Pestarena, liegt auf 1'075 m ü. M.. Macugnaga liegt im Talschluss des Valle Anzasca (walserdeutsch Vischpertal) in einem klassischen glazialen Trogtal, das von den mächtigen Gletschern des Monte Rosa Massivs und seiner nördlichen Ausläufer ausgeformt wurde und durch gewaltige Moränen im oberen Teil dominiert wird.

Das Gemeindegebiet umfasst eine Fläche von 98 km², mit einer maximalen Meereshöhe von 4,618 m ü. M. (Monte Rosa, Grenzgipfel neben der in der Schweiz liegenden Dufourspitze mit 4,634 m ü. M.). Die Margheritahütte, das höchstgelegene Gebäude Europas, liegt im Gemeindegebiet.

Die Gemeinde besteht u. a. aus den Ortsteilen Pestarena (walserdeutsch In der Mattu), Borca (walserdeutsch Zer Burfuggu), Motto (walserdeutsch Uf dem Biil), Staffa (walserdeutsch In d Schtapfu), Chiesa vecchia (walserdeutsch Zer altu Chilchu oder Duorf), Opaco (walserdeutsch In d Ääbi), Ripa (walserdeutsch Uf d Riifu) und Pecetto (walserdeutsch Zer Tannu). Total sind es 19 Fraktionen, von denen sich vier in je zwei weitere teilen.

Der Haupterwerbszweig der Bevölkerung ist heute der Tourismus.

Geschichte und Sprache[Bearbeiten]

Macugnaga ist eine alte Walsersiedlung, die im 12. Jahrhundert vom schweizerischen Saastal (Wallis) aus besiedelt wurde und ihre Jahrhunderte währende, eigenständige kulturelle Stabilität bis ins 20. Jahrhundert bewahrt hat. Pestarena wird erstmals 1291 urkundlich bezeugt (Peza Saltaneria), Motta im Jahre 1361, Pecetto 1373 und Borca 1458.[2]

Ab dem 19. Jahrhundert infolge des Bergbaus im unteren Gemeindegebiet und im 20. Jahrhundert infolge des Faschismus, des Tourismus und des modernen vernetzten Lebensstils wurde die Gemeinde sprachlich weitgehend italienisiert. Der Titschu genannte örtliche Dialekt, eine Variante des höchstalemannischen Walserdeutsch, stirbt mit der Generation der über Achtzigjährigen aus. Bleibende Zeugen des Walsertums sind etliche Baudenkmale im Blockhausstil, die allerdings in allen Ortsteilen von moderneren, nicht immer sensibel integrierten Hotelbauten bedrängt werden.

Der Dialekt findet sich dokumentiert im Sprachatlas der deutschen Schweiz, im Schweizerischen Idiotikon und in Max Weibels Die volkstümliche Überlieferung in der Walserkolonie Macugnaga (Provinz Novara), Basel 1985 (Schriften der Schweizerischen Gesellschaft für Volkskunde, Band 70).

Schutzheiliger des Ortes ist der heilige Bernhard.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Heimatmuseum (Museo Casa Walser Alts Walserhüüs Van Zer Borfuggu): im aus dem 17. Jahrhunderten stammenden Pfarrhaus können mehr als 650 Gegenstände besichtigt werden, welche vom Alltag der Walserbevölkerung zu Hause und bei der Arbeit erzählen.
  • Bergmuseum: Ausstellung von Gegenständen aus der Vergangenheit des Bergsteigens rund um Macugnaga. In zwei Sektionen werden insbesondere die Geschichte der Bergführer und der Schmuggler behandelt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2012.
  2. Max Weibel: Die volkstümliche Überlieferung in der Walserkolonie Macugnaga (Provinz Novara), Basel 1985 (Schriften der Schweizerischen Gesellschaft für Volkskunde, Band 70), Seite 2.

Weblinks[Bearbeiten]