al-Aziz

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Dieser Artikel erläutert den Fatimiden-Kalifen, für andere Personen des Namens siehe Aziz

Abu Mansur al-ʿAziz bi-llah Nizar ibn al-Muʿizz (arabisch ‏أبو منصور العزيز بالله نزار بن المعز‎, DMG Abū Manṣūr al-ʿAzīz bi-'llāh Nizār b. al-Muʿizz; * 955; † 996) war der fünfte Kalif der Fatimiden (975–996).

Al-Aziz war der Sohn des Kalifen Abu Tamin al-Muizz. Da beim Tod des Vaters 975 al-Aziz' ältester Bruder und designierter Thronfolger Abdallah bereits gestorben war, trat dessen al-Aziz selbst mit Hilfe von Dschauhar as-Siqilli die Nachfolge als Kalif der Fatimiden an. Unter ihm dehnte sich das Fatimidenreich 977/78 nach Palästina und Syrien aus. Auch erkannten Mekka und Medina im Hedschas 976 die Oberhoheit der Fatimiden an. Da die Berbertruppen aus dem Maghreb bei den Kämpfen gegen die Karmaten in Syrien erfolglos blieben, begann al-Aziz mit der Aufstellung von Truppen aus türkischen Militärsklaven (Mamluken).

Bedeutung hat die Regierung von al-Aziz vor allem durch die Festigung der Fatimidenherrschaft in Ägypten und Syrien. So konnten die Tayyi-Beduinen in Palästina 982 besiegt und Damaskus 983 endgültig unterworfen werden. Gegen Ende seiner Regierung versuchte al-Aziz die Macht in Nordsyrien auszudehnen. Dabei richtete sich die Expansion der Fatimiden vor allem gegen die Hamdaniden von Aleppo. Da diese aber unter der Oberhoheit von Byzanz standen, brach auch der Krieg mit dieser nahöstlichen Großmacht aus, der erst unter al-Hakim (reg. 996–1021) beigelegt wurde.

Durch den Ausbau der Verwaltung (bei der viele Juden und Christen wichtige Ämter erlangten) wurde die Grundlage für die große Machtentfaltung der Fatimiden unter den folgenden Kalifen gelegt. Mit der Erweiterung von Straßen und Kanälen sowie die Schaffung einer stabilen Währung wurde auch die ägyptische Wirtschaft gefördert, was den Fatimiden steigende Steuereinnahmen einbrachte. Der wirtschaftliche Wohlstand wurde auch in einer umfangreichen Bautätigkeit erkennbar.

Besonders im kulturellen Bereich hat al-Aziz große Bedeutung erlangt. So gründete sein Großwesir Yaqub ibn Killis (reg. 979–991) 988 die al-Azhar-Universität in Kairo, die in den folgenden Jahrhunderten zum bedeutendsten Bildungszentrum der islamischen Welt aufsteigen sollte. Gleichfalls wurde in Kairo eine Bibliothek mit 200.000 Bänden aufgebaut.

Er starb am 13. Oktober 996. Seine Nachfolge trat sein Sohn al-Hakim (reg. 996–1021) an.

Literatur[Bearbeiten]