Albrecht IV. (Österreich)

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Albrecht, II. von Habsburg, IV. von Österreich, genannt das Weltwunder oder Albrecht der Geduldige (* 19. oder 20. September 1377 in Wien; † 25. August 1404) war ein Fürst aus dem Hause Habsburg und regierender Herzog von Österreich.

Herkunft[Bearbeiten]

Albrecht wurde als einziges Kind und Nachfolger des Herzog Albrecht III., mit dem Zopf (1348–1395) und seiner zweiten Ehefrau Prinzessin Beatrix von Nürnberg-Hohenzollern (1355–1414), Tochter des Burggrafen Friedrich V. und seiner Gemahlin Elisabeth von Meißen geboren. Während also nur er die Albertinische Linie der Habsburger fortsetzte, gab es in der Sekundogenitur, der Leopoldinischen Linie vier Söhne.

Leben[Bearbeiten]

Albrecht besuchte in jungen Jahren das heilige Land, und kehrte im Frühling 1396 wieder zurück. Die Schätze und Sammlerstücke, die er mitbrachte, brachten ihm den Beinamen „das Weltwunder“ ein.

Nach seinem Regierungsantritt mit dem Tod des Vaters 29. August 1395 geriet Herzog Albrecht IV. sofort in einen Gegensatz zu seinem Vetter, Herzog Wilhelm von Österreich (1370–1406), der als Ältester der Generation die Gesamtherrschaft beanspruchte. Am 22. November 1395 kam es im Vertrag von Hollenburg zu einer Verständigung. Man einigte sich über eine gleichberechtigte und gemeinsame Regierung in allen Ländern. Wilhelm wurde in Nachfolge seines Vaters Regent zu Innerösterreich, sein Bruder Leopold Regent zu Oberösterreich (Tirol). Die Einkünfte wurden gleichmäßig geteilt. Der etwas weltfremde Albrecht fügte sich im Wesentlichen seinem Vetter Wilhelm, der in der Folge die größere Bedeutung erlangte.

1400 begab er sich auf eine Pilgerfahrt in das Heilige Land und wurde in Jerusalem zum Ritter des Ritterordens vom Heiligen Grab geschlagen.[1]

In den Auseinandersetzungen zwischen den luxemburgischen Brüdern, König Wenzel von Böhmen und König Sigismund von Ungarn, unterstützte Albrecht wie sein Vater den König von Ungarn.

Während des Kriegszuges gegen Böhmen und Mähren bekämpfte Albrecht IV. besonders die mährischen Freibeuter, die die österreichischen Grenzgebiete brandschatzten. Auf einem dieser Feldzüge, gegen Jodok von Mähren, der mit seinem Bruder Prokop in Fehde um den Besitz von Znaim lag, starb Herzog Albrecht IV. im August 1404, als er um Znaim in Belagerung lag. Während der verhältnismäßig kurzen Regierungszeit Herzog Albrechts IV. zeichnete sich erstmals die Türkengefahr ab. Unter diesem Druck und durch die Streitigkeiten unter den Habsburgern war der Einfluss der Stände gewachsen.

Da sein Sohn, Albrecht (II., als Herzog V.), bei seinem Tod noch minderjährig war, übernahmen seine leopoldinischen Vettern Wilhelm, dann Leopold, und dann Ernst die Regentschaft.

Wirken und Wahlspruch[Bearbeiten]

Albrecht investierte dann Besonders in den Ausbau des Hauptturmes des Wiener Stephansdomes, den schon sein Bruder Rudolph begonnen hatte.

Albrecht soll handwerklich sehr begabt gewesen sein, und auch sehr fromm, und hielt sich viel bei den Karthäusern in Mauerbach auf.

Wahlspruch: Paulatim (nach und nach) Unter dem Sinnbild eines in ein Brett gebohrten Nagelbohrers.

Heirat und Nachkommen[Bearbeiten]

Am 24. April 1390 heiratet er in Wien die Prinzessin Johanna Sophie von Bayern (1373–1410), Tochter Herzog Albrechts I. von Baiern und seiner Gemahlin Prinzessin Margarethe von Liegnitz-Brieg. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor:

Literatur[Bearbeiten]

In Nachschlagewerken:

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jakob Hermens: Der Orden vom heil. Grabe, Schaub 1867, S. 29

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Albrecht IV. (Österreich) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Albrecht IV. (Österreich) – Quellen und Volltexte
Vorgänger Amt Nachfolger
Albrecht III. Herzog von Österreich
(IV.)

13951404
Albrecht V.
Regenten: Wilhelm (1404–1406), Leopold (1406–1411)