Alexander de Bournonville

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Alexander II. Hippolyth Balthasar Comte de Bournonville (seit 1658 Herzog) (* 1620; † 1693) war ein französischer Offizier in kaiserlichen und spanischen Diensten, der es bis zum Feldmarschall und Vizekönig brachte.

Familie[Bearbeiten]

Er stammte aus dem alten französischen Adelsgeschlecht Bournonville und war Sohn von Alexander de Bournonville, Graf von Henin. Dieser diente den Spaniern in den Niederlanden. Als angeblicher Verschwörer wurde er geächtet und starb in Lyon. Die Mutter war Anne de Melun. Alexander II. war ihr vierter Sohn. Er selbst heiratete Jeanne d' Arenberg. Mit dieser hatte er die Tochter Anne Marie Françoise.

Leben[Bearbeiten]

Er schlug die Militärlaufbahn ein. Er diente während des dreißigjährigen Krieges dem Reich und dem Kaiser. Während der Schlacht von Nördlingen 1645 kommandierte er die Truppen des niederrheinisch-westfälischen Reichskreises. Später kämpfte er gegen die Schweden und stieg zum General auf.

Nach dem Ende des Krieges trat er 1649 in die Dienste Spaniens. Er diente unter Louis II. de Bourbon, prince de Condé, der zu dieser Zeit spanischer Feldherr war. Er kämpfte bei Chatel, Rocroy und Arras. Die Stadt Conde verteidigte er 1655 während einer vier Monate dauernden Belagerung. Auch Valenciennes wurde von ihm verteidigt.

Im Jahr 1658 wurde ihm der Herzogstitel verliehen. Auch wurde er Generalkapitän von Artois. Zusammen mit dem brandenburgischen Kurfürsten Friedrich Wilhelm kommandierte er seit 1672 während des Holländischen Krieges die Reichstruppen. Dabei stand er Turenne gegenüber. In der Schlacht bei Enzheim agierte er unsicher und konnte Turenne trotz zahlenmäßiger Überlegenheit nicht besiegen.

Im Jahr 1676 wurde er von Kaiser Leopold I. zum Feldmarschall ernannt. Auch erhielt er das zeitweise nach ihm benannte Kürassierregiment verliehen.

Er trat 1680 wieder in spanische Dienste und eroberte 1678 Sizilien. Später wurde er Vizekönig in Katalonien, in Navarra und Generalkapitän von Kantabrien.

Er war auch spanischer und kaiserlicher geheimer Rat sowie seit 1672 Mitglied im Orden des Goldenen Vlies.

Literatur[Bearbeiten]

  • Bernhard von Poten (Hrsg.): Handwörterbuch des gesamten Militärwissenschaften. Bd.2 Bielefeld, Leipzig, 1877 S.93
  • Deutsche Enzyklopädie. Bd.2 Berlin, 1888 S.963
  • Allgemeine Militärenzyklopädie. Bd.3 Leipzig, 1861 S.18

Weblinks[Bearbeiten]