Alfred Kamphausen

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Alfred Kamphausen (* 31. März 1906 in Rheydt; † 11. November 1982 in Kiel) war ein deutscher Kunsthistoriker, Museumsdirektor und Hochschullehrer, der an der Universität Kiel lehrte.

Leben[Bearbeiten]

Der aus dem Rheinland stammende Kamphausen studierte an mehreren Universitäten, darunter in Köln, Berlin und München hauptsächlich Kunstgeschichte und promovierte 1929 an der Universität Bonn mit der Auszeichnung summa cum laude. Seine Dissertation erschien 1931 unter dem Titel „Die niederrheinische Plastik im 16. Jahrhundert mit besonderer Berücksichtigung der Xantener Verhältnisse“ und unter dem Titel „Die Niederrheinische Plastik im 16. Jahrhundert und die Bildwerke des Xantener Domes.“ in Düsseldorf.

Noch 1931 wurde Kamphausen in Meldorf Direktor des Dithmarscher Landesmuseums. Nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten trat Kamphausen im Mai 1933 der NSDAP bei. Anknüpfungspunkte ergaben sich aus seinem Einsatz für Heimatkunde und Volkskunst: Kamphausen war Leiter der Arbeitsgemeinschaft der Heimatmuseen in Schleswig-Holstein und ab 1935 schleswig-holsteinischer Museumspfleger. Zudem war er im Reichsbund für Volkstum und Heimat für den Bereich Trachtenpflege verantwortlich und bekleidete im Kampfbund für deutsche Kultur den Referentenposten für Volkstumspflege.[1]

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Kamphausen, der sich 1938 bei Richard Sedlmaier habilitiert hatte, 1946 zum Privatdozenten und dann 1953 zum außerplanmäßigen Professor an der Universität Kiel. 1961 gab er die Aufgabe als Direktor des Dithmarscher Landesmuseums ab, und organisierte als Direktor den Neuaufbau des Schleswig-Holsteinischen Freilichtmuseums. Seine Berufe als Professor und Museumsdirektor übte er bis 1977 bzw. 1978 aus.

Während seiner gesamten Laufbahn hat Kamphausen sich als Schriftsteller betätigt, und war zudem Mitherausgeber der Zeitschrift Nordelbingen. Kamphausen starb am 11. November 1982 in Kiel.

Wirken[Bearbeiten]

Alfred Kamphausen hat für die Geschichtsforschung über die norddeutsche Kunst eine bedeutende Rolle gespielt. Auch wenn sein Interesse und seine Forschung ein weites Spektrum abdeckten und auch Frankreich und den Osten berührten, so waren sein Schwerpunkt und hauptsächlicher Bezugspunkt doch stets der nordeuropäische Raum und hier vor allem Norddeutschland.

Viele seiner Schriften und Werke beschäftigen sich mit Heimatkunde, Volkskunst und Landeskunde von Friesland und Schleswig-Holstein.

Dem unternehmerischen und engagierten Kamphausen ging es nicht nur um die Erforschung der Kunst, sondern auch um die Vermittlung, wozu seine Museumsarbeit gute Dienste leisten konnte. In der Lehre war ihm die Begegnung der Studenten mit der Kunst selbst, „mit den Werken vor Ort“ ein besonderes Anliegen, wofür er zahlreiche Fahrten organisierte, auch z.B. in Zusammenarbeit mit dem Kunsthistoriker Wolfgang Müller.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Schriften[Bearbeiten]

  • Die Niederrheinische Plastik im 16. Jahrhundert und die Bildwerke des Xantener Domes., Düsseldorf, 1931.
  • Die niederrheinische Plastik im 16. Jahrhundert mit besonderer Berücksichtigung der Xantener Verhältnisse., Bonner phil. Dissertation 1931.
  • Die Baudenkmäler der Deutschen Kolonisation in Ostholstein und die Anfänge der Nordeuropäischen Backsteinarchitektur., Neumünster 1938 (Studien zur Schleswig-Holsteinischen Kunstgeschichte, Bd. 3).
  • Asmus Jakob Carstens, Neumünster 1941 (Studien zur Schleswig-Holsteinischen Kunstgeschichte, Bd. 5), siehe Asmus Jakob Carstens
  • Gotik ohne Gott. Ein Beitrag zur Deutung der Neugotik und des 19. Jahrhunderts., Tübingen 1952.
  • Deutsche und skandinavische Kunst., Verlag: Bernaerts, 1956.
  • Herzogtum Lauenburg. Deutsche Lande – Deutsche Kunst., mit Aufnahmen von Willi Birker, München, Berlin : Deutscher Kunstverlag, 1959.
  • Nordfriesland. Landschaft und Bauten von der Eider bis zur Wiedau., zusammen mit Hans Philipp, Westholsteinische Verlagsanstalt Boyens & Co. Heide, 1959.
  • Das Schleswig-Holsteinische Freilichtmuseum. Häuser und Hausgeschichten., Neumünster: Karl Wachholtz Verlag, 1965.
  • Bauernmalerei in Schleswig-Holstein., Heide in Holstein: Westholsteinische Verlagsanstalt, Boyens & Co., 1971.
  • Schleswig-Holstein als Kunstlandschaft., Neumünster: Wachholtz 1973.
  • Viele Dächer unter einem. Zur Geschichte des Schleswig-Holsteinischen Freilichtmuseums., Neumünster, Karl Wachholtz Verlag, 1975.
  • Unter alten Reetdächern., Hamburg, Christians Verlag, 1976.
  • Backsteingotik., Heyne-Verlag, 1978.
  • Bauernstuben von allen Kanten und Küsten Schleswig-Holsteins., Neumünster, Wachholtz 1979.
  • Schöne Dörfer in Schleswig-Holstein., Neumünster, Wachholtz, 1979.
  • Vom Sehen zum Schauen : Zwölf Essays über bekannte oder unbekannte Bilder., Heide in Holstein : Westholsteinische Verlagsanstalt Boyens, 1981.
  • Häuser, die Heimat waren., Kiel: Mühlau-Verlag, 1982.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Frankfurt am Main 2007, S. 298.