Alfred Müller-Armack
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Alfred Müller-Armack (* 28. Juni 1901 in Essen; † 16. März 1978 in Köln) war ein deutscher Nationalökonom, Kultursoziologe und CDU-Politiker.
Geboren als Alfred August Arnold Müller, fügte er in den 1920er Jahren seinem Namen den Geburtsnamen seiner Mutter hinzu. Er veröffentlichte ab 1929 unter dem Namen „Müller-Armack“.
Müller-Armack war sowohl von der Freiburger Schule um Walter Eucken, als auch von der katholischen Soziallehre beeinflusst.
Müller-Armack wurde 1933 Mitglied der NSDAP und veröffentlichte seine Schrift "Staatsidee und Wirtschaftsordnung im Neuen Reich", die dem Nationalsozialismus ideologisch nahestand. 1940 wurde er ordentlicher Professor und geschäftsführender Direktor des Instituts für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, wo er Beratungsaufgaben für das NS-Regime übernahm[1], und bereits ein Konzept für eine Wirtschaftsordnung nach dem Krieg erarbeitete.
Ab 1952 arbeitete er im Wirtschaftsministerium unter Ludwig Erhard als Leiter der Grundsatzabteilung. Von 1958 bis 1963 war er Staatssekretär für Europäische Angelegenheiten im Wirtschaftsministerium.
Er entwarf 1947 in seinem Buch „Wirtschaftslenkung und Marktwirtschaft“ die Idee und den Begriff der Sozialen Marktwirtschaft (dabei schrieb er sozial stets mit großem „S“) als einer in soziale Bindungen eingebetteten liberalen Marktwirtschaft. In dieser Zeit war er nicht nur für die wirtschaftspolitische Entwicklung Deutschlands nach dem zweiten Weltkrieg maßgebend. Mit seinem Buch „Das Jahrhundert ohne Gott“ versuchte er 1948 auch eine religionssoziologische Deutung des Nationalsozialismus, den er als Ersatzreligion in einer Zeit des Glaubensabfalls sah.
1971 veröffentliche er seine Erinnerungen unter dem Titel „Auf dem Weg nach Europa“.
1972 erhielt er den Ernst-Hellmut-Vits-Preis der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) in Münster.
Nach ihm ist der Müller-Armack-Preis benannt, der an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster seit 2002 an die besten Absolventen des Studienganges Volkswirtschaftslehre vergeben wird.
Der größte Hörsaal im Wiso-Gebäude der Universität zu Köln – der Hörsaal I – trägt den Namen Müller-Armack-Hörsaal. Das Berufkolleg Köln Zollstock trägt den Namen Alfred-Müller-Armack Berufskolleg - kurz AMA-Berufskolleg Köln.
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[Bearbeiten] Literatur
- Daniel Dietzfelbinger: Soziale Marktwirtschaft als Wirtschaftsstil. Alfred Müller-Armacks Lebenswerk, 1998
- Rolf Kowitz: Alfred Müller-Armack: Wirtschaftspolitik als Berufung. Zur Entstehungsgeschichte der Sozialen Marktwirtschaft und dem politischen Wirken des Hochschullehrers. 1998
- Friedrun Quaas: Soziale Marktwirtschaft. Wirklichkeit und Verfremdung eines Konzepts. Haupt, 2000, ISBN 3-258060-126
- Bernhard Löffler: Soziale Marktwirtschaft und administrative Praxis. Das Bundeswirtschaftsministerium unter Ludwig Erhard. 2003, ISBN 3-515-07940-8
[Bearbeiten] Veröffentlichungen
- Entwicklungsgesetze des Kapitalismus (1932)
- Staatsidee und Wirtschaftsordnung im Neuen Reich (1933)
- Wirtschaftslenkung und Marktwirtschaft ([1946), 2. Auflage (1948), wiederabgedruckt in: „Wirtschaftsordnung und Wirtschaftspolitik“, erschienen in erster bzw. zweiter Auflage 1966 bzw. 1976 beim Verlag Paul Haupt sowie 1990 unter dem Originaltitel beim Kastell-Verlag
- Das Jahrhundert ohne Gott (1948), Neuauflage 2004 bei Respublica
- Wirtschafts- und Finanzpolitik im Zeichen der sozialen Marktwirtschaft. Festgabe für Franz Etzel, Stuttgart 1967.
- Auf dem Weg nach Europa.Erinnerungen und Ausblicke. (1971)
- Genealogie der Sozialen Marktwirtschaft (1974) (versammelt Frühschriften 1945–1948 – außer „Wirtschaftslenkung und Marktwirtschaft“ – sowie Beiträge zu den geistigen Grundlagen und zur Fortentwicklung der Sozialen Marktwirtschaft von 1953 bis 1973), 2. erw. Auflage (1981)
- Die zentrale Frage der Forschung: Die Einheit von Geistes- und Naturwissenschaften, in: ORDO - Jahrbuch für die Ordnung von Wirtschaft und Gesellschaft, Bd. 28, 1975, S. 13-23.
[Bearbeiten] Weblinks
- Soziale Marktwirtschaft aus der Klosterzelle – „Eine Spurensuche“ von Claus Hecking (Vreden-Ellewick) in der Financial Times Deutschland vom 23.02.2007
- Literatur von und über Alfred Müller-Armack im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Silvio Schmidt: Alfred Müller-Armack – Nationalökonom und Soziologe
- Daniel Dietzfelbinger: Von der Religionssoziologie zur Sozialen Marktwirtschaft: Leben und Werk Alfred Müller-Armacks, in: Hanns Seidel-Stiftung (Hrsg.): Politische Studien, Heft 373, 51. Jg., München 2000, S 85 – 99
- Malte Lindner: Alfred Müller-Armack: Aufhebung eines natürlichen Trade-Offs oder Die Soziale Marktwirtschaft. In: ECOCHRON.
- Biographie: http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/MuellerArmackAlfred/
- Bild: http://www.juergen-paetzold.de/einfuerung_mawi/Bild_mueller-armack.jpg
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Ralf Ptak(2003) "Vom Ordoliberalismus zur sozialen Marktwirtschaft" Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik
Bruno Heck | Arnold Bergstraesser | Alfred Müller-Armack – Franz Thedieck | Bruno Heck | Bernhard Vogel | Günter Rinsche | Bernhard Vogel
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Müller-Armack, Alfred |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Nationalökonom und Kultursoziologe |
| GEBURTSDATUM | 28. Juni 1901 |
| GEBURTSORT | Essen |
| STERBEDATUM | 16. März 1978 |
| STERBEORT | Köln |

