Asterix der Gallier (Comic)

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Asterix der Gallier (französischer Originaltitel: Astérix le Gaulois) ist der erste Comic der Asterix-Serie, der 1959 von René Goscinny geschrieben und von Albert Uderzo gezeichnet wurde. Die Erstveröffentlichung erfolgte in der Zeitschrift Pilote. 1967 erschien der Comic als gleichnamiger Zeichentrickfilm.

Handlung[Bearbeiten]

Beginn des ersten Bandes
Vorlage:Infobox Gemälde/Wartung/KünstlerAlbert Uderzo / René Goscinny, 1959/68
Band Asterix der Gallier S. 5

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(Bitte Urheberrechte beachten)

Die Handlung spielt im Jahr 50 v. Chr., nachdem die Römer ganz Gallien mit Ausnahme eines kleinen Dorfes erobert haben. Nur dieses Dorf, dessen Einwohner übermächtige Kräfte besitzen, leistet den Römern Widerstand. Da die Römer das Geheimnis der übernatürlichen Kräfte erfahren wollen, schicken sie einen als Gallier verkleideten Legionär, Caligula Minus, als Spion in das gallische Dorf. Der Spion gibt vor, zu seiner Familie zurückkehren zu wollen, und überredet Asterix und den Druiden Miraculix, das Geheimnis preiszugeben: ein vom Druiden gebrauter Zaubertrank, der übernatürliche Kräfte verleiht. Nachdem der Spion eine Portion Zaubertrank trinken durfte, wird er entlarvt, kann aber dank seiner Superkräfte entkommen, in das Römerlager zurückkehren und den Römern von dem Geheimnis berichten.

Als Miraculix wenig später im Wald spazieren geht, stolpert er in eine von den Römern gelegte Falle, wird gefangengenommen und ins Lager Kleinbonum transportiert. Dort wird er durch Kitzeln der Fußsohle mit einer Feder gefoltert, da er das Rezept für den Zaubertrank nicht verraten will.

Währenddessen warten Asterix und Obelix vergeblich auf die Rückkehr des Druiden. Schließlich geht Asterix auf die Suche und findet bald heraus, dass der Druide in das Römerlager entführt wurde. Er schmuggelt sich in das Lager ein und versucht, Miraculix zu befreien. Er wird dabei von den Römern erwischt und ebenfalls gefangengenommen. Als auch er gefoltert werden soll, gibt Miraculix zum Schein das „Geheimnis“ preis. Statt den Stärkungstrank zu brauen, braut er aber einen Trank, der die Haare länger wachsen lässt. Nachdem alle Römer davon getrunken haben, bricht wegen der ständig wuchernden Haare Chaos aus, der überlistete Zenturio ist entsprechend wütend. Nach einiger Zeit bringen die Römer den Druiden dazu, einen Gegentrank zu brauen, während Asterix unter der Anleitung von Miraculix heimlich den echten Zaubertrank braut. Bei ihrer Flucht aus dem Römerlager treffen sie auf Julius Cäsar, der mit einer Armee anrückt. Doch Cäsar lässt sie ziehen, weil sie den Zenturio daran gehindert haben, mit Hilfe des Zaubertranks Cäsar zu stürzen, und sie können in ihr Dorf zurückkehren, wo sie bereits sehnlichst erwartet werden.

Anmerkungen[Bearbeiten]

In diesem Asterix-Comic befinden sich einige Besonderheiten, die in den nachfolgenden Teilen der Comic-Serie nicht mehr auftauchen. So lebt Miraculix in einer Höhle im Wald. Außerdem benutzt er einen Wanderstock. Obelix trägt zunächst eine Axt, die in nachfolgenden Comics nie mehr zu sehen ist, außerdem unterscheiden sich u.a. sein Bart (die Enden sind nach unten gekrümmt) und die Zöpfe von späteren Darstellungen. Auch isst er zusammen mit Asterix „nur“ ein einziges Wildschwein. Weiters erwecken Asterix und andere Dorfbewohner den Anschein, dass der Zaubertrank ständig wirkt, sie müssen aber zu bestimmten Anlässen trotzdem davon trinken. Automatix ist bei der Bearbeitung von Metall mit der bloßen Hand zu sehen. Er hat keine Ähnlichkeit mit seinem späteren Aussehen. Auch Julius Cäsar sieht ganz anders aus als im Rest der Serie: Er hat kürzeres Haar, ist kleiner, etwas breiter und sein Lorbeerkranz ist kleiner und etwas bräunlich; auf Seite 1 hat er zudem eine andere Nase. Der Barde Troubadix sitzt beim Festessen am Ende mit am Tisch. In späteren Comics ist er meistens an einen Baum gefesselt, damit er nicht singt.

In Deutschland ist Asterix und Kleopatra der Nachfolgerband, im französischen Original ist es La Serpe d'or (deutsch: Die goldene Sichel)

Da die Seite 31 nach dem ersten Druck verloren ging, wurde die Seite nachgezeichnet. Allerdings stammt sie nicht von Albert Uderzo, sondern von seinem Bruder Marcel Uderzo.[1]

Veröffentlichung[Bearbeiten]

Die Geschichte wurde 1959 zunächst in Fortsetzungen in Pilote, einem von Goscinny mit gegründeten französischen Comicmagazin, veröffentlicht. Sie erschien ab dem 1. Juni 1959 in der #0 des Magazins. 1961 erschien die Geschichte im Verlag Dargaud als sogenannte Pilote-Kollektion mit einer Auflage von 6000. Im selben Jahr erschien sie auch auf Deutsch. Die englische Übersetzung wurde erstmals 1969 im Brockhampton Press Verlag veröffentlicht.[2]

1967 wurde der Comic unter dem Titel Asterix der Gallier verfilmt, in der Bundesrepublik Deutschland erschien der Film erstmals 1971.

1988 erschien in Deutschland aus Anlass des zwanzigjährigen Jubiläums der Ehapa-Ausgabe eine Jubiläumsausgabe mit 8 Extra-Seiten, in der die deutsche Übersetzung dem Original angepasst wurde und einige Details (Bilder, Farbe, Texte) geändert wurden.

Asterix der Gallier ist auch Teil von Band 1 der 2005 im Weltbild Buchverlag erschienenen zwölfteiligen BILD-Comic-Bibliothek. Die Farben in diesem Band unterscheiden sich teilweise deutlich von dem 1988 erschienen Band. Zusätzlich enthält dieser Band Der große Graben und Asterix plaudert aus der Schule.

Der Band erschien unter anderem auch auf Englisch, Spanisch und Türkisch. Des Weiteren erschien der Comic auf sächsisch unter dem Titel Asterix dr Gallchor im Egmont Ehapa Verlag.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. comedix.eu (Autoren-FAQ) aufgerufen am 27. Dezember 2012
  2. How Asterix crossed the channel and was published in English (internet archive) aufgerufen am 27. Dezember 2012