August Eigruber

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August Eigruber
August Eigruber (rechts im Bild) mit Heinrich Himmler, KZ Mauthausen 1941

August Eigruber (* 16. April 1907 in Steyr; † 28. Mai 1947 in Landsberg am Lech) war ein österreichischer Politiker (NSDAP). Er war Mitglied des Reichstags und Gauleiter von Oberdonau und Landeshauptmann von Oberösterreich.

Leben[Bearbeiten]

August Eigruber war ein unehelich geborener Sohn der Gemischtwarenhändlerin Aloisia Eigruber.[1] Nach dem Besuch der Volks- und Mittelschule absolvierte er eine Ausbildung zum Vermessungstechniker und Feinmechaniker an der österreichischen Bundeslehranstalt für Eisen- und Stahlbearbeitung. Danach war er in seinem Beruf tätig.

Im November 1922 trat er als Mitglied der Nationalsozialistischen Arbeiterjugend Österreichs bei, deren Führer er 1925 wurde. Im April 1928 trat er der NSDAP bei, deren Bezirksleitung für Steyr-Land er im Oktober 1930 übernahm. Zudem war er örtlicher Kreisleiter.

Wegen seiner Betätigung für die in Österreich verbotene NSDAP wurde Eigruber 1934 zu einigen Monaten Haft verurteilt, die er unter anderem im Anhaltelager in den Wöllersdorfer Werken verbrachte.

Ab Mai 1935 war Eigruber Gaugeschäftsführer der nun illegalen Partei im Gau Oberösterreich und übernahm ab 1936 die komplette Gauleitung. Beim „Anschluss Österreichs“ wurde er am 14. März 1938 zum Landeshauptmann ernannt. Seit dem 10. April 1938 fungierte Eigruber zusätzlich als Ministerialrat. Von April 1938 bis zum Ende der NS-Herrschaft im Frühjahr 1945 saß er als Abgeordneter für das Land Österreich im nationalsozialistischen Reichstag.

Kurz zuvor, im März 1938, war Eigruber in die SA eingetreten, in der er den Rang eines Brigadeführers innehatte. Am 22. Mai 1938 wechselte er in die SS als Standartenführer und wurde im Januar 1939 zum Brigadeführer, 1940 zum Gruppenführer und im Juni 1943 zum Obergruppenführer befördert.

Am 1. April 1940 wurde er als Reichsstatthalter von Oberdonau eingesetzt und im November 1942 zum Reichsverteidigungskommissar. Zudem war Eigruber bei der Steyr-Daimler-Puch AG im Aufsichtsrat.

Eigruber war in seinem Herrschaftsbereich für mehrere Endphaseverbrechen verantwortlich, so u.a. für die sogenannte Mühlviertler Hasenjagd.[2] Im April 1945 ordnete Eigruber die Ermordung aller inhaftierten Oberösterreicher im KZ Mauthausen an. Er wollte auch die im Salzbergwerk Altaussee gelagerten Kunstschätze vernichten lassen.[3]

Anfang Mai 1945 ging er nach Kirchdorf an der Krems. Unmittelbar nach der bedingungslosen Gesamtkapitulation der Wehrmacht im Mai 1945 wurde er im Salzkammergut von der US-Armee verhaftet, und als Zeuge bei den Nürnberger Prozessen befragt.

Im Mauthausen-Hauptprozess wurde Eigruber mit 60 weiteren Beschuldigten vor einem US-Militärgericht ab Ende März 1946 im Internierungslager Dachau angeklagt. Eigruber bekleidete keine Funktion in dem KZ Mauthausen. Als zuständiger Gauleiter und Leiter des Ernährungsamtes in Oberösterreich war er jedoch für die katastrophale Ernährungslage der Häftlinge hauptverantwortlich. Zudem nahm er an Exekutionen von Häftlingen teil und stellte das Schloss Hartheim, in dem invalide Häftlinge im Rahmen der Aktion 14f13 vergast wurden, zur Verfügung.[4] Eigruber wurde am 13. Mai 1946 wegen seiner Verantwortung für die Verbrechen im KZ Mauthausen zum Tode durch den Strang verurteilt und am 28. Mai 1947 im Kriegsverbrechergefängnis Landsberg hingerichtet.

Familie[Bearbeiten]

August Eigruber war verheiratet. Das Paar hatte fünf Kinder.[5] Sein Sohn Hermann Eigruber wurde Politiker (FPÖ).

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wolfgang Graf: Österreichische SS-Generäle. Himmlers verlässliche Vasallen, Klagenfurt/ Ljubljana/ Wien 2012, S. 130
  2. Wolfgang Graf: Österreichische SS-Generäle. Himmlers verlässliche Vasallen, Klagenfurt/ Ljubljana/ Wien 2012, S. 133
  3. Eintrag zu August Eigruber in: Austria-Forum, dem österreichischen Wissensnetz – online (in AEIOU Österreich-Lexikon)
  4. Florian Freund: Der Dachauer Mauthausenprozess, in: Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes. Jahrbuch 2001, Wien 2001, S. 57.
  5. Eva Frodl-Kraft: Gefährdetes Erbe – Österreichs Denkmalschutz und Denkmalpflege 1918–1945 im Prisma der Zeitgeschichte. Böhlau, Wien 1997, S. 363