August Storck

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August Storck KG
Logo der August Storck KG
Rechtsform Kommanditgesellschaft
Gründung 1903
Sitz Berlin, Deutschland
Leitung Geschäftsführer:
  • Axel Oberwelland
  • Thomas Albrecht
  • Jan Hendricks
  • Achim Westerhoff
  • Michael Zink
Mitarbeiter > 5.000 (2014)[1]
Produkte SüßwarenVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.storck.com

Die August Storck KG ist ein Süßwarenhersteller mit Sitz in Berlin. Das Hauptwerk steht in Halle (Westf.), weitere Werke befinden sich in Ohrdruf (Thüringen)[2][3] und Berlin.[4]

Geschichte[Bearbeiten]

Gründung und Zeit zwischen den Weltkriegen[Bearbeiten]

Die heutige August Storck KG geht auf die Werther’sche Zuckerwarenfabrik zurück, die im Jahr 1903 von August Storck, genannt Oberwelland, in Werther (Westfalen) gegründet wurde. Mit zunächst drei Mitarbeitern lieferte die Fabrik Zuckerwaren an Händler in der näheren Umgebung. Bis zum Jahr 1909 wuchs die Belegschaft auf zwölf Mitarbeiter, jedoch wirkte sich der Erste Weltkrieg nachteilig auf die Entwicklung aus.

1921 ging die Leitung des Unternehmens an Hugo Oberwelland, den jüngsten Sohn des mittlerweile erkrankten Gründers. 1934 kamen die „1 Pfennig RIESEN“ auf den Markt, bei denen es sich nach Firmenangaben um das erste Markenbonbon Deutschlands handelte. Bis zum Jahr 1937 war die Zahl der Mitarbeiter auf 71 gestiegen, der Vertrieb der Produkte erfolgte ins gesamte Reichsgebiet, und 1938 eröffnete in Schötmar die erste Zweigstelle. Weitere Investitionen folgten erst nach dem Zweiten Weltkrieg.

Umzug nach Halle und Einführung der bekanntesten Marken[Bearbeiten]

Nach dem Krieg entstand ein neues Werk im benachbarten Halle (Westf.), das bei seinem Bau als gutes Beispiel für eine „Industrieanlage im Grünen“ galt. Durch die Aufforstung in der Umgebung wurden freiwillig Ausgleichsmaßnahmen umgesetzt, wie sie heute in Raumordnungsverfahren und Bauleitplanungen vorgeschrieben sind. Das Werk erhielt einen Gleisanschluss an die Bahnlinie des Haller Willem. Storck kaufte eigene Kesselwagen für den Rohstofftransport und geschlossene Güterwagen für den Transport der Fertigwaren.

1950 führte Storck eine Erfolgsvergütung für Mitarbeiter ein. Im Zug des Wirtschaftswunders stieg sowohl die Zahl der Angestellten als auch das Produktionsvolumen. 1953 begann der Export, anfangs hauptsächlich in die USA, nach Schweden und Hongkong. 1954 begann die Produktion von Schokolade. 1958 führte Storck Sozialleistungen ein. Der zweite Generationenwechsel erfolgte 1971, als Klaus Oberwelland die Unternehmensleitung übernahm. 1975 führte Storck eine unternehmenseigene Altersvorsorge ein.

Von 1962 an entwickelte die Firma innerhalb von zwei Jahrzehnten viele ihrer bis heute wichtigsten Marken. In rascher Folge entstanden nimm2 (1962), Merci (1965), Campino (1966), Werther's Original (1969, bis 1998 in Deutschland unter dem Namen Werthers Echte vertrieben) und Toffifee (1973). Später übernahm Storck die Firma Dickmann (1981) und entwickelte die Marke Knoppers (1983).

Neuere Entwicklungen[Bearbeiten]

1988 übernahm Storck das Traditionsunternehmen Bendicks of Mayfair aus Winchester in England. 1992 wurde die „Stork Foundation“ gegründet, die sich seither für den Schutz der Störche einsetzt. 1993 entstand eine neue Produktionsstätte im thüringischen Ohrdruf. Es folgten weitere Markteinführungen, darunter merci Crocant (1994), merci Pur (1995) und nimm2 Lachgummi (1996). 1998 kam es zu einer Umstrukturierung des Unternehmens, in deren Folge die Geschäftsleitung nach Berlin verlegt wurde.

Der dritte Generationenwechsel erfolgte im Jahr 2003. Seither ist Axel Oberwelland Vorsitzender der Geschäftsführung der August Storck KG, welche die Muttergesellschaft für die darunter angesiedelten Ländergesellschaften ist. Weitere Markteinführungen seit dem Wechsel sind Campino (2000) und Chocolat Pavot (2003). 2005 erstand Storck von der Karlsruher Firma Ragolds die Namensrechte an den Marken Rachengold und Atemgold. 2005 betrug der Umsatz der August Storck KG 1,16 Mrd. Euro.

Zum 100-jährigen Jubiläum entwickelte Storck ein neues Firmenlogo und den neuen Slogan „Part of Your World“. Darüber hinaus ist seitdem erstmals auf jeder Markenverpackung der Name Storck zu sehen.

Mit dem Generationswechsel zu dem neuen Firmenchef Axel Oberwelland veränderte sich die Markenführung bei Storck. Setzte man vorher auf eine reine Einmarkenstrategie (eine Marke mit einem Produkt), waren die letzten Jahre durch eine Politik der Markenkapitalisierung über zahlreiche Produkteinführungen unter einem Markendach gekennzeichnet. Beispiele hierfür sind die neuen Varianten bei Werthers Original mit Eclair, Karamellcreme und Soft oder bei Mamba mit den Varianten Sauer und Cola. Auch im Schokoladenbereich wurden zahlreiche neue Varianten unter merci Petits[5] oder bei der Stammmarke Merci eingeführt.

Zum 1. Januar 2014 verließ der langjährige Geschäftsführer Robert Mähler das Unternehmen.[6]

Streit um die Verwendung der Marke „Merci"[Bearbeiten]

Seit 2011 gibt es eine gerichtliche Auseinandersetzung zwischen der Firma August Storck KG und der Geschäftsführerin von vier Cafés und Patisserien; diese betreibt im Raum Frankfurt am Main/Taunus vier Geschäfte unter dem Namen „Café Merci“. Storck zielt darauf, die Verwendung des Namens Merci zu untersagen und klagte in diesem Sinne durch mehrere Instanzen nach dem Markengesetz (§ 14 II, NR. 3) wegen Rufausbeutung und Verwechslungsgefahr. Der Fall erregte viel öffentliches Interesse, nachdem der 6. Zivilsenat des OLG Frankfurt am 23. Mai 2012 zwar im Kern zugunsten der Geschäftsführerin entschieden hatte, sie aber dennoch unter erheblichen Kosten die Cafés mit allen Hinweisen auf eigene Verpackungen, Produkten, Anzeigen, Logos usw. umbenennen muss.[7][8]

Am 14./15. Februar 2015 meldete die Frankfurter Rundschau, dass nach einer Vereinbarung beider Seiten „das Café Merci künftig mit Zustimmung von Storck seinen Namen führen dürfe“, so Storck-Sprecher Bernd Rößler. „Weitere Details wollten beide Seiten nicht nennen.“[9]

Marken[Bearbeiten]

  • Bendick’s
  • Bazooka (1970er bis Ende 1980er Jahre in Lizenz der Topps Company)
  • Campino
  • Chocolat Pavot (bis 2010)
  • Knoppers
  • Lachgummi
  • Moser-Roth
  • Mamba
  • Merci
  • nimm2
  • Paradies Früchte alias Campino Früchte
  • Paroli (gefüllte Hustenbonbons, 1996 eingestellt)
  • Riesen
  • ICE fresh
  • Super Dickmanns
  • Toffifee
  • Werther’s Original
  • Euka Menthol

In Österreich:

  • Eiszapfen (Zuckerl)
  • Firn (Zuckerl)
  • Heller Wiener Zuckerl (marmeladegefüllte Zuckerl, die in der Heller-Fabrik von Anfang an produziert wurden. Fritz Heller, der Bruder des Multikünstlers André Heller, verkaufte die Fabrik 1970)

Trivia[Bearbeiten]

In den 1970er Jahren warb ein lilafarbener Comicbär namens Schleck für Mamba, Bazooka, Riesen und ähnliche Produkte. Die Packungen enthielten Sammelpunkte, dafür wurde man Mitglied im sogenannten "Schleck-Club" und bekam einen eigenen Ausweis mit Geheimsprache. Als der Club mehr als 15.000 Mitglieder hatte, wurde er 1979 ohne Angabe von Gründen aufgelöst.

Schauspieler Götz George warb Mitte der 1980er mit seinem Image des Tatort-Kommissars Horst Schimanski für Paroli.[10]

WIHA[Bearbeiten]

Ebenfalls zur Storck Gruppe gehört das Unternehmen WIHA GmbH mit den exklusiv für Aldi hergestellten Marken[11] Choceur, Château, van Bolten Nussbeisser, Riquet Nussknacker und Scholetta Riesen Schoko Küsse.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.storck.com/de/we_at_storck/wir_von_storck/
  2. http://www.telegraph.co.uk/foodanddrink/8362542/Bendicks-chocolate-factory-in-Winchester-to-move-to-Germany.html
  3. http://gotha.tlz.de/web/lokal/politik/detail/-/specific/Wahlkampf-Lieberknecht-im-Storck-Werk-Ohrdruf-273641268
  4. http://www.storck.com/de/geschichte/
  5. http://www.storck.com/de/brand/merci/petits/
  6. http://www.wuv.de/marketing/michael_phiesel_wird_geschaeftsfuehrer_der_haribo_holding
  7. http://www.lareda.hessenrecht.hessen.de/jportal/portal/t/2vp/page/bslaredaprod.psml?doc.hl=1&doc.id=KORE219602012&documentnumber=1&numberofresults=1&showdoccase=1&doc.part=K&paramfromHL=true#focuspoint
  8. http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/suesswarenhersteller-storck-unter-feuer-au-revoir-merci/11291780.html
  9. ust: Storck sei Dank. Bad Sodener Café darf weiter Merci heißen. In: Frankfurter Rundschau vom 14./15. Februar 2015, S.16.
  10. https://www.youtube.com/watch?v=N3z0xDIj4sY
  11. Wirtschaftswoche über die Beziehung zwischen Storck und Aldi abgerufen am 5. Juni 2012

52.57614113.323047Koordinaten: 52° 34′ 34″ N, 13° 19′ 23″ O