Baisingen

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48.5041666666678.7766666666667495Koordinaten: 48° 30′ 15″ N, 8° 46′ 36″ O

Baisingen
Ehemaliges Gemeindewappen von Baisingen
Höhe: 465–532 m
Fläche: 7,2 km²
Einwohner: 1231 (31. Jul. 2011)
Eingemeindung: 1. Dezember 1972
Postleitzahl: 72108
Vorwahl: 07457

Baisingen ist ein Stadtteil von Rottenburg am Neckar im Landkreis Tübingen in Baden-Württemberg.

Geographie[Bearbeiten]

Baisingen liegt in einer Höhe von 465 bis 532 m über NHN, 8 km südöstlich von Nagold, 15 km westlich von Rottenburg und 12 km nordöstlich von Horb im Korngäu.

Die Gesamtfläche des Ortes Baisingen beträgt 720 Hektar, davon sind 79,5 % landwirtschaftliche Fläche, 10,7 % Siedlungs- und Verkehrsfläche, 9,3 % Waldfläche und 0,1 % Wasserfläche (0,3 % sonstige Nutzung).

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die folgenden Orte grenzen an Baisingen (im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden): Mötzingen (Landkreis Böblingen), Ergenzingen (Landkreis Tübingen), Göttelfingen (Landkreis Freudenstadt) und Vollmaringen (Landkreis Calw).

Bevölkerung[Bearbeiten]

In Baisingen leben derzeit 1.231 Einwohner (Stand: 31. Juli 2011) auf einer Fläche von 7,2 km², die Bevölkerungsdichte beträgt 170 Einwohner pro Quadratkilometer.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Datum Einwohner
1260 143
1530 302
1865 635
1905 816
1930 954
Datum Einwohner
1955 723
1970 892
1990 1109
2005 1304
30. Juni 2008 1280

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort Baisingen wurde 1258 als Bözzingen erstmals urkundlich erwähnt. Für das 13. und 14. Jahrhundert sind Angehörige einer niederadeligen Familie bekannt, die sich nach dem Ort nannten. Über die Grafschaft Hohenberg kam Baisingen 1381 unter die Oberhoheit Österreichs, der Ort war zwischen 1380 und 1505 jedoch an die Herren von Gültlingen verpfändet. Nach dem Dreißigjährigen Krieg hatten die Herren von Wernau und ab 1696 die Schenken von Stauffenberg den Blutbann inne.

Seit 1596 sind jüdische Einwohner in Baisingen bezeugt. Nach der Vertreibung aus den größeren Städten, aus Vorderösterreich und dem Herzogtum Württemberg fanden die Juden in reichsritterschaftlichen Dörfern unter dem Schutz der Ortsherren eine neue Heimat. Diese wiesen die Juden in Schutzhäuser ein, deren Zahl sich mit dem Anwachsen der jüdischen Bevölkerung vermehrte. Seit 1778 gab es auch einen jüdischen Friedhof. Er stellt neben der Synagoge das zweite wichtige Zeugnis jüdischen Lebens in Baisingen dar. Nach ihrer bürgerlichen Gleichstellung im 19. Jahrhundert errichteten einige Juden große Häuser im Dorf, die heute noch das Ortsbild prägen. 1843 waren fast ein Drittel der Einwohner Baisingens Juden. 1805 kam Baisingen an Württemberg und wurde dem Oberamt Horb (ab 1938 Landkreis Horb) zugeordnet. 1933 lebten noch 86 Juden im Dorf. Etwa 60 wanderten in später aus, die Zurückgebliebenen wurden in Vernichtungslager deportiert. Nur wenige Überlebende kehrten 1945 nach Baisingen zurück.

In den 1970er Jahren wurde die ehemals selbständige Gemeinde im Zuge der Gebietsreform zu Rottenburg am Neckar und damit in den Landkreis Tübingen eingegliedert.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Persönlichkeiten der Stadt[Bearbeiten]

  • Carl Hirsch (1841—1900), sozialdemokratischer Journalist

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Baisingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien