Berijew MBR-2

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Berijew MBR-2
Mp-1-beriev40a.
Die Zivilversion MP-1
Typ: Flugboot
Entwurfsland: Sowjetunion 1923Sowjetunion Sowjetunion
Hersteller: Berijew
Erstflug: 1931[1]
Indienststellung: 1934
Produktionszeit: 1934–1942
Stückzahl: ~1.300

Die Berijew MBR-2 (russisch Бериев МБР-2, NATO-Codename Mote) war ein sowjetisches Aufklärungs- und Mehrzweckflugboot.

Entwicklung[Bearbeiten]

Der Grundentwurf dieses leicht bedien- und wartbaren, leistungsfähigen und robusten Mehrzweckflugbootes für den Einsatz in den sowjetischen Küstengewässern wurde von Georgi M. Berijew 1930 im Menschinski-Werk abgeschlossen. An der Konstruktion wirkten I. W.Ostolawski, M. P. Mogilewski und A. N. Dobrowolski mit. Das Kürzel MBR bedeutet Morskoi blischni raswedtschik (Морской ближний разведчик), was für Marine-Nahaufklärer steht. MP wird mit Morskoi passaschirski samoljot (Морской пассажирский самолет) übersetzt, was Marine-Passagierflugzeug heißt.

Der Prototyp mit BMW VI.Z Motor flog 1931, die folgenden Serienflugzeuge erhielten den unter Lizenz hergestellten verbesserten M-16B Motor. Die beiden Piloten saßen nebeneinander in einer offenen Kanzel. Außerdem wurde im Bug und auf dem Rumpf je ein ungedeckter Waffenstand angebracht und mit je einem 7,62 mm-MG PW-1 bestückt. Typisches Erkennungszeichen waren das rechteckige Seiten- und Höhenleitwerk.

Durch die Möglichkeit, Schnee- und Eiskufen oder ein Fahrgestell anzubauen, erhielt die MBR-2 einen ausgeprägten Mehrzweckcharakter. Sie war ein freitragender Schulterdecker in sowohl Gemischt- als auch Ganzmetallbauweise mit Normalleitwerk und besaß ein geräumiges, zweistufiges Rumpfboot.

Einsatz[Bearbeiten]

Die Maschine war von 1935[2]-1943 vor allem als Nahaufklärer bei der sowjetischen Marine im Einsatz und wurde bis 1942 produziert. Eine abgeleitete Zivilversion wurde ab 1934 als MP-1 achtsitzige Passagiermaschine von der Aeroflot verwendet, 1935 gefolgt von der Transportversion MP-1T. 1936/37 entstanden die verbesserten und leistungsstärkeren Weiterentwicklungen MBR-2bis und MP-1bis mit Mikulin AM-34m Motor. Eingebaut wurden nun eine geschlossene Pilotenkanzel und ein modifiziertes Seitenleitwerk. Diese Version wurde bis 1941 hergestellt und im Krieg eingesetzt. Als Zivilversion kam das Flugzeug mit AM-34N Motor zum Einsatz.

Nach ihrer Ausmusterung fanden zahlreiche MBR-2 noch lange Verwendung als Mehrzweck- und Fischereiüberwachungsflugzeug im zivilen Bereich.

Technische Daten[Bearbeiten]

Kenngröße Daten
Konzeption    Mehrzweckflugboot
Konstrukteur(e)    Georgi Michailowitsch Berijew
Hersteller    Berijew
Baujahr(e)    1930–1942
Länge    13,50 m
Flügelspannweite    18,90 m
Höhe    4,50 m
Flügelfläche    26,85 m²
Antrieb    MBR-2: ein 12-Zylinder-Reihenmotor M-17
MBR-2bis: ein 12-Zylinder-Reihenmotor AM-34F oder AM-34N
freistehend über dem Flügel angeordnet
Leistung    MBR-2: 530–633 kW (720–860 PS)
MBR-2bis: 607–633 kW (825–860 PS)
Startleistung    515–552 kW (700–750 PS)
Kraftstoffvorrat    540 l im Rumpf, dazu Reserve- und Zusatzbehälter im Mittelschwimmer
Höchstgeschwindigkeit    285 km/h in 2.000 m Höhe
Marschgeschwindigkeit    225 km/h in 2.000 m Höhe
Steiggeschwindigkeit    230 m/min
Dienstgipfelhöhe    normal 6.600 m
maximal 7.600 m
Reichweite    normal 1.450 km
maximal 2.200 km
Aktionsradius    600 km
Flugdauer    8 h bei 180 km/h
Leergewicht    2.100 kg
Startgewicht    normal 3.500 kg
maximal 4.000 kg
Besatzung    3–4 Mann[3]
Bewaffnung    zwei bis vier MG in zwei Gefechtsständen in Bug und Rumpfrücken
bis 600 kg Bombenlast

Literatur[Bearbeiten]

  •  Kenneth Munson: Bomber, Aufklärungs- and Transportflugzeuge 1939-45. Orell-Füssli, Zürich 1970.
  •  Olaf Groehler: Geschichte des Luftkriegs 1910 bis 1980. Militärverlag, Berlin 1981.
  •  Ulrich Israel: Flugboote des zweiten Weltkrieges. Deutscher Militärverlag, Berlin 1972.
  •  Ulrich Israel: Flugboote des zweiten Weltkrieges. In: Wolfgang Sellenthin (Hrsg.): Deutscher Fliegerkalender 1969. Deutscher Militärverlag, Berlin 1968.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ulrich Israel: Flugboote des zweiten Weltkrieges. Militärverlag, Berlin, 1972. S. 38
  2. vgl. Kenneth Munson: Bomber, Patrouillen- und Transportflugzeuge 1939-45, Orell Füssli Verlag, Zürich, 3. Auflage 1977, S. 101
  3. lt. Kenneth Munson: Bomber, Patrouillen- und Transportflugzeuge 1939-45, Orell Füssli Verlag, Zürich, 3. Auflage 1977, S. 101 4-5 Mann Besatzung