BMW VI

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BMW VI
BMW VI-106.jpg
Ein BMW VI im
Deutschen Technikmuseum Berlin
Typ: Zwölfzylinder-V-Motor
Entwurfsland: Deutsches ReichDeutsches Reich Deutsches Reich
Hersteller: BMW
Produktionszeit: 1926–1937
Stückzahl: 9200

Der BMW VI (später mit BMW 106 bezeichnet) war ein flüssigkeitsgekühlter Zwölfzylinder-Flugmotor von BMW mit einem Hubraum von 46,9 Litern.

Der von 1926 bis 1937 in Serie gebaute Zwölfzylinder war der erste V-Motor des Unternehmens und stellte das Endglied der älteren flüssigkeitsgekühlten BMW-Flugmotoren mit einzeln stehenden Zylindern dar.

Geschichte[Bearbeiten]

Nachdem im Juni 1923 die Junkers Flugzeugwerke 100 Motoren vom Typ BMW IIIa bestellt hatten, nahm BMW die Fertigung von Flugmotoren wieder auf.

Die Reichswehr zeigte großes Interesse an einem Zwölfzylindermotor und erteilte BMW 1924 den offiziellen Entwicklungsauftrag. Damit hoffte man, Anschluss an die französischen und britischen Zwölfzylinder-Flugmotoren – wie den Renault 12 Kb oder den Napier Lion V – mit Leistungen von über 450 PS herzustellen.

Grundlage war der Sechszylinder-Reihenmotor BMW IV, der gemäß einem schon 1919 projektierten Konzept um eine weitere im Winkel von 60° stehende Zylinderbank erweitert wurde. Die Entwicklung unter der Leitung von Max Friz war daher schon 1925 abgeschlossen. Das Triebwerk erlangte bereits am 8. Februar 1926 bei der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt (DVL) in Berlin-Adlershof die Musterprüfung und damit die Zulassung für den Einbau in deutschen Flugzeugen.[1]

Der BMW VI besaß die bei Flugmotoren übliche Doppelzündanlage mit zwei Zündkerzen je Zylinder und zwei Bosch-Magnetzündern mit automatischer oder manueller Zündzeitpunktverstellung. Das Anlassen geschah entweder mit einem Schwungkraftanlasser oder mit Pressluft. Die Druckumlaufschmierung wurde mittels einer Zahnradpumpe sichergestellt. Jede Zylinderbank hatte eine obenliegende Nockenwelle, die je ein Ein- und Auslassventil betätigte.

Nach der Musterzulassung wurde die Serienfertigung noch 1926 aufgenommen. 1930 lieferte BMW bereits den tausendsten Motor aus. 1933 wurden mit diesem Typ erste Versuche mit einer Benzin-Direkteinspritzung durchgeführt.

Der BMW VI war außerordentlich sparsam und galt als sehr zuverlässig. Die Deutsche Luft Hansa nutzte im Südatlantikverkehr Flugboote des Typs Dornier Do J „Wal“ mit diesem Triebwerk. Die von Amundsen bei seiner Arktis-Expedition eingesetzten beiden Dornier Wal flogen ebenfalls mit BMW-VI-Motoren. Dank der Zuverlässigkeit des Motors gelangen mehrere Rekordflüge, so die Weltumrundung im Jahr 1930 durch Wolfgang von Gronau mit einer Dornier Wal. Der 1930 gebaute Schienenzeppelin hatte ebenfalls einen BMW-VI-Motor.

Nachdem BMW 1928 in den USA die Lizenz zum Nachbau des luftgekühlten Neunzylinder-Sternmotors Pratt & Whitney R-1690 (P & W Hornet A) erworben hatte, konzentrierte sich die Fertigung ab 1933 auf den daraus entwickelten BMW 132 und der Bau der BMW-VI-Motoren wurde 1937 eingestellt.

Das Auto- und Technikmuseum Sinsheim verwendet einen BMW VI der Baureihe 8 in seinem Experimentalfahrzeug „Brutus“.

Lizenzabkommen gab es sowohl mit Japan als auch der UdSSR, wo der Motor als Mikulin M-17 gefertigt wurde. Allein von diesem wurden zwischen 1930 und 1942 in verschiedenen Varianten 27.534 Stück hergestellt. Aus dem M-17 wurde der M-34 entwickelt, dessen Serienbau 1932 begann.

Einsatz[Bearbeiten]

Der BMW VI wurde unter anderem in folgenden Flugzeugen eingesetzt:

BMW VI

Technische Daten[Bearbeiten]

Durch die Verwendung von Anlenkpleueln resultiert ein unterschiedlicher Hub der beiden Zylinderbänke, weshalb sich der Hubraum des Ausgangsmotors BMW IV mehr als verdoppelt.

Kenngrößen Daten des BMW VI[2][1]
Bauart Zwölfzylinder-V-Motor (60° Bankwinkel),
zwei Ventile pro Zylinder
Bohrung 160 mm
Hub 190/199 mm (Anlenkpleuel)
Hubraum 46,9 Liter
Startleistung 750 PS (551 kW) bei 1700 min−1
Dauerleistung 550 PS (404 kW) bei 1350 min−1

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: BMW VI – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
  • BMW VI. In: BMW Geschichte. BMW AG, abgerufen am 13. Mai 2011 (Suche im BMW Group Archiv).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Fred Jakobs: Der Flugmotor BMW VI – Antrieb der zivilen Luftfahrt. In: BMW Mobile Tradition. BMW AG, 2005, abgerufen am 6. Oktober 2013 (PDF; 2,3 MB).
  2. Beschreibung und Betriebsanleitung für den Bayern-Flugmotor BMW VI. In: BMW Geschichte. BMW AG, Januar 1929, abgerufen am 6. Oktober 2013 (PDF, Suche im BMW Group Archiv).