Berufsbildende Schule

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Deutschlandlastige Artikel Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland dar. Hilf mit, die Situation in anderen Staaten zu schildern.

Die Bezeichnung berufsbildende Schule steht als Sammelbegriff für die Berufsschulen und die Berufsfachschulen, die heute nur noch einen – wenn auch großen – Teil der berufsbildenden Schulen darstellen. In einigen Staaten hat sich der Name jedoch auch für diese erweiterte Schulform erhalten.

In Nordrhein-Westfalen werden die berufsbildenden Schulen seit einigen Jahren zu Berufskollegs weiterentwickelt, an denen gleichzeitig zur beruflichen Qualifizierung auch die fachgebundene oder allgemeine (Fach)-Hochschulreife Abitur (Fachabitur) mit beruflichen Fächern abgelegt werden kann. Dagegen sind Berufskollegs in anderen Bundesländern lediglich besondere Schularten einer berufsbildenden Schule. Nicht zu den berufsbildenden Schulen gehören Berufsakademien, Fachschulen bzw. Fachakademien, Hochschulen sowie Verwaltungs- und Wirtschaftsakademien.

Auch private, staatlich genehmigte oder staatlich anerkannte Ergänzungsschulen, die berufliche Abschlüsse vermitteln, zählen zu den berufsbildenden Schulen. Da sie oft nur einzelne Berufe ausbilden bzw. Privatschulen sind, treten sie meistens unter anderen Bezeichnungen auf, zum Beispiel Krankenpflegeschule, Bergberufsschule oder Bildungsinstitut XY GmbH.

Bei staatlichen Schulen bezeichnet der Singular berufsbildende Schule meistens die Organisationseinheit. In einer „berufsbildenden Schule“ können dann mehrere berufsbildende Schulen zusammengefasst sein (Berufsschule, Berufsoberschule, Berufsfachschule, Berufsaufbauschule, Fachoberschule, Berufliches Gymnasium …).

Im Österreichischen Schulsystem werden die berufsbildenden Schulen in die Berufsbildenden mittleren Schulen (BMS, 3-jährig mit Berufsabschluss) und Berufsbildenden höheren Schulen (BHS, 5-jährig mit Berufsabschluss und Matura) eingeteilt.

Inhaltsverzeichnis

Schulformen an berufsbildenden Schulen [Bearbeiten]

Je nach Bundesland werden die einzelnen Schulformen der beruflichen Schulen unterschiedlich benannt. Es gibt Ausbildungsgänge für Jugendliche ohne Schulabschluss mit berufsvorbereitendem Charakter (Berufsvorbereitungsjahr). Besitzt der Jugendliche einen Hauptschulabschluss, kann er das Berufsgrundbildungsjahr (in einigen Bundesländer Berufsfachschule oder Handelsschule genannt) besuchen, das, je nach Bundesland, auf eine reguläre Ausbildung angerechnet werden kann und zur Mittleren Reife führt.

Besitzt der Jugendliche die Mittlere Reife, kann er die Berufsfachschule besuchen, die zu einem staatlichen beziehungsweise staatlich anerkannten, schulischen Abschluss führt. Andere Bezeichnungen hierfür sind höhere Berufsfachschule, Berufskolleg oder Höhere Handelsschule. Durch Zusatzunterricht kann eine Prüfung zum Erwerb der Hochschulreife abgelegt werden.

Weiterhin gibt es die (zusätzliche) Ausbildung im Dualen System; Betrieb und Berufsschule beziehungsweise Vollzeitschulen zum Erwerb allgemeiner Bildungsabschlüsse sind die Fachoberschule (alternative Bezeichnung: Berufsoberschule und Berufliche Oberschule Bayern), Berufskolleg oder Berufsfachschule, die, je nach Länge, zur Fachhochschulreife oder zum Abitur führt, oder das berufliche Gymnasium. Das berufliche Gymnasium ist meist als Aufbaugymnasium oder Kolleg ausgelegt.

Daneben übernehmen viele berufsbildende Schulen die Präsenzaufgaben des Telekollegs.

Abschlüsse [Bearbeiten]

Berufsbildende Schulen vermitteln eine Vielzahl sowohl beruflicher Abschlüsse als auch allgemeinbildender Schulabschlüsse. Sie reichen von einer beruflich vorbereitenden Qualifikation über den Gesellen beziehungsweise Facharbeiter bis zum staatlichen geprüften oder staatlich anerkannten Berufsfachschulabschluss sowie vom Hauptschulabschluss bis zum Abitur.

Die Mehrzahl der Ausbildungsgänge besteht im Bereich der Berufsschule, es werden aber auch Berufsabschlüsse vermittelt die nur an Schulen erworben werden können, wie zum Beispiel an der Berufsfachschule.

Im Bereich der dualen Ausbildung wird die Abschluss-, Gesellen- oder Facharbeiterprüfung durch die Schule und Prüfungen vor einer öffentlich-rechtlichen Kommission der Kammern abgenommen.

Literatur [Bearbeiten]

  • Andreas Busch: Die Entwicklung der berufsbildenden Schulen in Deutschland - Ein historischer Abriss. Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, 2003, ISBN 3-937135-12-X
  • Jörg-Peter Pahl: Berufsbildende Schule - Bestandsaufnahme und Perspektiven W.Bertelsmann Verlag, Bielefeld, 2010, ISBN 978-3-7639-3579-6

Weblinks [Bearbeiten]