Bonnie Bianco

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Lory Lynn „Bonnie“ Bianco (* 19. August 1963 in Greensburg, Pennsylvania) ist eine US-amerikanische Sängerin, Songwriterin und Schauspielerin.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Lory Bianco in Frankfurt 2007

Sie machte ihre ersten Erfahrungen im Showgeschäft gemeinsam mit ihrer Schwester Holly Ann Bianco als Bianca Sisters und startete im Anschluss eine Solokarriere. Anfang der 1980er Jahre wurde sie von den Produzenten Guido & Maurizio De Angelis (auch bekannt als Oliver Onions) in Hollywood entdeckt, die Bianco mit nach Italien nahmen. Von dort aus sollte Biancos internationale Karriere anvisiert werden. Zum Leidwesen von Bianco bestanden die Produzenten auf eine Namensänderung: Bonnie Bianco.

Ihr erstes Album Bonnie Bianco erschien 1982 in Italien. Im selben Jahr bot man Bianco die weibliche Hauptrolle in dem TV-Mehrteiler Cenerentola '80 (Cinderella '80 in der DDR, Cinderella '87 in der Bundesrepublik Deutschland) an. Der dazugehörige Soundtrack sorgte für den langerwarteten Durchbruch in Italien. Das Nachfolgealbum Un Americana a Roma konnte neben englischsprachigen Liedern auch einige italienische Stücke vorweisen. Bianco präsentierte die meisten Songs in der sehr populären Cabaret-Show Al Paradise, in der sie Stammgast war. Im Jahr 1985 bekam Bianco die weibliche Hauptrolle in einem weiteren TV-Mehrteiler (Molly 'O).

Der Vertrag mit den De-Angelis-Brüdern lief nach 1985 aus, und Bianco machte sich auf die Suche nach einem neuen Team. Ihr persönlicher Manager, Sam Gino, konnte 1986 über Christian de Walden (produzierte u. a. auch Thomas Anders und Brigitte Nielsen) das deutsche Hit-Schreiber-Team Gunther Mende und Alexander de Rouge gewinnen, die zwei Songs für Biancos nächstes Album beisteuerten (u. a. Miss You So).

1987 wurde Cinderella '80 im deutschen TV ausgestrahlt und löste einen regelrechten „Bonnie-Bianco-Hype“ aus. Sowohl der Soundtrack als auch die Single Stay, im Duett mit Pierre Cosso, stürmten innerhalb kürzester Zeit an die Spitze der deutschen Charts und hielten sich dort wochenlang. Bianco, die von dem völlig überraschenden Erfolg mit Cinderella nichts ahnte, erhielt im Handumdrehen einen Plattenvertrag mit Metronome (später Universal, heute Vivendi), und das Album Just Me (bei dem Bonnie auch erstmals in den Songwritercredits auftauchte) wurde im Mai 1987 veröffentlicht, und mit der Single Miss You So landete sie erneut in den Top Ten (höchste Position: Nummer 9). Gleichzeitig veröffentlichte die alte Plattenfirma Teldec das „überholte“ Song-Material aus den Italien-Jahren, und die Single My First Love aus dem Album Un Americana a Roma bzw. Stay schaffte es immerhin noch bis auf Platz 52. Zu diesem Zeitpunkt hatte Bianco drei Top 100 Singles in den Charts.

Rechtsstreitigkeiten mit Christian de Walden und Metronome führten Ende 1987 zu Verwirrungen. In einigen Berichten wurde erwähnt, dass Bianco nur noch als Lory Scott in Erscheinung treten würde. Die Rechtsstreitigkeiten wurden dann vor Gericht beigelegt. Bei der deutschen WEA wurde Bianco unter Vertrag genommen. Sie wollte zu ihrem richtigen Namen zurückkehren und veröffentlichte ihr Follow-Up-Album True Love, Lory als Anspielung auf ihren echten Namen. WEA war es zu riskant, sofort mit Lory Bianco auf den europäischen Markt zu gehen. Das ganze Hin und Her mit ihren Namen verursachte ungewollt einen Karriereknick, denn das Album konnte nicht an den Erfolg der beiden Vorgänger anknüpfen und verfehlte sogar die deutschen Top 40. Lediglich die Hit-Single A Cry In The Night (geschrieben von Dieter Bohlen und auf der Erstpressung des Albums nicht enthalten) wurde im Mai 1989 dann schon unter dem Namen Lory „Bonnie“ Bianco veröffentlicht. Das Lied war der Titelsong zu der Derrick-Folge "Schrei in der Nacht" und erreichte Platz 41 der deutschen Single-Charts. In Österreich erreichte die Single sogar Platz 1 der Charts.

Bei dem 1990 veröffentlichten Album Lonely Is The Night und den dazugehörigen Singles Heartbreaker (geschrieben von Klarmann/Weber), Lonely Is The Night sowie Talking Eyes hatten sich die Dinge jedoch geklärt, und alles wurde unter dem Namen Lory Bianco veröffentlicht. Der Karriere von Lory konnte das aber nicht mehr helfen, Lonely Is The Night wurde ein großer Flop und konnte sich nicht einmal unter den Top 100 der deutschen Albumcharts platzieren. Dafür waren vor allem die fehlende Promotion und die falsche Auswahl an Singleauskopplungen verantwortlich. Das Album enthielt u.a. eine Cover-Version des Elton-John-Klassikers "Sorry Seems To Be The Hardest Word" und den Song "Unison", der gleichzeitig von Celine Dion auf deren gleichnamigen Album veröffentlicht wurde.

In den 1990ern gab es lediglich Veröffentlichungen, die aus alten Songs bestanden. Im Jahre 1997 nahm Bianco jedoch ein Duett mit Chris Norman auf (Send A Sign To My Heart), das allerdings nicht wie geplant als Single veröffentlicht wurde, sondern nur auf dem Album von Norman erschien. Bianco gründete Ende der 1990er ihr eigenes Label Power Records und veröffentlichte dort 2001 das erste von ihr selbst geschriebene und produzierte Album On My Own, But Never Alone….

Am 7. Dezember 2007 erschien unter dem alten Namen Bonnie Bianco eine Doppel-CD mit den größten Erfolgen, einem bisher unveröffentlichten Titel und spanisch gesungen Songs bei EDEL Music.

Im Oktober 2012 erschien im Eigenverlag ihre aktuelle CD "Jesus Paid It All". Die CD ist wie ihr Vorgänger erstmal nur über das Portal von www.cdbaby.com zu erhalten. Später soll auch ein Verkauf über Amazon und andere Download-Seiten erfolgen.

Diskografie[Bearbeiten]

Alben

  • 1982 Bonnie Bianco (Italien und Deutschland 1983)
  • 1983 Cenerentola ' 80 (Italien)
  • 1984 Al Paradise EP (Italien - TV Show)
  • 1985 Un'Americana a Roma (Italien und Deutschland)
  • 1985 Molly ´O (Italien)
  • 1987 Cinderella ´87 (Soundtrack)
  • 1987 Un `Americana A Roma (Deutschland Re-Release)
  • 1987 Stay
  • 1987 Rhapsody
  • 1987 Just Me
  • 1988 Too Young
  • 1988 True Love, Lory
  • 1989 True Love
  • 1990 Lonely Is The Night
  • 1993 Miss you So - The Very Best Of
  • 1993 Un `Americana A Roma (re-release)
  • 1993 Stay - The Very Best Of
  • 1993 You're The One
  • 1996 Lonely Is The Night (re-release)
  • 2001 On My Own...But Never Alone
  • 2003 The Deluxe Edition (Doppel CD)
  • 2007 Best of-enthält Spanische Mixes (Doppel CD)
  • 2012 Jesus Paid It All (christliche Musik)

Singles

  • 1984 Al Paradise
  • 1987 Stay (mit Pierre Cosso)
  • 1987 My First Love
  • 1987 Miss You So
  • 1987 The Heart Is a Lonely Hunter
  • 1988 When The Price Is Your Love
  • 1989 Straight From Your Heart
  • 1989 A Cry in the Night
  • 1989 Hold On (nur in Österreich)
  • 1990 Heartbreaker
  • 1990 Lonely Is The Night
  • 1992 Talking Eyes
  • 1993 Stay (The 1993 Remix)
  • 2002 I Feel The Rhythm (promo CD)

Chartplatzierungen

  • 1987 "Stay" Deutschland: #1 Österreich: #3 Schweiz: #2
  • 1987 "Miss You So" Deutschland: #9 Österreich: #7 Schweiz: #12
  • 1987 "My First Love" Deutschland: #52[1]
  • 1989 "A Cry In the Night" Deutschland: #41 Österreich: #1

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. My first Love in den deutschen Charts