Derrick

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Disambig-dark.svg Dieser Artikel beschäftigt sich mit der deutschen Fernsehserie Derrick. Für weitere Bedeutungen, siehe Derrick (Begriffsklärung).
Derrick
Derrick
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Produktionsjahr(e) 1973–1997
Produktions-
unternehmen
Telenova Film und Fernsehgesellschaft
ZDF
Länge 59 (außer Ein Kongress in Berlin, 75) Minuten
Episoden 281
Genre Krimiserie
Musik Les Humphries
Frank Duval
Erstausstrahlung 20. Oktober 1974 auf ZDF
Besetzung

Derrick war die erfolgreichste Krimiserie im deutschsprachigen Fernsehen und entstand als Gemeinschaftsproduktion von ZDF, ORF und SF DRS. Drehbuchautor Herbert Reinecker schrieb insgesamt 281 Episoden, die im Zeitraum vom 20. Oktober 1974 bis 16. Oktober 1998 im ZDF erstausgestrahlt wurden. Produzent war Helmut Ringelmann mit seiner Firma Telenova-Fernsehproduktion. Derrick ist die meistverkaufte deutsche Serie der bisherigen Fernseh-Geschichte. Drehort war München (und Umgebung).

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Autor: Herbert Reinecker

Reinecker hatte zuvor bereits die Drehbücher für die Serie Der Kommissar verfertigt. Noch bevor diese sehr erfolgreiche deutsche Krimireihe 1976 auslief (97 Folgen), schrieb er parallel dazu bereits Episoden für Derrick. Herbert Reinecker blickte auf eine lange Krimierfahrung zurück: Er hatte Drehbücher für Edgar-Wallace-Filme und für Krimi-„Straßenfeger“ wie Babeck oder 11 Uhr 20 verfasst. Das künstlerische Vorbild für ihn war „Maigret“-Autor Georges Simenon, der die Psychologie der Figuren in den Vordergrund stellt. Den Namen Derrick hatte Reinecker bereits 1973 in der Folge Rudek der Serie Der Kommissar verwendet: Sky Du Mont spielte dort den Zuhälter Manuel Derrick. [1]

[Bearbeiten] Beginn

Die Hauptrolle des Oberinspektors Stephan Derrick übernahm Horst Tappert, während Fritz Wepper seinen Assistenten, Inspektor Harry Klein, spielte. Die Spurensicherung wurde von Kommissar Willy Berger (Willy Schäfer) besorgt. Die Titelmelodie zu Beginn jeder Folge stammt von Les Humphries.

Frank Duval, Komponist, Sänger und Arrangeur, „Chefkomponist“ der Serie, steuerte außerdem einige Songs bei, die zu Hits in den Charts aufstiegen (Love 1977, Angel of Mine 1980). Die Musikuntermalung der ersten Folge Waldweg (Regie: Dietrich Haugk) stammt von Krimi-Spezialist Peter Thomas, der auch noch sieben weitere Folgen vertonte und später für die Titelmusik zu Der Alte verantwortlich war. Sein Kollege Martin Böttcher war mit neun Filmmusiken dabei. Helmut Trunz und Eberhard Schoener waren auch Komponisten für Derrick.

Die erste gezeigte Episode war Waldweg (nach der Chronologie der Drehtermine war die allererste Folge eigentlich Mitternachtsbus, gedreht im Sommer 1973) und wurde wie die nächsten Folgen zunächst jeweils am Sonntag ausgestrahlt. Erst 1978 rückte der Sendetermin auf den angestammten ZDF-Krimitermin am Freitag um 20:15 Uhr. Über dreißig Millionen Zuschauer saßen bei der ersten Derrick-Folge vor den Geräten, zu einem Zeitpunkt, als es noch keine kommerziellen Fernsehsender in Deutschland gab.

[Bearbeiten] Reaktionen

Die ersten Reaktionen waren niederschmetternd. Reinecker und Produzent Helmut Ringelmann hatten die Krimistorys umgekehrt erzählt: Der Mörder ist bekannt, und das Publikum schaut den Kriminalisten zu, wie sie dem Täter auf die Schliche kommen. Das Schema, den Mord am Anfang des Filmes zu zeigen und danach erst die Aufklärung, war zuvor erfolgreich in der US-amerikanischen Serie Columbo mit Peter Falk (ab 1971). Der Zuschauer deutscher Serien war aber an das alte Schema („Wer ist der Täter?“) zu sehr gewöhnt. Das Konzept der Serie, deren einzelne Folgen ursprünglich auf 90 Minuten angelegt waren, wurde nun Schritt für Schritt geändert und dem Geschmack der Zuschauer angepasst.

In der Folge 19 – Tote Vögel singen nicht kam es zu fünf Todesfällen (drei erschossen, davon eine Person zusätzlich mit Säure verätzt, eine Person erstochen, eine Person im Moorbad ertränkt). Es kam zu Kritik sowohl von Seiten der Zuschauer als auch von den Verantwortlichen selbst. Fortan blieb es bei maximal drei Opfern pro Sendung.

Die Folge 20 – Schock wurde zunächst nicht wiederholt: ein Kind wurde getötet.

[Bearbeiten] Erfolge

Die Beliebtheit der Serie bei den Zuschauern stieg in den nächsten Jahren rasant an. Sie wurde im Laufe der Jahre in mehr als 100 Länder auf allen Kontinenten exportiert.

[Bearbeiten] Äußerlichkeiten bei Derrick

Derrick ist (in den späteren Folgen) eingeschworener Nichtraucher. In einem Restaurant nimmt er Mineralwasser oder Wein zu sich, seltener ein Glas Bier. In seinem Büro trinkt er stets Kaffee. Derrick trägt Maßanzüge, einen hellen Trenchcoat, dunkle Lederschuhe und eine goldene Rolex-Uhr. Seine Waffe, eine Walther PPK 7,65 und, später, eine 38 special Smith & Wesson, gebraucht er nur im äußersten Notfall.

Beachtlich ist auch, dass die Figuren Derrick und Klein die Amtsbezeichnungen „Kriminaloberinspektor“ bzw. „Kriminalinspektor“ führen, obwohl es diese Dienstgrade im bayerischen Polizeivollzugsdienst seit 1972/75 gar nicht mehr gibt. In späteren Folgen wird die Nennung des Titels meist vermieden.

Derricks ausgeprägte Tränensäcke inspirierten den Redakteur einer Automobilzeitschrift, den 3er BMW des Modelljahres 1998 wegen seiner Scheinwerferform als „Modell Derrick“ zu bezeichnen, was schnell von Kollegen und der Leserschaft aufgenommen und kopiert wurde, sodass sogar BMW-Mitarbeiter intern den 3er der Modellreihe BMW E46 zeitweise so bezeichneten.

[Bearbeiten] Stephan Derrick privat

Stephan Derrick ist nicht verheiratet und lebt in einer Eigentumswohnung. Zweimal wurde ihm eine Freundin in der Serie zugestanden, doch sind beide niemals wieder aufgetaucht: die Psychologin Renate Konrad (Johanna von Koczian) und die Innenarchitektin Ariane (Margot Medicus).

[Bearbeiten] Bezugnahmen

Eine Parodie auf den behäbigen Stil der Derrick-Folgen und die charakteristische Art der Dialoge in Reineckers Drehbüchern brachte um 1995 Jochen Busse in der Comedy-Show RTL Samstag Nacht. Dort fuhren Derrick und Assistent Klein zu einem „Brock“, um einen Mord aufzuklären. Der Fakt, dass sie zu „Brock“ fahren wird dabei ständig wiederholt, ebenso wie der folgende nachgestellte Dialog zwischen Derrick und einem Verdächtigen im Hause von Brock, der aus ständigen Fragen und Gegenfragen besteht: „Es ist ein Mord geschehen.“ – „Ein Mord?“ − „Ja, jemand ist ermordet worden.“ – „Ermordet?“ Und so weiter. Später wurden die Derrick-Persiflagen ständiger Bestandteil der Show. Die Rolle des Derrick spielte dabei Stefan Jürgens, Harry Klein gab Tommy Krappweis.

Im April 2004 erschien in den Kinos der Derrick-Zeichentrickfilm Derrick – Die Pflicht ruft mit den Originalstimmen von Tappert und Wepper.

Im Film Zugvögel – einmal nach Inari wird der Hauptcharakter von einem Kommissar „Stefan“ und seinem Assistenten „Harry“, die im Verlauf des Filmes eine immer engere Beziehung eingehen, bis nach Finnland verfolgt.

Nachdem 2000 in den Niederlanden eine Telefonnummer eingeführt wurde, unter der sich Bürger in nicht dringenden Fällen an die Polizei wenden sollen, zeigte ein Infospot, wie Tappert beim Bereiten von Bratwurst und Sauerkraut ständig von Anrufern gestört wurde, die etwas bei der Polizei melden wollten.

Im Januar 2009 wurde bekannt, dass Peter Jung (Oberbürgermeister von Wuppertal) Horst Tappert den Platz vor dem Schauspielhaus widmen möchte. [2]

[Bearbeiten] Letzte Folge

In der letzten Episode der Serie wurde Derrick zu Europol befördert und nahm Abschied von München. Zur Abschiedsfeier gratulierten auch die Kollegen Leo Kress, Gerd Heymann, Axel Richter und Werner Riedmann aus der Serie Der Alte. Bei der Abschiedsfeier ebenfalls anwesend waren die Kollegen Batic und Leitmayr vom Münchner Tatort der ARD.

[Bearbeiten] Derrick-Regisseure

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. http://www.imdb.de/title/tt0394703/
  2. Artikel Redaktion DerWesten vom 15. Januar 2009

[Bearbeiten] Literatur

  • Umberto Eco: Derrick oder Die Leidenschaft für das Mittelmaß. Hanser, München 2000, ISBN 3-44619-906-3.
  • Katrin Hampel: Das Derrick-Buch. Alles über die erfolgreichste deutsche Krimiserie. Henschel, Berlin 1998, ISBN 3-89487-313-2.
  • Ulrike Kabyl: Derrick. Eine Erfolgsgeschichte des deutschen Fernsehens. Teiresias, Köln 2001 (= Fernsehwissenschaft; 3), ISBN 3-934305-29-6.
  • Claus Legal, Hans-Wilhelm Saure: Derrick. „Harry hol schon mal den Wagen“. Ullstein, Berlin 1998, ISBN 3-548-35830-6.
  • Laura Morretti: Die Derrick Story. Fotos, Fakten, Fans. Der offizielle Bildband. Burgschmiet, Nürnberg 1998, ISBN 3-932234-63-4.
  • Thomas Sandoz: Derrick. L’ordre des choses. Grolley, Éditions de l'Hèbe, 1999.
  • Klaus Schmeh: Der Kultfaktor – Vom Marketing zum Mythos: 42 Erfolgsstorys von Rolex bis Jägermeister. Redline Wirtschaft, Frankfurt 2004 (enthält ein ausführliches Kapitel über Derrick und den dazu gehörenden Kult)
  • Franz Stummel, Georg F. W. Tempel: Derrick - Wer ist eigentlich Harry?. Ehapa, Stuttgart 1999, ISBN 3-7704-1413-6.
  • Horst Tappert: Derrick und ich. Meine zwei Leben.

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Derrick – Sammlung von Bildern und/oder Videos und Audiodateien
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