Brandenstein (Adelsgeschlecht)

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Wappen derer von Brandenstein

Brandenstein ist der Name eines alten thüringischen Adelsgeschlechts, dessen Stammsitz die Burg Brandenstein bei Ranis war. Das Geschlecht hat die drei Stämme Oppurg-Ranis, Wernburg-Zöschen und Neudeck, deren Zusammenhang bisher nicht geklärt ist.

Geschichte[Bearbeiten]

Einst in Thüringen, im Orlagau und im Vogtland verbreitet, gehörten die Brandenstein im 13. Jh. zu den Schwarzburger, orlamündischen und lobdeburgischen Vasallen. Sie besaßen Güter in Oppurg, Ranis, und Wernburg. Das Geschlecht erscheint erstmals urkundlich 1282 mit dem Ritter Albrecht von Brandenstein auf der Burg Brandenstein bei Ranis.

1450 saßen die Gebrüder Hans, Eberhard, Heinrich und Georg auf Rolitz. 1486 erhebt Kaiser Friedrich III. Heinrich von Brandenstein auf Ranis und seine Nachkommen in den Reichsfreiherrenstand.

Die Herren von Brandenstein waren thüringische Adelige, die sich den Wettinern unterordneten. Dies belegt der 1549 am Reichskammergericht eröffnete Prozess gegen Caspar und Asse von Brandenstein auf Burg Ranis und den Kurfürsten Moritz von Sachsen sowie die Brüder Johann Friedrich den Mittleren und Johann Wilhelm, Herzöge von Sachsen. Während der kaiserliche Fiskal der Auffassung war, dass die Brandensteiner als reichsunmittelbare Herren galten und demnach dem Reich und dem Kammergericht gegenüber zur Steuerzahlung verpflichtet seien, wiesen die Herren von Brandenstein ihre Vasalität zu den Wettinern nach, die berechtigt waren, ihnen gegenüber finanzielle Forderungen zu stellen. Gegenüber Kaiser und Reich lehnten die Brandensteiner jedoch die Zahlung von Steuern ab.

1567 verkauften sie ihren Stammsitz und 1571 den größten Teil ihrer Herrschaft Ranis an Melchior von Breitenbauch. Christoph von Brandenstein auf Oppurg und Knau wurde 1630 in den Reichsgrafenstand erhoben, seine Nachkommenschaft ist abgestorben. Von 1797 bis 1840 war die Familie Besitzer des Rittergutes Goseck.

Burg Brandenstein (Hessen)

Es ist nicht belegt, ob die heute im Familienbesitz befindliche Burg Brandenstein in Schlüchtern-Elm ein früherer Stammsitz des heute blühenden Geschlechtes ist, da nicht nachzuweisen ist, ob die dort 1278-1300 auftretenden Hermann und Konrad von Brandenstein mit den in Thüringen ansässigen Stämmen verwandt waren.

Im Einschreibebuch des Klosters Dobbertin befinden sich 13 Eintragungen von Töchtern der Familie von Brandenstein von 1799-1902 zur Aufnahme in das adelige Damenstift im mecklenburgischen Kloster Dobbertin.

Wappen[Bearbeiten]

Das Stammwappen zeigt auf Gold einen steigenden, natürlichen Wolf (auch Fuchs, Löwe), eine rot bewehrte, gestürzte silberne Gans im Rachen. Auf dem gekrönten Helm mit schwarz-silbernen Decken der wachsende Wolf mit der Gans im Rachen.

Bekannte Mitglieder[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Genealogisches Handbuch des Adels. Adelslexikon. Band 58, 1974
  • Wolf von Brandenstein: Geschichte der Familie von Brandenstein, 4 Hefte (in 2 Bänden), Magdeburg 1895-1905
  • Heinz Kraft: Brandenstein. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 2, Duncker & Humblot, Berlin 1955, ISBN 3-428-00183-4, S. 517 f. (Digitalisat).
  • Sara Ronge: Die historische Entwicklung der Familie von Brandenstein und ihr Einfluss auf das Rittergut Knau im 16. und 17. Jahrhundert, In: Heimatjahrbuch des Saale-Orla-Kreises, Bd. 16 (2008), S. 48-52
  • Bernd Wiefel: Genealogie der Familie von Brandenstein, In: Rudolstädter Heimathefte, Heft 9/10, 52. Auflage, Riegg & Stapelfeld, Saalfeld 2006, Seite 271-275
  • Bernd Wiefel: Zur Geschichte der Herren von Brandenstein auf Ranis, Studien zur Sozialgeschichte der Herrschaft Ranis, Ergänzungsband II, Olbernhau 2006 (Eigenverlag)
  • Bernd Wiefel: Die Geschichte vom Leben und Sterben des Hieronymus von Brandenstein auf Gräfendorf, Studien zur Sozialgeschichte der Herrschaft Ranis, Ergänzungsband III, Olbernhau 2004 (Eigenverlag)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Brandenstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien