Wernburg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Wernburg
Wernburg
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wernburg hervorgehoben
50.67666666666711.602222222222340Koordinaten: 50° 41′ N, 11° 36′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Saale-Orla-Kreis
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Oppurg
Höhe: 340 m ü. NHN
Fläche: 6,84 km²
Einwohner: 648 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 95 Einwohner je km²
Postleitzahl: 07381
Vorwahl: 03647
Kfz-Kennzeichen: SOK, LBS, PN, SCZ
Gemeindeschlüssel: 16 0 75 124
Adresse der Verbandsverwaltung: Am Türkenhof 5
07381 Oppurg
Webpräsenz: www.wernburg.de
Bürgermeister: Dieter Fröhlich (FDP)
Lage der Gemeinde Wernburg im Saale-Orla-Kreis
Bad Lobenstein Birkenhügel Blankenberg Blankenstein Bodelwitz Bucha Burgk Dittersdorf Crispendorf Dittersdorf Dittersdorf Döbritz Dreba Dreitzsch Eßbach Gefell Geroda Keila Görkwitz Göschitz Gössitz Grobengereuth Harra Hirschberg (Saale) Gertewitz Kirschkau Knau Kospoda Krölpa Langenorla Lausnitz Lemnitz Linda bei Neustadt an der Orla Löhma Miesitz Mittelpöllnitz Moßbach Moxa Neundorf (bei Lobenstein) Neundorf (bei Schleiz) Neustadt an der Orla Neustadt an der Orla Nimritz Oberoppurg Oettersdorf Oppurg Paska Peuschen Plothen Pörmitz Pößneck Pottiga Quaschwitz Ranis Remptendorf Rosendorf Saalburg-Ebersdorf Schlegel Schleiz Schmieritz Schmorda Schöndorf Seisla Solkwitz Stanau Tanna Tegau Tömmelsdorf Triptis Volkmannsdorf Weira Wernburg Wilhelmsdorf (Saale) Wurzbach Ziegenrück ThüringenKarte
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Wernburg ist eine Gemeinde im thüringischen Saale-Orla-Kreis. Die Gemeinde hat etwa 680 Einwohner auf einer Fläche von 6,84 km².

Geografie[Bearbeiten]

Wernburg liegt südlich der Stadt Pößneck und östlich von Ranis am südlichen Rand der Orlasenke in kupierten Gelände des auslaufenden Südostthüringer Schiefergebirges. Die Landesstraße 1102 verbindet das Dorf Wernburg und den Weiler Seebach mit dem Umland.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Wernburg besteht aus den Ortsteilen Wernburg und Seebach.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Angrenzende Gemeinden sind (im Uhrzeigersinn) Bodelwitz, Peuschen, Moxa, Schmorda sowie die Städte Ranis und Pößneck.

Geschichte[Bearbeiten]

Eine neolithische Höhensiedlung lag auf dem Haselberg westlich von Wernburg. Auf der Anhöhe sind Feuersteinsplitter, Pfeilspitzen und Keramikscherben gefunden worden.[2] Auf einer markanten Anhöhe mit steilen Abhängen in der Orlasenke nordwestlich von Wernburg liegt eine Wallburg. Die genannte Altenburg war eine prädestinierte Höhensiedlung mit Kontrolle über das Orlatal. Kulturhinterlassenschaften sind Beleg einer Ansiedlung im Neolithikum und der Latènezeit.[3]

Schloss Wernburg um 1860, Sammlung Alexander Duncker

Wernburg, das am Rande der Orlasenke liegt, wurde am 1. Juni 1320 erstmals urkundlich erwähnt.[4] Eine Seitenlinie der Familie von Brandenstein nannte sich 1360–1370 nach dem Ort, die ursprüngliche Burganlage befand sich im Oberdorf. Sie stand auf einem kleinen Felsen mit einem Graben umgeben.[5][6] Gegen 1580 zog die Familie in das neu errichtete Renaissance-Schloss. 1704 erwarb die Familie von Wurmb das Rittergut, später die Familie von Schönfeld. Ab 1750 bewohnte die Familie von Erffa es durchgehend bis Ende 1945. Zu DDR-Zeiten diente das Gebäude als Fachschule für Tierzucht, Schwerpunkt Schweinezucht. 1960 brannte das Schloss zu großen Teilen ab, die wenigen Reste sind provisorisch gesichert. Die ehemals zum Gut gehörende, quadratische St.-Veit-Kapelle von 1508 wird derzeit restauriert.[7]

→ Siehe auch St. Ursula (Wernburg)

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1994: Stand jeweils 31. Dezember):

  • 1933: 791[8]
  • 1939: 823[8]
  • 1994: 680
  • 1995: 686
  • 1996: 712
  • 1997: 725
  • 1998: 717
  • 1999: 744
  • 2000: 770
  • 2001: 766
  • 2002: 768
  • 2003: 772
  • 2004: 772
  • 2005: 772
  • 2006: 759
  • 2007: 747
  • 2008: 734
  • 2009: 722
  • 2011: 679
Datenquelle ab 1994: Thüringer Landesamt für Statistik

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Seit der Kommunalwahl vom 7. Juni 2009 setzt sich der Gemeinderat wie folgt zusammen:[9]


Die Wahlbeteiligung lag bei 58,3 %.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 24. Januar 1995 durch das Thüringer Landesverwaltungsamt genehmigt.

Blasonierung: „Geteilt von Gold über Rot; belegt mit einem goldenen Herzschild, der zwischen zwei gestürzten grünen Keilen einen steigenden grünen Keil zeigt, oben drei grüne Laubbäume, unten zwei silberne Flügel.“

Das Wappen wurde vom Heraldiker Michael Zapfe gestaltet.[10]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Geschichtsdenkmale[Bearbeiten]

Auf dem Friedhof an der Bodelwitzer Straße erinnert ein Findling mit mahnender Aufschrift an mindestens sieben KZ-Opfer eines Todesmarsches, der im April 1945 von SS-Männern durch den Ort getrieben wurde. Nichts mehr erinnert an die Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter, die in Wernburg und Bodelwitz in der Landwirtschaft zwangsarbeiten mussten.[11]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wernburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. Michael Köhler: Thüringer Burgen und befestigte vor- und frühgeschichtliche Wohnplätze,Jenzig-Verlag,2001, ISBN 3-910141-43-9,S.128
  3. Michael Köhler: Thüringer Burgen und befestigte vor- und frühgeschichtliche Wohnplätze Jenzig-Verlag 2001 ISBN 3-910141-43-9 S.53
  4. Wolfgang Kahl: Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer. Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, 2010, ISBN 978-3-86777-202-0, S. 310
  5. Thomas Bienert: Mittelalterliche Burgen in Thüringen Wartberg Verlag 2000 S.224 ISBN 3-86134-631-1
  6. Schloss
  7. http://poessneck.otz.de/web/lokal/kultur/detail/-/specific/Kapelle-in-Wernburg-ziert-Weihnachtstaler-1629027852
  8. a b http://www.verwaltungsgeschichte.de/ziegenrueck.html
  9. http://www.wahlen-thueringen.de/datenbank/wahl1/wahl.asp?wahlart=GW&wJahr=2009&zeigeErg=GEM&wknr=075&gemnr=75124
  10. Neues Thüringer Wappenbuch Band 2 Seite 47; Herausgeber: Arbeitsgemeinschaft Thüringen e.V. 1998 ISBN 3-9804487-2-X
  11. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933-1945 (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen, Erfurt 2003, S. 229, ISBN 3-88864-343-0