Brigitte Kuhlmann

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Brigitte Kuhlmann (* 1947; † 4. Juli 1976 in Entebbe) war eine deutsche Terroristin der Revolutionären Zellen. Sie wurde 1976 bei der der Befreiung eines durch palästinensische und deutsche Terroristen entführten Flugzeugs in Uganda getötet.

Leben[Bearbeiten]

Kuhlmann war zunächst Anwaltsgehilfin, studierte dann Pädagogik in Hannover und ging Anfang der 1970er Jahre nach Frankfurt am Main. Sie schloss sich dort der linksextremistischen Szene an, lebte mit Gleichgesinnten – unter anderem Wilfried Böse und Hans-Joachim Klein – in einer Kommune und arbeitete für den Verlag „Roter Stern,“ der dort seinen Sitz hatte. In ihrer Freizeit sorgte sie für Körperbehinderte und schrieb Gedichte.[1] Sie wurde Böses Lebensgefährtin, gründete mit ihm die terroristische Vereinigung „Revolutionäre Zellen“ und hatte auch enge Verbindungen zur Rote Armee Fraktion. Sie vermittelte der bereits gesuchten Ulrike Meinhof ein Quartier in Hannover, wo diese 1972 verhaftet wurde, nachdem der Wohnungsbesitzer Fritz Rodewald die Polizei informiert hatte.[2] Nach Aussage ihres letzten Lebensgefährten Gerd Schnepel war diese Fehleinschätzung ein wichtiges persönliches Motiv für Kuhlmann, durch internationale RZ-Aktionen eine Freipressung Meinhofs und anderer RAF-Mitglieder zu versuchen.[3] Seit der OPEC-Geiselnahme von Wien im Dezember 1975, bei der die Täter per Flug über Algerien fliehen konnten, gehörte sie zu den meistgesuchten deutschen Terroristinnen.[1] Nach späteren Aussagen von Hans-Joachim Klein vor Gericht hatte Kuhlmann ihn im Herbst 1975 bei einem Treffen zur Teilnahme an dem Anschlag auf die OPEC-Ministerkonferenz überredet.[4][5]

Entführung von Air-France-Flug 139[Bearbeiten]

Hauptartikel: Operation Entebbe

Zusammen mit Böse und zwei Palästinensern aus der von Wadi Haddad angeführten Terrorgruppe PFLP-EO entführte Kuhlmann am 27. Juni 1976 den Air France Flug 139 von Tel Aviv bei der Zwischenlandung in Athen auf dem Weg nach Paris und leitete ihn nach Entebbe um.

Kuhlmann und Böse trennten dort die jüdischen von den nichtjüdischen Geiseln und ließen die nichtjüdischen frei.[6]

Bei der Befreiung der Geiseln durch israelische Soldaten wurde Kuhlmann erschossen.

Das nach ihrem Decknamen benannte „Kommando Märtyrerin Halima“ entführte im Oktober 1977 das Lufthansa-Flugzeug Landshut.

Trivia[Bearbeiten]

Im israelischen Doku-Drama Mivtsa Yonatan (Operation Thunderbolt) (1977) über die Geiselbefreiung in Entebbe spielte Sybil Danning die Rolle Kuhlmanns. In der französisch-deutschen Filmbiografie Carlos – Der Schakal (2010) spielte Katharina Schüttler die Rolle Kuhlmanns.[7]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Terroristen: Kontakt mit Kadern, in: Der Spiegel 1–2/1976 vom 5. Januar 1976, abgerufen am 17. Juli 2014
  2. Markus Krischer: Ein Schatten auf Schily, in: Focus vom 30. August 2010, abgerufen am 17. Juli 2014
  3. Die Carlos-Haddad-Connection, in: Jungle World vom 29. November 2000, abgerufen am 4. August 2014
  4. Thomas Riegler: Im Fadenkreuz: Österreich und der Nahostterrorismus 1973 bis 1985. S. 131, V&R unipress, Göttingen 2011
  5. Neue Akzente im Opec-Prozeß, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 20. Oktober 2000, S. 69
  6. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/der-vergessene-antisemitismus-terror-gegen-juden-bei-raf-vorlaeufern-a-884099.html
  7. Brigitte Kuhlmann in der Internet Movie Database (englisch)