Fritz Rodewald
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Fritz Rodewald (* 1939) ist ein deutscher Lehrer aus Hannover und ehemaliges Mitglied des geschäftsführenden Bundesvorstandes der Gewerkschaft GEW. Er gab 1972 einen Hinweis an die Polizei, der zur Ergreifung zweier RAF-Terroristen, darunter Ulrike Meinhof, führte. Er wurde deswegen von Linksradikalen und RAF-Sympathisanten als "Verräter" betrachtet und mit dem Tode bedroht, aber auch von konservativer Seite wurde er kritisiert.
Rodewald lebt die meiste Zeit seines Lebens in Langenhagen bei Hannover, so auch im Jahr 1972, als er zusammen mit seiner damaligen Freundin und späteren Frau Ulrike Winkelvoß in einer Wohnung lebte. Er war damals Mitglied des geschäftsführenden Bundesvorstands der Lehrergewerkschaft GEW.
Zu dieser Zeit half er Deserteuren der US-Armee, die sich einem Einsatz im Vietnamkrieg entziehen und nach Schweden fliehen wollten. Daher war es für ihn üblich, dass bei ihm Fremde übernachten.
Am 14. Juni 1972 stand eine ihm fremde Frau vor der Tür und bat um Einlass. Sie bat um die Möglichkeit, am Tag darauf bei ihm mit einer weiteren Person zusammen zu übernachten. Er stimmte zu. Seine Freundin Ulrike, die selbst auch Pädagogin und im links-alternativen Bereich engagiert war, war allerdings misstrauisch geworden und fürchtete, es handele sich um Terroristen der RAF. Rodewald hielt dies für unmöglich, da er sich erst kurz zuvor öffentlich gegen den Terror der RAF geäußert hatte. Die beiden stritten sich die ganze Nacht, und nach Rücksprache mit seinem Freund Oskar Negt beschloss Rodewald, es der Polizei zu melden. Als er nach Hause kam, war ein Mann in einer nahe gelegenen Telefonzelle und eine Frau in seiner Wohnung verhaftet worden. Es stellte sich heraus, dass es sich um Gerhard Müller und Ulrike Meinhof handelte.
Künftig wurde er von Linken als Verräter betrachtet. Er musste monatelang untertauchen und stand zeitweise unter Polizeischutz. Viele Teile seines Umfelds wandten sich von ihm ab: ein Wohnungsmietvertrag wurde gleich nach Abschluss wieder aufgelöst und er verlor den Posten bei der Gewerkschaft. Er konnte seinen Beruf als Lehrer nicht mehr ausüben, da seine Kollegen Anschläge auf die Schule befürchteten. Er wurde letztendlich Psychotherapeut. Bei späteren Tätigkeiten als Journalist und wissenschaftlicher Mitarbeiter gab es Proteste seitens der Leser bzw. Studenten. Auch die Beziehung zu seiner damaligen Freundin und späteren Ehefrau Ulrike zerbrach in der Folge der Ereignisse, Rodewald kam erst Jahre später wieder mit ihr zusammen. Selbst nach Jahrzehnten stieß er gelegentlich auf Schwierigkeiten, z.B. als er sich bei einem Boule-Club anmelden wollte.
Ihm wurde zwar das Bundesverdienstkreuz angeboten, er lehnte es aber ab. Er äußerte öffentlich, dass er die Belohnung für die Ergreifung Meinhofs deren Verteidigung spenden wolle. Dies wiederum brachte die Konservativen gegen ihn auf. Letztendlich spendete er sie anonym für die Rote Hilfe.
Seine Frau kam am 3. Dezember 1999 auf einem Campingplatz in Dänemark durch einen Sturm ums Leben. Heute lebt Fritz Rodewald alleine in Hannover.
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Rodewald, Fritz |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Lehrer; ehemaliges Mitglied des geschäftsführenden Bundesvorstandes der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft |
| GEBURTSDATUM | 1939 |

