Brotterode
50.82527777777810.445833333333573Koordinaten: 50° 49′ 31″ N, 10° 26′ 45″ O
| Brotterode
Stadt Brotterode-Trusetal
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| Höhe: | 573 m |
| Fläche: | 23,81 km² |
| Einwohner: | 2750 (31. Dez. 2010) |
| Eingemeindung: | 1. Dezember 2011 |
| Eingemeindet nach: | Trusetal |
| Postleitzahl: | 98599 |
| Vorwahl: | 036840 |
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Lage von Brotterode in Brotterode-Trusetal |
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Das Rathaus in Brotterode |
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Brotterode war eine selbständige Stadt, die am 1. Dezember 2011 im Zuge einer Gebietsreform mit der Gemeinde Trusetal zur neuen Stadt Brotterode-Trusetal im Landkreis Schmalkalden-Meiningen in Thüringen/Deutschland zusammengeschlossen wurde und ist heute ein Stadtteil dieser neu gebildeten Stadtgemeinde.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie [Bearbeiten]
Brotterode liegt im Thüringer Wald am Fuße des Großen Inselsberges, unmittelbar am Rennsteig zwischen Tabarz und Trusetal am Oberlauf der Truse.
Geschichte [Bearbeiten]
Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes war am 27. April 1039 als Brunwardesrot. Der Ort war wahrscheinlich um 1360 Sitz einer Vogtei mit einer später fast vollständig verschwundenen Burg Brotterode. Die um 1390 unter hennebergischem Patronat stehende Kirche gehörte zum Erzbistum Mainz. Im Verband der Herrschaft Schmalkalden kam Brotterode aus anfangs landgräflicher thüringischer Botmäßigkeit im späten Mittelalter unter hessisches und hennebergisches Kondominat und wurde 1583 ganz hessisch. Neben Holzverarbeitung waren Eisenbergbau und -verarbeitung seit dem Mittelalter heimisch, daraus entwickelte sich im 19. Jahrhundert die Kleineisenindustrie und Drahtzieherei, die Tabakverarbeitung und später die Fahrzeugelektrik.
Am 10. Juli 1895 fielen 729 von 842 Gebäuden des Ortes einem Brand zum Opfer, dabei kamen fünf Menschen ums Leben. Danach wurde Brotterode planmäßig wieder aufgebaut und erhielt Kanalisation.[1]
Die Aufbauarbeiten wurden durch eine 600-mm-Heeresfeldbahn Brotterode–Wernshausen (die spätere Trusebahn) unterstützt, die am 11. Mai 1896 den Güterverkehr aufnahm. Seit etwa 1900 wird Brotterode als Sommerfrische oder Wintersportort aufgesucht, 1898 entstand mit der Bahnstrecke Schmalkalden–Brotterode eine Bahnverbindung nach Schmalkalden. Bereits 1964 wurde der Verkehr wieder eingestellt.
1895 hatte Brotterode 2358 Einwohner. 1936 wurde es zur Stadt erhoben.
Während des Zweiten Weltkrieges mussten über 700 Kriegsgefangene sowie Frauen und Männer aus den von Deutschland besetzten Ländern Zwangsarbeit verrichten: im Werk IV der Firma Wissner in den Stollenwiesen, in der Bäckerei Wehner, in der Firma E.Schwarzkopf, in der Firma G.Malsch, in der Firma H.Schmauch, in der Firma L.Brandt, in der Stadtverwaltung, in der Forstwirtschaft und im Elektrizitätswerk.[2]
Seit 1952 nahm der Ferienbetrieb einen starken Aufschwung und Brotterode entwickelte sich zu einem Zentrum des Wintersports.
Am 1. Dezember 2011 wurde die Stadt Brotterode in die Gemeinde Trusetal eingemeindet und die Gemeinde Trusetal in Stadt Brotterode-Trusetal umbenannt.
Einwohnerentwicklung [Bearbeiten]
Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):
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mittlere Veränderung pro Jahr seit 1994: ∅ = −38,5 (−1.27 %)
- Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik
Wappen [Bearbeiten]
Blasonierung: „In Grün zwei gekreuzte goldene Berghämmer, belegt mit einem goldenen Meißel.“
Die heutige Form des Wappens wurde am 16. Januar 1950 angenommen. Das Wappenmotiv erschien erstmals 1726 auf einem Siegel mit der Umschrift AMT UND ZENTH BROTROT.
Städtepartnerschaften [Bearbeiten]
- Bad Vilbel, Deutschland
- Saint-Martin-le-Vinoux, Frankreich
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Kultur [Bearbeiten]
In den 1930er Jahren war hier der sächsische Pädagoge und Dichter Fritz Deubner als Rektor der Schule tätig. Er wurde als Autor zahlreicher Gedichte und Kurzgeschichten bekannt.
St.-Nikolaus-Kirche [Bearbeiten]
Im Jahre 1778 wütete ein Brand im Dorf, dem fast alle Häuser zum Opfer fielen, auch die Barockkirche. Kaiserin Auguste Victoria unterstützte den Neubau einer Kirche von 1898-1900 mit 1000 Plätzen. Es wurde ein neugotischer Kirchenraum mit eindrucksvollen Altarfenstern: In der Mitte der einladende Christus im roten Gewand der Liebe. Links davon Petrus in blau-violettem Gewand (steht für Glaube), und rechts Paulus im grünen Gewand (steht für Hoffnung).[3]
Naturdenkmale [Bearbeiten]
Der Rennsteig markiert die nördliche Gemarkungsgrenze von Brotterode, in seinem Verlauf trifft man auf die Beerberggrotte, sie befindet sich im Westhang des Beerbergstein.
Sport [Bearbeiten]
Durch seine Skisprungschanze, die Inselbergschanze, auf der jährlich ein internationales Springen stattfindet, ist Brotterode bekannt. Zahlreiche Skispringer aus Brotterode waren national und international erfolgreich:
- Werner Lesser (viermaliger deutscher Meister)
- Hans-Georg Aschenbach (Goldmedaille Olympische Winterspiele 1976, Gesamtsieger der Vierschanzentournee 1973/1974)
- Dietmar Aschenbach
- Jochen Danneberg (Silbermedaille Olympische Winterspiele 1976)
- Ralph Gebstedt
Heute befindet sich in Brotterode das Leistungszentrum zur Nachwuchsgewinnung für Skispringer. Zudem finden jährlich Hundeschlittenrennen statt. In den Jahren 2003 und 2006 fielen die Wintersportaktivitäten wegen Schneemangels aus.
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]
- Andreas Wiß (1788−1816), Dichter
- Ferdinand Breunung (1830−1883), Pianist und Organist sowie Dirigent und langjähriger Musikdirektor in Aachen
- Theodor Ilgen (1854−1924), Historiker und Archivar
- Otto Klepper (1888−1957), Jurist und Politiker (DNVP, DDP/DStP, später parteilos)
- Oswin Puttrich-Reignard, (1906−1942), Archäologe
- Dietrich Franke (* 1943), Jurist
Literatur [Bearbeiten]
- Günter Schmidt: Brotterode. Beiträge zur älteren Geschichte und zur Mundart von Brotterode. 950 Jahrfeier 1989. Brotterode 1989, S. 86.
- Günter Schmidt: Brotterode. Eine Darstellung von Landschaft, Geschichte und Kultur. Brotterode 1999, S. 391.
- Roland Geißler: Wanderführer um Bad Liebenstein und den Inselsberg, Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza 2007, ISBN 978-3-938997-79-6
Weblinks [Bearbeiten]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Günter Schmidt: Großbrand 1895 in Brotterode. Selbstverlag, Brotterode 1995, S. 25.
- ↑ Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933-1945 (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen, Erfurt 2003, S. 252, ISBN 3-88864-343-0
- ↑ Website der Evang. Kirche von Kurhessen-Waldeck
Brotterode | Elmenthal | Laudenbach | Trusetal (entstanden aus Herges-Auwallenburg und Trusen) | Wahles