Bad Vilbel

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bad Vilbel
Bad Vilbel
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bad Vilbel hervorgehoben
50.17758.7352777777778109Koordinaten: 50° 11′ N, 8° 44′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Wetteraukreis
Höhe: 109 m ü. NHN
Fläche: 25,65 km²
Einwohner: 31.649 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 1234 Einwohner je km²
Postleitzahl: 61118
Vorwahl: 06101
Kfz-Kennzeichen: FB, BÜD
Gemeindeschlüssel: 06 4 40 003
Stadtgliederung: 5 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Parkstraße 15
61118 Bad Vilbel
Webpräsenz: www.bad-vilbel.de
Bürgermeister: Thomas Stöhr (CDU)
Lage der Stadt Bad Vilbel im Wetteraukreis
Butzbach Münzenberg Rockenberg Ober-Mörlen Bad Nauheim Friedberg (Hessen) Rosbach v.d. Höhe Wöllstadt Karben Bad Vilbel Wölfersheim Reichelsheim (Wetterau) Niddatal Florstadt Echzell Reichelsheim (Wetterau) Nidda Hirzenhain Gedern Ranstadt Glauburg Altenstadt (Hessen) Limeshain Ortenberg (Hessen) Kefenrod Büdingen Lahn-Dill-Kreis Landkreis Gießen Vogelsbergkreis Hochtaunuskreis Frankfurt am Main Main-Kinzig-KreisKarte
Über dieses Bild

Bad Vilbel [ˈfilbəl] ist mit 32.369 Einwohnern (Stand 30. Juni 2012)[2] die an der Einwohnerzahl gemessen größte Stadt im hessischen Wetteraukreis und grenzt an den nördlichen Stadtrand von Frankfurt am Main. Sie ist für ihre Mineralquellen überregional bekannt.

Geografie[Bearbeiten]

Lage Bad Vilbels im Nordosten von Frankfurt am Main

Geografische Lage[Bearbeiten]

Bad Vilbel liegt auf einer Höhe von 109 m über NN an der Südspitze der Wetterau, einem aufgrund seiner sehr fruchtbaren Böden seit der Jungsteinzeit besiedelten Landstrich zwischen Taunus und Vogelsberg. Ihr Ende bildet die im Süden Bad Vilbels befindliche Erhebung Schöllberg mit der Siedlung Heilsberg und der Stadtgrenze nach Frankfurt.

Vom Vogelsberg kommend fließt die Nidda durch die Stadt, um bei Frankfurt-Höchst in den Main zu münden. Im Südosten befindet sich der Vilbeler Wald. Fallwinde und Kaltluftströme vom Taunus sorgen fast täglich für einen kompletten Luftaustausch.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die angrenzenden Gemarkungen sind die der Stadt Karben im Norden, der Gemeinde Niederdorfelden (Main-Kinzig-Kreis) im Osten, sowie der kreisfreien Stadt Frankfurt am Main im Süden, Westen und Südosten, die Bad Vilbel nahezu von drei Seiten umgrenzt. Es liegt so wesentlich näher an der Frankfurter Innenstadt als einige Stadtteile von Frankfurt selbst. Deshalb ist die politische Eingemeindung von Bad Vilbel nach Frankfurt immer wieder mal Thema.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Hauptstraße mit Blick zum Rathaus

Bad Vilbel besteht heute aus der Kernstadt und vier weiteren Stadtteilen:

Stadtteil Eingemeindung
Wappen Kernstadt Bad Vilbel
Heilsberg Stadtteil seit 1948
Wappen Gronau 1971 eingemeindet
Wappen Dortelweil 1972 eingemeindet
Wappen Massenheim 1972 eingemeindet

Geschichte[Bearbeiten]

Zur Geschichte der einzelnen Ortsteile siehe:

Ur- und Frühgeschichte[Bearbeiten]

Ruine der Wasserburg
Ruine der Wasserburg

In Vilbel finden sich Siedlungsspuren aus allen Zeiten seit dem Neolithikum (Bandkeramiker) wie später Kelten, Germanen, Römer oder Burgunden.

Im Zuge des Baus der Main-Weser-Bahn 1848/1849 wurden Reste römischer Thermen in der Nähe des heutigen Haltepunkts Bad Vilbel Süd entdeckt.

Das römische Bad verfügte über ein prächtiges Mosaik.[3] Das Original befindet sich heute im Landesmuseum Darmstadt, eine Nachbildung des Mosaiks kann in einem eigenen Glaspavillon im Kurpark besichtigt werden.[4][5][6]

Mittelalter[Bearbeiten]

Die älteste erhaltene Erwähnung von Vilbel stammt aus dem Jahr 774, als es in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Lorsch erwähnt wird. Die früheste Erwähnung der Salzquellen findet sich in einer Tauschurkunde Kaiser Ludwig des Frommen von 817. In der Folgezeit kam Vilbel unter die Herrschaft des Ministerialengeschlechts der Familie von Hagen-Münzenberg, nach deren Aussterben 1255 wurde es durch die Münzenberger Erbschaft zwischen den Herren von Hanau und den Herren von Falkenstein geteilt. Innerhalb dieses Kondominats gab es eine Realteilung mit der Nidda als Grenze. Der Teil rechts der Nidda gehörte den Falkensteinern, der Teil links der Nidda zu Hanau und wurde dort zum Gericht und späteren Amt Bornheimerberg gerechnet. Nach dem Tod des letzten Falkensteiners 1418 fiel dessen Anteil an das Kurfürstentum Mainz. Bei der Teilung der Grafschaft Hanau 1458 kam der Bornheimerberg – und damit auch der Hanauer Anteil an Vilbel – zur Grafschaft Hanau-Münzenberg.

Neuzeit[Bearbeiten]

Kriegerdenkmal im Kurpark

Nach dem Tod des letzten Hanauer Grafen, Johann Reinhard III., 1736 erbte Landgraf Friedrich I. von Hessen-Kassel die Grafschaft Hanau-Münzenberg mit dem Amt Bornheimerberg und damit auch die Hälfte von Vilbel. Seit dem gehörte der Ort zur Landgrafschaft Hessen-Kassel. Diese Situation hielt bis ins 19. Jahrhundert an, als Vilbel nach den Gebietsbereinigungen der napoleonischen Zeit an das Großherzogtum Hessen fiel. Hier gehörte es bis 1821 zum Amt Vilbel, dann bis 1832 zum Landratsbezirk Vilbel, dann bis 1848 zum Kreis Friedberg. Während der Revolutionszeit von 1848 kam es zu dem nur kurzfristig bestehenden Regierungsbezirk Friedberg, der 1852 wieder aufgelöst wurde. Danach folgte die erneute Zugehörigkeit zum Kreis Vilbel bis 1874 und anschließend für fast 100 Jahre erneut zum Kreis Friedberg. Seit 1972 liegt Bad Vilbel im Wetteraukreis. Ende 2004 wurde das Amtsgericht Bad Vilbel geschlossen.

20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Kurpark und Kurhaus

Vilbel erhielt 1948 aufgrund seiner zahlreichen Quellen das Prädikat Bad, im gleichen Jahr erfolgte auch die Verleihung der Stadtrechte.[7] Der einstige Kurbetrieb wurde bereits in den 1960er Jahren zu großen Teilen aufgegeben, so dass in den 1990er Jahren eine Aberkennung des Prädikates „Bad“ drohte. Seit etwa dem Jahr 2000 wurden erhebliche Flächen für Wohnbebauung und Dienstleistungsgewerbe ausgewiesen, unter anderem in Dortelweil-West und im Baugebiet Krebsschere zwischen Bad Vilbel und Massenheim.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Im Jahr 1948 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Heilsberg eingegliedert. Anlässlich der hessischen Gemeindegebietsreform kam am 1. Juli 1971 Gronau aus dem Kreis Hanau hinzu. Dortelweil folgte am 31. Dezember 1971. Die Reihe der Eingemeindungen wurde mit der Eingliederung von Massenheim am 1. Juni 1972 abgeschlossen.[8] Die Stadtteile sind heute teilweise baulich zusammengewachsen und dieser Prozess hält an.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1939: 06.257 Einwohner
  • 1961: 14.237 Einwohner
  • 1970: 17.866 Einwohner
  • 1998: 28.509 Einwohner
  • 2002: 30.290 Einwohner
  • 2006: 31.348 Einwohner
  • 2008: 31.456 Einwohner
  • 2010: 31.822 Einwohner
  • 2011: 31.673 Einwohner[9]

Politik[Bearbeiten]

Abgeordnete im Deutschen Bundestag für Bad Vilbel im Wahlkreis 177 (Wetterau) ist seit 2009 Lucia Puttrich (CDU).[10]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten]

Bei der Kommunalwahl am 27. März 2011 ergab sich folgende Sitzverteilung:[11][12]

Kommunalwahl in Bad Vilbel 2011
 %
50
40
30
20
10
0
46,7 %
25,5 %
18,9 %
4,4 %
4,4 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-8,9 %p
+0,8 %p
+8,7 %p
+4,4 %p
-2,0 %p
-3,1 %p
Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 46,7 21 55,6 25 62,7 28
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 25,5 11 24,7 11 21,9 10
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 18,9 9 10,2 5 10,8 5
FDP Freie Demokratische Partei 4,4 2 6,4 3 4,5 2
FW Freie Wähler 4,4 2
Die Linke. Die Linke 3,1 1
Gesamt 100,0 45 100,0 45 100,0 45
Wahlbeteiligung in % 52,9 52,0 56,7

Der Stadtverordnete von Die Linke.WASG wurde durch einen Parteiaustritt 2009 zuerst parteilos und im Juni 2010 wurde er Mitglied bei der Piratenpartei.[13]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Das Alte Rathaus nach der Restaurierung 2005

Die vergangenen Bürgermeisterwahlen lieferten folgende Ergebnisse:

Jahr Kandidaten Partei %
Ergebnis
2010 Thomas Stöhr CDU 57,8
Helmut Betschel-Pflügel 24,3
Gesine Wambach FDP 11,3
Manfred Manthey FW 4,9
Helge Welker 1,8
Wahlbeteiligung in % 49,1
2003 Thomas Stöhr CDU 71,9
Roland Fischer 26,1
Peter Ringel 1,9
Wahlbeteiligung in % 53,3
1998 Günther Biwer CDU 72,1
Klaus Arabin SPD 27,9
Wahlbeteiligung in % 51,5

Thomas Stöhr (CDU) wurde am 28. März 2003 im ersten Wahlgang mit 71,9 % der Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 53,3 % gewählt. Am 21. Februar 2010 wurde er im ersten Wahlgang mit 57,8 % der Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 49,1 % wiedergewählt. Der hauptamtliche Stadtrat ist Jörg Frank (CDU).

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Geteilt und oben von Gold und Silber gespalten, darin je drei rote Sparren; unten geteilt von Rot und Gold.“

Das 1858 von Großherzog Ludwig von Hessen bestätigte Wappen geht auf ein Gerichtssiegel des 17. Jahrhunderts zurück. Es illustriert die Herrschaftsverhältnisse in Vilbel vor dem Falkensteiner Erbfall (1419) durch die geschichtlichen Wappen der Adelsgeschlechter Hanau (Sparren in Gold), Eppstein (Sparren in Silber) und Münzenberg-Falkenstein (untere Schildhälfte). In den älteren Wappenbüchern wurden die zwei Sparrenwappen fälschlich zusammengezogen; Otto Hupp brachte erstmals die richtige Tingierung. Die Stadtflagge enthält das Wappen. Einst ein Dorf an der nördlichen Grenze des Wildbanns Dreieich, wurde Vilbel im 19. Jahrhundert Marktflecken und erhielt die Bezeichnung „Stadt“ 1858.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Bad Vilbel unterhält Partnerschaften mit folgenden Städten:

Von 1972 an bestand ferner eine Städtepartnerschaft mit Huizen in den Niederlanden, die Ende des 20. Jahrhunderts beendet wurde.

Patenschaft[Bearbeiten]

  • Im Jahre 1990 wurde die Patenschaft für die nach dem Zweiten Weltkrieg umgesiedelten Sudetendeutschen aus den Städten Tepl und Petschau sowie den restlichen Gemeinden im Kreis Tepl übernommen.

Kultur, Freizeit und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Niddaufer
Friedrich-Karl-Sprudel, Brunnentempel im Kurpark
Hassia-Quelle
Glaspavillon im Kurpark, Ausstellung Lebendiges Römer Mosaik

Bauwerke[Bearbeiten]

Innenstadt und Kurpark[Bearbeiten]

In der Stadtmitte Bad Vilbels sind viele erhaltene fränkische Fachwerkhäuser zu finden, insbesondere das Alte Rathaus, das 1498 erbaut und zuletzt 2005 restauriert wurde. Eine Vielzahl alter und neuer sowie künstlicher Brunnen in der ganzen Stadt zeigt Bad Vilbels Geschichte als „Quellenstadt“ auf, darunter zum Beispiel der Römerbrunnen. Der Kurpark wird jedes Frühjahr aufwändig mit Primeln und Tulpen bepflanzt und bietet darüber hinaus Anlagen für Freizeitaktivitäten wie ein Hallenschwimmbad und mehrere Spielplätze. Auch das Kurhaus mit seinen wechselnden Veranstaltungen findet sich dort wieder. Seit Mai 2007 ist in einem eigenen Glaspavillon eines der schönsten römischen Mosaike in Deutschland als vervollständigte Rekonstruktion in einem Wasserbecken zu sehen. Dargestellt sind der Meeresgott Oceanus, umgeben von Meeresbewohnern, grotesken Mischwesen und realen Tieren.

Im Juni 2013 wurde der Niddaplatz, während der Bauphase “Neue Mitte“ genannt, auf dem Gelände des alten Zentralparkplatzes eröffnet. Gesäumt von vielen Geschäften und unterkellert von einer modernen Tiefgarage, bildet er das neue Herz von Bad Vilbel und wird von Bewohnern und Touristen positiv angenommen. Die neue Stadtbibliothek, welche auf einer Brücke über die Nidda errichtet wurde und ein Cafe beherbergt, ist ein Blickfang und architektonisch sehenswert. Die großen Betontreppen entlang der Nidda sowie der bisher fehlende Teil des Niddaradwegs wurden im Mai 2014 fertiggestellt und laden zum Erholen ein.

Burg[Bearbeiten]

Im nördlichen Teil des Kurparks am Ufer der Nidda steht die Ruine der Burg Vilbel, deren älteste Bauteile aus dem 12. Jahrhundert stammen. Sie wurde mehrmals teilweise oder ganz zerstört, zuletzt 1796 von der französischen Armee, und blieb schließlich Ruine. Dennoch sind die erhaltenen Teile der Burg auch heute noch sehenswert und Spielort von Burgfestspielen. Die Burg wird seit 2007 außerhalb der Spielzeit aufwändig instand gesetzt.

Burgfestspiele Bad Vilbel[Bearbeiten]

Überregional bekannt sind die Burgfestspiele Bad Vilbel, die seit 1987 alljährlich von Anfang Juni bis Anfang September in der Wasserburg stattfinden. Im Mittelpunkt stehen die vier eigenen Bad Vilbeler Inszenierungen, für die bis zu 40 Künstler engagiert werden. Darüber hinaus gibt es ein vielfältiges Gastspiel- und Matineeangebot (Kabarett- und Soloprogramme bekannter Künstler) sowie zahlreiche Theateraufführungen für Kinder. Seit 2001 gehören die Burgfestspiele Bad Vilbel zur Arbeitsgemeinschaft der zehn deutschen Festspielorte, einem Zusammenschluss der professionellen Freilichtbühnen Deutschlands.

Weitere Kultur- und Freizeitangebote[Bearbeiten]

  • Das Kulturzentrum Alte Mühle bietet eine Vielzahl an Veranstaltungen. Im 14-täglichen Wechsel werden Theater- bzw. Kino-Aufführungen angeboten. Zwei Wochen im Sommer findet ein Open-Air-Kino mit breitem Rahmenprogramm im Freibad statt, das sich großer Beliebtheit erfreut.
  • Im Sommer veranstaltet die Kulturpflege der Stadt Bad Vilbel eine Reihe von Open-Air-Jazz-Veranstaltungen, wie Jazz unter den Platanen im Kurpark und andere Konzerte in den Stadtteilen Massenheim, Dortelweil und Gronau. In der Regel wird hier traditionelle Dixie-Musik gespielt. Der Eintritt zu diesen Aufführungen ist generell frei.
  • Der Stadtwald, im Südosten der Kernstadt gelegen, ist von ausgeschilderten Wanderwegen durchzogen und beinhaltet einen Waldlehr- und einen Trimm-dich-Pfad, sowie einen großen Abenteuerspielplatz. Der in den 1930er Jahren angelegte und nach Kriegsende von der US-Armee genutzte Schießplatz wurde renaturiert und ist heute ein Naturschutzgebiet.
  • Weitere regelmäßige Veranstaltungen sind das Quellenfest mit großem Straßenfest als Höhepunkt in der Woche nach Pfingsten und der Weihnachtsmarkt um die Wasserburg am dritten Adventswochenende. Weitere Weihnachtsmärkte sind am 1. Advent in Dortelweil und am 2. Advent in Massenheim.
  • Das jährliche Dorfplatzfest in Massenheim findet jährlich im September statt.
  • Das Brunnen- und Bädermuseum ging aus dem Brunnenmuseum in der Wasserburg hervor und wurde im Januar 2010 eröffnet und befindet sich im Weihl'schen Haus.[14]
  • Ein Heimatmuseum wurde im ehemaligen Rathaus von Massenheim eingerichtet. Das Fachwerkhaus stammt aus dem Jahr 1731 und wurde 1999 für das Museum renoviert.[15]

Bad Vilbeler Markt[Bearbeiten]

Der Bad Vilbeler Markt wurde 1820 erstmals erwähnt. Das größte Volksfest der Wetterau zieht jährlich rund 250.000 Besucher aus dem ganzen Rhein-Main-Gebiet an. Der Markt, der auf dem Festplatz nördlich des Burgparks stattfindet, beginnt jedes Jahr am dritten Samstag im August und dauert acht Tage, wobei Mittwoch und Donnerstag Ruhetage sind. Am Marktdienstag ist Viehmarkt.

Kirchen, Religionen und Glaubensgemeinschaften[Bearbeiten]

Kirche Verklärung Christi
St.-Nikolaus-Kirche

Die älteste Kirche Bad Vilbels, die heutige evangelische Auferstehungskirche, steht auf dem alten Friedhof oberhalb und am Rande der Stadt. Dort standen bereits seit dem frühen Mittelalter Kapellen und Kirchen, zuerst schriftlich belegt im Jahre 1298. Im Dreißigjährigen Krieg zerstört, zeugen zwei kleine Inschriften mit der Jahreszahl „1697“ im Portal der Nordwand und im Schalldeckel der Kanzel vom Wiederaufbau.

Im Zentrum wurde in den 1960er Jahren die ebenfalls evangelische Christuskirche gebaut. Beide Kirchen, Auferstehungskirche und Christuskirche, werden durch die evangelische Christuskirchengemeinde genutzt.

Nach der Entstehung des „Heilsberges“ durch die evangelische Kirche Hessen-Nassau 1948 wurde im Jahr 1957 die katholische Kirchengemeinde mit dem Titel „Verklärung Christi“ gegründet. Der Glockenturm steht vom Kirchengebäude getrennt. Die Pfarrei „Verklärung Christi“ gehört zum Bistum Mainz, wie alle katholischen Pfarreien dieser Gegend.

Weitere, teilweise alte evangelische und katholische Gotteshäuser existieren in allen Stadtteilen. In der Alfred-Brehm-Straße in der Kernstadt befindet sich eine Neuapostolische Kirche, in der Dieselstraße die Syrisch-Orthodoxe Kirche Kirchengemeinde Yoldat Aloho (Mutter Gottes Kirche) und in der Büdinger Straße die Moschee der islamischen Gemeinde. Im Stadtteil Dortelweil existiert seit 1998 eine Freie evangelische Gemeinde.

Die evangelische Gemeinde Gronau gehört aufgrund historischer Kirchen-Grenzen zur evangelischen Landeskirche Kurhessen-Waldeck.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Die Main-Weser-Bahn und B3 kreuzen sich an der Nidda

Fernstraßen[Bearbeiten]

Bad Vilbel liegt an den Bundesstraßen 3 und 521. Erstere ist im Stadtgebiet autobahnähnlich ausgebaut und dient als Zubringer zur Bundesautobahn 661. Die nächsten Autobahnanschlüsse sind Frankfurt-Friedberger Landstraße (A 661, AS 9, Heilsberg und südliche Kernstadt) und Frankfurt-Preungesheimer Dreieck (A 661, AS 8, nördliche Kernstadt und andere Stadtteile) im Süden, sowie die Anschlussstelle Friedberg (A 5, AS 16) aus Richtung Norden.

Schienenverkehr[Bearbeiten]

An den Strecken von Main-Weser-Bahn und Niddertalbahn gelegen, ist Bad Vilbel mit einem Bahnhof und drei Haltepunkten an das Netz der Deutschen Bahn angebunden. Die S-Bahn-Linie 6 fährt die Stationen Bad Vilbel, Bad Vilbel Süd und Dortelweil an, Regionalbahnen der Niddertalbahn (RMV-Linie 34) halten in Bad Vilbel und Bad Vilbel-Gronau.

Durch die S6 ist Bad Vilbel tagsüber im 15-Minuten-Takt mit der Frankfurter Innenstadt verbunden, die Fahrzeit zum Frankfurter Hauptbahnhof beträgt etwa 20 Minuten. Hinzu kommen RE-Verbindungen nach Frankfurt im Berufsverkehr.

Die seit vielen Jahrzehnten geplante Erweiterung der S6 mit zwei eigenen Gleisen von Frankfurt nach Bad Vilbel soll als Teil des 10-Punkte-Programms der hessischen Landesregierung zur Verbesserung des Nahverkehrs im Ballungsraum Rhein-Main nach heutigem Stand nicht vor 2015 in Bau gehen.

Busverkehr[Bearbeiten]

Buslinien in Bad Vilbel

Bad Vilbel ist mit mehreren Buslinien mit den umliegenden Städten verbunden: Die Frankfurter Linie 30 verbindet den Bad Vilbeler Bahnhof, Innenstadt und Heilsberg mit dem Frankfurter Nordend, sowie der Innenstadt (Konstablerwache) und fährt im Berufsverkehr weiter an den südlichen Stadtrand der Großstadt, nach Frankfurt-Sachsenhausen. Die Frankfurter Linie 65 verbindet den Bad Vilbeler Bahnhof mit Massenheim, Frankfurt am Main-Nieder-Erlenbach, Bad Homburg-Ober-Erlenbach und bis Dezember 2011 Karben-Petterweil. Die Wetterauer Linie FB-26 fährt von Bad Vilbel nach Gronau, Karben und Rosbach, während die Regionalbuslinie 551 von der Bad Vilbeler Kernstadt auf den Heilsberg und nach Frankfurt-Bergen-Enkheim, -Fechenheim und Offenbach am Main fährt. Zugunsten eines auf der Niddertalbahn (RB/SE 34) verbesserten Verkehrsangebotes am Wochenende und in den Abendstunden verkehrt die Linie 5150 seit Anfang Mai 2008 unter der neuen Bezeichnung FB-45 als Schulverkehr nur noch zwischen Konradsdorf, Glauburg und Altenstadt.

Darüber hinaus gibt es fünf Stadtbuslinien („Vilbus“ genannt, Linien FB-60 bis FB-64), die die Stadtteile und die Wohngebiete der Kernstadt mit der Innenstadt verbinden. Als „Einkaufsbus“ konzipiert, verkehrt der Stadtbus lediglich werktags (Mo.–Sa.) und nicht nach 20 Uhr.

Unternehmen[Bearbeiten]

Firma Hassia

Über zwanzig Mineral- und Heilquellen existierten im Stadtgebiet, heute besteht nur noch der Brunnenbetrieb Hassia Mineralquellen als eigenständiger Betrieb.

Mehrere andere Unternehmen haben ihren Sitz bzw. die Hauptverwaltung in Bad Vilbel, unter ihnen die First Data International (ehemals GZS Gesellschaft für Zahlungssysteme), Lahmeyer International, Radio FFH und der Pharmakonzern Stada.

Von Bedeutung im ökologischen Landbau ist die Landbaugemeinschaft Dottenfelderhof.

Medien[Bearbeiten]

Lokalteile für Bad Vilbel erscheinen in den Tageszeitungen Frankfurter Rundschau, Frankfurter Neue Presse, Wetterauer Zeitung und in der Rhein-Main-Zeitung, dem Lokalteil der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Die höchste Auflage (rund 34.500) in Bad Vilbel hat der Bad Vilbeler Anzeiger (öffentliches Bekanntmachungsorgan), der als kostenlose Reklame- und Wochenzeitung im Stadtgebiet als Hauswurfsendung verteilt wird. Es basiert auf einer Übernahme von FNP-Lokalnachrichten und redaktionell eigenen wie städtischen Beiträgen („Der direkte Draht“). Die Erstausgabe des Bad Vilbeler Anzeiger erschien am 1. August 1852 als ordentliche Zeitung.

In Bad Vilbel steht das Funkhaus der Radio/Tele FFH GmbH & Co. Betriebs-KG, die die privaten Hörfunkprogramme Hit Radio FFH, planet more music radio und harmony.fm produziert.

Zudem befinden sich die Sitze des Verbandes Hessischer Zeitungsverleger e. V. und der RTL Programmfenster Hessen GmbH in Bad Vilbel.

Schulen[Bearbeiten]

  • Brunnenschule – Schule für Lernhilfe und Erziehungshilfe, Sonderpädagogisches Beratungs- und Förderzentrum
  • Ernst-Reuter-Schule – Grund-, Haupt- und Realschule mit Förderstufe (Heilsberg)
  • Georg-Büchner-Gymnasium
  • John-F.-Kennedy-Schule – Haupt- und Realschule mit Förderstufe
  • Regenbogenschule – Grundschule (Dortelweil)
  • Saalburgschule – Grundschule
  • Stadtschule – Grundschule
  • ab Schuljahr 2012/13 Europäische Schule RheinMain (Dortelweil)[16]

Weitere Bildungsträger[Bearbeiten]

  • Berufsförderungswerk Frankfurt am Main – Einrichtung zur beruflichen Rehabilitation
  • Musikschule Bad Vilbel e. V. – Musikschule mit über 2500 Schülern und 84 Mitarbeitern (staatlich geprüfte Lehrkräfte und Verwaltung) für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.
  • Freizeitzentrum Bad Vilbel – Das Freizeitzentrum (EFZET) ist eine kommunale Einrichtung für Kinder-, Jugend und Erwachsenenbildung der Stadt Bad Vilbel. Ein breites Spektrum an kulturellen, sportlichen und kreativen Angeboten.

Personen und Persönlichkeiten[Bearbeiten]

In Bad Vilbel geboren[Bearbeiten]

Mit Bad Vilbel verbunden[Bearbeiten]

  • Friedrich Carl Michael Grosholz (1810–1888), Mitbegründer der Bad Vilbeler Mineralbrunnenindustrie
  • Bernhard Rechthien (1876–1941), Bürgermeister von Bad Vilbel zwischen 1919 und 1928
  • Klaus Havenstein (1922−1998), 1990 bis 1992 Intendant der Burgfestspiele
  • Herbert Heckmann (1930−1999), Schriftsteller, Essayist, Herausgeber; 1984–1996 Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung
  • Klaus Minkel (* 1948), Jurist, CDU-Politiker (früherer Erster Stadtrat von Bad Vilbel und ehemaliger Wetterauer Bundestagsabgeordneter); lebt in Bad Vilbel

Literatur[Bearbeiten]

  • Marcus Gräser: Die unaufhaltsame Annäherung (Vilbel und Frankfurt, Peripherie und Großstadt im 19. und 20. Jahrhundert). In: Die Wetterau (Hrsg: Michael Keller, Herfried Münkler), Verlag Sparkasse Wetterau, ISBN 3-924103-06-2.
  • Willi Giegerich: Bad Vilbel – Landschaft, Geschichte und Kultur. Kramer Verlag, Frankfurt 1986, ISBN 3-7829-0315-3.
  • Berta Ritscher: Geschichte der Vilbeler Juden. Bad Vilbeler Verein für Geschichte und Heimatpflege, Bad Vilbel 1998, ISBN 3-00-002406-9.
  • Utta Müller-Handl: Die Gedanken laufen oft zurück – Hessische Flüchtlingsfrauen erinnern sich. Verlag Historische Kommission Nassau (Band 3, Seiten zu Bad Vilbel 142−179), Wiesbaden 1993, ISBN 3-922244-91-2.
  • Ernst Johannes Schrade: 25 Jahre Siedlung Heilsberg. Dokumentation im Eigenverlag der Siedlungsgemeinschaft Heilsberg, Bad Vilbel 1973.
  • Bad Vilbeler Verein f. Geschichte und Heimatpflege (Hrsg.): Bad Vilbeler Heimatblätter/Heimatkundliche Mitteilungen (Periodikum)
  • Rudolf Knappe: Mittelalterliche Burgen in Hessen: 800 Burgen, Burgruinen und Burgstätten. 3. Aufl. Wartberg-Verlag. Gudensberg-Gleichen 2000. ISBN 3-86134-228-6, S.  343-344.
  • Hans Georg Ruppel (Bearb.): Historisches Ortsverzeichnis für das Gebiet des ehem. Großherzogtums und Volksstaats Hessen mit Nachweis der Kreis- und Gerichtszugehörigkeit von 1820 bis zu den Veränderungen im Zuge der kommunalen Gebietsreform = Darmstädter Archivschriften 2. 1976, S. 205.
  • Heinz Wionski: Kulturdenkmäler in Hessen. Wetteraukreis II, Teilband 2, Friedberg bis Wöllstadt = Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Herausgeber: Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Braunschweig / Wiesbaden 1999, ISBN 3-528-06227-4, S.  222–260.

Sonstiges[Bearbeiten]

Nach der Stadt Bad Vilbel ist der Asteroid (340980) Bad Vilbel benannt, der 2007 am Observatorium Bergen-Enkheim entdeckt wurde.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bad Vilbel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Bad Vilbel – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.fnp.de/fnp/region/lokales/wetterau/bad-vilbel-hat-nun-35-824-einwohner_rmn01.c.9988268.de.html
  3. D. Baatz in: D. Baatz/F. R. Herrmann (Hrsg.): Die Römer in Hessen S. 241 f., Abb. 140, 167 u. 168.
  4. Domizil fürs Römer-Mosaik – Geschichtliches Glanzstück als Replikat aus 400.000 Steinchen soll touristische Attraktion werden. In: Bad Vilbeler Anzeiger, 1. März 2007. Abgerufen am 12. Mai 2011. 
  5. Bad Vilbel: Lebendiges Kunstwerk aus kleinen Mosaiksteinen. In: Frankfurter Allgemeine, 25. Mai 2007. Abgerufen am 12. Mai 2011. 
  6. Das Römer-Mosaik. kultur-bad-vilbel.de. Abgerufen am 12. Mai 2011.
  7. Bekanntmachung des Hessischen Ministers des Innern vom 11. Juni 1948 — IV 200/06 — Betrifft: Verleihung des Rechts zur Führung der Bezeichnung „Stadt Bad Vilbel“ (StAnz. 26/1948 S. 261)
  8.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 360 und 361.
  9. Jeweils 31. Dezember; Quelle seit 1998: Hessisches Statistisches Landesamt, im Übrigen: Ortslexikon in LAGIS
  10. Wahlkreis 177 Wetterau. bundestag.de. Abgerufen am 12. Mai 2011.
  11. Hessisches Statistisches Landesamt: Endgültiges Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011. Statistik-hessen.de. Abgerufen am 12. Mai 2011.
  12. Hessisches Statistisches Landesamt: Endgültiges Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006. Statistik-hessen.de. Abgerufen am 12. Juni 2011.
  13. Pressemitteilung der Piratenpartei zum Parteiübertritt. Piratenpartei-hessen.de. Abgerufen am 12. Mai 2011.
  14. Brunnen- und Bädermuseum Bad Vilbel - Rhein-Main-Wiki - Das Online-Lexikon für Rhein-Main. Rhein-main-wiki.de. 1. Dezember 2001. Abgerufen am 12. Mai 2011.
  15. Heimatmuseum - Kultur Bad Vilbel. Kultur-bad-vilbel.de. Abgerufen am 12. Mai 2011.
  16. "Europäische Schule RheinMain". www.es-rm.eu, abgerufen am 8. Oktober 2011.