Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung

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Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung
BiB
Stellung Forschungsinstitut des Bundes
Aufsichtsbehörde Bundesministerium des Innern
Gründung 12. Februar 1973
Hauptsitz Wiesbaden
Behördenleitung Norbert F. Schneider, Direktor
Bedienstete 45
Website [1]
Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung in Wiesbaden

Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) mit Sitz in Wiesbaden ist eine nicht rechtsfähige deutsche Bundesanstalt. Ihr Auftrag besteht darin, wissenschaftliche Forschung über bevölkerungsrelevante Aspekte zu betreiben und die Ergebnisse für die Arbeit der Bundesregierung zu Verfügung zu stellen sowie wissenschaftliche Erkenntnisse in diesem Bereich zu sammeln und in der Öffentlichkeit zu verbreiten. Das Institut wurde am 12. Februar 1973 durch Erlass des Bundesministers des Innern gegründet; es wird in Verwaltungsgemeinschaft mit dem Statistischen Bundesamt geführt.

Aufgabenstellung[Bearbeiten]

Zu den Aufgaben des Instituts zählen:

  1. wissenschaftliche Forschungen über Bevölkerungsfragen und damit zusammenhängende Familienfragen als Grundlage für die Arbeit der Bundesregierung zu betreiben;
  2. wissenschaftliche Erkenntnisse in diesem Bereich zu sammeln und nutzbar zu machen, insbesondere zu veröffentlichen;
  3. die Bundesregierung über wichtige Vorgänge in diesem Bereich zu unterrichten und sie in Einzelfragen zu beraten;
  4. das Bundesministerium des Innern bei der internationalen Zusammenarbeit in Bevölkerungsfragen, insbesondere im Rahmen der Vereinten Nationen und des Europarates, zu unterstützen.

Zur Erfüllung dieser Aufgaben hält das Bundesinstitut Verbindung zu ähnlichen wissenschaftlichen Einrichtungen des In- und Auslandes. Das Institut bearbeitet ein breitgefächertes wissenschaftliches Programm, einschließlich Drittmittelprojekten, und vergibt Werkverträge. Darüber hinaus betreut das BiB redaktionell das Demografieportal des Bundes und der Länder.

Mitarbeiter[Bearbeiten]

Zurzeit sind im BiB 45 Personen beschäftigt, darunter 34 Wissenschaftler. Das interdisziplinäre Forscherteam besteht aus Soziologen, Demografen, Wirtschaftswissenschaftlern, Geografen, Politikwissenschaftlern, Mathematikern und Statistikern, die sich auf das Fachgebiet Demografie spezialisiert haben.

Das Institut wird seit dem 1. April 2009 von Norbert F. Schneider geleitet. Des Weiteren wird es von einem Kuratorium beraten, dem Wissenschaftler und Vertreter von Bundesministerien sowie Bundesländern angehören.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Zum Veröffentlichungsprogramm des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung gehören vier Reihen. Das wichtigste Organ ist die im Internet frei zugängliche „Comparative Population Studies - Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft“ (CPoS) mit vier Ausgaben pro Jahr. In unregelmäßigen Abständen erscheint „Beiträge zur Bevölkerungswissenschaft“, die Schriftenreihe des BiB, in der themenspezifische Problemstellungen grundlegend behandelt werden. Die im Jahr 2011 eingeführten „BiB Working Papers“ lösten die ehemalige Reihe „Materialien zur Bevölkerungswissenschaft“ ab und haben den Charakter von Arbeitspapieren, Forschungsberichten o. ä. und sind als Online-Publikationen auf der BiB-Webseite frei verfügbar. Des Weiteren informiert die ebenfalls frei zugängliche „Bevölkerungsforschung Aktuell“ in populärwissenschaftlicher Weise über aktuelle Bevölkerungsfragen. Darüber hinaus werden immer wieder Broschüren erstellt bzw. aktualisiert, die Laien bevölkerungsrelevante Themengebiete näherbringen.

Forschungsfelder für die Zukunft[Bearbeiten]

Deutschland sieht sich gegenwärtig mit einer Reihe von bevölkerungsrelevanten Herausforderungen konfrontiert. Forschungsschwerpunkte bilden deshalb die Alterung, demografische Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland, Familienstrukturen, Lebensformen und Geburtenentwicklung. Andere Arbeitsfelder umfassen regionale Bevölkerungsprozesse, die Wanderungen Deutscher, die Verfeinerungen demografischer Modellrechnungen sowie Weltbevölkerungs- und Entwicklungsfragen.

Geschichte[Bearbeiten]

Zunächst wurde das Institut kommissarisch von Hermann Schubnell (1910–1996) geleitet, erster ordentlicher Direktor des BiB war der Anthropologe Hans Wilhelm Jürgens.[1]

Mitglied im Gründungskuratorium des BiB war unter anderen der Medizinstatistiker Siegfried Koller. Dieser war und ist insofern umstritten, als dass er im Nationalsozialismus mit Bevölkerungspolitik und unter anderem der Lösung des sogenannten „Asozialenproblems“ befasst gewesen war.[2]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hansjörg Gutberger: Bevölkerung, Ungleichheit, Auslese, VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2006, ISBN 978-3-531-14925-7, S. 104
  2.  Gefährliche Fragen. Die braunen Schatten ihres Instituts fielen auf die Bevölkerungsforscherin Charlotte Höhn. Denkt sie rassistisch?. In: Der Spiegel. Nr. 38, 1994 (online).