Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

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Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik
– BSI –
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Staatliche Ebene Bund
Stellung der Behörde Bundesoberbehörde
Aufsichtsbehörde(n) Bundesministerium des Innern
Gründung 1991
Hauptsitz Bonn, Nordrhein-Westfalen
Behördenleitung Michael Hange, Präsident[1]
Anzahl der Bediensteten > 600 [2]
Website www.bsi.bund.de
Sitz des BSI in Bonn

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ist eine in der Bundesstadt Bonn ansässige zivile obere Bundesbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums des Innern (BMI), die für Fragen der IT-Sicherheit zuständig ist. Im BSI sind zirka 600 Mitarbeiter beschäftigt (Stand 2014).

Geschichte[Bearbeiten]

Das BSI wurde 1991 gegründet und ging aus der Zentralstelle für Sicherheit in der Informationstechnik (ZSI) hervor, deren Vorgängerbehörde die dem Bundesnachrichtendienst (BND) unterstellte Zentralstelle für das Chiffrierwesen (ZfCh) war.[3] Der Mathematiker Otto Leiberich, seit 1957 beim Bundesnachrichtendienst und dort zuletzt Leiter der Zentralstelle für das Chiffrierwesen, war erster Präsident des BSI.

Nach dem Ausscheiden von Otto Leiberich wurde Dirk Henze mit Wirkung zum 1. Januar 1993 zum neuen BSI-Präsidenten bestellt. Ihm folgte im März 2003 Udo Helmbrecht. Der heutige Präsident Michael Hange trat am 16. Oktober 2009 sein Amt an.[4]

Abteilungen und Aufgaben[Bearbeiten]

Das BSI gliedert sich in fünf Abteilungen; vier davon sind Fachabteilungen und eine ist für Verwaltungsaufgaben (Abteilung Z) zuständig. Zusätzlich gibt es einen Leitungsstab. Die vier Fachabteilungen sind jeweils in zwei Fachbereiche unterteilt.

  • Abteilung C – Cyber-Sicherheit
    Leitung: Hartmut Isselhorst
  • Abteilung B – Beratung und Koordination
    Leitung: Horst Samsel
    • FB B1 – Beratung und Unterstützung
    • FB B2 – Koordination und Steuerung
  • Abteilung K – Krypto-Technologie
    Leitung: Gerhard Schabhüser
    • FB K1 – VS-IT-Sicherheit
    • FB K2 – Kryptografische Anwendungen
  • Abteilung S – Sichere elektronische Identitäten, Zertifizierung und Standardisierung
    Leitung: Bernd Kowalski
  • Abteilung Z – Zentrale Aufgaben, CIO
    Leitung: Jörg Pieper
    • Organisation, Vergabe
    • Personal
    • Haushalt
    • Innerer Dienst
    • Objekt- und Geheimschutz
    • Informationstechnik

Das BSI gibt die IT-Grundschutz-Kataloge heraus, die Empfehlungen für Standardschutzmaßnahmen für typische IT-Systeme enthalten. In diesen Katalogen werden nicht nur technische, sondern auch organisatorische, personelle und infrastrukturelle Maßnahmen erörtert.

Das BSI ist die zentrale Zertifizierungsstelle für die Sicherheit von IT-Systemen in Deutschland (Computer- und Datensicherheit, Datenschutz). Prüfung und Zertifizierung ist möglich in Bezug auf die Standards des IT-Grundschutzhandbuch, dem Grünbuch, ITSEC und den Common Criteria.

Um Alternativen zu proprietären Produkten zu fördern, setzt sich das BSI verstärkt für den Einsatz und die Fortentwicklung von Open-Source-Software ein. So wird z. B. das BitBox-Projekt unterstützt, das einen besonders sicheren Browser für Online-Banking und andere sensible Anwendungen bereitstellt.[5]

Nach dem Gesetz zur Stärkung der Sicherheit in der Informationstechnik des Bundes[6] vom August 2009 speichert die Behörde als zentrale Meldestelle für IT-Sicherheit alle Protokolldaten, die bei der Online-Kommunikation zwischen Bürgern und Verwaltungseinrichtungen des Bundes anfallen.[7]

Nationales Cyber-Abwehrzentrum[Bearbeiten]

Beim federführenden BSI angesiedelt ist das zum 1. April 2011 gestartete Nationale Cyber-Abwehrzentrum, eine Kooperationseinrichtung der Sicherheitsorgane des Bundes zur Abwehr elektronischer Angriffe auf IT-Infrastrukturen des Bundes und der Wirtschaft.

Produkte[Bearbeiten]

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Das BSI veröffentlicht regelmäßig Studien, Richtlinien, Infoblätter und Broschüren zum Thema IT-Sicherheit. Diese Dokumente stehen teilweise zum kostenlosen Download auf den Web-Server des BSI bereit. Neben diesen allgemeinen Veröffentlichungen nutzt das BSI seit 1993 die Zeitschrift <kes> als offizielles Organ.

Mitte Januar 2014 gab es Berichte über den millionenfachen Diebstahl von Internet-Identitäten und Nutzerdaten in Deutschland. Dem Bundesamt war dieser Vorfall bereits seit Dezember 2013 bekannt.[8] Das BSI richtete eine Webseite ein, nach deren Angaben es etwaige Betroffenheiten überprüfte.[9] Anfang April 2014 wurde ein erneuter Datendiebstahl bekannt, bei dem 21 Millionen E-Mail-Adressen ausgespäht wurden, von denen in Deutschland zirka drei Millionen betroffen waren. Die betroffenen E-Mail-Adressen konnten erneut auf einer Webseite des Bundesamts überprüft werden.[10]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. www.bsi.bund.de Lebenslauf Michael Hange • Präsident des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik. Aufgerufen am 5. September 2011.
  2. [1] Selbstdarstellung des BSI mit Angabe der Mitarbeiteranzahl. Aufgerufen am 8. Februar 2014.
  3. BSI-Jahresbericht 2003: Historie
  4. Lebenslauf Michael Hange auf bsi.bund.de
  5. Netzwelt.de: Der Hochsicherheits-Browser des BSI, zuletzt abgerufen am 28. Juli 2011
  6. Gesetz zur Stärkung der Sicherheit in der Informationstechnik des Bundes. 14. August 2009, abgerufen am 2. Juni 2010 (80 kB, pdf).
  7. Heise online: Bundestag beschließt neues BSI-Gesetz. 19. Juni 2009.
  8. BR-Interview mit dem BSI-Präsidenten Michael Hange http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/radiowelt/interview-michael-hange-bsi-100.html (22. Januar 2014)
  9. sicherheitstest.bsi.de/#email (22. Januar 2014)
  10. Erneuter Daten­klau - BSI warnt Internetnutzer, test.de, 7. April 2014, abgerufen am 9. April 2014