Camille d’Hostun de la Baume, duc de Tallard

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Camille d'Hostun, duc de Tallard

Camille, duc d’Hostun, comte de Tallard oder Tallart (* 14. Februar 1652 in der Dauphiné; † 20. März 1728) war ein französischer General und Staatsmann, Marschall von Frankreich.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Tallard kämpfte zuerst unter dem großen Condé in den Niederlanden, dann 1674 und 1675 unter Turenne im Elsass und 1678 als Maréchal de camp am Rhein. 1690 überschritt er, um den Rheingau zu plündern, den Rhein auf dem Eis. Im Dezember 1692 leitete er die Belagerung der Festung Rheinfels in St. Goar, musste aber auf Grund einer schweren Schussverletzung sein Kommando abgeben an Generalmajor Thomas de Choisy, der die Belagerung fortsetzte.

Im Spanischen Erbfolgekrieg kommandierte er 1702 ein Korps am Rhein unter dem Oberbefehl des Herzogs von Burgund und unterstützte die französischen Truppen in der Belagerung von Kaiserswerth. 1703 erhielt er den Marschallstab, eroberte Breisach, belagerte Landau und schlug den zum Entsatz herbeirückenden Prinzen von Hessen bei Speyer (→Schlacht am Speyerbach). 1704 belagerte er mit 29.000 Mann erfolglos die Stadt Villingen. Auch 1704 führte er dem Kurfürsten von Bayern 35.000 Mann Hilfstruppen zu, um mit ihm gemeinschaftlich in Österreich einzudringen, fiel aber in der Schlacht von Höchstädt in englische Gefangenschaft.

Nach seiner Befreiung (1712) erhielt er den Herzogtitel, 1715 die Pairswürde. Seitdem lebte er den Wissenschaften und der Staatskunst. In seinem Testament ernannte ihn Ludwig XIV. zum Mitglied des Regentschaftsrats, allein der Herzog von Orléans vollzog als Regent diese Bestimmung nicht. 1724 wählte die Akademie der Wissenschaften Tallard zu ihrem Präsidenten. 1722 kaufte er in Paris ein Hôtel particulier, heute als Hôtel de Tallard bezeichnet, wo er seine letzten Lebensjahre verbrachte. Von Ludwig XV. 1726 zum Staatsminister ernannt, starb er am 20. März 1728.