Burg Rheinfels

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Burg Rheinfels
Burg Rheinfels

Burg Rheinfels

Entstehungszeit: 1245
Burgentyp: Höhenburg, Spornlage
Erhaltungszustand: umfangreiche Reste
Ständische Stellung: Grafen und Landgrafen
Ort: St. Goar
Geographische Lage 50° 9′ 14,9″ N, 7° 42′ 15,9″ O50.1541305555567.7044277777778Koordinaten: 50° 9′ 14,9″ N, 7° 42′ 15,9″ O
Burg Rheinfels (Rheinland-Pfalz)
Burg Rheinfels

Die Burg Rheinfels ist die Ruine einer Spornburg auf einem Bergrücken zwischen dem linken Ufer des Rheins und dem Gründelbachtal oberhalb von St. Goar gelegen. Nach ihrem Ausbau zur Festung war sie die größte Wehranlage im Mittelrheintal zwischen Koblenz und Bingen und wurde als Festung nur noch von der Festung Ehrenbreitstein übertroffen, die im Mittelrheintal oberhalb des rechtsrheinischen, gleichnamigen Koblenzer Stadtteils liegt. Seit 2002 ist die Burg Rheinfels Teil des UNESCO-Welterbes Oberes Mittelrheintal.

Geschichte[Bearbeiten]

Erscheinungsbild der Burg um 1607
Burg Rheinfels um 1832, Stich nach Tombleson
Burg Rheinfels und St. Goar um 1900
Burg Rheinfels bei Nacht

1245 wurde die Burg von Diether V. von Katzenelnbogen als Zollburg für die rheinaufwärts fahrenden Schiffe erbaut. Gemäß der einzigen zeitgenössischen Quelle wird in den Wormser Annalen unter dem Jahr 1256 erwähnt, dass Dieter V. den Landfrieden gegen Mainzer Bürger gebrochen habe. Dies beruht wahrscheinlich auf den seit längerer Zeit erhobenen Zöllen. Die darauf erfolgte Belagerung durch ein Heer des Rheinischen Städtebundes blieb wohl erfolglos; dadurch erlangte die Burg den Ruf, uneinnehmbar zu sein. Die wesentlich jüngere Quelle des hessischen Chronisten Wiegand Gerstenberg (1493) schmückt die Geschichte zu einem nicht nachweisbaren Ausmaß aus, das sich durch zeitgenössische Quellen nicht belegen lässt.

Im 13. Jahrhundert wurde die Grafschaft Katzenelnbogen in die Obergrafschaft im Gebiet um Darmstadt und in die Niedergrafschaft mit der Residenz Rheinfels geteilt. Um 1360–1370 erfolgte unter Graf Wilhelm II. von Katzenelnbogen (1332–85) ein großangelegter Ausbau der Kernburg, im Zuge dessen der runde Bergfried einen Butterfassturmaufsatz (s. Marksburg) erhielt (Gesamthöhe: 54 m). Das war der höchste bekannte Bergfried einer deutschen Burg, und man konnte bei klarer Sicht weit in Hunsrück und Taunus hineinschauen. Weitere Ausbauten: das Frauenhaus (jetzt Museum) mit einem rheinseitigen Eckrundturm und einem hofseitigen Treppenturm sowie die mächtige Schildmauer, flankiert von zwei Türmen, Uhrturm und Büchsenmeisterturm. 1370 baute der Graf auf der gegenüberliegenden Rheinseite die Neukatzenelnbogen, Burg Katz. Dadurch wurde es möglich, auch von den rheinabwärts fahrenden Schiffen Zoll zu erheben (St. Goarer Doppelzoll).

Nachdem 1402 die Ober- und Niedergrafschaft wieder vereinigt wurden, blieb die Residenz auf Burg Rheinfels. Unter Graf Johann III. und seinem Sohn Philipp erlangte das höfische Leben im 15. Jahrhundert auf Burg Rheinfels seinen Höhepunkt. Philipps Söhne Philipp der Jüngere († 1453) und Eberhard († 1456) starben früh; damit fielen Grafschaft und Burg 1479 an Landgraf Heinrich III. von Hessen-Marburg, der mit Anna, der Tochter Philipps, verheiratet war. In einem Jahrzehnte währenden Erbstreit mit dem Haus Nassau konnte sich der Landgraf behaupten. Mit Heinrichs Sohn Wilhelm III. starb seine Familie aus und Rheinfels fiel mit Marburg an Wilhelm II. von Hessen, der die gesamte Landgrafschaft Hessen wieder in einer Hand vereinigte.

Um 1570 ließ Landgraf Philipp der Großmütige von Hessen die Burg zu einem Renaissanceschloss umbauen. Während des Dreißigjährigen Krieges kam es zu einem Erbschaftsstreit unter den Söhnen Philipps, und die Grafschaft einschließlich Burg Rheinfels wurde durch das Reichshofgericht 1623 dem Besitz von Hessen-Darmstadt zugesprochen. Landgraf Moritz von Hessen-Kassel erkannte das Urteil jedoch nicht an. Die rechtmäßigen Besitzer mussten sich erneut an das Reichsgericht wenden. Ferdinand von Bayern, Kurfürst und Erzbischof von Köln, der das Urteil vollstrecken sollte, ließ die Burg 1626 belagern, und nach schweren Kämpfen wurde Rheinfels am 2. September 1626 an Hessen-Darmstadt übergeben.

Nachdem Landgraf Georg II. von Hessen-Darmstadt die Burg restauriert hatte, wurde sie abermals 1647 von Hessen-Kassel erobert. Am 14. April 1648 schlossen die beiden hessischen Landgrafschaften einen Vergleich, durch den die Burg Rheinfels und die Stadt St. Goar zwischen Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt geteilt wurden. 1649 machte Landgraf Ernst von Hessen-Rheinfels-Rotenburg, Sohn aus zweiter Ehe des vormaligen Landgrafen Moritz von Hessen-Kassel, Rheinfels zu seiner Residenz und baute es 1657–1674 zu einer umfangreichen Festung aus, die gegen Frankreich gerichtet war. Er begründete die Nebenlinie „Hessen-Rheinfels“, (später Hessen-Rheinfels-Rotenburg) des landgräflichen Hauses von Hessen-Kassel und residierte auf Rheinfels bis 1692. Ernst, in ständigen finanziellen Schwierigkeiten, schloss mit dem französischen König Ludwig XIV. einen Geheimvertrag ab, worin der diesem gegen hohe Rentenzahlungen Burg Rheinfels zu überlassen versprach. Landgraf Karl von Hessen-Kassel erfuhr rechtzeitig von diesem Vorhaben, nahm die Burg im Handstreich und verteidigte sie, mehrmals schwer belagert, gegen die Franzosen. Die Verteidigung der Burg erfolgte unter Georg Ludwig (1655–1696) von Schlitz genannt von Görtz, Generalmajor in Hessen-Kassel. Er wurde mit einer lebenslangen Statthalterschaft belohnt.

Georg Ludwig von Schlitz genannt von Görz (1655-1696) Hessen-Kasseler Generalmajor, 1692 Verteidiger von Rheinfels

Im Dezember 1692 unternahmen französische Truppen unter der Führung von Generalleutnant Comte de Tallard einen Angriff auf die Festung, der am Widerstand der Besatzung aus Hessen-Kassel scheiterte. Er hatte Ludwig dem XIV die Schlüssel der Festung Rheinfels als Neujahrsgeschenk versprochen. Bei einem Erkundungsritt auf dem Wackersberg im Kreise seiner Offiziere, traf ihn die Kugel von Drechslermeister Johann Kretsch, ein Mitglied der Schützenkompanie zur Verteidigung der Stadt. Als Posten auf der Galerie der Stiftskirche richtete er seinen Doppelhaken ( schweres Gewehr ) auf denjenigen mit dem höchsten Federbusch. Trotz der für damalige Gewehre sehr großen Entfernung von 200 m, traf er sein Ziel, die Kugel drang dem General oben in die Brust und fuhr an der Seite wieder hinaus. Der als tollkühn bekannte General Tallard musste schwerverletzt sein Kommando niederlegen, den Oberbefehl übernahm Generalmajor Thomas de Choisy. Die dadurch ins Stocken geratene Belagerung hat wohl sehr zur Rettung der Festung beigetragen.[1] Zum Schluss standen 3.000 Verteidiger gegen 28.000 französische Soldaten. Bei zwei Sturmversuchen starben 4.000 Franzosen und 6.500 wurden verwundet; die Verteidiger beklagten 564 Tote und 885 Verwundete. Auch der zweite Angriff wurde abgeschlagen, und bei Herannahen des Entsatzheeres am 3. Januar 1693 unter Führung von Landgraf Karl, bestehend aus pfälzischen, brandenburgischen, münsterischen und vier hessischen Regimentern zogen die Franzosen ab.

Landgraf Karl von Hessen-Kassel bemühte sich vergeblich, den deutschen Kaiser für seine Wünsche nach dauerndem Besitz der Burg Rheinfels geneigt zu machen. Verbündete fand er in England und den Niederlanden. Als diese beiden Länder 1713 mit Frankreich den Frieden zu Utrecht schlossen, wurde in dem Friedensvertrag auch die Bestimmung aufgenommen, dass Hessen-Kassel die Burg Rheinfels und die Stadt St. Goar behalten dürfe. Die Nachfahren von Landgraf Ernst I. von Hessen-Rheinfels-Rotenburg bestanden auf der Rückgabe aufgrund eines Urteils des Kaisers von 1711. Nach einem Rechtsstreit übertrug der Landgraf von Hessen-Kassel die Burg 1718 einem Enkel Ernsts von Hessen-Rheinfels-Rotenburg, dem Landgrafen Wilhelm dem Jüngeren von Hessen-Wanfried, der sich nunmehr Wilhelm von Hessen-Rheinfels nannte. Hessen-Kassel wurden die Besatzungsrechte der Burg im Kriegsfall eingeräumt.

Nach dem Tod von Wilhelm von Hessen-Rheinfels (1731) übernahm sein Halbbruder Christian von Hessen-Wanfried, der sich nach Verlegung der Landgrafenresidenz nach Eschwege Christian von Hessen-Eschwege nannte, die Landgrafschaft Rheinfels mit der Burg. Bei einem erneuten Truppenüberfall im Jahre 1734 unter der Leitung des französischen Freikorpsführers Kleinholz mit 200 Dragonern und 800 Mann, erfolgte wieder eine Übergabe der Burg Rheinfels an Hessen-Kassel. In einem Hausvertrag von 1735 verzichtete schließlich Hessen-Eschwege-Wanfried auf die Besatzungsrechte der Burg und trat sie endgültig an Hessen-Kassel ab.

1755 starb Christian von Hessen-Eschwege (Wanfried) als letzter Nachkomme der hessischen Nebenlinie Hessen-Wanfried und die Landgrafschaften Hessen-Eschwege und Hessen-Rheinfels mit St. Goar und der Burg Rheinfels fielen entsprechend dem Hausvertrag an Hessen-Rotenburg und verblieben dort mit Unterbrechungen bis 1815.

Burg Rheinfels vom Rhein aus
Burg Rheinfels von St. Goarshausen aus

Als im Siebenjährigen Krieg (1756–1763) französische Truppen die Burg besetzten, gelang die Verteidigung gegenüber deren moderneren Wehrtechniken nicht mehr; Rheinfels wurde kampflos übergeben.

Kurze Belagerung und kampflose Einnahme der gesamten Festung durch französischen Revolutionstruppen im November 1794. Den Oberbefehl als Festungskommandant hatte Generalmajor Philipp Valentin von Resius, ein Greis von 77 Jahren. Die Festung selbst war bestens verproviantiert und die Besatzung mit 3000 Mann ausreichend, ohne die ganzen Besatzungen der benachbarten Geschützbatterien auf den umliegenden Anhöhen. Am 1. November 1794 an Allerheiligen nahm das Unglück seinen Verlauf, auf die Nachricht eines französischen Trommlers, daß bereits ein Belagerungsheer von 30.000 Mann zum Sturm bereit wäre, ging er mit der gesamten Mannschaft kopflos über eine fliegende Brücke auf die andere Rheinseite. Der Abzug der Besatzung erfolgte so überstürzt, dass die Außenposten vergeblich auf ihre Ablösung warteten und die französischen Truppen in der Festung noch die halbgedeckten Tische der letzten Mahlzeit vorfanden. Auf Grund der kampflosen Räumung seiner Festung, verurteilte ihn der Landgraf zum Tode, dieses Urteil wurde später nach Aberkennung aller Titel und Würden in lebenslange Haft umgewandelt. In Spangenberg wurde von Resius in Haft gehalten, bis ihn der Tod 1798 im Alter von 80 Jahren von der Gefangenschaft befreite.[2]

Die französischen Revolutionstruppen zerstörten die Festung: 1796 wurden die vorgelagerten Festungswerke gesprengt, 1797 Schloss und Bergfried. 1812 wurde die Ruine als französisches Staatseigentum an den St. Goarer Kaufmann Peter Glass verkauft. Das beim Abbruch gewonnene Material wurde zum größten Teil beim Bau der Festung Ehrenbreitstein bei Koblenz verwendet.

1815 trat der letzte Landgraf von Hessen-Rotenburg die Gebiete am Rhein (St. Goar und Rheinfels) an Preußen ab und erhielt als Ausgleich die Fürstentümer Ratibor und Corvey.

Nachdem die Ruine eine zeitlang Steinbruch war, kaufte sie 1843 Prinz Wilhelm von Preußen, der spätere Kaiser Wilhelm I., der sie damit vor weiteren Zerstörungen bewahrte. Seit 1925 ist die Stadt St. Goar Besitzerin der Burg. Die Gemeinde nahm 1963/64 sowie in den 1990er Jahren Restaurierungen vor.

Seit 1973 beherbergt die Burg ein Hotel, das seit 2005 den Namen „Romantik Hotel Schloss Rheinfels“ trägt. 2003 wurde das Hotel von Gerd und Petra Ripp gekauft. Gerd Ripp war zuvor 25 Jahre Geschäftsführer des Schlosshotels.

Im Laufe ihrer Geschichte wurde die Burg vielfach in Urkunden, Aufzeichnungen und Akten erwähnt, in denen ihr Name in verschiedener Weise wiedergegeben wurde. Die unterschiedlichen Schreibweisen basieren auch auf dem Umstand des Sprachwandels und der fehlenden einheitlichen Rechtschreibung. Nach ihrer Fertigstellung im 13. Jahrhundert hieß sie zunächst Burg Rinefels (1252) oder Rynvels, später Rinvelz (1266) und "ante castrum Ryuels" (1271). Im Jahre 1300 wurde der heutige Name erstmals erwähnt: Rheinfels; 1316 hieß sie "comes de Rinuels", etwas später 1326/1338-42 wieder Rynvels und 1330 Rinvels, im 15. Jahrhunderts (1464) etwas abgewandelt Rynfels und Rinfels. Weitere Schreibweisen waren (von 1480–1580): Rinfelsch (1483), Rheynfelsch (1508), Rhinfelz (1555), Reinfelsch und Reinfelß. Mitte des 17. Jahrhunderts wurde zeitweise der heutige Name Rheinfels verwendet (beschriftete Zeichnung von Wenzel Hollar 1635), Ende des 17. Jahrhunderts hieß sie Rheinfeltz und Rheinfelß (1690), seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts trägt sie ihren heutigen Namen. Die Namensvarianten Rhynfels und Rhinfels finden sich zuweilen auf englischen bzw. französischen Zeichnungen und Stichen des 18. und 19. Jahrhunderts.

Gouverneure und Kommandanten[Bearbeiten]

  • 1480 bis 1489 Volpert Schenk zu Schweinsberg
  • 1489 1499 Hermann Hunde von Sauwelnheim
  • 1499 – 1516 Engelbrecht von Krengell
  • 1516 – 1531 Ritter Jost von Dracksdorf
  • 1531 – 1551 Friedrich von Schonebergk
  • 1551 – 1564 Junker Rheinhard Schenk
  • 1564 – 1566 Wolf von Salhausen
  • 1566 – 1568 Marsilius von Reiffenberg
  • 1568 – 1574 Friedrich von Stein
  • 1574 – 1580 Melchior von Elz
  • 1580 – 1584 Burkhard von Calenberg
  • 1584 – 1599 Friedrich von Nordeck
  • 1599 – 16l7 Otto Wilhelm von Berlepsch starb auf Rheinfels
  • 1617 – 1620 Wilhelm Graf zu Solms Herr zu Münzenberg, Wildenfels und Sonnewalde
  • 1620 – 1622 Obrist Friedrich von Stockhausen
  • 1622 – 1626 Obrist Johann von Uffeln
  • Unter Hessen-Darmstadt:
  • 1626 – 1630 Ritter Johann Wolf von Weitolshausen genannt von Schrautenbach
  • 1630 – 1634 Obrist Johann Wilhelm Wilkühr
  • 1634 – 1636 Obrist Georg Philipp von Buseck
  • 1636 – 1638 Obrist Christian Marsilius Wolf von Todenwarth
  • 1638 – 1639 Obrist Carl Friedrich von Vitzthum
  • 1639 – 1641 Oberamtmann Dominieus Porsen
  • 1641 – 1642 Kommandant Johann Balthasar Strupp von Gelnhausen
  • 1642 – 1645 Obrist Johann Wilhelm Wilkühr
  • 1645 – 1647 Obrist Johann von Koppenstein
  • 1647 vom 14. bis 18. Juli General Kaspar Kornelius Mortaigne de Potelles starb auf Rheinfels den 18. Juli 1647
  • 1647 – 1650 Obrist Briel
  • 1650 – 1654 Johann Limburg von Nimbrecht
  • 1654 – 1656 Major Andreas Castrop
  • 1656 – 1658 Major Kümmel
  • 1658 – 1661 Obrist Barthol Deitter
  • 1661 – 1663 Obrist Franz Friedrich Lindermann
  • 1663 – 1665 Obrist Johann Hermann von Nordeck
  • 1665 – 1669 Obrist von Rodenstein
  • 1669 – 1673 Obrist Johann Cochenheims
  • 1673 – 1685 Obrist Jaeob Heinrich Sauerbick
  • 1685 – 1687 Major Stoffel
  • 1687 – 1692 Obrist von Ufflingen
  • 1692 – 1696 Generalmajor und Oberamtmann Georg Sittich Ludwig von Schlitz genannt von Görz starb auf Rheinfels den 3. Februar 1696
  • 1696 – 1697 Obrist von Tettau
  • 1697 – 1698 Generalmajor und Oberamtmann Anton Detlev von Schwerin
  • 1698 – 1699 Major Coeetti
  • 1699 – 1702 Obrist Leutnant von Schneid
  • 1702 – 1703 Obrist Schöpving
  • 1703 – 1705 Obrist Hans Curt Schonz starb auf Rheinfels den 12. Oktober 1705
  • 1705 – 1707 Obrist von Baumbach
  • 1707 – 1712 Generalleutnant und Gouverneur Otto Christoph von Verschuer (Werschur) starb auf Rheinfels den 19. Juli 1712
Zweiter Kommandant Obrist Johann Caspar Hesler
  • 1712 – 1715 Gouverneur Prinz von Hessen Philippsthal
  • 1715 – 1716 Gouverneur Prinz von Anhalt
Zweiter Kommandant Obrist Johann Georg von Heefs
  • 1716 – 1717 Generalmajor Lewin Walrab von Bonneburg
  • 1717 – 1718 Gouverneur Generalleutnant Conrad von Ranck
Kommandant Brigadier von Baumbach
  • 1718 – 1721 Obrist Johann Georg von Heefs
  • 1721 – 1724 Obrist von Kellerhofen
  • 1724 – 1731 Obrist von Degano
  • 1731 – 1734 Obrist Marquis Friedrich Dominieus de Casselle
  • 1734 – 1745 Generalleutnant und Gouverneur Christian Melchior Sigismund von Kutzleben starb auf Rheinfels den 26. August 1745
  • 1745 – 1748 Generalmajor von Merlan starb auf Rheinfels den 9. Dezember 1748
  • 1748 – 1756 Gouverneur Generalleutnant von Mansbach
  • 1756 – 1758 Obrist von Freiwald
  • 1758 – 1760 Obrist von Gelb
  • 1760 – 1763 Obrist Chevalier de Tende et Cretot
  • 1763 – 1764 Obrist Ernst Ludwig von Logau
  • 1764 – 1776 Gouverneur Generalleutnant Heinrich Wilhelm von Wutginau starb auf Rheinfels den 10 Oetober 1776
zweiter Kommandant Generalmajor von Hachenberg
  • 1776 – 1786 Generalleutnant Ernst Heinrich von Wilcke starb auf Rheinfels den 20. August 1786
Zweiter Kommandant Obrist von Münchhausen
  • 1786 – 1787 Gouverneur Generalleutnant Wilhelm Maximilian von Ditfurth
  • 1787 – 1788 Generalmajor von Kospoth
  • 1788 – 1793 Obrist Carl Philipp Heymel starb auf Rheinfels den 25. April 1793
  • 1793 – 1794 Generalmajor Philipp Valentin von Resius starb den 19. März 1798 als Festungsgefangener auf Schloß Spangenberg
  • 1794 – 1796 Obrist Belleau

Die Anlage[Bearbeiten]

Uhrturm
1. Schildmauer und Darmstädter Bau
Gelände der Vorburg (Marstall); im Hintergrund Hohe Batterie und Uhrturm
Nordwestliche Ringmauer und Nordbau der Kernburg

Aus Plänen und Zeichnungen von Wilhelm Schäfer genannt Dilich in den Diensten von Landgraf Moritz (Hessen-Kassel) Anfang des 17. Jahrhunderts kann man Grundriss und Aussehen der Kernburg aus dem 13./14. Jahrhundert vor dem großen Festungsausbau Mitte des 17. Jahrhunderts, dem drei Viertel der heutigen Ruine zuzurechnen sind, zuverlässig erschließen.

Durch einen Torturm (Uhrturm, um 1300) gelangt der Besucher bei einem ersten – inneren – Burgrundgang heute zunächst zur breiten Front des dreigeschossigen Palas, des sogenannten Darmstädter Baus, der in Fachwerk mit spitzen Giebeln ausgeführt war, im Norden der Anlage. Vom einst das Schloss hoch überragenden Bergfried (54 m) ist nichts mehr zu erkennen. Er hatte einen Durchmesser von 10,5 m mit 3,5 m Wandstärke. Im 14. Jahrhundert war ihm ein schmalerer Rundturm aufgesetzt, der sogenannte Butterfassturmaufsatz. Auf dem Verbindungsweg zwischen Uhrturm und Palas, welcher der frühere Halsgraben der Burg ist, liegt der Große Keller, der 1587-89 in zwei deutlich sichtbaren Bauphasen überwölbt wurde. Der größte freitragende Gewölbekeller in Europa hat eine Länge von 24 Metern, eine Breite und Höhe von ca. 16 Metern und kann bis zu 400 Personen Platz bieten. Die Mauern sind bis zu 4 Meter stark. In den Keller war ein gemauertes Weinfass mit einem Fassungsvermögen von ca. 200.000 Litern eingebaut. 1997 wurde er komplett renoviert und in seinen ursprünglichen Zustand versetzt. Seitdem dient er als Veranstaltungsplatz für Konzerte, Theateraufführungen und andere Darbietungen (Feuerwerk).

Durch ein weiteres Tor (um 1300) wird die Kernburg (heute als Burgmuseum eingerichtet) aus dem 13. Jahrhundert mit Treppenturm erreicht. Durch die südwestliche Schildmauer (datiert 14. Jahrhundert) gelangt man in den Marstallhof, ein in weiten Teilen zerstörtes Gelände der inneren Vorburg. Der Marstall (kleiner Mauerrest erhalten) verband einst die nordwestliche Ringmauer mit dem Turm des Büchsenmeisters, von dem nur noch ein Stumpf steht. Im Vorhof ist ein Pranger rekonstruiert. Über die Mantelmauer (14. Jh.) und die um 1660 angefügte Hohe Batterie geht der Uhrturm, der nach diesem Rundlauf im Bogen wieder erreicht ist, zu besteigen. Nach Süden bietet sich ein weiter Blick über den Hafen und die Stadt von St. Goar hinweg, rechtsrheinisch nach St. Goarshausen und Burg Katz, nach Norden rheinabwärts bis Burg Maus sowie nach Westen ins Gründelbachtal.

Ein zweiter – äußerer – Burgrundgang führt in die im 17. Jahrhundert angefügten Festungsbauten. Begehbar sind die Wehrgänge bis zum „Großen Halsgraben“ mit gewaltiger Schildmauer (erkennbare Schießscharten), die die äußere Vorburg (das Gelände des heutigen Schlosshotels) von der Kernburg abtrennen. Zwei Treppen führen hinab zu den unterirdischen Minengängen, die mit Taschenlampe ebenfalls zugänglich sind; dies ist vor allem für Kinder eine Attraktion, die in der weitläufigen Ruine viele versteckte, dunkle Winkel entdecken und erkunden können.

Über geschichtliche Hintergründe, das einstige soziale Leben auf der Burg, Kriegsführung und Waffen sowie Pflanzen und Tiere im Burgbereich informiert ein Lehrpfad (der so genannte Rheinfelspfad), dessen Informationstafeln auf den Burgmauern angebracht sind. Der Besucher lernt verbreitete und seltene Moose, Flechten und Farne sowie mediterrane Pflanzen kennen, deren Provenienz von einem einstigen in der Nähe gelegenen adeligen Lustgarten erklärt wird (z. B. Filziges Hornkraut, Sonnenröschen, Karthäusernelke). Im Gebälk nisten Mauersegler, Turmfalke und Dohle. Zudem werden die Gesteine erklärt (Quarzit, Schiefer), die aus Sedimenten im Devon-Zeitalter stammen, als das Rheinland noch ein Flachmeer war.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • 1. Wochenende im August: Hansenfest auf der Burg Rheinfels

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl E. Demandt: Rheinfels und andere Katzenelnbogener Burgen als Residenzen, Verwaltungszentren und Festungen. (= Arbeiten der Hessischen Historischen Kommission, N.F.5). Darmstadt 1990.
  • Ludger Fischer: Burg und Festung Rheinfels (Rheinische Kunststätten H. 390), Köln 1993
  • Georg Ulrich Großmann: Burg und Festung Rheinfels, hrsg. von der Wartburg-Gesellschaft Burgen, Schlösser und Wehrbauten in Mitteleuropa, Bd. 17, Regensburg 2002
  • Carl Michaelis: Burg Rheinfels bei St. Goar am Rhein mit Zeichnungen von Dilich (1607), St. Goar 1900, 1991 (großformat. Broschüre), ISBN 3-926888-91-1 (Nachdruck 1991 zur Neueröffnung des Burgmuseums am 14. Mai 1991)
  • Alexander Thon: Städte gegen Burgen. Tatsächliche und mutmaßliche Belagerungen von Burgen am Mittelrhein durch den Rheinischen Bund 1254–1257. In: Jahrbuch für westdeutsche Landesgeschichte 34, Marburg 2008, S. 17–42, hier S. 37–41 (zur Belagerung durch den Rheinischen Bund 1256).
  • Monika Vogt: Eröffnend der Neuzeit Tür. Begegnungen mit Philipp dem Großmütigen in Hessen. Hrsg.: Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen/ Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Wiesbaden 2003, S. 23–25.
  • Alexander Grebel: Geschichte der Stadt St. Goar, Druck von Carl Sassenroth, St. Goar 1848. Digitalisat
  • Alexander Grebel: St. Goar, Ein rheinisches Heimatbuch, Nach den Werken von Alexander Grebel gänzlich neu bearbeitet von Peter Knab, Verlag von Hermann Schulz, Düsseldorf 1925.
  • Alexander Grebel: Das Schloß und die Festung Rheinfels, 1844

Dokumente[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Peter Knab, St.Goar, Ein rheinisches Heimatbuch,Verlag Hermann Schulz, Düsseldorf 1925, Seite 112,113.
  2. Peter Knab: St. Goar, Ein rheinisches Heimatbuch, Verlag von Hermann Schulz,Düsseldorf, 1925, Seite 146-153

1. Peter Knab : St. Goar, Ein rheinisches Heimatbuch, Verlag von Hermann Schulz, Düsseldorf 1925, Seite 146-151.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Burg Rheinfels – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien