Chris Byrd

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Chris Byrd Boxer
Daten
Geburtsname Chris Cornelius Byrd
Kampfname Rapid Fire
Gewichtsklasse Schwergewicht
Nationalität US-Amerikanisch
Geburtstag 15. August 1970
Geburtsort Flint
Stil Rechtsauslage
Größe 1,83 m
Reichweite 1,88
Kampfstatistik
Kämpfe 47
Siege 41
K.-o.-Siege 22
Niederlagen 5
Unentschieden 1
Profil in der BoxRec-Datenbank

Chris Cornelius Byrd (* 15. August 1970 in Flint, Michigan) ist ein US-amerikanischer Boxer.

Amateur[Bearbeiten]

Als Amateur wurde Byrd dreimal US-amerikanischer Meister: 1989 im Halbmittelgewicht sowie 1991 und 1992 im Mittelgewicht. 1990 nahm er an den Goodwill Games in Seattle teil, unterlag aber schon im ersten Kampf gegen Torsten Schmitz nach Punkten. Auch bei den Amateurweltmeisterschaften 1991 in Sydney scheiterte er bereits in der ersten Runde, diesmal am Kubaner Ramón Garbey. Diesen hatte er im selben Jahr bei einem Länderkampf noch schlagen können.

1992 konnte er sich im Mittelgewicht für die Olympischen Spielen in Barcelona qualifizieren und gewann die Silbermedaille. Im Achtelfinale gelang ihm dabei ein Sieg über Alexander Lebsiak, das Finale verlor er dann allerdings gegen Ariel Hernández.

Profikarriere[Bearbeiten]

1993 wurde Byrd Profi. Er ist Rechtsausleger, dabei eher klein und leicht für einen Schwergewichtler. Somit ist es erstaunlich, dass er nicht, wie etwa Henry Maske, ebenfalls erfolgreich im Mittelgewicht der Amateure, im Halbschwergewicht der Profis blieb, sondern 1995 ins Schwergewicht überwechselte, wo er regelmäßig gegen Gegner kämpft, die 10 bis 20 Kg mehr wiegen.

Kampf am 22. April 2006 in der SAP-Arena gegen Wladimir Klitschko

In seiner Aufbauphase gelangen ihm Siege gegen Phil Jackson, Bert Cooper und Ross Puritty.

Seine erste Niederlage als Profi erlitt er im März 1999 gegen den starken Nigerianer Ike Ibeabuchi, der ihn in der fünften Runde k. o. schlug. Ein Jahr später, am 1. April 2000, gewann er jedoch überraschend den Titel der WBO gegen Vitali Klitschko, der den Kampf nach der neunten Runde wegen einer Schulterverletzung aufgab. Zu diesem Zeitpunkt lag Klitschko allerdings bei allen drei Punktrichtern klar in Führung. Byrd war als Ersatzmann für Donovan Ruddock verpflichtet worden, der indisponiert war.

Schon im nächsten Kampf, am 14. Oktober 2000, verlor Byrd den Titel wieder, und zwar gegen Vitalis jüngeren Bruder Wladimir, der ihn hoch nach Punkten schlug und zweimal am Boden hatte. Später suggerierte Byrd mehrfach, dass bei diesem Kampf irgendetwas mit den Handschuhen faul gewesen sei.

Er unterschrieb daraufhin bei Don King und bekam prompt die Teilnahme an einem Ausscheidungsturnier angeboten, bei dem er Maurice Harris und den hoch eingeschätzten David Tua besiegte. Am 14. Dezember 2002 gewann er den vakanten Weltmeistertitel der IBF mit einem Punktsieg gegen Evander Holyfield, der mit seinen 40 Jahren allerdings bereits als überaltert galt.

Er verteidigte den Titel in den nächsten Jahren mehrmals erfolgreich, allerdings war der „Sieg“ gegen Fres Oquendo trotz einstimmiger Punktrichterentscheidung mehr als umstritten. Auch das Unentschieden gegen Andrzej Gołota wird als eher schmeichelhaft angesehen.

Am 22. April 2006 verlor er den Titel vor 14.000 Besuchern in der Mannheimer SAP-Arena wieder an Wladimir Klitschko durch technischen K. o. in der siebenten Runde. Wie schon im ersten Kampf konnte er Klitschko kaum gefährlich werden.

Nach einem Jahr Inaktivität gewann er durch Abbruch in Runde sieben gegen den Aufbaugegner Paul Marinaccio.

Am 27. Oktober 2007 trat er in einem IBF-Ausscheidungskampf gegen den Russen Alexander Powetkin an, der 2004 Olympiasieger im Superschwergewicht war. Er verlor in Runde 11 durch technischen K. o., als sein Vater und Trainer Joe Byrd rund eine Minute vor Ende der elften Runde überraschend das Handtuch warf.

Nach dieser Niederlage beschloss Byrd, das Schwergewicht zu verlassen. Er nahm in den nächsten sechs Monaten über 30 Pfund ab, um fortan im Halbschwergewicht antreten zu können.

Seinen ersten Kampf im Halbschwergewicht bestritt Byrd am 16. Mai 2008 gegen Shaun George. In diesem Kampf war Byrd seinem Gegner allerdings deutlich unterlegen und ging schon in der ersten Runde das erste Mal zu Boden. Nachdem er in der neunten Runde zwei weitere Niederschläge hinnehmen musste, brach der Referee den Kampf schließlich ab.

In seinem letzten Profikampf am 21. März 2009 in der Hanns-Martin-Schleyer Halle besiegte er Matthias Sandow durch technischen KO in der 4. Runde.

Schlagkraft[Bearbeiten]

Im Rahmen eines Vergleichstests hinsichtlich der Schlagkraft verschiedener Sportler erreichte Byrd an einen Sandsack mit Drucksensoren unter Benutzung regulärer Boxhandschuhe eine Maximalkraft von 5800N.

Weblinks[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Vitali Klitschko Boxweltmeister im Schwergewicht (WBO)
1. April 2000 – 14. Oktober 2000
Wladimir Klitschko
Lennox Lewis Boxweltmeister im Schwergewicht (IBF)
14. Dezember 2002 – 22. April 2006
Wladimir Klitschko