Christentum in Marokko

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Das Christentum ist in Marokko eine religiöse Minderheit. Maximal ein Prozent der Bevölkerung sind Christen.[1][2]

Gegenwärtige Situation[Bearbeiten]

Der Islam ist in Marokko laut Verfassung Staatsreligion. Ausländische Christen dürfen ihren Glauben praktizieren, werden jedoch von den Behörden beobachtet. Die Weitergabe der christlichen Botschaft an Muslime steht unter Strafe. So ist es auch nicht erlaubt, christliche Literatur zu verteilen. Die Konversion eines Muslims zu einer anderen Religion steht zwar laut Gesetz nicht unter Strafe, doch erleben Christen mit muslimischem Hintergrund gesellschaftlichen Druck und soziale Isolation. Aus Angst vor Repressalien praktizieren sie ihren christlichen Glauben oft im Geheimen.[3]

Seit März 2010 hat die marokkanische Regierung zahlreiche ausländische Christen unter dem Vorwurf, Marokkaner missioniert zu haben, des Landes verwiesen. Die betroffenen Personen waren Mitarbeiter von christlichen Hilfsorganisationen. Eine größere Anzahl von ihnen arbeitete in einem Waisenprojekt in der Nähe von Fès. Sie mussten ihre Pflegekinder zurücklassen.[4]

Konfessionen[Bearbeiten]

Zur römisch-katholischen Kirche gehören 39 Pfarreien mit etwa 24.000 Mitgliedern in den Erzbistümern Rabat und Tanger.[5] Außerdem sind die Russisch-Orthodoxe Kirche mit einer Gemeinde[5] sowie protestantische Christen vertreten.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Länderinformation zu Marokko in CIA World Factbook, gesehen 22. April 2010
  2. Kirche in Not gibt im Länderbericht Marokko sogar einen Anteil von nur 0,1 % an.
  3. Marokko auf der Website von Open Doors, gesehen 27. Februar 2013
  4. Zeitschrift Open Doors 5/2010: „Zahlreiche Christen des Landes verwiesen – 33 Kinder von Pflegeeltern getrennt“
  5. a b Information auf adherents.com, gesehen 24. April 2010