Klaus Johannis

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Klaus Johannis

Klaus Werner Johannis (* 13. Juni 1959 in Hermannstadt) ist ein rumäniendeutscher Lehrer und Politiker. Er ist seit 2000 Bürgermeister von Hermannstadt. Außerdem wurde er am 23. Februar 2013 zum Ersten Stellvertretenden Vorsitzenden der mitregierenden Nationalliberalen Partei (PNL) gewählt. Für Klaus Johannis wurde die Regel außer Kraft gesetzt, dass neue Parteimitglieder nicht sofort für Führungsposten kandidieren dürfen – er war der Partei erst vier Tage vorher beigetreten.

Politik[Bearbeiten]

Johannis arbeitete nach dem Studium der Physik zunächst als Gymnasiallehrer in der deutschsprachigen Abteilung des Brukenthal-Lyzeums in Hermannstadt. Ende der 1990er Jahre wurde er Generalschulinspektor (Schulrat) des Kreises Sibiu.

Bürgermeister von Hermannstadt[Bearbeiten]

Im Jahr 2000 beschloss das Demokratische Forum der Deutschen in Rumänien, die politische Vertretung der deutschsprachigen Minderheit, einen eigenen Kandidaten für die Bürgermeisterwahlen in Hermannstadt aufzustellen, und nominierte Klaus Johannis. Obwohl die deutsche Bevölkerung in Hermannstadt nur noch eine Minderheit von weniger als 2 Prozent ausmachte, wurde Johannis gewählt und damit der erste deutschstämmige Bürgermeister einer rumänischen Großstadt. Im Stadtrat arbeitete Johannis in der ersten Legislaturperiode mit einer von der Sozialdemokratischen Partei (PSD, Partidul Social Democrat) getragenen Mehrheit zusammen.

2004 wurde Johannis mit 88,7 % der Stimmen wiedergewählt. Johannis konnte gute Kontakte zu ausländischen Investoren aus dem deutschsprachigen Raum und zu EU-Behörden knüpfen und erreichte, dass Hermannstadt 2007 (zusammen mit Luxemburg) Europäische Kulturhauptstadt war. Große Projekte, die in seiner Amtszeit bisher realisiert wurden, waren die mittlerweile weit vorangeschrittene Altstadtsanierung, die Erneuerung der gesamten städtischen Infrastruktur (Straßen, Wasser- und Stromversorgung, Abwasserentsorgung) sowie der Ausbau des Flughafens nach westeuropäischen Standards (2007 fertiggestellt). In den Jahren 2008 und 2012 wurde Johannis als Bürgermeister von Sibiu wiedergewählt. Er erhielt 2008 über 80 % der Stimmen, 2012 knapp 78 % der Stimmen.

Kandidat für das Amt des rumänischen Ministerpräsidenten[Bearbeiten]

Da Johannis keiner der großen nationalrumänischen Parteien angehört, genießt er in der rumänischen Öffentlichkeit den Ruf einer parteiunabhängigen Person. Das Demokratische Forum der Deutschen in Rumänien arbeitete allerdings bisher immer eng mit der Partidul Național Liberal (Nationalliberalen Partei) zusammen. Nach der Abwahl des rumänischen Premierministers Emil Boc am 13. Oktober 2009 wurde Johannis von mehreren Parteien (der Nationalliberalen Partei, der Demokratische Union der Ungarn in Rumänien und anderen nationalen Minderheitenparteien) als dessen Nachfolger vorgeschlagen.[1] Am 14. Oktober 2009 erklärte sich Johannis offiziell zur Kandidatur bereit. Am 15. Oktober nominierte Staatspräsident Traian Băsescu jedoch den Wirtschaftsfachmann Lucian Croitoru als neuen Premierminister.[2] Die parlamentarische Mehrheit hielt jedoch an Johannis fest. Der Parteiführer der Nationalliberalen Partei und Kandidat bei den Präsidentschaftswahlen in Rumänien 2009, Crin Antonescu, erklärte daraufhin, auch er wolle Johannis zum Premierminister berufen, falls er die Wahl gewinne.[3] Nach dem Wahlsieg Băsescus kam Johannis jedoch als Ministerpräsident nicht mehr in Frage.

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Johannis ist Ehrensenator der Babeș-Bolyai-Universität Cluj (Klausenburg), an der er studiert hat.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Standard: Opposition einigte sich auf Übergangs-Premier vom 13. Oktober 2009.
  2. EVZ ro vom 14. Oktober 2009, abgerufen am 15. Oktober 2009
  3. Johannis ready to head national union gov’t, Financiarul.ro, Meldung vom 15. Oktober 2009, abgerufen 17. Oktober 2009
  4. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF; 6,9 MB)