Klaus Iohannis

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Klaus Iohannis

Klaus Werner Iohannis (manchmal auch Johannis; * 13. Juni 1959 in Hermannstadt) ist ein rumäniendeutscher Politiker. Er ist seit 2000 Bürgermeister von Hermannstadt. Seit dem 28. Juni 2014 ist Iohannis Vorsitzender der Nationalliberalen Partei.

Politik[Bearbeiten]

Iohannis arbeitete nach dem Studium der Physik zunächst als Gymnasiallehrer in der deutschsprachigen Abteilung des Brukenthal-Lyzeums in Hermannstadt. Ende der 1990er Jahre wurde er Generalschulinspektor (Schulrat) des Kreises Sibiu.

Bürgermeister von Hermannstadt[Bearbeiten]

Im Jahr 2000 beschloss das Demokratische Forum der Deutschen in Rumänien, die politische Vertretung der deutschsprachigen Minderheit, einen eigenen Kandidaten für die Bürgermeisterwahlen in Hermannstadt aufzustellen, und nominierte Klaus Iohannis. Obwohl die deutsche Bevölkerung in Hermannstadt nur noch eine Minderheit von weniger als 2 Prozent ausmachte, wurde Iohannis gewählt und damit der erste deutschstämmige Bürgermeister einer rumänischen Großstadt. Im Stadtrat arbeitete Iohannis in der ersten Legislaturperiode mit einer von der Sozialdemokratischen Partei (PSD, Partidul Social Democrat) getragenen Mehrheit zusammen.

2004 wurde Johannis mit 88,7 % der Stimmen wiedergewählt. Iohannis konnte gute Kontakte zu ausländischen Investoren aus dem deutschsprachigen Raum und zu EU-Behörden knüpfen und erreichte, dass Hermannstadt 2007 (zusammen mit Luxemburg) Europäische Kulturhauptstadt war. Große Projekte, die in seiner Amtszeit bisher realisiert wurden, waren die mittlerweile weit vorangeschrittene Altstadtsanierung, die Erneuerung der gesamten städtischen Infrastruktur (Straßen, Wasser- und Stromversorgung, Abwasserentsorgung) sowie der Ausbau des Flughafens nach westeuropäischen Standards (2007 fertiggestellt). In den Jahren 2008 und 2012 wurde Johannis als Bürgermeister von Sibiu wiedergewählt. Er erhielt 2008 über 80 % der Stimmen, 2012 knapp 78 % der Stimmen.

Kandidat für das Amt des rumänischen Ministerpräsidenten[Bearbeiten]

Nach der Abwahl des rumänischen Premierministers Emil Boc am 13. Oktober 2009 wurde Iohannis von mehreren Parteien (der Nationalliberalen Partei, der Demokratische Union der Ungarn in Rumänien und anderen nationalen Minderheitenparteien) als dessen Nachfolger vorgeschlagen.[1] Am 14. Oktober 2009 erklärte sich Johannis offiziell zur Kandidatur bereit. Am 15. Oktober nominierte Staatspräsident Traian Băsescu jedoch den Wirtschaftsfachmann Lucian Croitoru als neuen Premierminister.[2] Die parlamentarische Mehrheit hielt jedoch an Johannis fest. Der Parteiführer der Nationalliberalen Partei und Kandidat bei den Präsidentschaftswahlen in Rumänien 2009, Crin Antonescu, erklärte daraufhin, auch er wolle Johannis zum Premierminister berufen, falls er die Wahl gewinne.[3] Nach dem Wahlsieg Băsescus kam Johannis jedoch als Ministerpräsident nicht mehr in Frage.

Chef der bürgerlichen Opposition[Bearbeiten]

Am 23. Februar 2013 wurde er zum Ersten Stellvertretenden Vorsitzenden der damals mit den Sozialdemokraten mitregierenden Nationalliberalen Partei (PNL) gewählt. Anfang Februar 2014 hat ihn die PNL für den Posten des Innenministers und Vizepremiers vorgeschlagen, jedoch wurde der Vorschlag am 7. Februar 2014 vom Premier Victor Ponta abgelehnt. Nach zwei Wochen Streit in der Regierungskoalition zerbrach diese am 25. Februar 2014 durch den Abzug der liberalen Minister aus der Regierung.[4]

Nach der Europawahl 2014 führt Johannis interimistisch die Nationalliberale Partei, bis zum außerordentlichen Parteikongress am 28.-29. Juni 2014.[5] Am 28. Juni 2014 wurde Iohannis zum Vorsitzenden der Nationalliberalen Partei gewählt.[6]

Iohannis und Vasile Blaga (PDL) sprachen sich für eine schnelle Fusion der PNL und der PDL, sowie für den Beitritt der resultierenden Partei zur EVP-Fraktion im Europäischen Parlament aus. Iohannis gilt als möglicher Kandidat der bürgerlichen Opposition für die Präsidentschaftswahlen in Rumänien 2014.[7]

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Standard: Opposition einigte sich auf Übergangs-Premier vom 13. Oktober 2009.
  2. EVZ ro vom 14. Oktober 2009, abgerufen am 15. Oktober 2009
  3. Johannis ready to head national union gov’t, Financiarul.ro, Meldung vom 15. Oktober 2009, abgerufen 17. Oktober 2009
  4. Rumäniens Koalition zerbrochen, Tagesschau.de, Sendung vom 25. Februar 2014, abgerufen 12. Juni 2014
  5. Johannis zum Interimschef bis zum PNL-Konvent ernannt, adz-online, 4. Juni 2014
  6. Neuer Chef der rumänischen Liberalen. Abgerufen am 29. Juni 2014.
  7. Johannis zum Interimschef bis zum PNL-Konvent ernannt, adz-online, 4. Juni 2014
  8. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF; 6,9 MB)