CityEL

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CityEL
CityEL.jpg
CityEL
Produktionszeitraum: 1987–2012
Klasse: Leichtfahrzeug
Karosserieversionen: Kabinenroller
Motoren: Elektromotoren:
(1,0–5,0 kW)
Länge: 2741 mm
Breite: 1060 mm
Höhe: 1260 mm
Radstand: 1810 mm
Leergewicht: 210 kg
Vorgängermodell: Mini-El-City
Nachfolgemodell: keines

Das CityEL ist ein dreirädriges Leichtfahrzeug mit Elektroantrieb für eine erwachsene Person, das im Sommer auch als Cabrio gefahren werden kann.

Das CityEL ist als Pkw für den Straßenverkehr zugelassen (57-km/h- oder 63-km/h-Version), kann jedoch in geschwindigkeitsreduzierter Form auch als Leichtkraftfahrzeug zugelassen werden und dann mit Versicherungskennzeichen bewegt werden (45-km/h-Version).

Derzeitiger Hersteller des CityEL ist die Firma Citycom.

Technik[Bearbeiten]

Der CityEL ist mit einem Scheibenläufermotor Perm PMG-132 (Höchstgeschwindigkeit 63 km/h) ausgestattet. Je nach Streckenverbrauch und Zustand der Blei-Vlies-Batterien kann der CityEL bis 50 km Reichweite mit einer Batterieladung erzielen. Seit Anfang 2009 ist auch ein Lithium-Ionen-Akku mit Batteriemanagementsystem erhältlich, der Reichweiten von ca. 100 km ermöglicht und sehr viel leichter ist (das Lithiumsystem wiegt ca. 45 kg, das Blei-Vlies-System ca. 120 kg, der CityEL ohne Batterien wiegt ca. 160 kg, das zulässige Gesamtgewicht beträgt 400 kg).

Der Energieverbrauch liegt je nach Modell zwischen 3,5 und 9 kWh/100 km. Zum Vergleich: ein Liter Benzin enthält 8,9 kWh. Entsprechend läge der Verbrauch eines CityEL umgerechnet zwischen ca. 0,4 und 1 Liter Benzin pro 100 km. Der CO2-Ausstoß des CityEL ist im Betrieb 0 g/km (Tank-to-Wheel). Berücksichtigt man den CO2-Ausstoß bei der Stromerzeugung (Well-to-Tank) für den CityEL mit dem regulären deutschen Strommix, liegt der Gesamtausstoß bei etwa 26 g/km (Well-to-Wheel-Betrachtung).

Der CityEL bietet ein Kofferraumvolumen von ca. 300 l.

Fahrzeugkonzept[Bearbeiten]

CityEL, Blick ins Innere

Hintergrund bei diesem Fahrzeugkonzept ist, dass der größte Anteil aller Fahrten mit nur wenigen Passagieren auf Kurzstrecken stattfindet (durchschnittlich ca. 60 km pro Person pro Tag). Als Leichtkraftfahrzeug wird beim CityEL bereits sowohl in der Herstellung als auch im Betrieb auf geringen Ressourcenverbrauch Rücksicht genommen. Der Elektromotor ist im Stop-and-Go-Verkehr der Innenstädte effizienter als ein Verbrennungsmotor.

Das Chassis des CityEL besteht aus einer doppelwandigen Kunststoffwanne, die mit einem Spezialmaterial zur Dämpfung eines evtl. Aufpralls gefüllt ist. Die dadurch ca. 15 cm dicke Fahrzeugwanne dämpft bei einem Unfall die Aufprallenergie. Dann wird das Fahrzeug durch sein geringes Gewicht zur Seite geschoben. Ein Crash-Test wurde mit dem CityEL durchgeführt, wobei der ADAC bestätigt hat, dass die Sicherheit des CityEL mit herkömmlichen Kleinwagen vergleichbar sei.

Die Vorteile des CityEL für den Besitzer gegenüber einem herkömmlichen Pkw sind:

  • geringe laufende Kosten (Energie, Wartung, Versicherung und KFZ-Steuer)
  • geringer Platzbedarf für Stellflächen

Im Vergleich zu Zweirädern (von Fahrrad bis Motorrad) bietet das CityEL folgende Vorteile:

  • bessere Mitnahmemöglichkeiten für Gepäck
  • Schutz vor Fahrtwind und Witterung
  • bessere passive Sicherheit
  • kippstabil bei langsamer Fahrt und blockierenden Rädern (besser für glatte Fahrbahnen)
  • eventuelle Sicherheitsausrüstung entfällt

Als Nachteile gegenüber herkömmlichen Motorrädern sind zu nennen:

  • geringere Bodenfreiheit (schlecht beim Einparken wegen hohen Bordsteinkanten etc.)
  • deutlich schlechtere Fahrleistungen (Geschwindigkeit, Beschleunigung, Kurvenfahrt)
  • vergleichsweise hoher Anschaffungspreis, auch gebraucht
  • niedrige Sitzhöhe sorgt für schlechtere Wahrnehmbarkeit und schlechteren Überblick
  • die Mitnahmemöglichkeit eines Beifahrers fehlt


Als Nachteile gegenüber herkömmlichen PKW sind zu nennen:

  • geringerer Komfort
  • deutlich geringeres Platzangebot für Passagiere und Gepäck

Als Nachteile gegenüber Kraftfahrzeugen mit Verbrennungsmotor sind zu nennen:

  • das Wiederaufladen der entleerten Batterien dauert wesentlich länger als ein Tankvorgang mit Benzin oder Dieselkraftstoff
  • regelmäßige Ladezeiten für die Batterien und Verfügbarkeit einer Steckdose in Stellplatznähe
  • deutlich geringere Reichweite

Geschichte[Bearbeiten]

Das dänische Unternehmen El-Trans AS aus Randers entwickelte das Fahrzeug und brachte es 1987 unter der Markenbezeichnung Mini-El[1] auf den Markt. Später erfolgte die Umbenennung in CityEL. Nachdem die Entwicklerfirma die Produktion im Juni 1991 aufgeben musste, wurde die Firma von einem deutschen Investor übernommen und der Firmensitz in das fränkische Aub verlegt. Seit der Erstvorstellung als geschlossene Basic-Version wurden zahlreiche technische Verbesserungen vorgenommen, die insbesondere den Antrieb und das Batterie- sowie das Ladesystem betrafen. 2012 meldete die Herstellerfirma Smiles AG Insolvenz an und wurde von der Ellert Rent GmbH übernommen. Diese führt die Produktion sowie den Service unter dem neuen/alten Namen CITYCOM GmbH fort.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Harald Linz und Halwart Schrader: Die Internationale Automobil-Enzyklopädie. United Soft Media Verlag GmbH, München 2008, ISBN 978-3-8032-9876-8

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: CityEl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Linz und Schrader: Die Internationale Automobil-Enzyklopädie.