Claudia Schmölders

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Claudia Schmölders 1977 in Zürich, Bild von Fritz Senn

Claudia Schmölders, auch Claudia Henn-Schmölders, (* 25. Oktober 1944 in Heidelberg) ist eine deutsche Kulturwissenschaftlerin, Schriftstellerin und Übersetzerin.

Leben[Bearbeiten]

Claudia Schmölders absolvierte ein Studium der Germanistik, Musikwissenschaft und Philosophie an Universitäten in Köln, Zürich, Berlin und New York. 1973 wurde sie an der Freien Universität Berlin zum Doktor der Philosophie promoviert. Zwischen 1975 und 1999 war sie als freie Publizistin, Lektorin und Herausgeberin für verschiedene Verlage tätig; daneben hatte sie Lehraufträge an den Universitäten in Köln, Frankfurt am Main, Hamburg und Berlin. 1991 hielt sie sich als Fellow an der Maison des Sciences de l'Homme in Paris auf, 1991/92 war sie Fellow des Wissenschaftskollegs zu Berlin. 1997 habilitierte sie sich an der Humboldt-Universität mit einer Arbeit zur Geschichte der Physiognomik; seit 1998 ist sie Privatdozentin am Kulturwissenschaftlichen Seminar der Humboldt-Universität.

Claudia Schmölders befasst sich als Wissenschaftlerin unter anderem mit der Geschichte der Physiognomik und der Höflichkeit in Europa. Daneben hat sie zahlreiche literarische Anthologien sowie die Reihe "Berühmte Paare" im Rowohlt Verlag (30 Bde.) herausgegeben. Auch als Übersetzerin von erzählender Literatur und Kinderbüchern aus dem Englischen ist sie hervorgetreten.

Seit 2000 ist Claudia Schmölders Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland. 2004 erhielt sie den Heinrich-Mann-Preis der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Künste. 2010 wurde sie zum ordentlichen Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung berufen.

Werke[Bearbeiten]

  • Simplizität, Naivetät, Einfalt. Studien zur ästhetischen Terminologie in Frankreich und Deutschland 1674 bis 177., Zürich 1974
  • Die Stärke der Stille, nach mündlicher Mitteilung notierte Autobiographie von Marion Yorck von Wartenburg Köln 1984 ; 5. Aufl. 1995
  • Das Vorurteil im Leibe. Eine Einführung in die Physiognomik, Berlin 1995; 3.Auflage 2007
  • Hitlers Gesicht. Eine physiognomische Biographie, München 2000; Hitler's Face. A Biography of an Image. Philadelphia 2005

Herausgeberschaft[Bearbeiten]

  • Jules Verne: Die großen Seefahrer und Entdecker, Zürich 1974
  • Über Balzac, Zürich 1977; 1993; 3. erweiterte Auflage Zürich 2007
  • Über Simenon, Zürich 1978
  • Die Kunst des Gesprächs. Texte zur Geschichte der europäischen Konversationstheorie, München 1979;1986
  • Vom Paradies und anderen Gärten, Köln 1983
  • Die wilde Frau, Köln 1983 u.ö.
  • Die Märchen-Arche, Köln 1984
  • Deutsche Briefe, Frankfurt am Main 1987 u.ö.
  • Das Märchenbuch, Frankfurt am Main 1987
  • Einladung zum Essen, Frankfurt am Main 1989 u.ö.
  • Japan, Insel-Almanach, Frankfurt am Main 1989 (zusammen mit Irmela Hijiya-Kirschnereit)
  • Johann Wolfgang von Goethe: Mit Goethe durch den Garten, Frankfurt am Main 1989
  • Liebes-Erklärungen, Berlin 1993
  • Die Erfindung der Liebe. Berühmte Zeugnisse aus drei Jahrtausenden, München 1996 u.ö.
  • Der exzentrische Blick. Gespräch über Physiognomik, Berlin 1996
  • Deutsche Kinder. 17 Biographische Porträts, Berlin 1997
  • Gesichter der Weimarer Republik. Eine physiognomische Kulturgeschichte, Köln 2000, zus. mit Sander L. Gilman

Übersetzungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]