Humboldt-Universität zu Berlin

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Humboldt-Universität zu Berlin
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Gründung 16. August 1809, Lehrbetrieb ab 10. Oktober 1810
Trägerschaft staatlich
Ort Berlin
Bundesland Berlin
Staat Deutschland
Präsident Jan-Hendrik Olbertz
Studenten 33.500 (WS 2013/14)[1]
Mitarbeiter 4479 (2013) ohne Charité[1]
davon Professoren 426 (2013)[1]
Jahresetat 338,4 Mio. € (2013) ohne Charité, mit Drittmitteln[1]
Website www.hu-berlin.de
Wilhelm von Humboldt, Spiritus rector der FWU (Denkmal Paul Ottos vor dem Hauptgebäude)

Die Humboldt-Universität zu Berlin (HU Berlin) wurde 1809 als Universität zu Berlin gegründet und nahm im Herbst 1810 den Lehrbetrieb auf. Sie ist die älteste und nach der Studentenzahl zweitgrößte der Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Berlin. Sie hat ihren Hauptsitz Unter den Linden in Berlin-Dorotheenstadt. Die HU Berlin gilt als eine weltweit renommierte Universität und bildete unter anderem 29 Nobelpreisträger aus.[2]

Die Humboldt-Universität wurde im Rahmen der Exzellenzinitiative in die dritte Förderlinie aufgenommen und zählt damit zu den sogenannten bundesdeutschen Eliteuniversitäten.

Friedrich-Wilhelms-Universität[Bearbeiten]

Die Universität wurde am 16. August 1809[3] auf Initiative des liberalen preußischen Bildungsreformers und Sprachwissenschaftlers Wilhelm von Humboldt gegründet und nahm 1810 als Berliner Universität (Alma Mater Berolinensis) ihren Betrieb auf. Von 1828 bis 1946 trug sie den Namen Friedrich-Wilhelms-Universität, zu Ehren ihres Gründers, des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III.

1949 erhielt die Universität ihren heutigen Namen Humboldt-Universität zu Berlin.

Gründung[Bearbeiten]

Wesentliche Impulse zur Universitätsgründung gingen von bedeutenden Wissenschaftlern dieser Zeit aus, vor allem von dem Philosophen Johann Gottlieb Fichte und dem Theologen Friedrich Schleiermacher.

Unter dem Eindruck der Reformideen Schleiermachers entwickelte der Diplomat und Sprachwissenschaftler Wilhelm von Humboldt seine Universitätskonzeption. Humboldt war seit Februar 1809 für ein Jahr Sektionschef für Kultus und Unterricht im Ministerium des Innern. Sein oberstes Ziel war es, ein neues Bildungssystem in Preußen einzuführen. Die Hauptsäulen seines Konzepts waren die enge Verbindung von Forschung und Lehre, freie Wissenschaft um ihrer selbst Willen und Persönlichkeitsformung.

Zu den ersten Professoren, deren Berufung auf Wilhelm von Humboldt zurückging, gehörten August Boeckh (Philologie), Albrecht Thaer (Landwirtschaft), Friedrich Carl von Savigny (Jura), Christoph Wilhelm Hufeland (Medizin) und Carl Ritter (Geographie). Sie trugen Humboldts Konzept mit. Der Betrieb der Wissenschaften verlange, so der Gelehrte und Staatsmann, dass Akademien, Universitäten und relativ selbstständige Forschungseinrichtungen zusammengeführt werden. Humboldts Konzepte, wie die erst später berühmt gewordene Denkschrift „Über die innere und äußere Organisation der höheren wissenschaftlichen Anstalten in Berlin“, beeinflussten die Idee der modernen Universität.

Alles, was für die Ausbildung der Studierenden geeignet war, wurde der Universität angegliedert oder konnte von den Studenten genutzt werden. So bekam sie das leer stehende Palais des Prinzen Heinrich von Preußen, erbaut 1748 bis 1766, übereignet. Mehrfach umgebaut und in den Jahren 1913 bis 1920 durch Anbauten erweitert, ist es in der Straße Unter den Linden noch heute das Hauptgebäude der Universität.

Nachdem am 28. September 1810 Theodor von Schmalz zum ersten Rektor berufen worden war und sich am 6. Oktober die ersten Studenten immatrikuliert hatten,[4] konnte am 10. Oktober 1810 der Lehrbetrieb aufgenommen werden.[5] Die Fächer wurden in die Fakultäten Jura, Medizin, Philosophie und Theologie gegliedert. Die Naturwissenschaften waren damals Teil der Philosophischen Fakultät, so dass die Doktoranden zum Dr. phil. (nicht zum Dr. rer. nat.) promovierten.

Karl Eduard Erdmann berichtet über die Privatdozenten und Professoren an der Friedrich-Wilhelms-Universität vor 1870:[6]

Lehrer Theologie Recht Philosophie Medizin Zusammen
Ordentliche Professoren 9 11 14 51 85
Ordentliche Honorarprofessoren 1 3 4 4 12
Außerordentliche Professoren 7 3 30 40 80
Privatdozenten 1 10 70 86 167
Zusammen 18 27 118 181 344

Die Erweiterung[Bearbeiten]

Die Universität um 1850
Blick vom Opernplatz auf die Universität (1886)

Neben der starken Verankerung traditioneller Fächer, wie der Altertumswissenschaft, der Rechtswissenschaft, Philologie und Geschichte, Medizin und Theologie, entwickelte sich die Berliner Universität zum Wegbereiter für zahlreiche neue naturwissenschaftliche Disziplinen. Das verdankte sie besonders der Förderung des Naturwissenschaftlers Alexander von Humboldt, Bruder des Gründers Wilhelm. So richtete Georg Ludwig Hartig 1821 an der Universität einen Lehrstuhl für Forstwirtschaft ein, aus dem später die Forstliche Hochschule Eberswalde wurde. Mit dem Bau modernster Forschungs- und Lehreinrichtungen für die Naturwissenschaften wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begonnen. Berühmte Forscher, wie der Chemiker August Wilhelm von Hofmann, der Physiker Hermann von Helmholtz, die Mathematiker Ernst Eduard Kummer, Leopold Kronecker, Karl Weierstraß, die Mediziner Johannes Peter Müller, Albrecht von Graefe, Rudolf Virchow und Robert Koch, trugen den wissenschaftlichen Ruhm der Berliner Universität über die nationalen Grenzen.

Im Zuge der Erweiterung der Universität wurden andere in der Stadt bereits vorhandene Einrichtungen schrittweise eingegliedert. Ein Beispiel hierfür sind die Charité, die Pépinière und das Collegium medico-chirurgicum. Das Collegium medico-chirurgicum wurde 1809 aufgelöst, die Bücherei von der Pépinière übernommen, und das medizinische und chirurgische Universitätsklinikum entstand 1810 zuerst in zwei Wohnungen der Friedrichstraße 101, bis nach mehreren Umzügen 1818 ein als Bleizucker- und Stärkefabrik gebauter Gebäudekomplex in der Ziegelstraße 5/6 erworben wurde. Die Entbindungsanstalt entstand 1816 in der Oranienburger Straße, wurde später in die Dorotheenstraße verlegt, und war der Vorläufer der 1882 eröffneten I. Universitäts-Frauenklinik in der Artilleriestraße (heute Tucholskystraße). Friedrich I. ließ 1710 ein Quarantäne-Haus für Pestkranke vor den Toren der Stadt errichten. Der ‚Soldatenkönig‘ Friedrich Wilhelm verfügte im Jahre 1727: „Es soll das Haus die Charité (frz. für ‚Barmherzigkeit‘, ‚Mildtätigkeit‘) heißen“. 1829 bezog die Medizinische Fakultät der Universität diesen Standort, und erst 1927 wurde die chirurgische Universitätsklinik als letzte Klinik in die Charité verlagert.

Für die seit 1810 zur Universität gehörenden natur-historischen Sammlungen wurde 1889 ein eigenes Gebäude errichtet, das heutige Museum für Naturkunde. Eine bereits seit 1790 bestehende Tierarzneischule bildete 1934 den Grundstock der Veterinärmedizinischen Fakultät, und die 1881 gegründete Landwirtschaftliche Hochschule Berlin wurde als Landwirtschaftliche Fakultät der Universität angegliedert.

Frauen in der Wissenschaft[Bearbeiten]

1900

Die liberale Sozialreformerin der deutschen Frauenbewegung Alice Salomon war eine der wenigen Frauen, die am Anfang des 20. Jahrhunderts studieren durften. Jahrzehntelang hatten engagierte Frauen darum gekämpft, dass auch sie am wissenschaftlichen Leben teilnehmen konnten. Jedoch erst im Jahr 1908 wurde Frauen in Preußen das Recht zur Immatrikulation gewährt. Von den vier Fakultäten hatte die Philosophische Fakultät den größten weiblichen Zulauf. Schon vor dem Immatrikulationsrecht hatte es an der Berliner Universität Studentinnen gegeben, allerdings nur als Doktorandinnen mit Ausnahmegenehmigung. Als erste Frau promovierte 1899 die Physikerin Elsa Neumann. Die erste Frau, die in Berlin zur Professorin ernannt wurde, war die Mikrobiologin Lydia Rabinowitsch-Kempner, die 1912 den Titel verliehen bekam. Allerdings erhielt sie keine Anstellung an der Universität. 1926 wurde Lise Meitner als erste Physikerin an einer preußischen Universität zur außerordentlichen Professorin ernannt. Bei anderen begabten Wissenschaftlerinnen, wie der jüdischen Historikerin Hedwig Hintze, endete nach 1933 der akademische Weg mit dem Entzug der Lehrbefugnis und Emigration. Im Jahr 1947 ging dann Liselotte Richter als erste deutsche Professorin für Philosophie und Theologie in die Annalen der Universität ein. Die Berliner Universität war schon zwischen 1919–1945 die deutsche Universität mit den meisten Dozentinnen.

Die Zeit des Nationalsozialismus[Bearbeiten]

Die Universität 1938

Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten begann auch an der Berliner Universität die Diffamierung jüdischer Wissenschaftler und Studierender. Vorlesungen jüdischer Dozenten wurden boykottiert, Hörer tätlich angegriffen. Auch politisch missliebige Dozenten waren von Verfolgung betroffen. Die Beteiligung von Studierenden und Lehrenden an der Bücherverbrennung vom 10. Mai 1933 war für eine wissenschaftlich renommierte Institution wie die Friedrich-Wilhelms-Universität besonders beschämend.

Nach der „Machtergreifung“ wurden 280 Angehörige des Lehrkörpers von den Nationalsozialisten vertrieben. Das entsprach einer Entlassungsquote von 35 %. Mehr als 90 % der Entlassungen erfolgten aus antisemitischen Gründen. Andere Wissenschaftler zogen es vor, die Berliner Universität freiwillig zu verlassen.[7] Auch viele Studierende, darunter auch einige nichtjüdische, kehrten ihrer ehemaligen Alma mater für immer den Rücken, die einst als Heimstätte des humanistischen Denkens gegolten hatte. Zahlreiche Doktortitel wurden ebenfalls aberkannt.

Die Vertreibung und Ermordung jüdischer Gelehrter und Studierender sowie politischer Gegner des Nationalsozialismus haben der Universität und dem geistigen Leben in Deutschland schweren Schaden zugefügt. Widerstand aus der Universität heraus blieb eher selten.

Neubeginn[Bearbeiten]

Studentische Versammlung vor Universitätsgebäude mit Kriegsspuren (1947)
Zerstörter Arbeitssaal im Chemischen Institut der Universität (1950)

Kurz nach dem Ende der Kampfhandlungen, am 20. Mai 1945, kam es bereits zu einem ersten Treffen von Professoren bezüglich der zu einer Wiedereröffnung der Universität notwendigen Schritte, bei der auch der neugebildete Berliner Magistrat und die russische Militärverwaltung beteiligt waren.[8]:19ff. Die Vorbereitungsgruppe hatte vor allem die Frage der räumlichen Unterbringung zu lösen, da alle Universitätsgebäude schwer beschädigt waren sowie die Frage der Auswahl von Dozenten und Studenten: die Alliierte Militärverwaltung forderte im Rahmen der Entnazifizierung, dass keine Personen mit aktiver Beteiligung an nationalsozialistischen Organisationen an der Universität zugelassen werden dürften. Außerdem musste ein Budget aufgestellt werden, provisorische Lehrpläne, eine neue Universitätsordnung und ein Zeitplan für die Wiedereröffnung. Obwohl die Universität zunächst formell unter Viermächtekontrolle stand, erklärte sich die russische Militärverwaltung SMAD im September 1945 einseitig für die Kontrolle der im sowjetischen Sektor liegenden Universität zuständig und unterstellte diese der ostzonalen DVV.[9]:88ff. Nachdem bereits am 3. September 1945 „Vorkurse für Studienanfänger“ begonnen hatten, konnte die Wiedereröffnung der Universität Anfang 1946 stattfinden.[8]:20 [9]:87

Der Neubeginn der Universität im Januar 1946 geht auf einen Prikas (Befehl-Nr. 4) der Sowjetischen Militäradministration zurück. Die SMAD, die die Berliner Universität nach sowjetischem Vorbild umgestalten wollte, bestand darauf, dass diese ‚neueröffnet‘ und nicht ‚wiedereröffnet‘ wurde, da sie bei einer Wiedereröffnung unter Vier-Mächte-Kontrolle gestanden hätte. Der von der SMAD mit der Eröffnung beauftragte Präsident der Deutschen Zentralverwaltung für Volksbildung (DZVV), Paul Wandel, sagte in seiner Rede zum Festakt am 29. Januar 1946: „Ich sprach von der Neueröffnung und nicht von der Wiedereröffnung der Universität. […] Die Berliner Universität muß in der Tat in fast allem neu beginnen. Sie haben das Bild der alten Universität vor sich. Was davon blieb, ist eine einzige Trümmerstätte.“ Auch der neue Rektor Stroux sprach von einer „völligen Erneuerung der äußeren und inneren Gestalt“ der Universität, die allerdings, wie im Mythos vom Vogel Phoenix, ihre Neuschöpfung selbst vollziehen werde. Dabei gelte unverändert „das Programm, das Wilhelm von Humboldt entworfen hat [..] als Quelle der Kraft und Wegleitung in unsere Zukunft“. Diese Zukunft werde „eine Zeit freier deutscher Geistesarbeit“ sein, in der die Universität als „Volksuniversität“ sich allen Schichten des Volkes öffnen werde.[9]:99

Der Lehrbetrieb wurde zunächst in sieben Fakultäten in zum Teil kriegszerstörten Gebäuden wiederaufgenommen. Viele Lehrkräfte waren tot, verschollen oder konnten aufgrund ihrer Verstrickung in den Nationalsozialismus nicht übernommen werden.[10]:110ff. Das erste Nachkriegssemester begann mit 2.800 Studenten.[8]:33 Doch bereits zum Wintersemester 1946 wurde eine Wirtschaftswissenschaftliche und eine Pädagogische Fakultät neu eröffnet. Um politisch oder rassisch verfolgten jungen Menschen, die während der Zeit des Nationalsozialismus keine Möglichkeit hatten, die Hochschulreife zu erwerben, diese Chance zu geben, wurde eine Vorstudienanstalt eingerichtet. Daraus ging die Arbeiter-und-Bauern-Fakultät (ABF) hervor, die bis 1962 existierte.

Spaltung[Bearbeiten]

Humboldt-Universität (1950)

Der Ost-West-Konflikt im Nachkriegsdeutschland führte zu einer immer stärker werdenden kommunistischen Einflussnahme auf die Universität. Dies blieb nicht unumstritten und hatte starke Proteste innerhalb der Studierendenschaft und von Teilen des Lehrkörpers zur Folge. Erste Beschwerden von Studenten wurden bereits am 1. Mai 1946 laut, als am Hauptgebäude der Universität das Emblem der SED angebracht wurde und es mit roten Fahnen beflaggt wurde.[11]:23 Eine Antwort darauf war unter anderem die Verhaftung mehrerer Studenten, welche der CDU bzw. der Jungen Union angehörten, durch die sowjetische Geheimpolizei MWD im März 1947.[12]:38 Die Urteile des sowjetischen Militärtribunals in Berlin-Lichtenberg lauteten jeweils 25 Jahre Zwangsarbeit und wurden mit angeblicher Bildung einer ‚Untergrundbewegung an der Universität Berlin‘, sowie angeblicher Spionage begründet. Daraufhin wurden bereits Ende 1947 Forderungen nach einer freien Universität laut. 18 weitere Studenten und Lehrende wurden zwischen 1945 und 1948 verhaftet oder verschleppt, viele blieben wochenlang verschwunden. Einige brachte man in die Sowjetunion und exekutierte sie dort.

In einer Diskussion am 1. April 1947 zwischen Vertretern des Studentenrates und Professor Solotuchin, dem Leiter der Volksbildungsabteilung der SMAD, erklärte dieser, die Personen seien nicht in ihrer Eigenschaft als Studenten sondern als deutsche Staatsbürger verhaftet worden und zwar „wegen erwiesener faschistischer Aktivitäten“, wobei er jedoch keinerlei Beweise vorlegte.[11]:23

Ein besonderer Kritikpunkt an der Berliner Universität war spätestens seit Beginn des Wintersemesters 1946 das Zulassungsverfahren zum Studium: In den Bewerbungsgesprächen wurde nach politischer Einstellung gefragt, Bewerber aus der Arbeiterschicht sowie solche mit Zugehörigkeit zu kommunistischen Organisationen wurden offenbar bevorzugt, bürgerliche und SED-kritische Studenten ausgeschlossen. Auf Kritik stieß auch die Verpflichtung zur Teilnahme an Vorlesungen mit z.B. dem Titel: „Einführung in die politischen und sozialen Probleme der Gegenwart“. Der Universität wurde vorgeworfen, zur „SED-Parteiuniversität“ zu werden.[12]:33-39

Nachdem im Frühjahr 1948 die Universitätsleitung mehreren Studenten ohne ordentliches Rechtsverfahren die Zulassung zum Studium entzogen hatte, forderten die oppositionellen Studenten eine Freie Universität, die mit Unterstützung vor allem der Amerikaner, der Zeitung Der Tagesspiegel und des Regierenden Bürgermeisters Ernst Reuter im amerikanischen Sektor in Dahlem gegründet wurde. Damit bewahrten die Studenten nach ihrem Verständnis das Humboldtsche Ideal der Freiheit von Lehre und Forschung. Der lateinische Wahlspruch des Wappens: „Veritas – Iustitia – Libertas“ (Wahrheit – Gerechtigkeit – Freiheit), mit dem die Fackel des Geistes tragenden Berliner Bär, sollte die ideologische Distanz zur kommunistisch dominierten alten Berliner Universität zum Ausdruck bringen und gleichzeitig an ihre Tradition erinnern.[13] Die jahrzehntelange Teilung der Stadt in Ost-Berlin und West-Berlin zementierte die Spaltung in zwei eigenständige Universitäten.

Humboldt-Universität[Bearbeiten]

Hauptgebäude (1964)
Die Humboldt-Universität heute, rechts Alexander von Humboldt von Reinhold Begas
Frontansicht des Hauptgebäudes der Humboldt-Universität in Berlin
Die 11 deutschen „Elite-Universitäten“ (Stand: 2012)

DDR-Zeit[Bearbeiten]

1949 erhielt die alte Berliner Universität Unter den Linden den Namen Humboldt-Universität zu Berlin.[14] Zwischen 1946 und 1949 hieß sie – wie in den Anfangsjahren bis 1828 auch – Berliner Universität oder Universität Berlin. Mit dem Bezug auf beide Gelehrte – Wilhelm und Alexander von Humboldt – stellte sich die Universität den Idealen des Humanismus und der freien Entfaltung der Wissenschaft. Studieninhalte, Studienablauf und Forschungsbedingungen orientierten sich an den politischen Grundlagen der 1949 gegründeten DDR.[11]:121-133 Mit der beginnenden Entspannung in Europa Mitte der siebziger Jahre konnte die Humboldt-Universität auf einigen Wissenschaftsgebieten den internationalen Anschluss wiederherstellen und durch weltweite Kooperationen festigen. Hervorzuheben sind die langjährigen und intensiven Forschungs- und Austauschbeziehungen zu Hochschulen in Mittel- und Osteuropa, insbesondere mit Einrichtungen in der Sowjetunion. Es gab in dieser Zeit intensive Kooperationen mit Universitäten in Japan und den USA, sowie mit Entwicklungsländern in Asien, Afrika und Lateinamerika.

An der Humboldt-Universität, der größten Universität der DDR, wurden bis 1990 fast 150.000 Studierende ausgebildet. International anerkannte Forscher lehrten an der Universität. Viele konnten auch nach der Wiedervereinigung ihren Platz in der akademischen Welt behaupten.

Nach 1990[Bearbeiten]

Die Erneuerung nach der Deutschen Wiedervereinigung hatte einen erheblichen Personalwechsel zur Folge. Von 1989 bis 1994 schieden im Hochschulbereich fast 3000 Wissenschaftler, teils aus Altersgründen, zumeist aus politischen, fachlichen oder strukturellen Gründen, aus. In Eigenverantwortung von Struktur- und Berufungskommissionen sowieso auf Grundlage von zahlreichen Gutachten und Empfehlungen von Expertengruppen gab sich die Humboldt-Universität ein neues wissenschaftliches Gefüge: Forschungs- und Lehrinhalte wurden evaluiert, verändert und neu definiert.

Seit der deutschen Wiedervereinigung hat Berlin vier Universitäten, die versuchen, ihre Studienpläne zu koordinieren. Traditionelle Studiengänge wurden im Rahmen der Studienreform umstrukturiert und das Lehrangebot auf eine moderne und international vergleichbare Grundlage gestellt und die Forschung neu ausgerichtet und gestärkt.

Durch die Erneuerung gelang es der Humboldt-Universität, in Forschung und Lehre wieder an Ansehen und Attraktivität zu gewinnen. Diese Entwicklung dokumentieren auch die beträchtlichen Fördermittel der Deutschen Forschungsgemeinschaft, die an die Humboldt-Universität fließen und als Indikator für den wissenschaftlichen Erfolg gelten. Enge Kontakte und Kooperationen mit der Wirtschaft stärken die Verankerung der Universität in der Gesellschaft.

Studierendenentwicklung[Bearbeiten]

Seit 1994 verfügt die Universität über elf Fakultäten und mehrere interdisziplinäre Zentren und Zentralinstitute. Mit über 300 Liegenschaften in Berlin und Brandenburg zählt sie zu den bedeutendsten Standortfaktoren der Region. Im Wintersemester 2004/2005 waren 40.828 Studierende an der Humboldt-Universität einschließlich Charité eingeschrieben. Diese Zahl ist seit 1989 stark angestiegen. Im Wintersemester 1992/1993 studierten noch 20.425 Personen an der Universität, somit hat sich die Zahl seither verdoppelt. Inzwischen unterliegen alle Studiengänge einer Zulassungsbeschränkung. Auch wegen der für junge Menschen attraktiven Hauptstadtlage bewarben sich beispielsweise im Wintersemester 2007/2008 25.750 Abiturienten für nur 3.455 Studienplätze.[15] Sie studieren auf den verschiedenen Standorten in Mitte, Adlershof und im Norden Berlins. 5791 (14,1 Prozent) ausländische Studierende aus mehr als 100 Ländern lernen und forschen derzeit an der Humboldt-Universität.

Rankings[Bearbeiten]

Gegenwärtig pflegt die HU Partnerschaften zu über 170 wissenschaftlichen Einrichtungen auf allen Kontinenten. Sie bezeichnet sich als Reformuniversität im Zeichen der Exzellenz und verfügt über ein Management mit einem hauptamtlichen Präsidium. Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, ein System der Qualitätssicherung in Forschung und Lehre sowie die Studienreform machen die HU zu einer der führenden deutschen Hochschulen mit breiter nationaler und internationaler Anerkennung, wie zahlreiche Hochschulrankings jedes Jahr zeigen. Dennoch hat die Humboldt-Universität in der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder zur Förderung von Wissenschaft und Forschung an deutschen Hochschulen ihre selbst gesteckten Ziele nicht erreicht. In der ersten Runde im Jahr 2006 wurde ihr Zukunftskonzept nicht zur Antragsstellung aufgefordert. Im Jahr 2007 kam sie zwar in die Vorrunde, wurde jedoch nicht als sogenannte ‚Eliteuniversität‘ ausgezeichnet. Allerdings bekam sie in der ersten Runde eine Graduiertenschule und in der zweiten Runde zwei weitere Graduiertenschulen sowie ein eigenes Exzellenzcluster (Exzellenzcluster Topoi) bewilligt, an zwei weiteren ist sie gemeinsam mit anderen Berliner Wissenschaftseinrichtungen beteiligt. In der Vorrunde der dritten Exzellenzinitiative 2011 wurde die HU neben sechs weiteren deutschen Universitäten zum Langantrag aufgefordert. Im Rahmen der zweiten Exzellenzinitiative von Bund und Ländern erhielt sie den Exzellenzstatus. Sie erhielt zudem einen neuen Exzellenzcluster und zwei weitere Graduiertenschulen, sodass die Universität nun zwei Exzellenzcluster besitzt und an einem weiteren Cluster gemeinsam mit der TU Berlin beteiligt ist, sowie drei eigene Graduiertenschulen und zwei Beteiligungen an Graduiertenschulen hat.[16]

Im World University Ranking 2013/14 der Times Higher Education erreichte die HU Platz 94 und gehört damit zu den besten sechs Universitäten Deutschlands.[17] Im Top Universities by Reputation 2012-Ranking belegte sie Platz 64 und war damit die zweitbeste deutsche Universität.[18]

Gliederung[Bearbeiten]

Präsidium[Bearbeiten]

Das Präsidium der Humboldt-Universität setzt sich zusammen aus dem Präsidenten Jan-Hendrik Olbertz, dem Vizepräsidenten für Studium und Internationales (VPSI), Michael Kämper-van den Boogaart, dem Vizepräsidenten für Forschung (VPF), Peter Frensch, sowie der Vizepräsidentin für Haushalt, Personal und Technik (VPH), Marina Frost. Dem Präsidenten ist der Präsidialbereich mit zwei Referaten und zwei Stabsstellen unterstellt, dem Vizepräsidenten für Studium und Internationales unterstehen fünf, dem Vizepräsidenten für Forschung vier, der Vizepräsidentin für Haushalt vier Abteilungen.[19]

Fakultäten[Bearbeiten]

Gebäude der Juristischen Fakultät (Campus Mitte)

Die Humboldt-Universität gliedert sich seit April 2014 in neun Fakultäten, die jeweils mehrere Institute umfassen. Daneben bestehen verschiedene zentrale und interdisziplinäre Einrichtungen.[20]

  • Juristische Fakultät
  • Lebenswissenschaftliche Fakultät
    • Biologie
    • Agrar- und Gartenbauwissenschaften
    • Psychologie
  • Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät
    • Chemie
    • Physik
    • Geographie
    • Informatik
    • Mathematik
  • Charité – Universitätsmedizin Berlin (gemeinsame medizinische Fakultät der Freien Universität Berlin und der HU)
  • Philosophische Fakultät I
  • Philosophische Fakultät II
    • Deutsche Literatur
    • Deutsche Sprache und Linguistik
    • Nordeuropa-Institut
    • Romanistik
    • Anglistik und Amerikanistik
    • Slawistik
    • Klassische Philologie
  • Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät
  • Theologische Fakultät
    • Lehrstuhl für Exegese und Literaturgeschichte des Alten Testaments[21]
  • Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät

Interdisziplinäre Zentren[Bearbeiten]

  • Hermann von Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik (HZK)[22]
  • Zentrum für Biophysik und Bioinformatik
  • CASE – Center for Applied Statistics and Economics
  • August-Boeckh-Antikezentrum[23]
  • Zentrum für Infektionsbiologie und Immunität (ZIBI)[24]
  • Georg-Simmel-Zentrum für Metropolenforschung
  • Zentrum für sprachliche Bedeutung
  • Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien[25]
  • Interdisziplinäres Zentrum „Ubiquitäre Information: Grundlagen und Auswirkungen der nachhaltigen Informatisierung von Wirtschaft und Alltag“[26]
  • Interdisziplinäres Zentrum „Genetische Variabilität und Anpassungsfähigkeit“[27]

Zentraleinrichtungen[Bearbeiten]

An-Institute[Bearbeiten]

An der Humboldt-Universität existieren folgende An-Institute:[29]

Die An-Institute sind gegenüber der Universität berichtspflichtig. Der Leiter eines An-Instituts ist zugleich Hochschullehrer an der HU. Die An-Institute werden von der Forschungsabteilung der Universität betreut.

Standorte[Bearbeiten]

Campus Mitte[Bearbeiten]

Erwin Schrödinger-Zentrum mit der Zentralbibliothek Naturwissenschaften auf dem Campus Adlershof

Die Humboldt-Universität verfügt über kein zusammenhängendes Campusgelände, der Großteil der geisteswissenschaftlichen Fakultäten und Institute befindet sich im Ortsteil Mitte, verteilt um das Hauptgebäude. Es liegt am Boulevard Unter den Linden und wurde ursprünglich von unter anderem Johann Boumann als Palais des Prinzen Heinrich erbaut und später erweitert. Als zentrale Universitätsbibliothek wurde das Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum am 12. Oktober 2009 eröffnet. Der Neubau befindet sich an den Stadtbahnbögen. Die Juristische Fakultät nutzt die ehemalige Königliche Bibliothek (sogenannte ‚Kommode‘), die Theologische Fakultät unterhielt bis 2006 Lehrräume im Berliner Dom.

Campus Nord[Bearbeiten]

Zusammen mit der Charité bilden die Gebäude an der Luisen-, Philipp- und Invalidenstraße den Campus Nord. Hier sind in erster Linie die landwirtschaftlich-gärtnerischen und biologischen Institute sowie die Asien- und Afrikawissenschaften zu finden. Ebenfalls auf dem Campus Nord ist das seit 2009 zur Leibniz-Gemeinschaft gehörende Naturkundemuseum. In den ehemaligen Reußschen Gärten, dem sogenannten ‚Campus der Lebenswissenschaften‘, sind das Anatomische Theater und das Bernsteinzentrum für Computational Neuroscience Berlin.

Campus Adlershof[Bearbeiten]

Die mathematisch-naturwissenschaftlichen Institute mit Ausnahme der Biologie befinden sich auf dem Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort (WISTA) in Berlin-Adlershof im Südosten der Stadt auf dem ehemaligen Flugplatz Johannisthal. Die Gebäude, die von der Humboldt-Universität genutzt werden, sind von 1998 bis 2003 entstanden. Zu den bekanntesten Einrichtungen der seit 1912 von der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrtforschung errichteten Forschungsanlagen gehört der Große Windkanal.[31]

Arboretum in Baumschulenweg[Bearbeiten]

Späth-Arboretum

In Berlin-Baumschulenweg befindet sich das 1879 begründete Späth-Arboretum der Universität. Das Arboretum ist seit 1995 Teil des „Instituts für Biologie“ und Sitz der „Arbeitsgruppe für Systematische Botanik“.[32]

Bibliothek[Bearbeiten]

Die Bibliothek der Universität ist mit rund 6,5 Millionen Büchern und etwa 9.000 laufenden Zeitschriften eine der größten Universitätsbibliotheken Deutschlands. Die Universitätsbibliothek gliedert sich in die Zentralbibliothek – das Grimm-Zentrum auf dem Campus Mitte – mit 12 integrierten Teil- und Zweigbibliotheken, die Zweigbibliothek für Naturwissenschaften auf dem Campus Adlershof, die Zweigbibliothek Campus Nord sowie acht weitere Teil- und Zweigbibliotheken, wie zum Beispiel die des Japanzentrums, der Juristischen oder der Theologischen Fakultät.[33]

Studium[Bearbeiten]

Die Humboldt-Universität ist, obwohl sie weder Medizin noch Ingenieurwissenschaften anbietet, eine traditionelle Volluniversität mit 185 Studiengängen.[34] Der Studiengang Medizin an der Charité ist eine gemeinsame Fakultät mit der Freien Universität Berlin, die ingenieurwissenschaftlichen Studiengänge können, historisch bedingt, nur an der Technischen Universität Berlin studiert werden. Das Angebot für Lehramtsstudiengänge umfasst alle vier Laufbahnen des Berliner Modells.

Studiengänge und NC[Bearbeiten]

Neben den klassischen Studienfächern bietet die Humboldt-Universität auch „kleine“ Fächer wie Afrika- und Asienwissenschaften, Deaf Studies oder Europäische Ethnologie an. Als einzige Berliner Universität hat die HU Agrarwissenschaft, Evangelische Theologie und Sozialwissenschaft. Es können 12 agrarwissenschaftliche Studiengänge studiert werden.[35] Deutschlandweit einmalig ist der Studiengang Rehabilitationwissenschaften mit dem Schwerpunkt Gebärdensprach- und Audiopädagogik.[36] Im Rahmen der finanziellen Kürzungen der späten 1990er Jahre wurde an den Berliner Universitäten das Angebot neu strukturiert und zusammengelegt. So gab die HU Pharmazie und Veterinärmedizin an die FU ab und konnte dafür Bibliotheks- und Sportwissenschaft behalten.

Bis auf einige Ausnahmen wie zum Beispiel Mathematik (Monobachelor), Informatik und Chemie waren im Wintersemester 2013/14 an der Humboldt-Universität die meisten grundständigen Studiengänge zulassungsbeschränkt und hatten einen NC zwischen 1,0 in Psychologie und 2,8 in [[Bibliotheks- und Informationswissenschaft]]en. Auf ca. 3.200 Studienplätze in Bachelor-Studiengängen erhielt die HU rund 29.250 Bewerbungen. Die Anzahl der Bewerbungen variierte stark nach Fach: Für Psychologie bewarben sich z. B. 4.788 Personen auf 100 Plätze, in Betriebswirtschaftslehre 3.939 auf 160 Plätze. In Evangelische Theologie mit 30 Plätzen gingen 65 Bewerbungen ein. Auch viele Zweitfächer in Kombinationsbachelor-Studiengängen waren zulassungsbeschränkt, der NC lag zwischen 1,3 in Geographie und Medienwissenschaft und 2,5 in Medienwissenschaft; ohne NC waren als Zweitfächer zum Beispiel Latein. Mathematik und Regionalstudien Asien/Afrika.[37]

Bei den Masterstudiengängen gab es zum Wintersemester 2013/14 etwa die Hälfte ohne Beschränkung, zum Beispiel Mathematik, Moderne Süd- und Südostasienstudien oder Skandinavistik. Für die übrigen waren Noten zwischen 1,4 in European History und 2,8 in Erwachsenenpädagogik erforderlich.[37]

Semesterbeitrag[Bearbeiten]

Der Semesterbeitrag an der HU Berlin beträgt zurzeit 293,17 Euro.[38] Dieser setzt sich aus der Semestergebühr für die Rückmeldung, dem Sozialbeitrag für das Studentenwerk Berlin und dem Beitrag zur Studierendenschaft zusammen. Außerdem ist in dem Beitrag auch ein Semesterticket enthalten, mit dem der Öffentliche Personennahverkehr im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (Tarifbereich Berlin ABC) für sechs Monate genutzt werden kann.[39] Studiengebühren werden, wie an anderen öffentlichen Hochschulen im Land Berlin, nicht erhoben.

Sammlungen der Humboldt-Universität[Bearbeiten]

Giraffatitanskelett im Museum für Naturkunde

Die wissenschaftlichen Sammlungen der Universität mit mehreren Millionen Objekten gehören zu den bedeutendsten im deutschsprachigen Raum. Sie gehen zurück bis auf das Jahr 1700, als die Königlich-Preußische Akademie der Wissenschaften gegründet wurde. Nach 1810 wurden Teile dieser und anderer wissenschaftlicher Sammlungen in die Universität eingegliedert. Insgesamt gehören über 100 Sammlungen der Humboldt-Universität an.

Bis Ende 2008 war auch die naturwissenschaftliche Sammlung im 1889 gegründeten Museum für Naturkunde darunter. Im Jahr 2009 wurde das Naturkundemuseum mit seinen 30 Millionen Objekten ausgegliedert.[40]

Angehörige der Humboldt-Universität[Bearbeiten]

In der Geschichte der Humboldt-Universität gibt es zahlreiche berühmte Wissenschaftler. Als 1901 der Nobelpreis zum ersten Mal verliehen wurde, ging eine der begehrten Auszeichnungen an die Berliner Universität, an den niederländischen Chemiker Jacobus Henricus van ’t Hoff. Ein Jahr später wurde Theodor Mommsen, Professor für Alte Geschichte, gewürdigt – als erster deutscher Nobelpreisträger für Literatur. Den Nobelpreis für Physik erhielten zahlreiche Forscher, die mit der Universität wissenschaftlich verbunden waren. Unter den insgesamt 29 Nobelpreisträgern[41] waren auch Albert Einstein und Max Planck. Für ihre Leistungen in der Chemie wurden Emil Fischer, Walther Nernst und Otto Hahn, in der Medizin Robert Koch und Otto Warburg ausgezeichnet. Zu den politisch profilierten Professoren der Humboldt-Universität gehörte Ernst Niekisch, der Herausgeber der 1934 verbotenen Zeitschrift Widerstand. Zeitschrift für nationalrevolutionäre Politik, der 1948 Professor der Soziologie wurde.

Doch nicht nur die Nobelpreisträger prägten und prägen den Ruf der Berliner Universität; auch ihre Alumni bestimmten die Entwicklung der Gesellschaft im 19. und 20. Jahrhundert mit: Heinrich Heine, Adelbert von Chamisso, Ludwig Feuerbach, Otto von Bismarck, Karl Marx, Franz Mehring, Wilhelm und Karl Liebknecht, Kurt Tucholsky und Alfred Wegener waren einst als Studierende an der Berliner Alma mater eingeschrieben. Nachdem das Frauenstudium in Preußen 1908 erlaubt worden war, konnten auch weibliche Studierende und Lehrende den akademischen Ruf der HU vertreten, unter ihnen Alice Salomon, Liselotte Richter, Lise Meitner und Clara von Simson.[42] Die Erstsynthese des Amphetamins wurde 1887 durch den Chemiker Lazăr Edeleanu an der Humboldt-Universität durchgeführt.

Professoren[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Rüdiger vom Bruch, Heinz-Elmar Tenorth (Hg.): Geschichte der Universität Unter den Linden 1810–2010, Akademie Verlag, 6 Bände, Berlin 2010–2013. Mit Beiträgen von Jan-Hendrik Olbertz, Heinz-Elmar Tenorth, Werner Treß, Torsten Lüdtke, Hannah Lotte Lund, Charles E. McClelland
    • Band 1: Gründung und Blütezeit der Universität zu Berlin 1810–1918, Hrsg., Heinz-Elmar Tenorth; Charles E. McClelland, Berlin 2013, ISBN 978-3-05-004622-8. (Rektoren der Universität zu Berlin, 1810–1918)
    • Band 2: Die Berliner Universität zwischen den Weltkriegen 1918–1945. Hrsg., Heinz-Elmar Tenorth; Michael Grüttner, Berlin 2012, ISBN 978-3-05-004667-9. (Rektoren der Friedrich-Wilhelms-Universität, 1918–1945)
    • Band 3: Sozialistisches Experiment und Erneuerung in der Demokratie – die Humboldt-Universität zu Berlin 1945–2010. Hrsg., Konrad H. Jarausch; Matthias Middell; Annette Vogt, Berlin 2012, ISBN 978-3-05-004668-6. (Rektoren und Präsidenten der Humboldt-Universität zu Berlin, 1945–2010)
    • Band 4: Praxis ihrer Disziplinen – Genese der Disziplinen. Die Konstitution der Universität. Hrsg. Heinz-Elmar Tenorth, Berlin 2010, ISBN 978-3-05-004669-3. (Die Konstitution der Disziplinen bis zur Mitte des Jahrhunderts)
    • Band 5: Praxis ihrer Disziplinen. Transformation der Wissensordnung. Hrsg., Heinz-Elmar Tenorth, Berlin 2010, ISBN 978-3-05-004670-9. (Der Wandel der Wissensordnung steht im Zentrum, wie er sich mit der Entstehung von Großforschung, der Vergesellschaftung der Wissenschaft und der Verwissenschaftlichung der Gesellschaft um und seit 1900 durchsetzt.)
    • Band 6: Praxis ihrer Disziplinen – Selbstbehauptung einer Vision. Hrsg., Heinz-Elmar Tenorth, Berlin 2010, ISBN 978-3-05-004671-6. (Die wechselvolle Geschichte der Universität seit 1945 und die Anstrengung, sich vor der Vision ihrer Gründung als Universität zu behaupten)
  • Johannes Asen: Gesamtverzeichnis des Lehrkörpers der Universität Berlin, Band 1: 1810–1945. Die Friedrich-Wilhelms-Universität, die Tierärztliche Hochschule, die Landwirtschaftliche Hochschule, die Forstliche Hochschule, Harrassowitz, Leipzig 1955
  • Peter Bahl, Wolfgang Ribbe (Hg.): Die Matrikel der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin 1810–1850. 3 Bände, Berlin 2010
    [=Einzelveröffentlichungen der Historischen Kommission zu Berl Bd. 86, LXXXIV, Teil 1 und 2 sowie T. 3 (Indizes)]
  • Rüdiger vom Bruch (Hg.): Die Berliner Universität im Kontext der deutschen Universitätslandschaft nach 1800, um 1860 und um 1910. 2010. ISBN 978-3-486-59710-3
  • Gianluca Falanga: Die Humboldt-Universität. Story, Berlin 2005, ISBN 3-929829-27-4.
  • Christian Saehrendt: Antisemitismus und politische Gewalt an der Berliner Universität 1919–1933. In: Jahrbuch für Antisemitismusforschung. Berlin 2004.
  • Max Lenz: Geschichte der Königlichen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin. 4 Bände, Verlag der Buchhandlung des Waisenhauses 1910/18.
  • Helmut Klein (Hg.), Rüger Adolf u. a.: Humboldt-Universität zu Berlin. Band 1: Überblick 1810–1985. Band 2: Dokumente 1810–1985. Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin 1985.
  • Volker Klemm: Von der Königlichen Akademie des Landbaus in Möglin zur Landwirtschaftlich-Gärtnerischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin. Unter Mitwirkung von Reinhard Deutsch. Fotografischer Rundgang durch die Fakultäten: Kerstin Neumann. Humboldt-Universität zu Berlin, Berlin 1998, ISBN 3-00-002300-3. (enthält Zeittafel ab 1804, Kurzbiographien)
  • Universität Berlin: Ausschuß für Öffentlichkeitsarbeit der Fakultät: Die Landwirtschaftlich-Gärtnerische Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin. Berlin 1998.
  • Anna-Maria von Lösch: Der nackte Geist: die Juristische Fakultät der Berliner Universität im Umbruch von 1933. Mohr Siebeck, Tübingen 1999, ISBN 3-16-147245-4. (Beiträge zur Rechtsgeschichte des 20. Jahrhunderts; 26.)
  • David Koser, Roman Schmidt: Friedrich-Wilhelm-Universität, In: Hauptstadt des Holocaust. Orte nationalsozialistischer Rassenpolitik in Berlin (PDF; 1,3 MB), Berlin: Stadtagentur 2009, Ort 67, S. 186 ff., ISBN 978-3-9813154-0-0.
  • Werner Hartke (Hg.): Wilhelm von Humboldt 1767–1967: Erbe, Gegenwart, Zukunft. Beiträge, vorgelegt von der Humboldt-Universität zu Berlin anlässlich der Feier des 200. Geburtstages ihres Gründers. Niemeyer, Halle/Saale 1967. (Beiträge zur Geschichte der Humboldt-Universität) (enthält: Heinz Warnecke: Zeittafel zur Gründung der Berliner Universität. S. 237–242.)
  • Volker Gerhardt, Reinhard Mehring, Jana Rindert: Berliner Geist: eine Geschichte der Berliner Universitätsphilosophie bis 1946. Mit einem Ausblick auf die Gegenwart der Humboldt-Universität. Akademie-Verlag, Berlin 1999, ISBN 3-05-002961-7.
  • Kurt-R. Biermann: Die Mathematik und ihre Dozenten an der Berliner Universität 1810–1933: Stationen auf dem Wege eines mathematischen Zentrums von Weltgeltung. Mit einem Geleitwort von Heinz Stiller. Akademie-Verlag, Berlin 1988.
  • Aya Soika: Das Kunsthistorische Institut, die ehemalige Universitätsbibliothek. 2000. (online)
  • Ludwig Petry: Die Gründung der 3 Friedrich-Wilhelms-Universitäten Berlin, Breslau, Bonn. In: Otto Brunner (Hg.): Festschrift Herman Autin zum 80. Geburtstag. Wiesbaden 1965, S. 687–709.
  • Hans-Dieter Kubitscheck: Das Südostasien-Institut an der Humboldt-Universität zu Berlin. Zur Geschichte der Südostasienwissenschaften. Humboldt-Universität zu Berlin, Berlin 1996. (Südostasien, 1.)
  • Otto Franke: Das Seminar für Orientalische Sprachen in Berlin. 1926.
  • Steffi Heinzel: Zur Geschichte des Instituts für Berufspädagogik in Lehre und Forschung an der Humboldt-Universität zu Berlin 1946–1968. Dissertation. Humboldt Universität zu Berlin 1986,
  • Peter Krietsch, Manfred Dietel: Pathologisch-Anatomisches Cabinet: vom Virchow-Museum zum Berliner Medizinhistorischen Museum der Charité. Blackwell, Berlin u. a. 1996, ISBN 3-89412-254-4.
  • Konrad H. Jarausch: Die Vertreibung der jüdischen Studenten und Professoren von der Berliner Universität unter dem NS-Regime. Vortrag am 15. Juni 1993. Humboldt-Universität, Öffentliche Vorlesungen, Heft 37. 1995.
  • Carlo Jordan: Kaderschmiede Humboldt-Universität zu Berlin. Aufbegehren, Säuberungen und Militarisierung 1945–1989. Links, Berlin 2001, ISBN 3-86153-253-0.
  • Heinrich Fink: Wie die Humboldt-Universität gewendet wurde. Erinnerungen des ersten frei gewählten Rektors, Ossietzky, Hannover, 2013, ISBN 978-3-9808137-0-9.

Zeitschriften der Humboldt-Universität[Bearbeiten]

  • Wissenschaftliche Zeitschrift der Humboldt-Universität zu Berlin / Gesellschafts- und sprachwissenschaftliche Reihe. – Berlin: Humboldt-Univ. 1.1951/52 – 31.1982; 32.1983,2
  • Wissenschaftliche Zeitschrift der Humboldt-Universität zu Berlin / Gesellschaftswissenschaftliche Reihe – Berlin: Humboldt-Univ. 32.1983,1; 32.1983,3 – 36.1987
  • Wissenschaftliche Zeitschrift der Humboldt-Universität zu Berlin / Reihe Gesellschaftswissenschaften / Hg.: Der Rektor – Berlin: Univ. 37.1988 – 39.1990
  • Wissenschaftliche Zeitschrift der Humboldt-Universität zu Berlin / Mathematisch-naturwissenschaftliche Reihe. – Berlin: Humboldt-Univ. 1.1951/52 -36.1987
  • Wissenschaftliche Zeitschrift der Humboldt-Universität zu Berlin / Reihe Mathematik, Naturwissenschaften / Hg.: Der Rektor. – Berlin: Univ. 37.1988 – 39.1990
  • Wissenschaftliche Zeitschrift der Humboldt-Universität zu Berlin / Mathematik, Naturwissenschaften – Berlin: Univ. 40.1991 – 41.1992
  • Wissenschaftliche Zeitschrift der Humboldt-Universität zu Berlin / Medizin – Berlin: Univ. 40.1991 – 41.1992
  • Wissenschaftliche Zeitschrift der Humboldt-Universität zu Berlin / Agrarwissenschaften. – Berlin: Univ. 40.1991 – 41.1992
  • Universität <Berlin, Ost> / Bereich Medizin (Charité): Charité-Annalen. – Berlin: Akad.-Verl. (1.1981 (1982)-9.1989 (1990)) ISSN: 0232-7090
  • Universität <Berlin, Ost>: Humboldt-Universität . – 1.1957, 14. Okt.-35.1990, 1/2 (Sept.) / 91 (1990) 1968–1990
  • Universität <Berlin, Humboldt-Universität>: Humboldt-Universität. – Berlin, de. – 35.1990, 3 (Okt.) / 91 (1990) – 36.1991/92, Juli
  • Universität <Berlin, Humboldt-Universität>: Humboldt. – Berlin: Runze & Casper . – 37.1992/93, Nov.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatDaten und Zahlen zur Humboldt Universität. Humboldt-Universität zu Berlin, abgerufen am 10. Dezember 2013.
  2. Humboldt-Universität unter den renommiertesten Universitäten weltweit (hu-berlin.de)Stand: 10. März 2011
  3. Unterschriftsdatum von Friedrich Wilhelm III. auf der Gründungsurkunde
  4. Matrikelnummer 1: Der erste Student (hu-berlin.de)
  5. Vgl. Begrüßungsrede von Christoph Markschies, dem damaligen Präsidenten der Humboldt-Universität, zur Auftaktveranstaltung des Humboldt-Jubiläumsjahres am 12. Oktober 2009, abgerufen am 6. März 2012.
  6. Eduard Erdmann: Die Bedeutung der Privatdozenten. Zur Kritik der Lex Arons
  7. Sven Kinas, Massenentlassungen und Emigration, in: Michael Grüttner u.a., Die Berliner Universität zwischen den Weltkriegen 1918–1945, Berlin 2012 (Geschichte der Universität Unter den Linden, Bd. 2), S. 386
  8. a b c James F. Tent: The Free University of Berlin. A Political History. Indiana University Press, Bloomington 1988, ISBN 0-253-32666-4.
  9. a b c Siegward Lönnendonker: Freie Universität Berlin. Gründung einer politischen Universität. Duncker & Humblot, Berlin 1988, ISBN 3-428-06490-9
  10. Ilko-Sascha Kowalczuk: Geist im Dienste der Macht. Hochschulpolitik in der SBZ/DDR 1945–1961. Christoph Links Verlag, Berlin 2003, ISBN 3-86153-296-4.
  11. a b c Karol Kubicki, Siegward Lönnendonker: Die Freie Universität Berlin 1948–2007. Von der Gründung bis zum Exzellenzwettbewerb. V&R unipress, Göttingen 2008, S. 22, ISBN 978-3-89971-474-6.
  12. a b Claudia Dreier: Verfemte Vorgeschichte: Die HU 1945 bis 1948. In: Jessica Hoffmann, Helena Seidel, Nils Baratella (Hrsg.): Geschichte der Freien Universität Berlin, Frank und Timme, Berlin 2008, ISBN 978-3-86596-205-8.
  13. Edwin Redslob: Freie Universität Berlin, Reihe: Berlin. Gestalt und Geist. Bd. 1, Wolfgang Stapp Verlag, Berlin 1963, S, 31ff.
  14. Reimer Hansen: Von der Friedrich-Wilhelms-Universität zur Humboldt-Universität zu Berlin. Die Umbenennung der Berliner Universität 1945 bis 1949 und die Gründung der Freien Universität Berlin 1948 (PDF; 980 kB), Humboldt-Universität zu Berlin 2009, ISBN 978-3-9813135-7-4.
  15. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatAnsturm auf Berlins Universitäten. Berliner Morgenpost, 13. Oktober 2007, abgerufen am 25. Juni 2008.
  16. Pressemitteilung der HU zur Exzellenzinitiative 2012 vom 15. Juni 2012, abgerufen am 16. Juni 2012.
  17. Humboldt-Universität zu Berlin. timeshighereducation.co.uk. Abgerufen am 3. Oktober 2013.
  18. Top Universities by Reputation 2012, abgerufen am 26. März 2012 (englisch).
  19. Organisation der HU, abgerufen am 6. Mai 2014.
  20. Fakultäten der HU, abgerufen am 6. Mai 2014.
  21. a b Internetseite des Lehrstuhls für Exegese und Literaturgeschichte des Alten Testaments, abgerufen am 5. Dezember 2013
  22. Website des Hermann von Helmholtz-Zentrums für Kulturtechnik
  23. Homepage des Antikezentrums
  24. Homepage des ZIBI
  25. Internetpräsenz des ZtG
  26. Homepage des Zentrums Ubiquitäre Information
  27. Homepage des Zentrums Genetische Variabilität
  28. Mehr Praxis für künftige Lehrkräfte, Artikel in der Tagesspiegel-Beilage vom 16. Oktober 2011, abgerufen am 23. Oktober 2011.
  29. An-Institute. Humboldt-Universität zu Berlin. Abgerufen am 8. Juni 2013.
  30. Internetseite des Instituts Kirche und Judentum, abgerufen am 5. Dezember 2013
  31. Siehe ebenfalls folgenden Link zum Campus Adlershof: Der Campus Adlershof auf der offiziellen Homepage der HU Berlin. Zuletzt aktualisiert: 18. Februar 2010
  32. Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät I – Institut für Biologie: Botanik & Arboretum
  33. hu-berlin.de: Profil der Universitätsbibliothek, abgerufen am 25. Juli 2010
  34. hu-berlin.de: Daten und Zahlen, abgerufen am 29. Juni 2014.
  35. Übersicht der agrarwissenschaftlichen Studiengänge. Abgerufen am 28. Juni 2014.
  36. hu-berlin.de: Profil der Abteilung Audio- und Gebärdensprachpädagogik, abgerufen am 10. April 2011.
  37. a b hu-berlin.de: Wie hoch ist der NC? (WS 13/14) (pdf), abgerufen am 29. Juni 2014.
  38. Rückmeldung Humboldt-Universität zu Berlin. Website der Universität. Abgerufen am 29. Juni 2014.
  39. Rückmeldung auf den Seiten der HU Berlin, abgerufen am 29. Juni 2014.
  40. Geschichte des Museums, abgerufen am 6. März 2012.
  41. www.hu-berlin.de: Nobelpreisträger, abgerufen am 23. Oktober 2011.
  42. www.hu-berlin.de: Frauen in den Naturwissenschaften, abgerufen am 23. Oktober 2011.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Humboldt-Universität Berlin – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

52.51805555555613.393333333333Koordinaten: 52° 31′ 5″ N, 13° 23′ 36″ O