Code: unbekannt

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Filmdaten
Deutscher Titel Code: unbekannt
Originaltitel Code inconnu: Récit incomplet de divers voyages
Produktionsland Frankreich, Deutschland, Rumänien
Originalsprache Rumänisch, Französisch, Deutsch, Englisch, Arabisch
Erscheinungsjahr 2000
Länge 116 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Michael Haneke
Drehbuch Michael Haneke
Produktion Marin Karmitz,
Alain Sarde
Musik Giba Gonçalves
Kamera Jürgen Jürges
Schnitt Karin Hartusch,
Nadine Muse,
Andreas Prochaska
Besetzung

Code: unbekannt ist ein französisch-deutsch-rumänischer Film von Michael Haneke aus dem Jahr 2000. Der französische Titel Code inconnu hat zusätzlich den Untertitel Récit incomplet de divers voyages, was auf Deutsch etwa „Unvollständige Erzählung über verschiedenen Reisen“ bedeutet.

Handlung[Bearbeiten]

Der Film beginnt mit einem gehörlosen Mädchen, das anderen, ebenso gehörlosen Kindern einen Begriff darzustellen versucht, der aber nicht erraten wird.

Die Schauspielerin Anne ist mit dem Fotografen Georges liiert, der aber meistens in Krisengebieten arbeitet und sich zusehends vom normalen Leben entfremdet. Er hat einen jüngeren Bruder namens Jean, der vor seinem Vater nach Paris flieht, da dieser ihn zwingt, den elterlichen Bauernhof zu übernehmen. Er will bei Anne und Georges unterkommen, doch er weiß den Code für die Haustür nicht und kann nicht in deren Wohnung. Als er Anne trifft, die zu einer Probe muss, kauft sie für beide Gebäck, nimmt einen Teil für sich, schenkt Jean den Rest und gibt ihm den Code für die Haustür.

Als Jean fertig gegessen hat, wirft er die leere Tüte der rumänischen Bettlerin Maria in den Schoß. Der junge Senegalese Amadou sieht es und stellt ihn zur Rede, er solle sich bei der Bettlerin entschuldigen. Der Streit eskaliert und mündet in einer Schlägerei, bis die Polizei kommt und Amadou trotz gültiger Papiere mitnimmt. Durch seinen Einsatz hat Amadou die Polizisten ungewollt auf die Bettlerin angesetzt, die sie kontrollieren und feststellen, da sie illegal in Frankreich ist.

Nun sind Aufnahmen mit Anne zu sehen, die in einer Rolle als Schauspielerin mit einem Immobilienmakler eine Hausbegehung macht und diesen verwundert auf einen Raum mit zugemauerten Fenstern hinweist. Zur Demonstration schließt der Makler die Tür, um zu zeigen, dass kein Geräusch von außerhalb in den Raum dringt. Plötzlich hört sie einen Kameramann sagen, dass er sie eingeschlossen habe und jetzt Gas in das Zimmer einleiten werde, um die pure Angst in ihrem Gesicht zu filmen.

Danach ist Anne in ihrer Wohnung beim Bügeln zu sehen. Durch die Wand zum Nachbarn hört sie das Geschrei eines Kindes, das von seinem Vater scheinbar misshandelt wird. Später entdeckt sie einen kleinen Zettel mit dem Hilferuf eines neunjährigen Mädchens. Als sie mit Georges einkaufen geht, erklärt sie ihm die Sache, doch er weiß keinen Rat, was die beiden in Streit verfallen lässt.

Kritiken[Bearbeiten]

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Das Lexikon des internationalen Films befand, der „ebenso dichte wie spannende Film“ erweise sich als Michael Hanekes neuerliches „Lob des Fragmentarischen“ und als Einspruch gegen die „beständige Tendenz des menschlichen Geistes zur Sinnstiftung“.[1]

Die Fernsehzeitschrift prisma schrieb, dieser Episodenfilm verstehe sich als „pessimistische Betrachtung gegenwärtiger Missverhältnisse“, speziell die „Isolation des Individuums“. Dabei drücke Regisseur Haneke derart deftig den „pädagogischen Stempel“ auf die verschiedenen Geschichten, dass auch die guten Darsteller nichts retten könnten und kam zum Fazit, dass ständige „Labereien“ über Identitätssuche in dieser kommunikationsarmen Konsumgesellschaft in „keinster Weise“ (sic!) originell seien, sondern „einem auf Dauer extrem auf die Nerven“ gehen würden.[2]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Code: unbekannt im Lexikon des Internationalen Films
  2. prisma-online.de