Döben (Grimma)

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51.23958055555612.766025191Koordinaten: 51° 14′ 22″ N, 12° 45′ 58″ O

Döben
Große Kreisstadt Grimma
Höhe: 163–200 m
Einwohner: 429 (Dez. 2009)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1994
Postleitzahl: 03437
Vorwahl: 04668

Döben ist ein Gemeindeteil der sächsischen Stadt Grimma im Landkreis Leipzig.

Geografie[Bearbeiten]

Döben liegt etwa 3 Kilometer östlich von Grimma über dem rechten Ufer Vereinigten Mulde.

Nachbarorte von Döben sind Bahren im Norden, Golzern im Nordosten, Bröhsen und Grechwitz im Südosten, Grimma im Westen sowie Dorna im Nordwesten.

Geschichte[Bearbeiten]

Kirche Döben

Aus einer Burgwardanlage entstand zwischen zwei muldewärts führenden Tälern ein Rundling mit sehr großem Dorfplatz. Im Jahre 1046 wurde Döben im Zusammenhang mit dem Burgward Groby erstmals urkundlich genannt. 1117 eroberte Wiprecht von Groitzsch den Ort Döben und zerstörte die Burg Döben. Gut 150 Jahre später kam 1286 Döben unter die Herrschaft der Markgrafen von Meißen.[1]

Die hiesige Chorturmkirche ist romanischen Ursprungs und datiert aus dem 12. Jahrhundert. Nach einem inneren und äußeren Umbau im Jahre 1698 erhielt die Kirche ihre heutige Gestalt. Bemerkenswert sind ein Spätrenaissance-Altar, eine Kanzel aus dem 17. Jahrhundert, ein romanischer Taufstein sowie interessante alte Grabplatten, darunter die Porphyrplatte eines Döbener Burggrafen (um 1200). 1563 wurde erstmals ein Kirchschullehrer genannt.[1]

Das alte Schulgebäude ist wahrscheinlich durch Erweiterungsbauten um 1650, 1735 und 1778 aus dem ehemaligen Küsterhaus entstanden. 1968 erfolgte ein Schulneubau, der 1988 erweitert wurde. 1999 wurde sie endgültig geschlossen.[1]

August Schumann nennt 1814 im Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen Döben betreffend unter anderem:

„Das Dorf hat 175 Einwohner mit 1 ⅞ Hufen, 5 Pferden und 63 Kühen. […] In Urkunden des Mittelalters wird dieses Dorf oft ein Städtchen genannt. […] Zu Döben lassen die Kaufleute in Chemnitz viel rohes Garn aufkaufen, wodurch eine starke Spinnerei veranlaßt wird. In der Nähe des Dorfes befinden sich gute Thonlager, welche an die Töpfer zu Grimma verpachtet sind.“[2]

Albert Schiffner ergänzt bzw. korrigiert 1828 unter anderem:

„Die im Lex. angegebenen 175 Einwohner betreffen die 1789 notirten überzehnjährigen Salzconsumenten; die wahre Seelenzahl ist gegen 300. Man baut hier viel Steinobst. Auch sammelt man in der Umgegend Engelsüß, schwarze Nieswurz u. s. w. für die leipziger Droguisten.“[3]

Nach 1910 erhielt Döben elektrischen Strom. Es gründete sich eine Wassergenossenschaft, die einen kleinen Teil des Ortes mit fließendem Trinkwasser versorgte.[1]

1935 feierte der Ort die 1000-Jahr-Feier. Anfang der 1960er-Jahre wurde begonnen, das gesamte Dorf mit einem Trinkwasser-, Stadtgas- und teilweisem Abwasserkanalnetz auszustatten.[1]

Zum 1. Januar 1967 wurden Grechwitz und Neunitz eingemeindet und der zuvor zu Grimma gehörige Ort Dorna in die neue Gemeinde Döben umgegliedert.

Am 1. Januar 1994 wurde die Gemeinde Döben nach Grimma eingegliedert.[4]

Entwicklung der Einwohnerzahl[Bearbeiten]

Jahr Einwohnerzahl[5]
1548/51 14 besessene Mann, 24 Inwohner
1764 14 besessene Mann, 1 Gärtner, 24 Häusler, 1 ⅞ Hufen
1834 314
1871 716
Jahr Einwohnerzahl
1890 908
1910 812
1925 736
1939 660
Jahr Einwohnerzahl
1946 754
1950 723
1964 610
19901 1168

1 mit Dorna, Grechwitz und Neunitz

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Hoher Stein
  • Chorturmkirche Döben
  • Der Zetten ist der größte Viereckwall Sachsens. Er besitzt eine Grundfläche von 300 m × 500 m. Seit der Bronzezeit diente er den hier siedelnden Slawen als Kultplatz und Volksburg.
  • Das Naturschutzgebiet Döbener Wald umfasst etwa 100 ha und befindet sich am Prallhang der Mulde zwischen Dorna und Schmorditz.
  • Zwei alte Wegmale der Hohe Stein und das Steinkreuz sind Quarzite an der Straße nach Grechwitz und auf dem Dorfplatz. Vermutlich handelt es sich dabei um mittelalterliche Sühnekreuze.
  • In Döben liegt der uralte Wetzstein auch Nepfchenstein genannt. Die Menschen der Bronzezeit benutzten ihn, um ihre Schwerter zu wetzen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Cornelius Gurlitt: Döben. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 19. Heft: Amtshauptmannschaft Grimma (1. Hälfte). C. C. Meinhold, Dresden 1897, S. 52.
  • Döben, ehedem Dewin, Debin. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 1. Band, Zwickau 1814, S. 721–723.
  • Döben. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 15. Band, Zwickau 1828, S. 219–221.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Döben (Grimma) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f Döben auf grimma.de, abgerufen am 31. März 2012.
  2. Vgl. Döben, ehedem Dewin, Debin. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 1. Band, Zwickau 1814, S. 721–723.
  3. Vgl. Döben. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 15. Band, Zwickau 1828, S. 220.
  4. Gebietsänderungen ab 1. Januar 1994 bis 31. Dezember 1994 auf der Internetpräsenz des Statistisches Landesamt des Freistaats Sachsen. S. 7. (PDF; 64 kB), abgerufen am 31. März 2012.
  5. Vgl. Döben im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen