ZDFneo

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ZDFneo
Senderlogo
Logo: „ZDFneo“, Logoschreibweise mit Unterstrich in den Farben des Corporate-Designs (orange/schwarz)
Allgemeine Informationen
Empfang: DVB-C, DVB-S, DVB-S2, DVB-T (über Antenne zwischen 21:00 und 6:00 Uhr), IPTV
Sitz: Mainz, Deutschland
Sendeanstalt: ZDF
Auflösung: 576i (SDTV)
720p (HDTV) (ZDFneo HD)
Sendebeginn: 1. November 2009[1][2]
Rechtsform: Öffentlich-rechtlich
Programmtyp: Spartenprogramm
Website: neo.zdf.de
Liste von Fernsehsendern
Logo von ZDFneo HD seit dem 30. April 2012

Der Fernsehsender ZDFneo (die Schreibweise zdf_neo findet ausschließlich im Logo Verwendung) hat am 1. November 2009 den ZDFdokukanal ersetzt. Er versteht sich als eine öffentlich-rechtliche Programmalternative für 25- bis 49-Jährige.[3] Er wird seit 2012 von Simone Emmelius geführt.

Während der ZDFdokukanal von 2004 bis 2008 nur 4,9 Millionen Euro kostete, gab das ZDF für ZDFneo von 2009 bis 2012 93,6 Millionen Euro aus.[4]

Konzept[Bearbeiten]

ZDFneo ist eine Mischung aus lebensnahen „Factual Entertainment“-Formaten (soll heißen: „auf Tatsachen beruhende Unterhaltung“), Servicesendungen, Dokumentationen, Reportagen, Latenight- und Personality-Shows, Quiz, Doku-Soaps, Spielfilmen, internationalen Kaufserien und Comedys. Damit möchte sich ZDFneo als attraktive öffentlich-rechtliche Alternative für die jüngeren Zuschauer anbieten, so die Pressemitteilung.[5]

Laut dem ZDF-Programmdirektor und ehemaligen ZDFneo-Leiter Norbert Himmler „zielt ZDFneo auf ein Publikum von Zuschauern, die mehr vom Fernsehen erwarten als sie gerade bekommen.“ Der Sender könne in allen Genres nachweisen, dass ZDFneo anders sei als Privatfernsehen.[6]

Anspruch von ZDFneo sei es, intelligentes und unterhaltendes Fernsehen für die Menschen zwischen 25 bis 49 Jahren zu machen, sagt die Kanal-Chefin Simone Emmelius.[7]

ZDFneo versteht sich auch als Innovationsplattform für das ZDF und will Nachwuchstalenten eine Chance geben.[8] Ein Beispiel dafür ist das TVLab, das 2011 zum ersten Mal gesendet wurde: Eine Woche lang wurde jeden Abend eine andere, neue Sendungsidee ausgestrahlt. Die Zuschauer konnten online darüber entscheiden, welche davon sie künftig im Programm sehen wollten. Sieger des TVLabs 2011 war Tedros „Teddy“ Teclebrhan, der durch seinen Integrationstest auf YouTube bekannt geworden ist. Seine Sendung Teddy’s Show lief seit Mai 2012 im Programm von ZDFneo. Aufgrund der großen Resonanz ging das TVLab auch 2012 wieder an den Start.[9]

Seit dem 30. April 2012 wird ZDFneo in HD-720p ausgestrahlt.[10] Aufgrund der noch nicht vollständig in HDTV ausgeführten Sendeinfrastruktur auf dem Mainzer Lerchenberg handelt es sich bei dem gesendeten 720p-Signal jedoch um "künstliches HD", also weiterhin um das SD-Signal (576i) von ZDFneo, welches lediglich durch einen im Signalpfad vor dem Encoding bzw. Satelliten-Uplink eingeschleiften HD-Scaler (Upconverter) in ein HD-720p-Signal hochskaliert wird (siehe auch ZDFinfo).

Programmschema[Bearbeiten]

Am Vormittag zeigt ZDFneo wochentags meist Natur-, Reise- oder Wissensformate wie Jimmy’s Food Factory oder Hin und Weg – der Auslandscheck, sowie Dokumentationen wie Terra X. Am Nachmittag laufen unter anderem Kaufserien wie Die Nanny oder Hart aber herzlich. In der sogenannten „Access Prime Time“ zeigt ZDFneo ab 18 Uhr Kultserien wie Raumschiff Enterprise und das eigens produzierte Kneipenquiz. Die Hauptsendezeit beginnt um 20.15 Uhr. Montags und mittwochs laufen Fernsehfilme und Kaufserien wie Inspector Barnaby, Hustle – Unehrlich währt am längsten, Spooks – Im Visier des MI5 oder Mad Men. Dienstags zeigt ZDFneo in der Primetime nationale und internationale Spielfilme. Donnerstags sendet ZDFneo am Abend Eigenproduktionen wie Bambule, ein Großstadtmagazin mit Sarah Kuttner. Freitags zeigt ZDFneo am Abend wieder Kaufserien und Fernsehfilme sowie zeitweise Serien, unter anderem Orphan Black. In der Nacht werden überwiegend Dokumentationen gesendet.

Am Wochenende laufen in ZDFneo Natur-, Reise-, oder Wissensformate, Comedy und Factual Entertainment, am Abend fiktionale Serien und Fernseh- und Spielfilme.

Weitere Innovationen von ZDFneo sind Reportagereihen wie Herr Eppert sucht … und Wild Germany.

ZDFneo hat mehrere preisgekrönte Serien in der deutschen Erstausstrahlung oder Free-TV-Premiere gezeigt, so zum Beispiel 30 Rock[11], Mad Men[12], Six Feet Under – Gestorben wird immer. In einer neu bearbeiteten Bildfassung ist Raumschiff Enterprise zu sehen.

Zuschauerakzeptanz[Bearbeiten]

Im Durchschnitt erreicht ZDFneo einen Marktanteil von 0,7 % bei allen Zuschauern, sowie 0,6 % in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen. Im Digitalmarkt kommt ZDFneo auf 1,1 % bei allen Zuschauern. Erfolgreichster Tag von ZDFneo seit Sendestart war der 28. Januar 2013 mit 1,6 % Marktanteil. Am 5. Dezember 2012 erreichte ZDFneo mit dem Film „Wilsberg: Aus Mangel an Beweisen“ einen neuen Senderekord mit 2,9 % Marktanteil im Gesamtpublikum.[13] Am 28. Januar 2013 erreichte ZDFneo erstmals mehr als eine Million Zuschauer. Mit der Folge „Ganz in rot“ der britischen Serie Inspector Barnaby erreichte man insgesamt mit 1,17 Millionen Zuschauer und einen Marktanteil von 4,8 Prozent.[14]

Sendungen[Bearbeiten]

Hauptartikel: Liste von ZDFneo-Sendungen

Kritik[Bearbeiten]

Bereits vor der Erstausstrahlung kritisierten deutsche Privatsender das Vorhaben des ZDF. Sie warfen dem Mainzer Sender vor, einen „indifferenzierten Jugendfamilienmusikunterhaltungskanal“ betreiben zu wollen, der sich an 25- bis 49-jährige Zuschauer richtet.[15] ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut kritisiert seinerseits die Privatsender und wirft ihnen „Fehlinformationen und Mutmaßungen“ vor. So sei gerade auf Betreiben der Privatsender das Programmangebot auf einen digitalen Spartenkanal eingegrenzt worden.[16]

Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung bezeichnet die Einführung von ZDFneo als „notwendigen und ehrenwerten Versuch“ und lobt, dass der Sender weniger quotenorientiert sei. Allerdings dürfe man „die Existenz eines eigenen Programms für ein jüngeres, mittelanspruchsvolles Publikum nicht als Ausrede dafür […] nutzen, dass man das Hauptprogramm noch stromlinienförmiger macht und aus Bequemlichkeit mit den Zuschauern langsam vergreisen lässt“.[6]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. ZDF-Familienkanal ist beschlossene Sache: ZDF Dokukanal wird zu ZDFneo auf kress.de vom 19. August 2009
  2. Das zweite Zweite: ZDFneo startet am 1. November auf dwdl.de vom 19. August 2009
  3. Ungesehen sehenswert auf zeit.de vom 15. Juni 2012
  4. sueddeutsche.de: KEF-Bericht: ARD und ZDF – Brisante Zahlen KEF = Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten
  5. Pressemitteilung: Der ZDFdokukanal geht, ZDFneo kommt – Start der öffentlich-rechtlichen Alternative für jüngere Zuschauer vom 19. August 2009, als PDF-Datei (12 kb)
  6. a b Stefan Niggemeier: ZDFneo – Fernsehen für Menschen, die nicht mehr fernsehen. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 31. Oktober 2009
  7. Interview mit der ZDFneo-Chefin Simone Emmelius vom 4. April 2012 auf jetzt.de
  8. Interview mit der ZDFneo-Chefin Simone Emmelius vom 4. April 2012 auf jetzt.de
  9. ZDFneo schickte das TVLab in die zweite Runde auf Digitalfernsehen.de vom 20. März 2012
  10. Astra-Transponderdaten für neue ZDF HD-Sender ab 30. April 2012 stehen fest auf infosat.de vom 6. Dezember 2011 abgerufen am 24. Januar 2013
  11. Emmy-gekrönte Sitcom in ZDFneo zu sehen auf Presseportal.de vom 21. September 2009
  12. Zwei neue US-Serien bei neo auf DWDL.de vom 25. März 2010
  13. Quelle: AGF/GfK Fernsehforschung, TV Scope, Fernsehpanel (D+EU)
  14. DWDL.de: ZDFneo: "Barnaby"-Doppel knackt Millionen-Marke
  15. RTL findet kritische Worte für ZDFneo auf Quotenmeter.de vom 21. August 2009, mit Zitat aus der FAZ
  16. Alexander Krei: ZDFneo: Bellut greift die Privatsender an vom 16. Oktober 2009, ebenfalls auf Quotenmeter.de