Dear Mr. President

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Dear Mr. President ist ein Lied der US-amerikanischen Sängerin Pink, das 2006 auf ihrem Album I’m Not Dead veröffentlicht wurde. Das Stück ist ein offener Brief an George W. Bush.[1]

Entstehung[Bearbeiten]

Pink schrieb das Lied in Zusammenarbeit mit Billy Mann und sang es gemeinsam mit den Indigo Girls ein.[2] Eine Veröffentlichung als Single war ursprünglich nicht geplant, um nicht den Verdacht der Kommerzialisierung aufkommen zu lassen, und erfolgte später auch nur in Europa, Australien und Kanada. Im deutschsprachigen Raum erschien die Single am 27. April 2007 bei Sony BMG.[3]

Interpretation[Bearbeiten]

Das Lied besteht aus einer Reihe von rhetorischen Fragen in anklagendem Ton wie etwa: „Was fühlst du, wenn du all die Obdachlosen auf der Straße siehst?“[Original 1] Damit spielt Pink möglicherweise auf die allgemein stark steigende Zahl der Obdachlosen in den USA an, möglicherweise aber auch auf die Obdachlosen nach dem Hurrikan Katrina im Jahr 2005. Bush wurde damals für die langsame anlaufende Hilfe für die Obdachlosen kritisiert.[4] Mit der Passage „Wie träumst du, wenn eine Mutter keine Chance hat Abschied zu nehmen?“[Original 2] wird höchstwahrscheinlich auf den Irakkrieg und die tausenden gefallenen US-Soldaten Bezug genommen.[4] Mit der Passage „No child is left behind“ (auf deutsch etwa „Kein Kind wird zurückgelassen“) spielt sie auf den No Child Left Behind Act, ein umstrittenes Gesetz aus dem Jahr 2001, an. Die Frage „Welcher Vater würde seiner eigenen Tochter ihre Rechte nehmen?“[Original 3] kritisiert die Haltung Bushs als Abtreibungsgegner.[5] Ein weiteres Thema des Liedes ist Homosexualität – „Welcher Vater würde seine Tochter hassen, wenn sie homosexuell wäre?“[Original 4] Bush ist ein Gegner von homosexuellen Partnerschaften. Dies wurde vor allem kontrovers diskutiert, als sich die Tochter seines Vizepräsidenten Dick Cheney zu ihrer lesbischen Liebe bekannte.[5] Mit „Du hast es weit gebracht seit Whiskey und Kokain“[Original 5] spielt Pink auf die Jugend von Bush an. So soll er stark dem Alkohol zugesprochen haben. Weiterhin wird vermutet, dass Bush 1972 festgenommen werden sollte und bei ihm Kokain gefunden wurde.[5]

Englischer Originaltext:

  1. What do you feel when you see all the homeless on the street?
  2. How do you dream when a mother has no chance to say goodbye?
  3. What kind of father would take his own daughter’s rights away?
  4. What kind of father might hate his own daughter if she were gay?
  5. You’ve come a long way from whiskey and cocaine

Erfolg und Chartplatzierungen[Bearbeiten]

Charts (2006/07) Spitzen-
position
Ö3 Austria Top 40 1
Deutsche Single-Charts 3
UK Single-Charts 34
Schweizer Single-Charts 3

Das Album wurde in Deutschland, Österreich und Australien mit Gold ausgezeichnet. 2008 wurde das Lied mit dem österreichischen Amadeus Austrian Music Award zur Single des Jahres international gekürt.[6]

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Jennifer Vineyard, with additional reporting by Patrick Bowyer: Pink Pens An Open Letter To President Bush On New Album. In: MTV.com. 3. Januar 2006, abgerufen am 28. Juli 2008 (englisch).
  2. http://germancharts.com/showitem.asp?interpret=P!nk&titel=I'm+Not+Dead&cat=a
  3. http://milch.junkies.ws/2006/10/05/pink-dear-mr-president/
  4. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatKatie O’Connor: Analyzing a Political Anthem: Pink’s “Dear Mr. President". 28. Juni 2007, S. 1, abgerufen am 27. Oktober 2008 (englisch).
  5. a b c Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatKatie O’Connor: Analyzing a Political Anthem: Pink’s “Dear Mr. President". 28. Juni 2007, S. 2, abgerufen am 27. Oktober 2008 (englisch).
  6. http://www.amadeus-award.at/nominees/nominees_detail.php?item=27/1/