Mary Cheney

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Mary Cheney während Dick Cheneys Ablegung des Eides zum zweiten Amtsantritt am 20. Januar 2005.

Mary Claire Cheney (* 14. März 1969) ist die Tochter des ehemaligen US-Vizepräsidenten Dick Cheney und seiner Ehefrau Lynne.

Werdegang[Bearbeiten]

Nach ihrem Undergraduate-Studium am Colorado College in Colorado Springs, das sie 1991 beendete, erwarb sie 2002 an der University of Denver einen weiteren Abschluss in Betriebswirtschaft. 1993 wurde sie eine der ersten Angestellten der Baseball-Mannschaft Colorado Rockies, in der Werbeabteilung. Von dort wechselte sie zu dem Brauunternehmen Coors Brewing Company, um eine Zielgruppenkampagne für Schwule und Lesben zu führen, da die Firma zu dieser Zeit von diesem Marktsegment boykottiert wurde. Sie lebt heute in Great Falls (Virginia) zusammen mit ihrer Ehefrau Heather Poe, einer ehemaligen Park-Rangerin und Managerin bei UPS.

Im Juli 2003 wurde Cheney Direktorin der Vizepräsidentschaftskampagne für den Bush-Cheney-Wahlkampf. Ihre Schwester Elizabeth war als Staatssekretärin im US-Außenministerium tätig.

Cheneys sexuelle Identität im Blickpunkt der Öffentlichkeit[Bearbeiten]

Cheneys Homosexualität ist vor allem seit der Wahl ihres Vaters Ziel zunehmender öffentlicher Aufmerksamkeit geworden, sowohl wegen ihres politischen Engagements als auch der wachsende Debatte über die gleichgeschlechtliche Ehe. Im Jahr 2000 redete das Bush-Cheney-Wahlkampfteam frei über die Ehe und Kinder von Elizabeth Cheney, behandelte aber das Privatleben von ihrer Schwester, Mary Cheney, als Tabu.[1] Nichtsdestoweniger meinten manche Beobachter, dass Cheney, da ihre lesbische Identität öffentlich bekannt war, das Bild der Republikaner als "compassionate conservatives" förderte.[2]

Im Januar 2001 wohnte Cheney mit ihrer Frau der Amtseinführung von Präsident Bush und von ihrem Vater bei. 2002 wurde sie Mitglied der homosexuellenfreundlichen Republican Unity Coalition und sagte, dass sexuelle Orientierung „für die Republikanische Partei kein Thema“ sein sollte, mit dem Ziel der „Gleichstellung aller schwulen und lesbischen Amerikaner“. Im folgenden Jahr trat sie jedoch vom Vorstand der RUC zurück und im Juli 2003 wurde sie Leiterin der vizepräsidentialen Angelegenheiten des Bush-Cheney-Wahlkampfteams 2004.

Im Jahr 2004 geriet Cheneys Homosexualität erneut in den Fokus der öffentliche Aufmerksamkeit, als die Bush-Regierung eine Verfassungsänderung unterstützte, welche die Ehe auf heterosexuelle Paare begrenzen sollte. In den US-Präsidentschafts-Wahlkampfdebatten hatten sowohl der demokratische Präsidentschaftskandidat John Kerry als auch Vizepräsidentschaftskandidat John Edwards ihr Lesbischsein erwähnt, als sie zum Thema Homosexualität befragt wurden. Am Schluss der Debatte, als die Familien der Kandidaten auf die Bühne kamen, nahm auch Mary Cheney zusammen mit ihrer Partnerin dort Platz. In der dritten und letzten Debatte fragte der Moderator, "Glauben Sie, dass Homosexualität eine freie Willensentscheidung ist?" John Kerry antwortete, "Wenn Sie sich mit der Tochter von Dick Cheney unterhalten würden, die lesbisch ist, würde sie Ihnen sagen, dass sie einfach das auslebt, was sie ist, dass sie so ist, wie sie geboren wurde." Dies provozierte eine wütende Antwort von sowohl Lynne Cheney als auch Dick Cheney. "Sie haben gerade einen Mann gesehen, der alles sagen würde, und alles tun würde, um gewählt zu werden," sagte Vizepräsident Cheney dazu bei einem Wahlkampfauftritt in Florida am nächsten Tag. Die Ehefrau von John Edwards, Elizabeth Edwards, äußerte die Vermutung, dass die Cheneys sich für ihre Tochter "schämen" würden.

Im Dezember 2006 wurde eine Schwangerschaft Cheneys öffentlich bekannt.[3] Laut den Berichten seien sowohl Cheney als auch ihre Lebensgefährtin und Eltern über das neue Familienmitglied hocherfreut. Samuel David Cheney[4] wurde am 23. Mai 2007 in Washington D.C. geboren. Die Concerned Women for America kritisierten das Aufwachsen eines Kindes in einer homosexuellen Beziehung als unnatürlich und gegenüber der "normalen" Familie als sehr nachteilig.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. John Cloud, Why Nothing About Mary?, CNN-Bericht, 1. August 2000 (englisch)
  2. Mark Miller und Debra Rosenberg, Something About Mary. Gay-marriage proponents target the veep's daughter, Newsweek/MSNBC, 23. Februar 2004 (englisch)
  3. Andy Humm, Lesbian Cheney Pregnant, Gay City News, 12. Juli 2006, und Amy Argetsinger und Roxanne Roberts, Mary Cheney and Partner Are About to Be Moms, Washington Post, 6. Dezember 2006 (englisch).
  4. Mary Cheney gives birth to baby boy, Advocate.com, 24. Mai 2007 (englisch)
  5. J. Matt Barber, Mary Cheney: Giving Birth to Controversy, Homepage der Concerned Women for America, 24. Mai 2007 (englisch)

Weblinks[Bearbeiten]