Deborah Lipstadt

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Deborah Esther Lipstadt (* 18. März 1947 in Manhattan, New York, NY) ist eine amerikanische Historikerin und bekannte Holocaust-Forscherin.

Nach Studium in New York und Lehraufträgen an Universitäten in Los Angeles und Seattle hat Lipstadt den Lehrstuhl als Dorot Professorin für Modernes Judentum und Holocaust Studien an der Emory University in Atlanta übernommen und ist dort Direktorin des Instituts für Jüdische Studien (Stand 2005).

Im nordamerikanischen Wissenschaftsbetrieb wurde die Forscherin zunächst durch ihre Untersuchungen darüber bekannt, wie die amerikanischen Medien im Zweiten Weltkrieg das Wissen von der Vernichtung des europäischen Judentums ignorierten (Beyond Belief, 1986).

Eine für wissenschaftliche Publikationen ungewöhnlich große, internationale Aufmerksamkeit erreichte sie mit ihrer Darstellung der Geschichte der Holocaustleugnung (Denying the Holocaust, 1993; deutsch: Betrifft: Leugnen des Holocaust, 1994), einer kommentierten Zusammenstellung der Lügen und Halbwahrheiten der international bekannten Holocaustleugner, verbunden mit einer sorgfältigen und sachlich fundierten Analyse und Widerlegung der Argumentationen, mit der erstmals die Holocaustleugnung als internationales Phänomen Thema einer umfassenden wissenschaftlichen Monographie wurde.

Wegen der ihn betreffenden eindeutigen Aussagen dieser Veröffentlichung strengte der bekannte Holocaustleugner David Irving 1996 vor einem Londoner Gericht einen Prozess gegen Lipstadt und ihren britischen Verlag Penguin Books an, wegen Beleidigung, übler Nachrede und Geschäftsschädigung. Lipstadt gewann diesen Prozess im Jahr 2000. Der Verlag finanzierte Lipstadts Verteidigung mit 2 Mio Pfund.[1][2]

Als Irving 2006 von einem österreichischen Gericht zu drei Jahren Haft wegen des Leugnens von Naziverbrechen im Wiederholungsfall verurteilt wurde, zeigte sich Lipstadt gegenüber BBC News bestürzt über das Hafturteil und sagte, sie glaube nicht daran, dass sich Auseinandersetzungen durch Einschränkung der Redefreiheit gewinnen ließen. Die richtige Bekämpfung von Holocaustleugnern finde mittels der historischen Wahrheit statt.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. zum Prozess: Don D. Guttenplan: Der Holocaust-Prozess. Die Hintergründe der ‚Auschwitz-Lüge‘. Goldmann, München 2001, ISBN 3-442-15123-6.
  2. der Fall auf http://www.holocaustdenialontrial.org, mit Links zu Dokumenten zu dem Fall. (Englisch).
  3. http://news.bbc.co.uk/2/hi/europe/4733820.stm

Werke[Bearbeiten]

  • Deborah Lipstadt: Beyond Belief: The American Press and the Coming of the Holocaust, 1933-1945. New York, The Free Press, 1986, ISBN 0029191602 (und weitere Ausgaben)
  • dies.: Denying the Holocaust. The Growing Assault on Truth and Memory. New York, The Free Press, 1993, ISBN 0452272742
    • Deutsche Ausgabe: Betrifft: Leugnen des Holocaust. Zürich 1994, ISBN 3907768108. (Auch als Taschenbuch unter dem Titel: Leugnen des Holocaust. Rechtsextremismus mit Methode. Reinbek bei Hamburg 1996, ISBN 349960101X)
  • dies.: History on Trial: My Day In Court With David Irving. HarperCollins World, 2005, ISBN 0060593768

Weblinks[Bearbeiten]