Der Hund von Baskerville (1959)

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Filmdaten
Deutscher Titel Der Hund von Baskerville
Originaltitel The Hound of the Baskervilles
Produktionsland Vereinigtes Königreich
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1959
Länge 87 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Terence Fisher
Drehbuch Peter Bryan
Produktion Anthony Hinds
Musik James Bernard
Kamera Jack Asher
Schnitt Alfred Cox
Besetzung
Synchronisation

Der Hund von Baskerville (Originaltitel: The Hound of the Baskervilles) ist ein Horrorfilm, produziert von Hammer Film Productions, unter der Regie von Terence Fisher. Der Film ist die neunte Literaturadaption[1] von Arthur Conan Doyles gleichnamigem Roman und ist in den Hauptrollen mit Peter Cushing als Sherlock Holmes, André Morell als Dr. Watson und Christopher Lee als Sir Henry Baskerville besetzt.

Handlung[Bearbeiten]

Nachdem sein Onkel unter mysteriösen Umständen gestorben ist, kehrt Sir Henry Baskerville in sein Familienanwesen nach Dartmoor zurück und wird mit der übernatürlichen Erscheinung eines Hundes konfrontiert, der angeblich Rache an seiner Familie nehmen will. Der Detektiv Sherlock Holmes und sein Freund und Assistent Dr. Watson werden angestellt um das Geheimnis aufzuklären.

Kritiken[Bearbeiten]

„Neuverfilmung der klassischen Sherlock-Holmes-Geschichte. Eine Adaption ganz im Sinne des Hammer-Studios, in der das kriminalistische Element von einer auf Nervenkitzel angelegten Inszenierung überdeckt wird.“

Lexikon des internationalen Films: [2]

„Wer immer die Entscheidung getroffen hat, den ‚Hund von Baskerville‘ in strahlendem Technicolor in einem bestens ausgeleuchteten Studio zu verfilmen, […] hat völlig außer acht gelassen, welcher Atmosphäre eine alte Mystery Story wie diese bedarf. […] Abgesehen von dem einen oder anderen Hinweis auf die Existenz dieser Kreatur, sehen wir bis zum Ende nichts von ihr. Und als wir sie dann kurz erblicken, ist es eine Dogge, die so aussieht wie Nachbars Fifi.“

Bosley Crowther: The New York Times:[3]

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten]

Die Dreharbeiten fanden in den Bray Studios statt. Das Äußere von Baskerville Hall ist wiedererkennbar als das Schloss Draculas aus dem Film Dracula, der im Vorjahr entstanden war. Die Außenaufnahmen fanden vor Ort in Chobham Common und Fransham, beide Schauplätze in Surrey, statt.

Interpretation[Bearbeiten]

Alle Verfilmungen des Romans Der Hund der Baskervilles enthalten einen großen Anteil von Grusel und Atmosphäre, doch die Hammer Studios waren die ersten und bisher eigentlich auch letzten, die ihre Fassung als Horror-Film vermarkteten. Die Auflösung wird bis zum Ende aufgehoben und ist überraschend (teils auch dadurch, da man das Ende gegenüber dem Roman leicht verändert hatte). Der ausgewählte Drehort für die Moor-Szenen ähnelt dem realen Dartmoor sehr und kommt den Beschreibungen Conan Doyles auch nahe, wenn man sich beim Lesen nicht so viele Sträucher vorstellt.

Unterschiede zwischen Buch und Film[Bearbeiten]

Zwischen dem Roman und dessen Verfilmung fallen signifikante Differenzen auf. Einige davon sind:

  • Im Roman erleidet Sir Henry im Gegensatz zum Film keinen leichten Herzinfarkt.
  • Im Buch geschieht nichts, was mit einem rituellen Opfer, einer Tarantel oder einer Mine zu tun hat.
  • Cecile Stapleton ist in der gedruckten Fassung nicht die Tochter, sondern die Ehefrau Stapletons und heißt dort Beryl. Außerdem hasst sie Sir Henry nicht, wie in dieser Verfilmung gezeigt wird.
  • Im Hotel gibt es keinen Anschlag auf Sir Henrys Leben.
  • Das Gemälde neben dem Treppenaufgang geht im Roman nicht verloren, da der Hinweis darauf nicht so offensichtlich ist wie im Film; also besteht angeblich keine Gefahr für denjenigen, der es herausfindet.
  • Frankland ist im Roman weder Bischof noch Geistlicher.

Synchronisation[Bearbeiten]

Rolle Darsteller Synchronstimme[4]
Sherlock Holmes Peter Cushing Erich Fiedler
Dr. Watson André Morell Curt Ackermann
Sir Henry Baskerville Christopher Lee Gert-Günther Hoffmann
Sir Hugo Baskerville David Oxley Gert-Günther Hoffmann
Bischof Frankland Miles Malleson Siegfried Schürenberg
Jack Stapleton Ewen Solon Werner Peters
Lord Caphill Michael Hawkins Harry Wüstenhagen

Fortsetzung[Bearbeiten]

Trotz der eher mäßigen Kritiken (s.o.) konnte vor allem Peter Cushing als Holmes so überzeugen, dass die BBC in den 1960er Jahren mit ihm als Hauptdarsteller eine 16-teilige Fernsehserie Sir Arthur Conan Doyle's Sherlock Holmes drehte. Die Rolle des Dr. Watson übernahm Nigel Stock.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 1. Rudolf Meinert (D, 1914); 2. N.N. (F, 1914); 3. Richard Oswald (D, 1917); 4. Maurice Elvey (GB, 1921); 5. Richard Oswald (D, 1929); 6. V. Gareth Gundrey (GB, 1931); 7. Carl Lamac (D, 1936); 8. Sidney Lanfield (USA, 1939)
  2. Der Hund von Baskerville im Lexikon des Internationalen Films
  3. vgl. Ronald M. Hahn und Volker Jansen: Lexikon des Horrorfilms. Bastei-Lübbe, Bergisch Gladbach 1989, ISBN 3-404-13175-4.
  4. Der Hund von Baskerville in der Deutschen Synchronkartei oder auf synchrondatenbank.de