Die Todesmühlen

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Filmdaten
Deutscher Titel Die Todesmühlen
Originaltitel Death Mills
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1945
Länge 22 Minuten
Stab
Regie Hanuš Burger
Billy Wilder (Aufsicht)[1][2]
Drehbuch Hanuš Burger
Produktion Office of Military Government for Germany United States (OMGUS)[3]
Schnitt Sam Winston

Die Todesmühlen, Death Mills, ist der erste, unmittelbar nach der Befreiung von den USA produzierte Dokumentarfilm über die Konzentrationslager. Er wurde für Vorführungen im besetzten Deutschland und Österreich unter der Regie des Exiltschechen Hanuš Burger hergestellt und sollte im Sinne der Reeducation zur Konfrontation der deutschen Bevölkerung mit den unter ihren Augen begangenen Verbrechen dienen.

Entstehung[Bearbeiten]

Der Dokumentarfilm wurde von der Wochenschau-Abteilung der Information Control Division (ICD) der amerikanischen Besatzungsmacht in einer deutschen, einer jiddischen und einer englischen Fassung produziert. Ein Großteil des Films besteht aus Sequenzen der Dokumentation Nazi-Konzentrationslager (Originaltitel Nazi Concentration Camps).[3] Die Psychological Warfare Division, eine anglo-amerikanische Einheit zur psychologischen Kriegsführung, setzte den Film Die Todesmühlen im Rahmen der Umerziehungs- und Entnazifizierungsbemühungen ein.[4] Der im Juli 1945 fertiggestellte Dokumentarfilm wurde im Oktober 1945 uraufgeführt und ab Januar 1946 in den Kinos in Bayern und ab März 1946 in Hessen, Hamburg und Berlin (West) gezeigt.[3]

Inhalt[Bearbeiten]

Der Film setzt sich überwiegend aus Dokumentationsmaterial aus verschiedenen, kurz zuvor befreiten deutschen Konzentrations- bzw. Vernichtungslagern zusammen, unter anderem aus Dachau, Auschwitz, Majdanek, Bergen-Belsen und Buchenwald. Der Film ist mit ernster klassischer Musik unterlegt, wurde mit englischem und deutschsprachigem Ton versehen und hat eine Länge von 22 Minuten. Er war zunächst als erzählender, historisch erklärender Langfilm mit fiktiver Rahmenhandlung geplant. Da dies jedoch zu viel Vorbereitungszeit erfordert hätte und nicht ins alliierte Konzept passte, wurde er zum Dokumentarfilm zusammengeschnitten.

Der Film zeigt, was die Alliierten bei der Befreiung der Konzentrationslager vorgefunden haben: die Überlebenden, die Lebensbedingungen in den Lagern sowie die Beweise für den Massenmord. Der Film schildert auch die wirtschaftliche Ausbeutung der Lagerinsassen. Außerdem werden Befragungen der gefangenen Lagerwachen, die zwangsweise Besichtigung der Lager durch die Bevölkerung aus der Umgebung sowie Besuche bekannter Persönlichkeiten wie General Eisenhower, General Omar Nelson Bradley oder des Erzbischofs von Canterbury gezeigt.

Zwischen Ausschnitten aus Leni Riefenstahls Film Triumph des Willens, die die jubelnde deutschen Bevölkerung mit Hitlergruß zeigen, werden Marschkolonnen deutscher Bürger zu den Konzentrationslagern montiert. Schließlich endet der Film mit einer Szene, in der Männer mit geschulterten Kreuzen und Schaufeln auf dem Marsch zur Feldscheune bei Gardelegen ziehen, in der etwa 1000 verbrannte Leichen eines Todesmarsches liegen, die erst 24 Stunden vorher dort ermordet worden waren.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hamburger Abendblatt: "Die Todesmühlen" - erschütternder KZ-Film im Metropolis, abgerufen am 25. Dezember 2010.
  2. Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung: Heiner Roß: Zur Geschichte der Re-education-Filme, abgerufen am 25. Dezember 2010.
  3. a b c Cine-Holocaust.de: Die Todesmühlen - Cinematographie des Holocaust, abgerufen am 25. Dezember 2010.
  4. Jeffrey K. Olick, In the house of the hangman: the agonies of German defeat, 1943–1949, S. 98f. Fn 12.