Distelöl

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Saflor-(Distel)öl
Rohstoffpflanze(n)

Färberdistel (Carthamus tinctorius)

Inhaltsstoffe
Ölsäure 8,4–21,3 % bzw. 70,0–83,7 % (high oleic)[1]
Linolsäure 67,8–83,2 bzw. 9,0–19,9 % (high oleic)[1]
Palmitinsäure 5,3–8,0 % bzw. 3,6–6,0 % (high oleic)[1]
Σ gesättigte Fettsäuren < 10 %[2]
Vitamin A 15,7–17,2 mg/100 g[2]
Vitamin E2 45,3 mg/100 g[2]
Eigenschaften
Dichte d^{15}_{15}=0,922-0,938[2]
Schmelzpunkt −5 °C[2]
Rauchpunkt ab 150 °C [3]
Iodzahl 140–150[2]
Herstellung und Verbrauch
Färberdistel (Carthamus tinctorius), Blütenstand
Allgemeine chemische Struktur von pflanzlichen Ölen, wie Distelöl. Darin sind R1, R2 und R3 langkettige Alkylreste (< 10 %) oder Alkenylreste (> 90 %) mit einer meist ungeraden Anzahl von Kohlenstoffatomen. Distelöl ist – wie andere Pflanzenöle – ein Gemisch von Triestern des Glycerins, also ein Triglycerid.

Distelöl (Färberdistelöl, Safloröl) ist ein Pflanzenöl, das aus den Samen der Färberdistel (Carthamus tinctorius) gewonnen wird. Durch Kaltpressung erhält man ein Speiseöl, durch Heißpressung ein technisch verwendbares Öl, chemisch betrachtet sind beide Triglyceride. Das Rohöl wird aufgrund des kratzenden Geschmacks teilraffiniert. Je nach durchschnittlicher Zusammensetzung der Triglyceride unterscheidet man zwischen zwei Arten des Öls: eins mit höherem Anteil an veresterter Ölsäure (auch high oleic) und ein anderes, in dem veresterte Linolsäure überwiegt. Des Weiteren gibt es SL-Safloröl (SL steht für Structured Lipids), dessen Fettsäurezusammensetzung durch chemische oder enzymatische Veresterung des Triglycerids verändert wurde. Trotz seines hohen Gehaltes an Linolsäure-Resten ist Distelöl sehr stabil. Der geringe Anteil gesättigter Fettsäure-Reste macht es zu einem ernährungsphysiologisch hochwertigen Öl.[2]

Verwendung[Bearbeiten]

Küche[Bearbeiten]

Da es nicht hitzebeständig ist, darf es nicht zum Braten verwendet werden. Es eignet sich jedoch zum kurzen Dünsten oder Garen sowie als Salatöl. Häufig wird es für Gemüsegerichte verwendet und dort erst kurz vor dem Servieren eingerührt. Es wird auch bei der Herstellung von Margarine verwendet.[2]

Medizin[Bearbeiten]

Bei Patienten mit Hypercholesterinämie kann Safloröl aufgrund seines hohen Gehaltes an ungesättigten Fettsäuren als diätetisches Lebensmittel in Kombination mit fettarmer Ernährung zur Prophylaxe und Behandlung Arteriosklerose eingesetzt werden. Zudem hemmt es Enzyme der Blutgerinnung wie Thrombin und senkt so das Thromboserisiko bei Hypertriglyceridämie. Neben der Beeinflussung kardiovaskulärer Erkrankungen kann Distelöl auch bei Rheuma, Lähmungen, Verstauchungen und Quetschungen topisch angewandt werden.[2]

Kosmetik[Bearbeiten]

Distelöl wird häufig als Haut- und Körperpflegemittel eingesetzt. Es dient als Rückfetter für Badeöle und Duschgele. Zudem dient es als Hautöl bei starker Seborrhö und Akne. Bei normaler Haut mit Entzündungsneigungen und aufgrund des mattierenden Effektes auch bei Mischhaut mit öliger Tendenz wird es ebenfalls eingesetzt. Im Bereich der Augenpartie wird es als Pflegeöl verwendet. Aus dem Öl lässt sich eine weiche Seife herstellen.[2]

Technik[Bearbeiten]

Nach zwölfstündigem Kochen entsteht eine gallertartige Masse (Afridiwachs), die als Ersatz für Leinöl zur Herstellung von Linoleum verwendet wird. Weil Saflorölfilme nicht vergilben, werden sie zur Lack- und Firnisherstellung verwendet. Weitere Anwendung findet es in der Produktion von Hausnassstrichfarben, Druckfarben und Alkydharzen. Zudem wird es als Brennöl und besonders in Indien als Schmiermittel für Leder und Seile verwendet.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Hans-Jochen Fiebig: DGF: Fettsäurezusammensetzung wichtiger pflanzlicher und tierischer Speisefette und -öle
  2. a b c d e f g h i j k Lexikon der pflanzlichen Fette und Öle, Springer, 2008, S. 113–120, doi:10.1007/978-3-211-75607-2_23
  3. Universität Hamburg, Institut für Deutsche Gebärdensprache und Kommunikation Gehörloser: Fachgebärdenlexikon Hauswirtschaft.