Triesen

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Triesen
Flagge Wappen
Flagge von Triesen
Wappen von Triesen
Basisdaten
Staat: LiechtensteinLiechtenstein Fürstentum Liechtenstein
Wahlkreis: Oberland
Gemeindenummer: 7002
Postleitzahl: 9495
UN/LOCODE: LI TES
Koordinaten: 758808 / 21956847.1080519.531118Koordinaten: 47° 6′ 29″ N, 9° 31′ 52″ O; CH1903: 758808 / 219568
Höhe: 512 m ü. M.
Fläche: 26,353 km²
Einwohner: 4913 (31. Dezember 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 186 Einwohner pro km²
Ausländeranteil: 34,0 % (31. Dezember 2010)[2]
Website: www.triesen.li
Karte
Eschen Eschen Gamprin Mauren Ruggell Schellenberg Balzers Balzers Balzers Planken Schaan Schaan Schaan Triesen Triesenberg Triesenberg Vaduz Vaduz Vaduz Vaduz VaduzLage der Gemeinde Triesen  im Fürstentum Liechtenstein (anklickbare Karte)
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Triesen (Dialekt: Tresa) ist eine Gemeinde im Wahlkreis Oberland des Fürstentums Liechtenstein. Sie liegt im Südwesten des Landes und stellt mit rund 4'800 Bewohnern einwohnermässig die drittgrösste Gemeinde des Fürstentums dar.

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde Triesen grenzt im Norden an Vaduz, im Nordosten an Triesenberg, im Süden an den Kanton Graubünden (Schweiz), im Südwesten an Balzers und im Westen an den Kanton St. Gallen (Schweiz).

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Die Siedlungen von Triesen (Liechtenstein) sind, wie die Landesarchäologen bei Ausgrabungen festgestellt haben, bei Naturkatastrophen vernichtet worden. Das detaillierte Bild des Ortes Triesen zeigt, dass alle Siedlungsphasen durch Naturgewalten beendet wurden. Dies ist nicht verwunderlich, da die Durchschnittstemperaturen einige Grad höher als heute waren und immer wieder zu Starkregenereignissen[3] führten. Im Jahre 2005 wurden die ersten Siedlungsspuren auf dem Gemeindegebiet entdeckt. Dabei grub man die Reste einer mächtigen Terrassierungs- oder Umfassungsmauer, sowie Spuren eines Gebäudes mit Feuerstelle aus. Die Stelle konnte mittels der C14-Analyse in die mittlere Bronzezeit um 1600–1400 v. Chr. datiert werden. In der Folge wurden weitere bronzezeitliche Gebäude und Siedlungsreste gefunden. Darunter befand sich ein etwa 20 m² großes Haus, in dem Teile des Stampflehmbodens und der Herdstelle dokumentieren konnten. Die weiteren Spuren zeigten ein Siedlungsbild, dass sich vom 13. bis in das 5. Jahrhundert v. Chr. erstreckte. 2011 kam als ältester Befund eine etwa 28 Quadratmeter große Fläche mit einer kleinteiligen, sehr sorgfältig verlegten Steinpflasterung zum Vorschein, die vermutlich in die späte Bronzezeit (1200–900 v. Chr.) zu datieren ist. Reste einer Feuerstelle sowie ein verkohlter Holzbalken lassen auf ein Gebäude an dem Platz schließen. Im Laufe der Bronzezeit wurde das Gelände terrassiert und gegen den nahen Eichholzbach gesichert. Hier fanden sich Spuren eisenzeitlicher Siedler – vermutlich aus dem 7.–5. Jahrhundert v. Chr. In dieselbe Periode gehören sieben Gruben unklarer Funktion, sowie eine kleine Feuerstelle. Die Ecke einer Trockenmauer weist auf ein Gebäude hin.

Es wurde nachgewiesen, dass die Siedlungen der Bronze- und der Eisenzeit mehrmals von Hochwassern und Erdrutschen zerstört wurden. Die Bewohner suchten der Gefahr durch Terrassierungen und Schutzmauern zu begegnen. Erfolg war ihnen nicht beschieden, denn mächtige Geröll- oder Sandschichten markieren das Ende der jeweiligen Siedlung.

Geschichte[Bearbeiten]

Das auf einem alten Bergsturzkegel erbaute Dorf Triesen wurde 1155 erstmals urkundlich erwähnt. Der Name Triesen leitet sich ab vom Geschlecht der Ritter von Trisun (daher der ursprüngliche Name Trisuna), die das Gebiet der Gemeinde im Mittelalter beherrschten. Die Burg der Ritter von Trisun erhob sich über dem Dorf an jener Stelle, wo heute die St. Mamerta-Kapelle steht. Die Ritter waren Dienstmannen der Grafen von Montfort-Feldkirch. Ein Ulrich von Trisun war Domherr zu Chur. Unter König Rudolf von Habsburg wurde das Edelfräulein Guta von Trisun zur Äbtissin des adeligen Damenstiftes zu Lindau erwählt.

Auf der Anhöhe nördlich von St. Mamerten befand sich einst der Ansitz der Ritter von Schiel und auf einer Anhöhe bei Garnis der Sitz der Edlen von Richenstein. 1863 wurde eine Baumwollweberei in Triesen in Betrieb genommen. Seit 1996 steht das frühere Produktionsgebäude unter Denkmalschutz. 1913 brannten bei der grössten liechtensteinischen Brandkatastrophe des 20. Jahrhunderts zahlreiche Häuser im Gemeindegebiet ab.[4]

Im Bereich des Triesner Oberdorfes verlief einst eine Römerstrasse. Strassennamen in der Hanglage erinnern noch heute daran.

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Das Wappen der Gemeinde Triesen besteht aus einem Schild mit drei übereinanderliegenden silbernen Sensen auf blauem Grund. Die Flagge der Gemeinde Triesen ist in der Ausgestaltung quergeteilt: das obere Feld blau, das untere Feld silbern. Das Logo der Gemeinde Triesen besteht aus zwei übereinander liegenden Quadraten: Das Obere enthält das Wappen der Gemeinde Triesen, das Untere ist silbern gefärbt. Das Gemeindewappen ist nach dem Wappen der Edlen von Trisun gestaltet – des ältesten ortsansässigen Adelsgeschlechtes in Triesen (erstmals urkundlich erwähnt 1273; Ritter Ulrich «De Trisuns»).

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevorsteher ist Günter Mahl (FBP), Vizevorsteher ist Gebhard Negele (VU). Der Gemeinderat zählt inklusive Gemeindevorsteher 11 Sitze (5 (FBP), 5 (VU), 1 (FL)).

Wirtschaft[Bearbeiten]

In Triesen gab es Ende 2010 rund 3'400 Arbeitsplätze, wovon rund 1'400 von Grenzgängern besetzt waren.[5] Die Swarovski AG stellt mir rund 670 Mitarbeitern den größten Arbeitergeber der Gemeinde dar. Daneben liegt auch der Hauptsitz der Hoval AG teilweise auf Triesner Gemeindegebiet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Pfarrkirche St. Gallus
St. Mamerta-Kapelle
Kosthaus
  • Die Pfarrkirche St.Gallus wurde im Jahre 1455 errichtet und 1994 zur quadratischen Hallenkirche umgebaut. Im Inneren befindet sich eine hölzerne Kassettendecke von 1942. Im Chor befindet sich heute ein spätgotischer geschnitzter Flügelaltar, den Ludwig von Brandis 1492 ursprünglich für die St.-Mamerta-Kapelle gestiftet hat.
  • Die St.-Mamerta-Kapelle (oder St. Mamertus) im Triesner Oberdorf ist die älteste Kapelle des Landes. Sie wurde im 9. oder frühen 10. Jahrhundert erbaut. An der Stelle der heutigen Kapelle befand sich einst die Burg Trisun – der Sitz der Edlen von Trisun. Im Turm der Kapelle sind noch Reste der abgegangenen Burganlage aus dem 12. Jahrhundert zu sehen.
  • Die Marienkapelle, ein romanisches Bauwerk aus dem frühen 13. Jahrhundert, wurde 1964 restauriert.
  • Das Kosthaus war ein 1873 auf Veranlassung des Baumwollfabrikanten Caspar Jenny durch den Architekten Hilarius Knobel errichtetes Arbeiterwohnhaus. Es gilt als das älteste noch erhaltene Mehrfamilienbau in Liechtenstein und war lange Zeit das grösste Wohnhaus im Lande. Dieses Kulturgut und Denkmal wurde 2006 aufgrund seiner besonderen Bedeutung für das Land geschützt und unter Denkmalschutz gestellt. Das mietskasernenartige, viergeschossige Gebäude bestand aus zwei zusammengebauten Achtfamilienhäusern, die Platz für 16 Familien boten. Jede der Wohneinheiten besass einen Wohnraum, eine Küche sowie zwei Schlafzimmer. Wie bei fast allen Arbeiterhäusern gehörte auch hier ein Gemüsegarten zur Selbstversorgung als wichtiger Bestandteil zur Anlage. Das Gebäude wurde ab 2008 grundlegend saniert und im November 2009 als Kindertagesstätte neu eröffnet.
  • Kulturzentrum Gasometer: Der Gasometer befindet sich auf dem Areal der ehemaligen Baumwollweberei und bietet seit einigen Jahren ein Programm von Kunstausstellungen, Themenausstellungen, Veranstaltungen und weiteren kulturellen Aktivitäten aus den Bereichen bildende Kunst, Musik, Theater, Tanz und Literatur. Das Kulturzentrum der Gemeinde Triesen befindet sich in dem Teil der Baumwollweberei, dem auch der alte Gasometerturm angehört. Dieser Turm, in dem vor etwa 120 Jahren noch Gas für die Beleuchtung der Fabrik gelagert wurde, gibt dem Kulturzentrum in Triesen seinen Namen.
  • Historischer Dorfkern: Der Parcours durch den Siedlungskern von Triesen führt den Spaziergänger von der Rheinebene über einhundert Höhenmeter hinauf durch ein Jahrtausend bewegter Geschichte zur frühmittelalterlichen Kapelle St. Mamerta oberhalb der Siedlung. Jeder Höhenmeter führt weiter zurück in die Vergangenheit, denn der Grundstein von Triesen wurde am Hang gelegt, zu einer Zeit, als die Talsohle noch uneingeschränkt dem Rhein gehörte.[6]
  • Rheindamm
  • Der Panoramaweg führt zunächst als Fahrweg durch eine naturnahe Weide- und Heckenlandschaft, bis er endlich als Waldpfad den äusserst steilen Hang über dem Dorf quert. Je nach Jahreszeit und Vegetationsstand öffnet sich auf dem Panoramaweg hin und wieder der Blick über Triesen und seine Umgebung dies- und jenseits des Rheins.
  • Lawena-Kraftwerk (seit 1927 in Betrieb) der Liechtensteinischen Kraftwerke, mit Museum Geschichte der Elektrifizierung im Fürstentum Liechtenstein

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Josef Bargetze (1810–1874), liechtensteinischer Politiker, wurde in Triesen geboren.
  • Karl Minst (* 26. April 1898, † 10. Juni 1984 in Lorsch), Klosterverwalter und Ehrenbürger
  • Oskar Werner (1922–1984), österreichischer Film- und Bühnenschauspieler, lebte seit 1952 in Triesen, wo er auch beigesetzt wurde.
  • Josef Schädler (1930–2012), Kunstmaler und Zeichner, wurde in Triesen geboren.
  • Rainer Nägele (* 1943), US-amerikanischer Literaturwissenschaftler, ist in Triesen geboren.
  • Ursula Konzett (* 1959), Skirennläuferin, ist in Triesen geboren.
  • Franz Burgmeier (* 1982), Fussballspieler, ist in Triesen geboren.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Triesen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Triesen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Liechtenstein - Amt für Volkswirtschaft
  2. Bevölkerung und Wohnverhältnisse (PDF), Amt für Statistik, abgerufen am 16. Juni 2012
  3. Von Starkregenereignissen spricht der Meteorologe, wenn binnen fünf Minuten mehr als fünf Liter Regen pro Quadratmeter oder binnen 60 Minuten mehr als 17 Liter Regen pro Quadratmeter fallen.
  4. Gemeinde Triesen
  5. Amt für Statistik. Abgerufen am 16. März 2012.
  6. Siehe auch Kultur- & Naturparcours der Gemeinde Triesen